August 2006
Monats-Archiv
Ich Leichtgläubiger! Wie konnte ich denn annehmen irgendjemand hätte heutzutage noch etwas zu verschenken! Aber ich hatte es ja geahnt.
Danke! sagt in diesen Tagen eine große Augenoptiker-Kette, nennen wir sie mal Phoibos-Optik. Weil sie sich bei ihren treuen Kunden bedanken wollen, bieten sie wahnsinnig beindruckend klingende 1 Millionen Fassungen für einen Euro an. Geblendet von dieser Werbekampagne beschloss ich vor kurzem, mal in der nächsten Filiale reinzuschauen. Seit meine alte Brille den Flammen zum Opfer fiel, bin ich mit meiner Ersatzbrille nicht wirklich zufrieden.
So richtig viel hatte Phoibos im Vergleich zu meinem herkömmlichen Hausoptiker auf den ersten Blick nicht zu bieten – eher weniger, um ehrlich zu sein. Aber auch wenig Auswahl ist eine Auswahl, also sah ich mich nach ansprechenden Fassungen um. Tatsächlich fand ich eine und wollte nun einfach mal ganz unverbindlich nachfragen, was denn die Brille jetzt insgesamt kosten würde.
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Ein wenig skurril wirkt die Meldung ja doch, ein Kunstwerk, welches der Bevölkerung gewidmet ist, darf nicht auf einer Webseite gezeigt werden.
Speziell geht es um das Kunstwerk von Hans Haacke, das sich im Innenhof des Bundestages befindet. In großen Lettern liegt da das Wort „Der Bevölkerung“ inmitten der Erde aus den Wahlkreisen Deutschlands. Halten wir fest: gewidmet der Bevölkerung, bezahlt aus den Steuergeldern ebendieser.
Nun ist es so, das Künstler natürlich Rechte am eigenen Werk haben. Wird ein Werk nun fotografiert und online gestellt, stellt das eine Nutzung des Werkes dar, die eine Genehmigung des Künstlers bedarf. Da ein Künstler jetzt nicht mit tausenden Anfragen nach Nutzungsgenehmigungen belästigt werden will, überträgt er diese Aufgabe einer Verwertungsgesellschaft. Was der Musikbranche die GEMA, ist der Kunst die VG Bild-Kunst. An diese richtet der Interessent die Anfrage, bezahlt ein Honorar und darf seine eigenen Fotos nutzen.
Ebendiese VG Bild-Kunst meldete sich nun bei Frau Tursky-Harmann. Die SPD-Politikerin hatte auf ihrem Blog drei lizenzpflichtige Bilder von Kunstwerken veröffentlicht. Die Verwertungsgesellschaft wies sie darauf hin und forderte sie auf die Bilder entweder zu entfernen oder Lizenzgebühren zu bezahlen. Sie entschied sich für Letzteres und konnte auch für zwei Bilder eine Lizenz erwerben. Nur für das Foto des Kunstwerks von Hans Haacke wurde die Genehmigung verweigert. Die erstaunliche Antwort der VG:
“Herr Haacke ist mit der Veröffentlichung seines Werkes ‘Der Bevölkerung’ auf Ihrer Website leider nicht einverstanden.”
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Und wieder beschleicht mich dieses traurige Gefühl der Melancholie. Dieses altbekannte Gefühl, wenn sich die letzte Seite eines Buches nähert und die Geschichte zu Ende ist. Ein Buch nach spannenden Stunden und Tagen ausgelesen aus der Hand zu legen fällt oft schwer.
Aber was gibt es letztlich Schöneres! Der Held oder die Heldin hat es geschafft, sie haben die Farm / Welt / Universum oder ihren Hund gerettet und leben glücklich und zufrieden bis an ihr Lebensende. Was gibt es also zu trauern? Schließlich haben sie es geschafft, sie haben bis ans Ende des Buches überlebt, was nicht jeder Romanfigur vergönnt ist.
Der Gedanke, dass ich den kleinen Hobbit oder den runtergekommenen Raumfahrer nicht mehr wiedersehen werde, seine in meinem Kopf entstandene Welt verlassen muss, das macht traurig. Lesen ist ein viel persönlicherer Prozess als Filme sehen. Den Protagonisten einer Geschichte stellt sich jeder Leser anders vor, auch wenn sie alle dasselbe lesen. Diese kreative Freiheit bindet einen an das Buch und lässt einen immer weiterlesen.
