Mai 2006


Manchmal ist es müßig über bestimmte Nachrichten ein Wort zu verlieren, aber die Masse der Meldungen, die keiner braucht steigt meiner Meinung nach in letzter Zeit doch enorm.

So stellen einige Politiker nach dem schockierenden Amoklauf in Berlin doch fest: Alkohol kann aggressiv machen! Oh mein Gott, warum hat uns das vorher keiner gesagt?!
Mit Blick auf die Menschenmassen, die zur Fußball-WM erwartet werden fordern einige Bundestagsabgeordnete doch bitte ein Alkoholverbot bei der Sportveranstaltung zu erwirken. Demnächst wird dann noch schönes Wetter verordnet, damit Deutschland während der WM auch gut aussieht. Ich bin ja für Sicherheit in den Stadien, aber langsam ist es wirklich genug. Anscheinend, haben wir nicht genug Probleme in Deutschland, manch ein Politiker hat einfach zu viel Zeit Interviews zu geben.

Das scheint allerdings nicht nur ein deutsches Problem zu sein. Wie ich durch Chris’ Blog erfuhr, hat Alain Lamassoure, ein französischer EU-Parlaments-Abgeordneter, eine ziemlich dämliche Idee gehabt die Steuereinnahmen der Mitgliedsländer zu erhöhen. Sein Vorschlag: Besteuert doch einfach die E-Mails und SMS eurer Bürger! 1,5 Cent pro SMS und 0,00001 Cent pro Mail würden reichen. Durch die Masse an Transaktionen kann der Staat dann trotzdem einen riesen Reibach machen.

Da frag ich mich, wie kommen die Leute nur immer auf so tolle Ideen? Wahnsinn, was da an Kreativität frei wird, wenn’s um Steuern geht. Die könnten sie doch zur Abwechslung mal bei der Verbesserung von Gesundheits- und Rentensystem einsetzen, oder?

Nach Hause! Das wollte nicht nur E.T. im gleichnamigen Film von Steven Spielberg, das wollte auch ich gestern. Ich wählte aber die etwas uncoole Methode: also ohne Raumschiff, aber dafür auf der vollen Autobahn.

Über Mittelspurfahrer, Drängler und anderes Getier auf der Autobahn wurde schon genug geschrieben, somit brauch ich mich dazu nicht weiter aufregen.

Was mich gestern aber tatsächlich etwas nervte, waren die Radiosender. Jeder der schon auf der auf einer Trans-Deutschland-Route, wie der A9 unterwegs war, der wird das kennen.
Deutschlands Radiosender scheinen nämlich alle eine CD mit Musikstücken zu bekommen, die wird dann einfach immer hintereinander abgespielt. Die mangelhafte Musikvariation während der Fahrt lässt jedenfalls diesen Schluss zu. Zwischendurch gibt’s Jingles vom Sender, ein paar grenzdebile Moderatoren und noch dämlichere Gewinnspiele und Aktionen.
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Heut mache ich mich mal wieder auf nach Berlin. Wird also die nächsten Tage wieder ruhig werden im Blog. Damit es euch nicht zu langweilig wird (ihr habt ja nix zu tun als meinen Blog zu lesen) hab ich einen kleinen Tipp für euch.

Morgen ist ja Feiertag, genauer Christi Himmelfahrt. Für alle Nicht-Christen allerdings nennt sich das ganze Vatertag und für alle Nicht-Väter und Nicht-Christen heißt der morgige Tag Towel Day!

Towel Day, der Handtuch-Tag, ist wohl nur eingefleischten Douglas-Adams-Fans bekannt. Als Reminiszenz an den genialen und leider zu früh verstorbenen Autor der Per-Anhalter-durch-die-Galaxis-Reihe wurde dieser Gedenktag am 25. Mai eingerichtet.

Wer den Tag feierlich begehen möchte, der kleide sich bitte in Schlafanzug, Bademantel und Hausschuhe und werfe sich ein Handtuch über die Schulter. Wem das zu peinlich ist, der sollte zumindest das namensgebende Handtuch den ganzen Tag mit sich herum tragen. Denn, so der Autor im Anhalter-Roman, das Handtuch ist so ziemlich das Nützlichste, was man bei Reisen durch das Universum mit sich führen kann.
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Unsere Jungs schwitzen ja derzeit im Trainingslager auf Sardinien, um uns ab dem 9. Juni mit weltmeisterlichem Fußball zu beglücken. Weltmeisterlich geht es auch im Internet zu, wenn es darum geht, auf die Fußball-WM einzustimmen.

Eine Seite die ich ganz besonders empfehlen möchte ist PODolski & Co – Ein Podcast zu Gast bei freunden. Ein Loudblog der besonderen Art. Dort werden bis zum 9. Juni die 12 WM-Städte per Podcast auf unterschiedlichste Weise vorgestellt. Mal lustig, mal ernst oder begeistert, aber immer mit Herzen dabei. Den ersten Teil mit kuriosen Infos rund um die WM gibt’s seit gestern für alle Fußballverrückten und die, die es werden wollen. Demnächst wird dann Berlin als erste Stadt vorgestellt.

