Februar 2006


Ich fühl mich im Moment ein bisschen wie Paul Sheldon in Stephen Kings Misery. Anders als er bin ich aber glücklicherweise nicht von einer Psychopatin ans Bett gefesselt jedoch an meine Wohnung und draußen herrscht das närrische Treiben. Meine Einstellung zu dem Ganzen Helau und Alaaf hab ich ja schon mal kundgetan. Aber das jetzt auch noch meine produktive Schaffensperiode gestört wird, ist sehr unschön.

Ich hab noch eine sehr tolle Seminararbeit über meinen alten Freund Nietzsche vor mir und der Hort der Weisheit, die Uni-Bibiliothek macht heute, wie viele andere Einrichtungen und Geschäfte zur Mittagszeit den Laden nicht. Was nun tun mit Friedrich?

Die Narren haben mich an die Wohnung gefesselt, stehen lachend und Bonbons schmeißend vor der Tür und warten nur auf einen Fehler von mir! Aber bald ist die größte Freilichtkneipe Deutschlands wieder dicht und die besoffenen 13-jährigen werden mit ihrer Kotze zusammengefegt.

Ein Gutes hat der Faschingsdienstag natürlich, nicht für mich aber für die Arbeitnehmer, die haben nur einen halben Arbeitstag. Nutzt ihn weise liebe Arbeitnehmer! Ich leide im Stillen.
Naja vielleicht bin ich auch nur sauer, dass die Bibliothek zu hat…

Google tastet sich Schritt für Schritt an die Weltherrschaft heran. Erstmal aber unterwerfen sie das Internet (wahrscheinlich heißt das bald Googlenet). Ein weiterer Nagel im Thron des Weltherrschers ist nun also der google page creator.

Google haut hier ganz nebenbei mal 100mb Webspace für die eigene Webseite raus, kostenlos und ohne Werbung versteht sich.
Der Google-User ist nun aber nicht dumm und fragt sich: „Was soll ich denn mit Webspace? Ich hab doch gar keine Ahnung, wie man eine Webseite erstellt!“

Da die Google-Mitarbeiter jedoch viel schlauer sind als die Google-User, haben die gleich eine schicke Ajax-Oberfläche in den Service integriert. Die erlaubt den völlig unbedarften Google-User nun, einfach aus einer Vielzahl bis jetzt noch recht hässlicher Oberflächen zu wählen und ein Layout festzulegen. Mit wenigen Klicks noch Inhalte einfügen und veröffentlichen. Der Ganze Vorgang finde im Browserfenster statt. Gut, Browser heißt für Google schon mal nicht Safari und KHTML, aber wer benutzt die schon nicht war?
Wie toll das Ganze aber trotzdem geht, kann der geneigte Leser hier, bei meiner ersten Googleseite bewundern.
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Ach ja, was wäre das Leben ohne Bild, doch seit sich diese “Zeitung” mit T-Online zusammengetan hat um einen Online-Ableger zu etablieren ist es im WWW doch viel lustiger. Diese, George W. Bush würde sagen, “Achse des Bösen” bescherte uns nicht nur vergnügliche Internetseiten, wie den BildBlog, nein, die vier Buchstaben und das Magenta T sind ausgezogen, uns mit lebenswichtigen Gütern auszustatten.

Und da es sich um Produkte handelt, die für alle sein sollen und vor allem für alle erschwinglich, wurde die Idee der Volksprodukte geboren. Ok, die Idee ist schon älter, nicht erst im Dritten Reich wurde die schon genutzt, mit Volksempfänger, Volkswagen und anderen Produkten, die mehr oder weniger gut liefen.

Also warum das Ganze nicht wieder aufnehmen?

So kam zuerst, welch kluger Schachzug, der Volks-PC, damit auch alle die tolle Bild-Webseite im Internet besuchen können und da die ganze Kraft der Propaganda Werbung zu spüren bekommen. Denn nach dem Volks-PC war noch nicht Schluss, da waren noch Volksfernseher, Volkshandys, Volksdrucker oder das Volksnotebook. Und da sich die Produkte ja richtig gut verkaufen müssen, werben “Promis” für die Volksprodukte, welch Freude zu hören, das sich auch die ganz Großen, wie Dieter Bohlen, Kai Ebel, Peter Imhof oder Jürgen Drews sich zum Volk zählen.
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Das Delirium der letzten Tage hinter mir lasse ich mich heute mal zu einen meiner äußerst raren Surftipps hinreißen.

