Der Tag, an dem die Welt stillstand! Besser: Der Tag, an dem ich stillstand – auf dem Parkplatz vorm neu eröffneten Ikea in Augsburg. Da ging nämlich für kurze Zeit gar nichts mehr, die läppischen 1000 Parkplätze des Möbelhauses waren scheinbar schon mehrfach belegt als ich eintraf. An jeder Kreuzung des Parkplatzes stand ein Security-Parkwächter-Einweiser (so nenn ich die einfach mal) und blockierte den Weg zu den Parkplätzen.

Als wir dann wirklich bis zum hintersten Ende des Parkplatzes geleitet worden und in eine wirklich schmale Parklücke gehuscht waren, stürzten wir zum Eingang. Wir hatten nämlich Hunger und Gutscheine mitgebracht – Hot-Dog-Gutscheine. Als Student muss man sehen, wo man bleibt und so nutzen wir die Möglichkeit eines kostenlosen Abendessens.

Nach nur drei Hotdogs war ich dann leider schon satt und hatte noch 3 weiter Gutscheine! Schweinerei! Lange ärgerte ich mich nicht darüber, schließlich gibt’s bei Ikea kostenlosen Kaffee, wenn man stolzer Besitzer einer FamilyCard ist – und ich gehöre nun mal zur Familie!

Zwei Cappuccino später sitze ich dann entspannt im Ikea-Restaurant und realisiere zum ersten Mal, was für Menschenmassen sich um mich bewegen. Hunger und Durst hatten vorher meine ganze Aufmerksamkeit in Anspruch genommen. Waren diese Leute etwa tatsächlich hier, um Möbel zu kaufen und nicht wegen kostenlosen Hotdogs und Kaffee? Unheimlich!

Aber hierzu muss gesagt werden, dass Augsburg tatsächlich IKEA-Entwicklungsland ist. Viele meiner Bekannten hier waren tatsächlich noch nie in ihrem Leben beim blau-gelben Möbelhaus, sind noch nie die kultigen Betonstufen hinauf zur Möbel-Schau gestiegen. Waren noch nie im Wunderland des neckischen Schnick-Schnacks in der unteren Etage. So erlebe ich die vielen staunenden Augsburger und kann ihre offenen Münder durchaus nachvollziehen. Auch dass viele Besucher das Einbahnstraßen-System von IKEA völlig ignorieren und Behinderungen und Staus verursachen nehme ich gelassen. Schließlich bin ich satt und habe meinen normalen Koffein-Pegel fast erreicht.

So boxe ich mich relativ gelangweilt durch die Kleinartikel-Abteilung und stehe auch schnell wieder auf dem Parkplatz. Gekauft hab ich natürlich nichts, ich war ja nur zum Essen und Trinken gekommen.

Ein bisschen wehmütig ist mir dann aber doch zumute, schließlich verliert Augsburg mit dem heutigen Tag ein wenig von seiner Provinzialität – IKEA ist da und Augsburg ein klein bisschen größer geworden.

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