Juli 2006
Monats-Archiv
Es wird hier plötzlich etwas laut. An mir vorbei rollen drei schwerbewaffnete Ritter eine riesige Pfanne den Weg an der Wallanlage entlang. „Schweres Kriegsgerät“ rufen sie laut. Man macht ihnen Platz, so ein Zweihänder verschafft Respekt. Die drei Recken rumpeln vorüber und ich wende mich den Wegweiser zu, der an der Weggabelung steht. Den Berg hinauf liegt ein kleines Lager, die Haudegen haben dort ihre Zelte aufgeschlagen und die Bogenschützen. Rechts den Berg hinab geht es zu den Handwerkern, das ständige Hämmern kündet schon von weitem davon. Ich wende mich nach links, die Bogenschützen sind doch erstmal interessanter. Außerdem ist mein Krug Schwarzbier schon wieder alle, ich sollte mich auf die Suche nach einem Ausschank machen.
Die Szene stammt nicht aus einem der derzeit angesagten Online- Rollenspiele, sondern aus dem ruhigen Augsburg. Heute Nachmittag besuchte ich das Historische Bürgerfest an der Wallanlage des Roten Tors.
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Pirates of the Caribbean:
Fluch der Karibik 2
(USA 2006)
Regie: Gore Verbinski
Buch: Ted Elliott &
Terry Rossio
Darsteller: Johnny Depp, Orlando Bloom, Keira Knightley, Bill Nighy
Länge: 150 Minuten< ?php votio_ballot_box(); ?>
Hätte Jack (Johnny Depp) nicht immer so viel Wert darauf gelegt Captain Jack Sparrow genannt zu werden. So steht er nun Davy Jones (Bill Nighy) gegenüber, dem fleischgewordenen Albtraum der Seefahrer. Riesengroß, mit einer gewaltigen Krebsschere als linke Hand und einem Gesicht, das aussieht als habe er eine Krake auf dem Kopf und die Tentakel bilden den Bart.
Jones fordert Jacks Schuld ein. 13 Jahre durfte er nämlich Captain der Black Pearl sein, die Jones ihm vom Grunde des Ozeans geholt hatte. Obwohl er rein rechnerisch nur 2 Jahre Captain war und den Rest der Zeit Barbossa und der Pearl hinterhergejagt ist, hat er sich letztlich immer als Captain betitel. Seit dem ersten Teil wissen wir, dass Piraten immer sehr genau auf den Wortlaut ihrer Vereinbarungen achten, so auch Davy Jones. Er verlangt Jacks Seele. 100 Jahre soll er Dienst tun auf der Flying Dutchman, dem Geisterschiff des Kraken-Captains.
So ganz anfreunden kann sich Jack damit natürlich nicht und verspricht Jones 100 Seelen für seine – und das in drei Tagen! Als Anzahlung bekommt er gleich den ahnungslosen William Turner (Orlando Bloom), der glaubt damit seine zukünftige Frau Elizabeth (Keira Knightley) aus dem Gefängnis befreien zu können und trifft auf dem Schiff nebenbei noch seinen Vater (Stellan Skarsgård). Dass Jack die 100 Seelen kaum auftreiben kann, ist klar. Eigentlich verfolgt er einen ganz anderen Plan: Er will Davy Jones Herz, das dieser in einer Kiste auf irgendeiner Insel versteckt hat. Doch dazu braucht er Elizabeths Hilfe, sein aus Teil 1 bekannter Kompass scheint bei ihm nicht mehr richtig zu funktionieren.
Verfolgt von Davy Jones und seiner Riesenkrake, beginnt der Wettlauf zur Truhe, der nach gewohnter Bruckheimer- Manier natürlich ziemlich actionreich ausfällt. An dessen Ende stehen die Figuren für den dritten Teil in Position und es gibt den größten Cliffhanger der letzten Jahre.
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Einen schönen Abend verbracht und pünktlich zu Inspektor Barnaby zu Hause. Wenn ich jetzt noch Zeit hätte, die etwas seltsame Serie zu gucken, wäre es wirklich ein perfekter Abend. So sitz ich mal wieder am Rechner und suche Erklärungen zum IS-LM-Modell.
So bin ich aber auch gleichzeitig der Erste, der über die WCA ‘06 berichten kann. Qualitativ natürlich etwas minderwertig, ich hab ja wenig Zeit, schlecht bebildert, weil ich gar keine Fotos gemacht habe, aber trotzdem echt begeistert.