In den vergangen zwei Wochen habe ich zwei Bücher zu Ende gelesen. Woran einerseits der Urlaub und andererseits das unsägliche Fernsehprogramm schuld ist. Zweimal musste ich also das Abschiedsritual durchführen, das bei mir heißt: Ist ein Buch zu Ende gelesen, fange kein neues innerhalb eines Tages an. Große Geschichten muss man sacken lassen.
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…so hieß eine Kategorie, die ich in meinen alten Blog zu pflegen versuchte. Am 23.10.2004 erschien der Artikel als zweiter Eintrag in meinen Blog, also nicht wundern beim lesen. Wer mich auf das Thema brachte, ist mir nicht bekannt. Meine Erinnerung an diese Zeit ist eh nur sehr vage. Geht aber nicht nur mir so mit der Erinnerung soweit ich weiß. Nun aber genug palavert, wenden wir uns dem Thema zu.
Wörter die nicht mal Wikipedia kennt…
Wurde mir doch just in diesem Moment ein Problem vorgetragen. Jemand hatte sich zu weit hineingewagt, in den nebulösen Sumpf der deutschen Sprache. Nun sitzt er dort fest und weiß nicht mehr weiter, aber keine Angst, es gibt Hilfe.
Soweit der Einstieg in diese neue Themen-Kategorie meines Blogs. Was genauer besehen sogar die erste Kategorie darstellt. Also eine kurze Pause für eine Zelebration!
Gut wenden wir uns dem Problem zu, einem Wort aus der Kategorie: was will man uns damit sagen.
Was bedeutet Überfallhose?
Mh? Was ist das? Einerseits können wir jetzt mutmaßen, dass es wohl eine Hose ist, die häufiger bei Überfällen getragen wird. Also eine Hose die der Räuber von Welt in einen der zahlreichen Robbery-Shops erwerben kann und die ihn als ausgewiesenen Profi seines Fachs ausweist. Auf der anderen Seite gibt es da noch die etwas unwahrscheinlichere Möglichkeit, dass es sich hierbei um eine besondere Gattung der Hosen handelt, die in ihrer wilden Jugend wohl häufiger auf Raubzüge gehen und (H)armlose Shirts und Pullover überfallen.
Da mich keine dieser beiden Theorien, so durchdacht und schlüssig sie auch waren, überzeugten, musste ich mich doch wieder an eine der großen Institutionen der deutschen Sprache wenden: Wahrigs Deutschem Wörterbuch
‘Über|fall|ho|se, ‘Ü|ber|fall|ho|se bis zu den Knöcheln od. über die Knie reichende Hose, deren Beine so lang u. weit sind, dass sie noch etwas über den fest anliegenden Bund fallen.
Naja, so langweilig kann die Wirklichkeit sein.
Warum krame ich nun so einen alten Artikel wieder aus dem Datenklo? Weil er nicht mehr stimmt, seit Oktober 2005 wird die Überfallhose nämlich bei Wikipedia gelistet. Heute fiel’s mir aber erst auf und wer bin ich, dass ich unwahre Behauptungen über Wikipedia verbreiten darf?! Als wäre das nicht genug, reiche ich noch ein kleines Bild von einer Überfallhose nach, einfach mal hier klicken.
Frisch aus dem Urlaub kehre ich heim in die südlichen Gefilde Deutschlands. Raus aus dem grauen Berlin, rein ins sonnige Augsburg. Auf der ereignislosen Bahnfahrt blätterte ich gelangweilt in meiner am Bahnhof erstandenen Welt Kompakt. Mit Freude wurde dort verkündet, dass sich der Fischotterbestand in Deutschland wieder regeneriert hat.
Zwar war der Fischotter seit 1968 ganzjährig geschützt, aber die Umweltverschmutzung machte ihn dennoch zu schaffen. So verringerte sich der Bestand im Laufe der Zeit auf ein paar hundert Tiere.Mitte der 1980er Jahre verschaffte ihn dieser Umstand den traurigen Spitzenplatz in der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Tierarten. Doch seit etwa 10 Jahren nimmt der Bestand wieder kontinuierlich zu. Noch immer stellet Umweltverschmutzung und –zerstörung ein Problem für die kleinen Racker dar, aber die größte Gefahr für die Fischotter ist inzwischen der Straßenverkehr.
