Lange hat es gedauert, aber gut zwei Jahre nachdem wir in einem kleinen Team um Professor Dr. Christiane Eilders angefangen hatten deutsche Politikblogs zu untersuchen, ist der daraus resultierende Fachartikel nun tatsächlich hochoffiziell erschienen.
DSC02503.JPG
Zivilgesellschaftliche Konstruktionen politischer Realität – Eine vergleichende Analyse zu Themen und Nachrichtenfaktoren in politischen Weblogs und professionellem Journalismus heißt das gute Stück und ist in der aktuellen M&K – Medien & Kommunikationswissenschaft zu lesen.

Die Arbeit mit Professor Eilders und dem Team war eine hochinteressante Erfahrung und zeigte mir auch, wie langwierig Forschung doch ist. Im Grunde ist der Artikel nämlich schon fast veraltet und kommt vielleicht ein Jahr zu spät. Trotzdem ist er ein tolles Beispiel, wohin Lehrforschungsprojekte führen können. Entstanden war die Idee nämlich aus einem Seminar heraus.

So viel Erfahrungen ich dabei auch sammeln konnte, hat mir das Projekt allerdings auch gezeigt, dass dieses rein wissenschaftliche Arbeiten nicht so ganz mein Fall ist – jedenfalls nicht auf Dauer. Das wäre mir dann wohl doch etwas zu trocken.

Wer den Artikel lesen möchte, muss allerdings tief in die Tasche greifen. Die M&K gibts nur im Abo und das ist nicht ganz billig. Als Mitautor habe ich die aktuelle Ausgabe inklusiver dreier Sonderdrucke des Artikels kostenlos vom Verlag erhalten. So kann ich wenigstens beweisen, dass der Artikel erschienen ist und meinen Eltern ein Ostergeschenk machen – ist schließlich meine erste richtige Veröffentlichung.

Dann muss ich im Grunde jetzt nur noch meine Masterarbeit fertigstellen – das allerdings dauert aber noch ein bisschen…

DSC00240.JPG

Ich wünsche allen ein besinnliches Weihnachtsfest und kalorienarme Feiertage, wir sehen uns im neuen Jahr. Das kann sich allerdings noch hinziehen bis spätestens zur Abgabe meiner Masterarbeit im Mai 2010 – also bleibt mir bis dahin gewogen…

“Man sollte seinen Autofahrern nicht zu viel zumuten”, diese Erkenntnis dürfte sich beim Ordnungsamt hier in Augsburg wohl auch endlich gekommen sein. Verkehrsschilder und Fahrbahnmarkierungen reichen heute einfach nicht mehr, man muss die Leute schon mit der Nase draufstoßen.

Doch der Reihe nach: Seitdem die Prinzstraße mit der Linie 6 Straßenbahnschienen aufweisen kann, ist das Chaos hier deutlich gestiegen. Ich hatte ja schon von verwirrten Autofahrern geschrieben. Das Problem: An der Kreuzung zur Theodor-Wiedemann-Straße macht die Fahrbahn einen Knick, weil die Straßenbahnen kurz danach ein eigenes Gleisbett bekommen und neben der Straße fahren.

Dieser Knick scheint aber trotz diverser Schilder und Sperrfläche auf der Fahrbahn nicht für alle Autofahrer nachvollziehbar zu sein. Immer wieder fuhren Unachtsame einfach über die Sperrfläche gerade aus, nur um dann zu sehen, dass die Straße nach wenigen Metern im Gleisbett endet.