Augsburger Blogger treffen sich im Bierzelt zum Jakober Kirchweih und labern mit musikalischer Untermalung von einer Blaskapelle über Gott und die Welt. Erstaunlich war für mich, nicht einer ist gebürtiger Augsburger. Ich denke da gibt’s für die Eingeborenen noch Aufholbedarf. Dass wir in Augsburg, immerhin der drittgrößten Stadt in Bayern, gerade mal 6 aktive Blogger auftreiben konnten spricht dafür. Letztlich zählt aber wie wir wissen die Qualität, nicht die Quantität. Und qualitativ war genug geboten.
Da ich aber nun leider wirklich keine Zeit habe und ich hoffe, dass es eine gute Nachberichterstattung geben wird, die ich dann einfach verlinken kann, widme ich mich einfach meiner Klausurvorbereitung.
Trotzdem mein Fazit: Ein wirklich gelungenes Treffen, das mir viel Spaß gemacht hat und gerne wiederholt werden darf. Auch ohne Blaskapelle, wenn es sein muss.
Man, ich steh derzeit auf Abkürzungen, denn damit lässt sich viel Zeit sparen, wenn man keine hat. Aber ich will ja nicht schon wieder über mein Leid klagen, dass ich ja soooooo viel zu tun hab. Wir alle wissen ja, wie schwer es Studenten haben.
Kommen wir also direkt und ohne Umschweife zur WCA ‘06, der Writers’ Conference Augsburg. Hat jetzt nix mit PEN zu tun oder Grass, die WCA ist ein von A-Heldin ins Leben gerufenes Treffen von Augsburger Bloggern. Die Szene ist hier zwar noch nicht so riesengroß, aber soweit ich das überblicke, kommen immerhin 6 Blogger aus unserer schönen Stadt.
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Trotz des klausurbedingten Zeitmangels und dem damit verbundenen Stress hab ich mich heute trotzdem für Menschheit eingesetzt. Schließlich war World Jump Day und damit Zeit für einen der internationalsten Flash Mobs aller Zeiten.
Kurzfristig organisiert trafen wir uns nach der Klausur und dem Besuch der Mensa um halb eins vor derselben. Es fanden sich mit 8 Leuten immerhin mehr Studenten ein, als zu einer durchschnittlichen Augsburger Studentendemo.

- World Jump Day in Augsburg
Um 12:39 Uhr und 13 Sekunden war es dann auch schon so weit. Unter der Beobachtung von weniger engagiertendenten sprangen wir von einem Treppenabsatz herunter. Angeblich haben zeitgleich dasselbe auch 600 Millionen Menschen der nördlichen Erdhalbkugel gemacht. Ziel der Übung: die Änderung des Erdorbits. Besseres Klima und ein längerer Arbeitstag wären die Folge. Hatte ich hier ja schonmal thematisiert.
An der Augsburger Uni ist man für solche Späße dem Anscheinen nach nicht zu haben. Spontane Mitspringer hab ich jedenfalls nicht gesehen. Lustig war’s jedenfalls und falls wir demnächst tatsächlich ein angenehmeres Klima und eine Stunde mehr Zeit haben sollten, wisst ihr, wem ihr das zu danken habt!
Komisch nur, dass keiner vom Springer Verlag da war (Sorry, so nen schlechten Scherz muss ich bringen).
„Ich hab Brecht nicht gemocht in der Schule und halte nicht viel von seinen Stücken, außer die, mit Musik drunter.“ Ein Satz, den man von einem Vortragenden bei einem Brechtfestival nicht unbedingt erwartet. Wenn derjenige dann auch noch der Stargast ist und Herbert Grönemeyer heißt fragt man sich ernsthaft, wo man da hingeraten ist. Doch die Frage lässt sich leicht beantworten, prangert das Logo doch riesig über Grönemeyer. Wir sind bei ABC – Augsburg Brecht Connected.
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- Augsburg Brecht Connected im Filmpalast
ABC soll ein junges, internationales Brecht-Festival sein und wir sollen hier, wie der Veranstalter sich das so vorstellt, von Brecht lernen. Die Lesungen hatten meist griffige Themen, wie Brecht und das ABC der Politik, Brecht und das ABC des Verbrechens oder Brecht und das ABC des Kapitals. Ein vielfältiges Themenangebot also, keine Frage. Meine Kommilitonen dachten uns Brecht und das ABC des Sports hört sich gut an. Vor allem wenn Herbert Grönemeyer und Hans Meyer, Trainer vom 1. FC Nürnberg, mit von der Partie sind. Der Schauspieler Thomas Thieme und der Schriftsteller Michael Lentz komplettierten die Runde.