Mindestens Haltbar nennt sich das Online-Magazin, dass neue Wege einschlagen will. Monat für Monat erscheint eine neue Ausgabe zu einem bestimmten Schwerpunkt, diesen Monat heißt das Motto „Verspielt“.
Die einzelnen Artikel stammen teilweise aus deutschen Blogs oder sind gar von „echten“ Journalisten verfasst und so unterschiedlich die Autoren sind, so unterschiedlich auch die Herangehensweise zum monatlichen Thema. Sie sind immer bewusst subjektiv und immer völlig anders, mindestens haltbar bis zur nächsten Ausgabe eben.
Das Ganze ist umso erstaunlicher, wenn man beachtet, dass die deutsche Blogsphäre ja häufig schlecht geredet wird. Wer sich aber durch dieses „Best Of“ der deutsprachigen Blogautoren ließt, wird eines Besseren belehrt werden.

Aufgemacht ist das Magazin wie ein „echtes“ Hochglanzmagazin. So gibt es ein Cover auf den die Artikel kurz angerissen und mit schönen Bildern unterlegt werden. Einzelne recht kreative Ressorts bilden einen innovativen Rahmen für die Beiträge.
Als zusätzliches Schmankerl gibt es zu manchen Artikeln noch Podcasts, falls das Lesen mal schwer fallen sollte.

Für mich ganz klar ein Surfitpp für euch, tut euch was Gutes!

mindestens haltbar - magazin für meinungen

Warum nicht auch in der Nacht mal was tun, wenn ich schon nicht schlafen kann, dann räum ich hier eben ein bisschen um. Ich find’s im Moment ganz schick so. Könnt ja mal schreiben, was ihr davon haltet.

Ich überlege mir langsam ein Shirt drucken zu lassen. Draufstehen soll: “Ich hab einen Internetzugang! Der ist schnell und ich bin sehr zufrieden damit” oder alternativ: “Ich hab eine Standleitung”.

Shirtentwurf

Derzeit ist es nämlich kaum noch auszuhalten mit den Jungs da unten im Schwaben Center. Da will ich kurz mal was einkaufen oder einfach nur zur Bushaltestelle sprinten, schwupps versperrt mir ein gediegener Anzugträger den Weg. “Wie schnell sind sie denn im Internet unterwegs?” Verduzt blieb ich stehen. Gibt es jetzt ein Tempolimit im Internet und ich bin zu schnell gewesen? Der Herr im Anzug preist daraufhin aber sehr schnell die Vorzüge vom 1&1 Internetzugang an. Ich versuche den fahrenden Zug wieder zu stoppen und das Gespräch zu beenden, der 26er Bus wartet nicht. Irgendwie eise ich mich los und schaff es rechtzeitig zum Bus.
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Ich war gestern vom Donner gerührt! Bei einem der drei Zeichentrickkanälen von Premiere hörte ich:

In einer fernen Zeit, in einem fernen Raum, der Planet Neu Texas – ein Freiheitstraum. Das Land freier Menschen, so könnte es sein. Doch mischte sich immer auch Böses mit ein.

Ein Mann des Gesetzes kam irgendwo her. Er hatte die Kraft wie ein Wolf und ein Bär. Beschützer der Schwachen. Er trotzt jeder Gefahr. Der Hüter des Rechts – Marshall Bravestarr.

Mein Gott, bis zu diesem Zeitpunkt wusste ich gar nicht mehr, dass diese Serie existierte und plötzlich kommt dieser Titelspruch und ich konnte ihn fast auswendig mitsprechen.
Und dann viel mir alles wieder ein! Damals Anfang der 90er war es, da lief diese Serie noch bei Bim Bam Bino auf Tele 5. Vergleichbar war der Sender mit RTL2 heute, da liefen die ganzen großen Serien He-Man, Saber-Rider, Galaxy Rangers, Chuck der Biber und andere großartige Serienperlen.
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Überraschungen sind schon was Tolles und ab und an sollte man sich eine gönnen, also warum nicht mal ins Kino und eine Sneakpreview genießen. Gesagt getan uns schon sitzt man im Bus und fährt in das Multiplex seiner Wahl.