Bisher ging das immer gut, abgesehen von wilden Bremsmanövern und Dauerhupen. Doch die Tage werden immer kürzer und der Regen sorgt für eine wunderbar glitschige Straße. Das Ergebnis aus diesen ungünstigen Wetterbedingungen konnte ich letzten Montag erstmalig bestaunen. Ein Geschäftsmann rutschte mit seiner Limousine ein ordentliches Stück aufs Gleisbett. Polizei und vor allem ein Abschlepper mit Kran verschafften hier Abhilfe. Allerdings blieb verkehrstechnisch alles beim Alten.
Unübersichtlich ist es ja schon, aber wer wird denn gleich soweit auf die Gleise rutschen...
Kein Wunder also, dass gestern das nächste Auto mit Warnblinker auf den Gleisen stand. Diesmal war neben Polizei und Abschlepper aber auch ein aufgeregt auf- und ablaufender Mann von den Stadtwerken vor Ort. Scheinbar hatte sich rumgesprochen, dass ständiger Autobefall schädlich für Gleise sein könne.
...und weils so schön war, gleich ein zweites Mal.
Und was müssen meine von Alter inzwischen fast blind gewordenen Augen heute erblicken? Es wurde tatsächlich was getan. Zwei nicht zu übersehende Absperrungen zeigen den unachtsamen Autoraser heute also, wo sie definitiv nicht langfahren dürfen.
Der erste Schritt zur Besserung: Man sollte jetzt auch im Dunkeln und ohne Brille erkennen, dass es da nicht langgeht.
Das löst das Problem jetzt irgendwie nicht gerade elegant, weil spätestens, wenn Busse bzw. Straßenbahnen fahren, dürfte das gleiche Problem wieder entstehen – dann aber mit deutlich größeren Schaden für die Stadtwerke. Aber bis dahin geht noch ein gutes Jahr ins Land, genug Zeit also für die cleveren Jungs vom Straßenverkehrsamt sich eine tolle Lösung einfallen zu lassen. Wobei ich mir das jetzt gerade nicht so ganz vorstellen kann, Augsburger Autofahrer sind schon eine spezielle Spezies ;)

Das Beste kommt immer zum Schluss, heißt es. Obwohl sicherlich klischeehaft, trifft es trotzdem auf die neuste Folge unseres Hörspiels Suni & Partner zu, denn sie ist die definitiv letzte Folge der Reihe in der alten Besetzung.

Dafür haben wir diesmal allerdings keine Kosten und Mühen gescheut und uns Verstärkung ins Boot geholt: Aufgenommen haben wir in den Studios von Antenne Bayern unter der fachmännischen Regie von Christian Lisch. Neben der Stamm-Besetzung gab es eine Sprecherverstärkung prominenter Natur: Kein Geringerer als Hörspiel-Kult-Stimme Lutz Mackensy, bekannt aus TKKG, Die drei Fragezeichen oder Die Ferienbande, leiht Professor Redorius seine markante Stimme!

Aber nicht nur produktionstechnisch wurde aufgerüstet, die letzte Folge von Suni & Partner „Thors Hammer“ ist eine Doppelfolge – damit der Abschied länger dauert. Diesmal sind Suni, Thorsten und Melissa auf der Jagd nach einem alten Wikingerartefakt, das scheinbar göttliche Kräfte besitzt, und erleben dabei einfach so viel, dass es für zwei Folgen reicht.

Einziger Wermutstropfen: Sebastian Grünwald, Suni-Erfinder und Original-Thorsten aus den ersten Folgen ist diesmal von Peter Helwig ersetzt worden. Der macht seine Sache zwar recht ordentlich, aber das Original war mir doch lieber.

Aber sonst ist alles wie immer: Das Konzept pädagogische Inhalte mit Abenteuer- und Detektivgeschichten zu verknüpfen wird auch in „Thors Hammer“ fortgesetzt und wird die Fans wohl auch dieses Mal zufriedenstellen.

Übrigens: Wer sich wundert, warum Suni & Co so kurz vor Weihnachten noch von Ostern sprechen, die drei jungen Detektive leben nicht in einem Zeitloch, die Produktion hat sich einfach so extrem lang hingezogen. Suni ist und bleibt ein Freizeitprojekt – auch wenn diese Folge professioneller ist -und da die Folge eigentlich kurz nach Ostern rauskommen sollte, hatten wir diese kleine Anspielung ins Drehbuch eingebaut. Rückblickend vielleicht keine gute Idee, aber man lernt nie aus.