Das erstaunt Menschen wie mich, bei denen der Biologieunterricht schon etwas länger zurückliegt: Fischotter, sind doch die kleinen lustigen Pelztiere, die ständig im Wasser rumdallern, oder? Wieso springen die an Land? Suchen sie den Freitot auf deutschen Bundesstraßen?
Noch erstaunlicher ist die Antwort auf diese Fragen: Fischotter schwimmen grundsätzlich nicht unter Brücken hindurch. Was jede Durschnittsente ohne Probleme vor- und rückwärts bewältigt, stellt den Otter vor ein großes Problem. Warum das so ist, konnten Forscher bisher noch nicht beantworten. Ob es an der Dunkelheit oder an den veränderten Strömungsbedienungen unter Brücken oder vielleicht an ganz anderen, vielleicht religiösen Gründen liegt, ist nicht geklärt. Jedenfalls springen Otter sobald sie in die Nähe einer Brücke kommen aus dem Wasser und marschieren los. Ist nun unter der Brücke keine Uferböschung mehr vorhanden, hoppeln sie nach oben zur Straße und sind dort natürlich leichte Beute für die rasende Blechkolonne.
Für mich eine ganz kuriose Neuigkeit. Für andere vielleicht ein alter Hut. Aber ich bin wieder da aus dem Urlaub und bringe euch jetzt wieder ganz viele solcher unnützen Informationen!
Ich mach erstmal ne Runde Urlaub. Hab ich mir verdient, sag ich mal. Also bin ich wieder im Osten unserer wunderschönen Republik und entspanne mich von den letzten Wochen, die für einen armen Studenten wie mich schon ziemlich anstrengend waren.
Wir sehen uns bald in alter Frische, bzw. frischer als vorher.
Das erste, was ein zugezogener in Augsburg lernt ist, das „Augsburg“ auf keinen Fall hochdeutsch ausgesprochen werden sollte. Der erste Schritt zur Integration ist hier, den Stadtnamen „Augschburrrg“ auszusprechen.
Dass die Augsburger auch sonst recht kreativ mit der Sprache umgehen, kann ich euch mit zwei Fotos näher bringen. Das erste Bild zeigt eine etwas seltsame Stellenauschreibung in meinen Lieblings-EDEKA. Ich wusste bis dahin nicht, dass Rentner auch ein Job sein kann.
Das zweite Bild zeigt ein Werbeplakat für einen Dance Workshop. Für Augsburger hört sich die zweite Frage auf dem Plakat ganz normal an, für den “Rescht” der Welt wohl kaum. Aber wie gesagt: “Augschburger sind scho etwas anderscht.”
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- Als Rentner würde ich auch gern arbeiten…
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- Ersten kommt es anders(t)…
Was hatten wir doch für Zeiten, wir beide! Wenn ich daran zurückdenke, könnte ich fast wehmütig werden. Immer warst du da, wenn ich spät nachts noch an meiner Seminararbeit gebrütet habe oder angestrengt lernen musste. Wenn es stressig wurde, konnte ich mich immer bei dir anlehnen und etwas entspannen. Jeden Tag waren wir zusammen, selbst beim Essen warst du immer da. Du warst von mir besessen, das war jedem klar – man sah es dir an.
Aber für solche Belastungen warst du nicht gemacht, auch das sah man dir an. Die Tage und Nächte haben dich ziemlich mitgenommen. Irgendwann warst du dann auch platt. Du warst einfach fertig und wurdest hart zu mir. Plötzlich war es unbequem mit dir und dann brauchten wir Abstand – ein wenig nur. Zum Anlehnen warst du trotzdem immer noch da.
Aber uns war klar, dass es nicht ewig so weiter gehen konnte. Ich muss auch an meine Gesundheit denken und da warst du nicht gut zu mir, das weißt du. Ich will dich nicht sitzen lassen, das wolltest du immer – mich sitzen lassen. Nun hab ich aber jemanden kennen gelernt, jemanden, der genau für mich gemacht ist. Der mir auch eine Stütze sein kann, jemand zum Anlehnen und dabei nicht so schädlich für mich. Jemand der einfach nicht so hart und steif ist, wie du.