Entstanden ist der Blog übrigens im Rahmen des Projektes “Podcasting im Bildungskontext” bei der Professur für Medienpädagogik der Uni Augsburg (bloß ein bisschen Eigenwerbung für meinen Studiengang). So kann Grundlagenforschung also auch aussehen.

Nebenbei, ich bin im Stadion dabei – im weltgrößten Online-Stadion. Sicherlich dem ein oder andern schon bekannt, wer’s aber noch nicht kennt: Hier kann sich jeder einen kleinen Avatar erstellen und sich mit anderen Fans in ein virtuelles Stadion stellen. Beim Klick auf die Fan-Avatare gibt’s dann kurze Infos und die Möglichkeit der Kontaktaufnahme. Für alle die noch keine Karte abgekommen haben also eine witzige Variante mit anderen Fans zu feiern. Zu finden bin ich hier im Block L, falls sich jemand neben über oder unter mich stellen möchte.

Nach so viel Fußballberichterstattung geh ich jetzt erstmal Fußball spielen :)

The Da Vinci Code (USA 2006)
Regie:
Ron Howard
Buch:
Akiva Goldsman
Darsteller: Tom Hanks, Audrey Tautou, Ian McKellen, Alfred Molina, Jean Reno
Länge: 149 Minuten< ?php votio_ballot_box(); ?>

Fast wäre ich eingeschlafen im Kino, lag es an der wohligen Wärme, an der stickigen Luft, an meiner Müdigkeit oder doch am Film? Vielleicht löst ihr dieses verzwickte Rätsel mit Hilfe meiner Filmkritik.

Robert Langdon ist gerade auf einer Promotour in Paris für sein neues Buch, als er wie aus heiterem Himmel in einen Mordfall gerät. Sauniere, der Direktor des Louvre ist ermordet worden. Vor seinem Tod hat er aber noch einige Botschaften hinterlassen, die Langdon und Saunieres Enkelin entschlüsseln müssen, um ein Rätsel zu lösen, das die Grundfeste der katholischen Kirche erschüttern wird. Erschwert wird das Ganze dadurch, dass sie wegen Mordes von der Polizei verfolgt werden. Einige Abtrünnige der Kirche haben es auch auf sie abgesehen, mögen sie ihre Grundfesten doch so, wie sie sind.

Die Story sollte eigentlich jeden bekannt sein, das mediale Pressegewitter war ja vor dem Filmstart fast nicht zu ertragen. Es gab kaum einen Sender, der kein Sakrileg-Spezial ausstrahlte. Eins vorweg, die ganze Aufregung ist nicht der Rede wert. Wie das Buch ist auch der Film eine kunstvoll verwobene Schnitzeljagd, die unterschiedliche Kunstwerke, historische Figuren und Begebenheiten zu einer großen Verschwörung vermischt. Dass irgendjemand den Quark dann auch noch glauben soll, ist schwer vorstellbar. Auch Opus Dei kommt noch ganz gut weg. Also DON’T PANIC Katholiken der Erde, vor allem, weil der Film einfach schlecht ist.
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Wenn ich etwas verliere, dann mach ich mich für gewöhnlich sofort auf die Suche danach, vor allem wenn es mir wichtig ist. Ich suche überall, wo ich es verloren haben könnte. Kein Weg ist mir dann zu weit, jeder Stein wird umgedreht, jeder Schrank durchwühlt.

Vor knapp zwei Jahren hab ich etwas sehr Schönes gefunden, das ich eigentlich nicht gesucht, aber trotzdem sehr lieb gewonnen habe. Damals hätt ich nie gedacht, dass dieses kleine unscheinbare Ding mir so ans Herz wachsen könnte. Obwohl, geahnt hatte ich es schon, denn unscheinbar war dieser kleiner Schatz bei näherer Betrachtung eigentlich nicht. Das war so ein Tag, den man nicht vergessen wird und von dem man seinen Enkeln noch erzählen könnte.
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Bald geht’s los mit der WM und langsam wird die Fußballdominanz in den Medien zur Qual. 3 Stunden berichtete heute die ARD von einem “Testspiel” der Deutschen Nationalmannschaft gegen Luckenwalde. 3 Stunden Werbeveranstaltung im öffentlich rechtlichen Fernsehen, dass ich so was als Gebührenzahler noch erleben darf.

Dann gab’s im ZDF noch eine Fußballdoku, in der Johannes “Kauft-Aktien” Kerner den dämlichsten Satz zum Thema Fußball gebracht hat, den ich in letzter Zeit gehört hab:

“Fußball, dass ist die einzige Religion in der es keine Atheisten gibt.”

Das wird die muslimischen, christlichen oder auch jüdischen Atheisten aber stören oder?

Trotz des medialen WM-Wahns war mir bis vor kurzem nicht klar, wie das mit den WM-Song funktioniert. Da wurden ja immer mehr Songs veröffentlicht und ich verlor die Übersicht.

Welches Schweinderl hätten sie denn gern? “Love Generation”, “Zeit, dass sich was dreht”, “Celebrate The Day” oder doch “Time of Our Lives”? Was ist denn nun die der offizielle WM-Song? Aus aktuellem Anlass hab ich mal ein wenig recherchiert, denn mir war’s bisher nämlich nicht klar.