Den zweiten Teil der letzten Folge von Suni & Partner gibt’s am 20.12.2009, dann setzt sich nicht nur Suni zur Ruhe es geht auch eine wirklich gute Zusammenarbeit zu Ende. Gut zwei Jahre hab ich mal mehr mal weniger aktiv bei Suni & Partner mitgearbeitet und es war eine richtig gute Zeit mit extrem unterhaltsamen Aufnahmen – inklusive Versprecher, Lachanfälle und improvisierter Dialoge, die noch drei Folgen füllen könnten.

Da kann einem schon ziemlich wehmütig werden, aber wer weiß, was die Zukunft für Suni & Partner bereithält, vielleicht gibt’s ja in 20 Jahren noch mal eine Reunion.
Jetzt aber erst mal viel Spaß bei Folge 8 von Suni & Partner: Der Hammer der Götter

Eltern, das steht fest, Eltern nerven manchmal. Nicht nur die Eigenen, auch Andere, völlig Fremde, die meinen, ein Kind gebe ihnen das Recht ihre Umwelt zu malträtieren – schließlich sind sie und ihre Kinder was Besonderes in einer Bevölkerung, die so langsam überaltert.

So motzen sie fröhlich über die kleinste Unannehmlichkeit, was sich manchmal zu einem hysterischen Geifern steigern kann – oder eben zu Leserbriefen an die Lokalpresse. So berichtet heute die Augsburger Allgemeine in einem erstaunlich großen Beitrag über zwei „geschädigte“ Mütter, die in dem von mir sehr geschätzten Kaffeehaus Thalia ein wenig angeeckt waren.

Die eine Mutter beklagt sich darüber, dass sie ihren Kinderwagen nicht in das doch recht eng bestuhlte Kaffeehaus nehmen durfte. Die eigentlich nachvollziehbaren Gründe, dass durchaus eine Gefahr bestehe, dass das Kind mit heißen Speisen oder Getränken zu überschütten werden könne bzw. so ein Wagen sehr viel Platz wegnehme, ließ die Mutter nicht gelten. Gerade Letzteres nicht, denn schließlich seien sie ja “die einzige Familie mit Kinderwagen im Café gewesen.” Was mir als Argument allerdings nicht einleuchten will. Es könnte ja rein theoretisch auch sein, dass alle anderen Eltern überhaupt kein Problem damit haben, ihren Kinderwagen im Foyer abzustellen?

Das war aber noch nicht der Gipfel der „Kinderunfreundlichkeit“ des Kaffeehauses. Laut Augsburger Allgemeine wurde auch noch eine Mutter des Hauses verwiesen. Die wollte nicht einsehen, dass es irgendwie ziemlich blöd rüberkommt, wenn man sein Kind mitten im Speisesaal die Windel wechselt.

Und gerade so etwas kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Wie kommen Eltern darauf, dass man seinem Kind die vollgeschissene Windel denn sofort an Ort und Stelle wechseln muss?! Da wird an der Fleischtheke schnell mal eine neue Pampers ans Kind gebracht oder einfach mitten auf dem Gehweg, wodurch alle Passanten einen großen Umweg in Kauf nehmen müssen – alles selbst schon erlebt.

Ich würde niemals auf die Idee kommen meine Mitmenschen mit so etwas zu belästigen. Natürlich waren wir alle mal klein, natürlich haben wir uns auch von oben bis unten vollgepullert, aber ich muss doch niemanden zumuten zuzusehen, wie ich die Sauerei wegmache. Wo ist also das Problem sich ein stilles und vor allem hygienisches Örtchen zu suchen, um das Kind zu wickeln? Ein paar Minuten kann das Kinde eine volle Windel schon ertragen.

Die Frage ist meiner Meinung nach also nicht, ob das Kaffeehaus kinderunfreundlich ist, das ist es nicht, ich war oft genug mit Mina da und sie hat sich prächtig unterhalten gefühlt. Die Frage ist, was Eltern ihrer Umwelt eigentlich zumuten möchten.