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Ein rauschen, ein kurzes Jubeln der Menge und schon warn die Rad-Profis der Deutschland-Tour vorbei. Doch bis es so weit war, hieß es erst einmal warten.
Schon kurz nach 11 stachen an den Kreuzungen der Friedberger Straße die ersten Polizisten mit ihren leuchtenden Westen ins Auge. Ein kurzer Blick auf dem Liveticker der Tour sagte mir aber, dass sie noch weit vor Augsburg rumstrampelten.
Gegen 12 Uhr wurde dann auch die ersten Zuschauer am Straßenrand sichtbar. Die konnten dann auch live mitverfolgen, wie die Sponsoren-Parade vorbei fuhr. Bis dahin wusste ich nicht, dass es so was gibt – aber wann schau ich mir mal ein Radrennen an.
10 vor eins wahr es dann soweit, der bis dahin führende Charles Wegelius schoss an uns vorbei, dicht gefolgt von Zabel und dem Rest der Meute. Innerhalb einer Minute waren das Feld und die Nachhut dann auch schon an uns vorbei geschossen und verschwanden aus unserem Blickfeld. Keine große Sache also, die trotzdem einem gewaltigen organisatorischen Aufwand bedurfte.
Viel gibt’s also nicht zu berichten, außer dass die verdammt schnell fahren! Aber ein paar Fotos kann ich euch trotzdem präsentieren. Dazu einfach auf weiter lesen klicken.
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Manchmal ist es schon wirklich ärgerlich, wenn tolle Ereignisse verpasst werden. Da sitzt man hoch oben in seinem Elfenbeinturm, in meinem Fall Wohnturm über dem Schwaben Center, und bekommt nicht mit, was um einen herum passiert. So hab ich vor kurzem tatsächlich die einzigen Deutschlandauftritte von “The Thermals” und von “David & the Citizens” verpasst. Noch dazu waren sie Umsonst und Draußen. Ein Ärgernis Sondergleichen sag ich euch.
Nun fahre ich gestern Nacht von einer Bowling-Session nach Hause und sehe an jeder Kreuzung der Friedberger Straße Absperrungen am Straßenrand stehen. In Anbetracht oben erwähnter Tatsache, dass ich gerne Dinge verpasse, musste ich zu Hause angekommen natürlich sofort recherchieren, was es mit den Absperrungen auf sich hatte.
Nach mehr oder weniger intensiver Suche wurde ich fündig: Die Deutschland-Tour rollt durch Augsburg! Das wichtigste nationale Radsport- Etappenrennen. Ganze 14km rasen die 174 Fahrer durch das Stadtgebiet und wollen natürlich bejubelt werden.
Der Streckenverlauf (direkt von hier übernommen):
Im Landkreis Augsburg: Zusamzell (ca. 11.57 Uhr) Markt Welden, Bonstetten, Holzhausen, Batzenhofen, Täfertingen und Neusäss (ca. 12.31 Uhr).
Im Stadtgebiet Augsburg (ca. 12.34 Uhr): Kobelweg, Reinhöl-, Bürgermeister-Ackermann-, Rosenau-, Schletterer-, Sieglinden-, Frölich-, Volkart-, Fuggerstraße, Königsplatz, Konrad-Adenauer-Allee, Theodor-Heuss-Platz, Eserwall-, Rote-Torwall-, Friedberger- und Meringer Straße. Über Kissing (ca. 12.55 Uhr) im Landkreis Aichach-Friedberg geht es weiter an den Ammersee.
Das erklärt natürlich die bereitgestellten Absperrungen. Zwischen 12 und 13 Uhr werden die betroffenen Straßen einfach dicht gemacht. Die motorisierten Zeitgenossen müssen sich also auf Unannehmlichkeiten gefasst machen. Das war aber wahrscheinlich schon jedem Augsburger bekannt außer mir.
Ich werde zu dieser Zeit trotzdem auf meinem Balkon stehen und auf die Friedberger Straße hinabblicken und das kurze Spektakel verfolgen. Wenigstens eine Sache, die ich nicht verpassen werde, obwohl ich hoch oben im Elfenbeinturm sitze…
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