Es gibt natürlich nur einen offiziellen WM-Song, der heißt “Time of Our Lives” und wird von der Gruppe Il Divo und Toni Braxton geträllert. Herbert Grönemeyers stammelt und gröhlt mit “Celebrate The Day” bzw. “Zeit, dass sich was dreht” hingegen die offizielle Hymne(!) der Weltmeisterschaft. Zu sehen und zu hören ist die Hymne auf Herbis Webseite. Nicht zu vergessen „Love Generation“ von Bob Sinclar, dass ist dann der offizielle Song vom hosenlosen Maskottchen Goleo.

Song, Hymne, Mastkottchen-Song, alles klar. Schön, dass ich das noch verstanden hab vor dem Eröffnungsspiel.

Die Mitarbeiter von Google haben es gut, da sitzen sie in ihrem Hauptquartier, auch Googleplex genannt in Mountain View USA und haben den ganzen Tag nichts zu tun als Welteroberungspläne zu schmieden.

Ab und an, lassen sie, um die treuen Anhänger zu beruhigen und von ihrem eigentlichen Plänen betreffend der Welteroberung abzulenken, lustige Tools oder irgendeinen “revolutionären” Service vom Stapel laufen. Das Manche dieser Google-Gimmicks eigentlich nichts besonderes Darstellen, keinen Sinn machen oder von der breiten Masse eh nicht genutzt werden, scheint dabei unerheblich. Bei jedem neuen Produkt ist sicher, dass die Server fast in die Knie gehen und sie sich vor Anmeldungen kaum retten können.Die Google-Gimmicks sind meisten aber so wunderbar verspielt und simpel, dass sie einfach jeder mal ausprobieren will, wenn auch nicht wirklich nutzen.

Die neuste Errungenschaft auf dem Google-Labs ist Google-Trends. Damit ist es möglich die Suchhäufigkeit von eingegebenen Begriffen zu ermitteln . Bis zu 5 Begriffe können hierbei verglichen und nach Sprache, Region oder Stadt sortiert werden. Für Marktanalysten und Trendscouts sicherlich ein nicht zu verachtendes Hilfsmittel. Für den Endanwender ist es höchstens eine hübsche Spielerei.
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Sie sind überall, in Bussen, Bahnen, in den Fußgängerzonen sogar in Hörsälen treiben sie ihr Unwesen. Selbst früher, in einer Zeit, in der noch alles besser war und es keine digitale Musik gab, waren sie schon unterwegs. Damals allerdings noch analog, mit Walkmans, heut sind es dann schon MP3-Player. Das Phänomen allerdings hat sich seit den Tagen des seeligen Walkmans kaum verändert.

Sicher die Frisuren sind anders, die Klamotten auch, aber das was sie tun, ist gleich geblieben – sie hören Musik über Kopfhörer und singen mit. Die Mitsinger, so wollen wir sie an dieser Stelle mal betiteln, zeichnen sich aber nicht durch großes Talent und eine schöne Singstimme aus. Dass was sie anders macht, ist die Art wie sie singen: bruchstückhaft, abgehackt und in einer variablen Lautstärke.

Daaa……..meeeee…..SSOOOOO, seeeeeee……nuuuuuuuuur…. . So in etwa hört sich das dann an. Ein kulturelles Kuriosum, das bei ganz normalen Menschen auftreten kann, auch bei dir und mir.
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Mission Impossible 3 (USA 2006)
Regie und Buch:
J.J. Abrahams
Darsteller: Tom Cruise, Philip Seymour Hoffman, Ving Rhames, Laurence Fishburne, Jonathan Rhys Meyers, Michelle Monaghan
Länge: 126 Minuten< ?php votio_ballot_box(); ?>

Mit großem Tamtam ist er nun also angelaufen, der dritte Teil von Mission Impossible. Nachdem Teil zwei der Mission-Impossible-Franchise um Agent Ethan Hunt von der Kritik regelrecht zerrissen wurde, waren die Erwartungen meinerseits für den neuen Teil nicht sonderlich hoch. Allein das Gezerre um die Regie – zuerst stiegen David Fincher, dann Joe Carnahan aus – ließ nichts Gutes erwarten. Letztlich sprang J.J. Abrahams, bekannt als Schöpfer der Erfolgsserien Alias und Lost in die Bresche. Ein Glücksgriff, wie sich herausstellt.

Als Erstes schrieb Abrahams mit seinem Autoren das Drehbuch um: persönlicher und intimer sollte die Story werden. Was nach dem unmöglichen zweiten Teil auch bitter nötig war, die Agentenreihe fiel im Vergleich zur Bourne-Franchise deutlich ab. Doch nicht nur storytechnisch wurde verbessert, sondern auch die Schauspielerriege sollte aufgerüstet werden. Neben Tom Cruise standen Oscarpreisträger Philip Seymour Hoffman, Ving Rhames, Laurence Fishburne, Jonathan Rhys Meyers und Michelle Monaghan vor der Kamera. Eigentlich sollte jetzt doch nichts mehr schief gehen oder?
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