Wenn sich Menschen entschließen Kinder zu bekommen, dann entschließen sich nicht automatisch alle Menschen in ihrem Umfeld dazu. Ich kann niemanden zwingen, das Geschrei und die dreckigen Windeln zu ertragen – aber genau das meinen einige Eltern meist aus eigener Bequemlichkeit verlangen zu können. Da wird dann halt die Windel direkt dort gewechselt, wo man gerade so schön bequem sitzt oder das Kind soll im Wagen fest angeschnallt sitzen bleiben, damit man in Ruhe seinen Kaffee trinken kann. Wenn der Wagen nicht da wäre, müsste man das Kind ja auf den Schoß nehmen – welch unangenehmer Gedanke!

Natürlich hat man es als Eltern von Kleinkindern manchmal nicht leicht, wenn z.B. kein ordentlicher Wickelraum zur Verfügung steht oder mal wieder der Bus so voll ist, dass ich mit meinen Kinderwagen nicht hineinpasse. Aber wir reden ja hier auch von einem Kaffeehaus, das man besucht, um sich mal zu entspannen und abzuschalten – und natürlich haben Mütter und Väter auch ein Recht auf Entspannung, aber doch nicht auf Kosten der anderen. Es würde doch auch keiner auf die Idee kommen sein Baby mit ins Kino, in die Oper oder die Disco zu nehmen und dort dann auf der Tanzfläche die Windel zu wechseln.

Dass es eigentlich gut funktioniert mit Kindern, auch mit Babys, erklärt das Kaffeehaus übrigens auf seiner eigenen Webseite (inklusive Bild). Und ich als Elternteil kann auch nur sagen, dass ich bisher keine Probleme im Kaffeehaus gehabt habe. Von der zitierten Kinderunfreundlichkeit kann also keine Rede sein. Mir scheint eher, das sich da mal wieder ein paar Gemüter zu sehr erhitzt haben und aus einer Mücke dadurch ganz schnell ein Elefant geworden ist – ein klärendes Gespräch hilft dabei übrigens meist mehr, als der Gang zur Lokalpresse…

Fast hätte ich es vergessen, wo ich eigentlich lebe, bei all der Arbeit mit Uni, Kind und Kegel. So ist es kein Wunder, dass man anfängt zu glauben, man lebe in einer richtigen Stadt, mit kompetenten Frauen und Männern an der Spitze, die besonnen Entscheidungen treffen.

Aber dann schaffen sie es einem immer wieder mit voller Wucht brachial klar zu machen, was für ein Provinzkaff Augsburg eigentlich ist und sein möchte – es kommt ja nicht von ungefähr das mein Blog Provinzblog heißt.

Wie sonst ist zu erklären, dass die Stadt Augsburg doch tatsächlich einen Blogger abgemahnt hat, weil sie bei Domain augsburgR.de das Namensrecht der Stadt verletzt sieht. Michael Fleischmann, hatte zuvor die Domain registriert und bei der Stadt nachgefragt, ob das so in Ordnung sei. Die Antwort darauf war nicht einfach nur „Ja, geht klar“ oder „Nein, das geht so nicht“, sondern eine Abmahnung mit einer Kostennote von knapp 1900 Euro.

Und die Stadt ist sogar noch stolz drauf, dass es nur so wenig ist. Eigentlich sind viel höhere Kosten üblich – wie mildtätig! Wo bei einer frisch registrierten Domain überhaupt ein Schaden ist, können Nicht-Juristen wohl sowieso nicht beantworten. Warum die Stadt Augsburg überhaupt zu der Methode Abmahnung gegriffen hat, obwohl sich Fleischmann extra noch erkundigt hatte, bleibt mir allerdings auch ein Rätsel.

Vielleicht sagte man sich bei der Stadt, dass auch schlechte Presse, wenigstens Presse sei und es solle ja nicht der Eindruck entstehen man mache nichts im Rathaus. Deswegen holt man jetzt auch zum ganz großen Schlag aus. Schließlich gibt es noch ganz viele Domains, die Augsburg im Namen tragen, da könnte man doch jetzt auch prüfen, ob da Namensverletzungen vorliegen. So könnte man doch prima seinen Ruf als völlige Internet-Autist zementieren – soll ja keiner sagen man hätte im Rathaus Menschen, die sich mit den Neuen Medien auskennen. Lieber versteckt man sich hinter Paragraphen, statt mit seinen Bürgern konstruktiv ins Gespräch zu kommen.