AEON FLUX (USA 2005)
Regie: Karyn Kusama
Darsteller: Charlize Theron, Marton Csokas, Jonny Lee Miller
Länge: 93 Minuten
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Im Kinosaal herrscht natürlich eine knisternde Spannung, was auch am Sitznachbarn lag, der seine geschmuggelten Chipstüte aufmachte. Nachdem wir die übliche Werbung und die Eisverkäuferin überstanden hatten, wurde es endlich dunkel im Saal.
Erster Schock: Das MTV-Logo wird eingeblendet! Es kommt doch nicht etwa Schnappi der Film?!
Nein, es ist natürlich keine Verfilmung eines Klingeltons sondern einer Comic-Serie: Aeon Flux. Ob das nun besser ist als ein Schnappi-Film, werde ich jetzt mal klären.
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Was waren das für Zeiten ’68, als die Studentenbewegung noch Menschen auf die Straße lockte. Als die Studierenden noch für etwas eintraten! Heute ist das alles anders, heute stehen an der Straßenbahnhaltestelle der Universität mehr Menschen als bei Massenkundgebungen in der Innenstadt.

Es wird nicht mehr gestritten, nicht mehr die Professoren, die Universität oder gar die Gesellschaft in Frage gestellt. Alle wollen schnell das Studium beenden, arbeiten, Karriere machen, Familien gründen. Eine breite Welle der Uninteressiertheit schwappt über uns hinweg und drückt uns nach unten. Nur ab und an taucht jemand auf und ruft “Studiengebühren!” oder “kein Krieg!”.

So jedenfalls war meine ernüchternde Einschätzung noch vor Kurzen. Doch nun keimt die Hoffnung, dass wir doch Grenzen durchbrechen und die Gesellschaft herausfordern!
Auf der Tür des Vorlesungssaals IV in der Uni sah ich ein kleines A4-Blatt mit der Aufschrift:

Warnhinweis

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Hart ist das Los der Werbemacher. Wer sagt, dass Werbung einfach ist? Immer wieder müssen sie sich neue tolle Slogans oder in Werbesprache “Claims” ausdenken.
Das sich mit der Produktion von teilweise recht sinnfreien Sprüchen sehr viel Geld verdienen lässt ist schon mehr als verwunderlich, vor allem wenn man sich so die Werbespots im Rundfunk ansieht und hört. Sie kennen Keine Gnade. Kein Respekt, für den anspruchsvollen Zuschauer und -hörer.
Dass die Werbung mitten ins Gesicht des Konsumenten schlägt und er diesen medialen Müll auch noch mitfinanziert, ist eigentlich schon fast eine Beleidigung und sollte zum sofortigen Boykott der betroffenen Firmen führen. Da ich auf der anderen Seite aber die heimische Wirtschaft fördern will, ist das wohl keine gute Idee. Das Fundament von Wirtschaft, Wohlstand und Fortschritt ist nun mal der Einzelhandel.

Mehr Intelligenz in der Werbung wäre eine Alternative, wenn das nicht ein Widerspruch in sich ist wäre. Das Wort Slogan kommt nämlich vom schottisch-gälischen sluagh-ghairm, was so viel wie Kriegsschrei oder Schlachtruf bedeutet.
Vor kurzem stieß ich aber auf Die preiswerte Internetlösung zu diesem verzwickten Problem.

Auf sloganizer.net, wird um einen selbst eingegebenen Begriff ganz schnell und vor allem kostenlos ein Slogan generiert. Kleines Beispiel gefällig?

generiert von Sloganizer

Warum also den Werbetextern Geld in den Rachen werfen, die verkoksen das doch sowieso nur! Ja ja ich weiß, Drogen. Nur lustig, wenn man sie nicht selbst nimmt, aber ist doch so!

Die Macher von Sloganizer, Die helfen und sparen Geld, unser Geld! Also mein Aufruf an die Wirtschaft, spart euch einen Werbeetat nutzt Sloganizer! Die Werber sitzen dann zwar alle auf der Straße, aber wie sagte die FDP schon: Hirnlosigkeit heute – Arbeitslosigkeit morgen.

Die rosa Links sind allesamt Werbesprüche und verweisen auf slogans.de eine wunderbare Datenbank der Werbesprüche.

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