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- Draußen steht der Schlüsseldienst
Morgenstund’ hat Gold im Mund. Zumindest für den Schlüsseldienst, der heut Morgen vor meiner Wohnung eintraf, um die Wohnungstür aufzumachen. Warum dies kein normaler Einsatz für den Schlüsseldienst war, lag wohl daran, dass wir AUS der Wohnung wollten und nicht wie üblich hinein.
Ich weiß gar nicht, wie spät es war. Es muss aber etwa 7 Uhr gewesen sein, als ich unsanft geweckt wurde. Mein Bruder geht am Wochenende immer schön Arbeiten, um mein Leben als Student zu finanzieren. Heute kam jedoch heute irgendwie nicht aus der Wohnung heraus. Nun sollte ich es, als großer Bruder und Handwerker mit zwei linken Händen richten.
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Jaja, letztens erst über sie gemeckert und dann einfach hingehen! So was von inkonsequent der Typ, denkt ihr euch gleich, aber ich war trotzdem in der Freilichtbühne. Gegeben wurde Jesus Christ Superstar von Andrew Lloyd Webber und Tim Rice. Da meine Freundin Geburstag hatte, wurde sie natürlich eingeladen.
Die Meteorologen hatten zwar Gewitter vorhergesagt, aber Petrus, der ja auch eine tragende Rolle im Stück spielt sorgte für einen trockenen Abend. Somit war mein erster Besuch in einer der schönsten Freilichtbühnen Deutschlands (O-Ton Veranstalter) gerettet.
Gleich zu beginn, kam der Augsburger noch-Theater-Intendant Ulrich Peters auf die Bühne und rief zusammen mit dem gesamten Ensemble zu einer Schweigeminute für den überraschend verstorbenen Christian Kowald auf. Er hätte an diesem Tag den Pilatus gespielt. Für kurze Zeit herrschte also bedrückende Stille in der Freilichtbühne. Aber wie heißt es so schön: „The show must go on!“. Also begann das Stück dann auch, nicht ohne die Vorstellung jedoch dem Verstorbenen zu widmen.
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Ja, wir Deutschen sind schon ein sensibles Völkchen. Immer wollen wir geliebt werden, immer sind wir auf der Suche nach Anerkennung. Die Fußball-Weltmeisterschaft war da natürlich eine wunderbare Gelegenheit, der Welt unsere Schokoladenseite zu zeigen.
Das hat sogar ziemlich gut geklappt. So ausgelassen, fröhlich und (immer wieder gern erwähnt) friedlich wurde selten eine Weltmeisterschaft gefeiert. Überall hört man in den Medien, wie beliebt wir doch plötzlich im Ausland sind, wie toll alle Menschen Deutschland finden und wie sehr sie sich über die WM freuen. Sogar die sonst nicht zimperlichen Engländer berichten wohlwollen über Deutschland. Balsam für unsere geschundene deutsche Seele.
Es ist aber auch wirklich schwer, Negatives über die WM in Deutschland zu sagen. Gut der Fußball hätte besser sein können. Auch die Tickets haben wieder Ärger gemacht, aber das ist auch kein neues Problem. So wirklich schlecht war eigentlich nichts oder? Wer lange sucht und etwas verquer denkt, findet aber immer etwas.
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Manchmal fragt man sich als Blog-Schreiber, wer surft eigentlich so auf meiner Seite umher? Für diesen Fall hat der umtriebige Amateur-Autor einige Hilfsmittel zur Verfügung. Die einfachste Variante ist natürlich die Kommentarfunktion. Die ermöglicht es dem Leser direkt seinen Unmut über das Geschriebene zu äußern und zeigt dem Autor gleichzeitig, wer auf seiner Seite denn was scheiße findet.
Diese Methode nutzen aber die wenigsten Blog-Leser. Lieber lesen die heimlich den Müll, den andere verzapfen und sogar noch für wichtig erachten und lachen sich heimlich ins Fäustchen. Auf den ersten Blick sind solche Leser für mich nicht sichtbar und ich weiß nicht, wer sich alles auf der Seite herumtreibt. Aber als Autor von kongenialen Texten, will man natürlich wissen, wer eigentlich auf seiner Seite surft.
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