So unterstreicht Augsburg mal wieder in unnachahmlicher Weise, wie provinziell es doch ist und wie sehr man sich doch schämen muss für manche Leute hier. Sollte Augsburg je den Ruf gehabt haben eine weltoffene, moderne Stadt zu sein, hat sich das jetzt erst mal erledigt. Außer natürlich irgendjemand in der Stadtverwaltung hat den nötigen Grips und versucht jetzt Schlimmeres zu verhindern – ich kann‘s mir aber kaum vorstellen.

Das Blogger unter welcher Domain auch immer durchaus zum kulturellen Kapital der Stadt gehören und für Augsburg in der ganzen Welt kostenlos Werbung machen können, das hat sich wohl noch nicht rumgesprochen bei den Damen und Herren in der Stadtverwaltung.

Spätestens wenn die halbe deutsche Blogosphäre und tausende Tweets von der Rückständigkeit Augsburgs berichten, wird sich das vielleicht ändern. Aber was soll man den von einer Regierung erwarten, bei der sich die Webseite des Oberbürgermeisters seit seiner Wahl im Wartungsmodus befindet?

Ich bin jedenfalls wieder bestätigt worden, dass ich die richtige Domain für meinen Blog gewählt habe und Augsburg, immer auch Provinz sein wird.

Nachtrag:
Spiegel-Online berichtet jetzt auch.

Eine Anfrage von SPIEGEL ONLINE beim Oberbürgermeister-Referat der Stadt Augsburg wurde bis zur Veröffentlichung dieses Artikels nicht beantwortet.

Ich kann mir gut vorstellen, wie gerade alle panisch im Rathaus auf- und ablaufen :)

Nachtrag 22:00 Uhr: Der OB hat gesprochen und zwar zugunsten des Bloggers. Gribel sagt, dass rechtlich zwar alles richtig gelaufen sei, er sich aber mehr Fingerspitzengefühl gewünscht hätte. Michael Fleischmann muss nach bekunden des OB die Kostennote von 1900 Euro nicht bezahlen. Das der Ruf der Stadt heute gelitten hat, kann der OB damit allerdings nicht mehr verhindern.

Es ist geschafft, ich habe endlich eine Auswertung der Twitter-Umfrage „Deutschland Zwitschert“ ausgearbeitet.

Deutschland Zwitschert

Gleich vorweg, viel Neues und Bahnbrechendes konnte ich nicht rausfinden. 175 freundliche Menschen haben den Fragebogen ausgefüllt, leider nicht alle komplett, daher schrumpft die Stichprobe auf 152 Datensätze.
Repräsentativ ist diese Umfrage also nicht, alle getroffenen Aussagen sind im Grunde nur auf die Stichprobe bezogen und nicht auf die Grundgesamtheit übertragbar.

Die geringe Anzahl von Datensätzen erklärt sich übrigens einerseits aus der Überfülle an durchgeführten Twitter-Umfragen. Es machte sich also eine gewisse Sättigung unter den Befragten bemerkbar. Zusätzlich liefen parallel zwei weitere Umfragen, wir nahmen uns also gegenseitig Befragte weg.

Trotzdem habe ich natürlich ein paar Dinge rausgefunden. Für die Lesefaulen unter euch hier die wichtigsten Ergebnisse:
Die Befragten …

  • sind im Schnitt 30,7 Jahre alt, männlich (78,4%), formal höher gebildet und leben vorrangig in Städten (68%)
  • kennen die wenigsten ihrer Follower
  • sind zur Hälfte (56%) weniger als ein halbes Jahr angemeldet.
  • nutzen Twitter vorrangig, um an Informationen zu kommen.
  • lesen lieber Tweets, als zu schreiben.
  • tweeten gerne lesenswerte Links, private Gedanken und über die Arbeit.
  • tweeten ungern über Gefühle und Dinge, die sie gerade machen.
  • lesen gerne von schönen Links, Bildern und Zitate und von Neuigkeiten aus der Arbeit.
  • lesen ungern über Gefühle und Dinge die andere gerade machen.
  • lesen nicht alle Tweets der Autoren, denen sie folgen.
  • finden, dass Privat-Fernsehen kaum glaubhafter als Twitter ist.

Die ausführliche Auswertung gibt’s im Folgenden …

weiterlesen…

DSC07623.JPG

Gibt’s das denn? Ein Jahr ist sie jetzt alt, die Mina – Leute wie die Zeit vergeht.

Heute vor einem Jahr hatte meine Freundin und ich (vor allem natürlich meine Freundin) schon ein paar Stunden Wehen hinter uns und Minchen ließ sich immer noch Zeit.

Dann um 21.45 des 1. Oktobers 2008 erblickte sie das Licht der Welt. Still, ohne großes Geschrei hatte sich die Augen aufgeschlagen und sich in Ruhe umgeblickt. Das ist übrigens ein Wesenszug, den sie sich bisher bewahrt hat – die innere Ruhe.

Immer wieder erstaunlich, wie entspannt Mina das letzte Jahr durchlebt hat. Ohne großes Geschrei und Geweine bekam sie Zähne, wuchs immer schneller und lernte Krabbeln. Laufen kann sie zwar noch nicht, aber wie gesagt: Immer mit der Ruhe.

Und selbst wenn sie mal etwas quengelig ist, mal hier und da ein bisschen weint, sobald sie loskichert und lautstark ihre Hand voll Silben rezitiert (BaMaMiPaLa) hat man die anstrengenden Stunden wieder vergessen.

Naja, bevor ich hier noch weiter rumschwalle und – wie jeder Vater – seine Tochter in den Himmel lobt, höre ich hier lieber auf.

Alles gute zum Geburtstag kleine Mina. Lasse dir Zeit und gehe alles so entspannt an, wie dein erstes Lebensjahr.

Wandern war in meinen Kindertagen immer ein großes Ereignis, besonders wenn es in die Berge ging. Das Anstrengende laufen über Stock und Stein, Wurzeln und Matsch, das hatte es mir schon immer angetan. Schließlich wartete am Ende der Strapazen immer eine tolle Aussicht vom Gipfel auf das umliegende Land.

Was mir früher so viel Spaß gemacht hatte, fiel mir vor Kurzem auf, hatte ich schon lange nicht mehr aktiv betrieben. So richtig in den Bergen gewandert war ich schon ewig nicht mehr. Warum also nicht mal wieder in die Berge fahren und ein bisschen durchs Geäst stolpern?

Gesagt getan, am gestrigen Sonntag schnürten wir also unsere Wanderschuhe und machten uns auf ins Allgäu zum Manzenberg. Auf dem, so hatte ich recherchiert thront nämlich Deutschlands höchste Burgruine, die Burg Falkenstein.

Ich hatte im Vorfeld mangels Wanderkarten ausgiebig im Internet recherchiert und mich für diesen Berg entschieden, weil er (1) nicht so hoch ist, (2) von mehreren Webseiten das Prädikat „familienfreundlich“ bekam und (3) die Tour einen Rundweg bildet.

Zu finden war der Berg recht leicht, die Beschilderung ist gut und die 1 ¾ Stunden Fahrt von Augsburg aus, sind gerade noch erträglich. Auch die inzwischen fast 11 Monate alte Tochter hatte nur eine „Windelpause“ nötig.

Der Parkplatz am Fuße des Manzenberges war für das herrliche Wetter am Sonntag ziemlich leer, lies uns aber auf wenig „Verkehr“ auf den Wanderwegen hoffen.

Pfronten

Pfronten

Ich hatte wohlweißlich die Wanderroute ausgedruckt, denn nach ein paar Schritten war der „offizielle“ Wanderweg durch ein Tor versperrt worden und wir standen da, wie die Ochsen vor selbigen. Mit Kind auf dem Rücken und zwei kletterunwilligen Mädels im Schlepptau kam ein übersteigen dieses Hindernisses nicht infrage. Also gabs schon zu beginn einen ärgerlichen Umweg.

Aber irgendwann kamen wir dann auch endlich in den schattig-kühlen Wald und stiegen unaufhörlich unserem Ziel entgegen. Der Weg entpuppte sich aber schon recht früh als wenig familienfreundlich, die Wege waren zwar sehr gut gepflegt, aber arteten dann doch in ganz schöne Kletterpartien aus. An manchen Stellen ging es sogar bedenklich steil nach unten, während man einen sehr schmalen Weg entlangbalancieren musste. Mit Kindern an der Hand stelle ich mir das alles etwas stressig vor.

Schöne Blick auf die Vils von der Falkenburg aus.

Schöne Blick auf die Vils von der Falkenburg aus.

Auch die Beschilderung ließ etwas zu wünschen übrig. Auf etwa der Hälfte der Strecke ging es für fast 10 Minuten wieder ziemlich steil nach unten, während man die Burgruine umrundete. Ein, zwei Schilder mehr, die uns gesagt hätten, dass wir noch in die richtige Richtung liefen und ein paar Entfernungsangaben hätten hier sicherlich motivierend gewirkt.

Aber ich will nicht zu viel meckern, die Wege waren wirklich sehr gut zu begehen und trotz des Regens am Vortag fast überhaupt nicht matschig. Der schöne Ausblick auf die Vils, die sich am Fuße des Berges entlangschlängelte entschädigte für vieles.

Das letzte Stück hinauf zur Ruine war dann allerdings wirklich hart für uns teilweise ungeübte Wanderer, aber selbst mein recht fitter Bruder kam ins Schwitzen, als endlich die Mariengrotte in Sicht kam.

Lädt ein zur Rast, die Mariengrotte

Lädt ein zur Rast, die Mariengrotte

Die in einer natürlichen Felsspalte errichte Marienfigur soll müden Wanderern Trost schenken, genau das, was wir also gerade brauchten. Noch mehr Trost spendete uns allerdings das Gasthaus/Hotel ein paar Meter weiter. Das bot uns etwas Rast und Stärkung, leider mit etwas happigen Preisen und nicht sonderlich viel Auswahl an Speisen.

Nach der Pause gings dann die paar wenigen Stufen hinauf zur Burgruine, vielmehr zur Hausruine, denn was anderes war castrum Pfronten eigentlich nie gewesen. Dennoch konnten wir dank der in der Ruine errichteten Plattform wunderbar ins umliegende Land blicken und sogar einen Blick auf Neuschwanstein erhaschen.

Der Rückweg gestaltete sich dann etwas entspannter als der Aufstieg, dank der asphaltierten Straße, die hinauf zum Hotel führt. Die Straße führte uns direkt zu unserem Auto zurück. Das Töchterlein bekam das allerdings nicht mehr mit, sie war auf den Rücken gebunden sanft eingeschlummert.

Alles in allem ein schöner, aber auch anstrengender Ausflug – so wie es halt sein soll. Bis auf die irreführende Bezeichnung „familienfreundlich“ kann ich die Route eigentlich nur empfehlen. Für gänzlich unerfahrene Wanderer ist das allerdings sicherlich ein bisschen viel auf einmal. Dafür geht’s teilweise einfach zu steil bergauf und bergab.

Mehr Bilder gibts hier.

Ich hatte vor etwas mehr als einem Jahr den Film Bootmown Beijing hier an dieser Stelle besprochen. Einen Film über Menschen in Peking, die sich auf die Olympischen Spiele vorbereiten. Jeder auf seine Weise, jeder mit anderen Hoffnungen und Erwartungen.

Inzwischen kann man sich den Film kostenlos über das Internet ansehen und ich lege ihn euch gern ans Herz (trotz der kurzen Werbeunterbrechungen im Film). Ein toller Film über China, Peking und seine Menschen

Übrigens ist die Regisseurin Tan Siok Siok im Moment dabei einen Twitter-Dokumentarfilm zu drehen. Und zum Schluss noch ein kurzes Interview mit der Regisseurin, über ihren Film.

Nächste Seite »