Oktober 2006


So eine Lasagne ist ja schon ein leckeres Stück Pasta. Aber sie ist nicht nur Lecker sie ist auch recht einfach zu machen. Einfach immer schön Nudelplatten, Bolognese und Béchamelsoße stapeln, oben drauf kommt als krönender Abschluss eine schöne Parmesandecke. Genau dieses Bild müssen einige Journalisten in den letzen Tagen immer wieder vor Augen gehabt haben, anders kann ich mir die derzeitige „Unterschichten“-Debatte nicht erklären.

Woher kommt sonst die uralte Geschichte mit dem Schichtenmodell der Gesellschaft? Gut die Studie „Gesellschaft im Reformprozess“ spricht in diesem Zusammenhang von „abgehängten Prekariat” und meint damit 6,5 Millionen Deutsche, die in Armut leben, ungebildet und frustriert sind. „Abgehängtes Prekariat“ hört sich nun aber nicht nur doof an, sondern sieht als Bild-Schlagzeile auch unglaublich doof aus. Also zieht der clevere Journalist das Schichtenmodell heran, schließlich kenn die jeder vom Lasagne essen. Und da das Beste an einer Lasagne der Käse obendrauf ist, ist jedem auch sofort klar, das „Unterschicht“ definitiv nichts Gutes sein kann. Wer will schon unten die zermatschte Nudelplatte sein? Käse muss man sein!
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Der morgendliche Blick aus dem Fenster ist in letzter Zeit wirklich ziemlich trist und animiert eher wieder in die warme Bettenburg zu hüpfen. Bis um 11 Uhr wurde dieser doofe Nebel immer dichter – vom 8. Stock aus betrachtet natürlich. Auf der Straße sah die Sache schon wieder nicht so trübe aus, vor allem ist es noch ganz schön warm.

Was bleibt, ist die Tatsache, dass es so langsam wirklich Herbst wird und ich mir endlich eine ordentliche Jacke besorgen muss. Meine Regenjacke ist zu dünn und mein Winteranorak ist zu dick – Herbstschicksale in Deutschland.

Der Gedanke kommt mir immer, wenn ich im schönen Kinodreieck hier in Augsburg einen Film genossen hab und danach ins Kaffeehaus im Thalia einkehre. Da lässt es sich so schön über Filme diskutieren und genüsslich etwas trinken.

Wie gestern eben, als meine Freundin und ich Science of Sleep überstanden (muss man leider so sagen) und danach noch einiges an Diskussionsbedarf hatten. Zu unserer Freude gab es im Kaffeehaus noch Live-Pianomusik. Was soll ich sagen, ein sehr entspannender Abend, den ich zur Nachahmung nur empfehlen kann!

Verständlich, dass ich auch so ein tolles Kino haben möchte. Die 37 Lotto-Millionen hab ich nur leider nicht bekommen und so werd ich wohl in nächster Zeit nur INS Kino gehen, anstatt eins zu besitzen.

Wer also noch nicht wusste, z.B. Erstsemester und Frisch-Zugezogene: Wer in Augsburg gute Filme liebt, der geht ins wirklich einmalige Kinodreieck mit den drei Programmkinos Thalia, Savoy und Mephisto. Tolle Alternativen zu den Multiplex-Einheitsbrei, der sonst so angeboten wird. Das Kaffeehaus bietet zusätzlich noch ein wunderbares Ambiente für Lesungen und Mini-Konzerte.

Ach ich möchte auch so was…

Jahrelang hab ich mich abgeschuftet, geschrieben und fotografiert, um mit meinen Blog die Massen zu bewegen, Horizonte zu erweitern oder einfach nur zu unterhalten. Es ist ein hartes Los. Jeder Schreiber weiß, wie viel Blut und Schweiß in seinen Blog geflossen ist.

Nun aber wurde meine harte Arbeit endlich gebührend gewürdigt und für lokale Verhältnisse fühle ich mich sogar geadelt – schließlich steht mein geliebter Provinzblog doch namentlich in der Augsburger Allgemeinen, dem regionalen Meinungsführer in Sachen Zeitung.

Etwas versteckt in der Rubrik Moment mal, einem „pointierten Wochenrückblick“ immer auf der drittletzten Seite der Wochenendausgabe der AZ zu finden, diesmal also auf der Seite 42. Darin stellt Sascha Borowski fest, dass die Blogsuchmaschine technorati.com mit dem Tag Augsburg zwar logische Verbindungen zu Universität, Fußball und Stadtwerke eingeht, aber ebenso Provinz und Zeitverschwendung erscheinen. Dem geneigten Leser ist natürlich klar, wessen Schuld das ist und auch Sascha Borowski hat’s herausgefunden: Provinzblog.de hat’s verbrochen!
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Eine wunderbare Werbekampagne, nicht wirklich aktuell, aber gestern bei surfgarden gefunden: Meet the World vom portugiesischem Magazin Grande Reportagem. Die mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnete Werbung von Icaro Doria und seinem Team zeigt ganz normale Flaggen mit außergewöhnlicher Botschaft:

Flaggen neu gedeutet

Die Kampagne fand schon 2005 statt und schwappt seit dem in mehreren Wellen durch die Blog-Sphäre. Ich kannte sie noch nicht, finde sie aber wirklich brillant und erwähnenswert. Weitere 7 Flaggen und eine kurze Erklärung der Kampagne gibt’s auf dieser Webseite.

Da steh ich heute so spät wie möglich auf und bekomm mir nichts dir nichts ein Stöckchen vor dem Kopf. Geworfen hat ihn Simon von Buchstaben in Bewegung. Es geht diesmal nicht um solch profanes Zeug wie Lieblingssongs oder Filme, die man seinen schlimmsten Feinden nicht empfehlen würde, es geht um etwas viel Profaneres. Simon initiiert nämlich ein Zahnbürstenstöckchen, um die skandalösen Oralwerkzeuge der Blognachbarn endlich zu enttarnen.

Da ich immer für investigativen Journalismus zu haben bin, mache ich da natürlich mit. Hier also meine Zahnbürste, der Vollständigkeit halber mit der dazugehörigen Zahnpasta und der Ente die ich beim Putzen immer angucke:

Ich werf das Stöckchen mal weiter in die Heimat an Norman damit der mal wieder was schreibt und an Basti, der ja bekanntlich für jeden Mist zu haben ist :)

Nachdem ich am Wochenende auf dem größten Volksfest der Welt der bayerischen Lebensart frönen konnte, gab’s zum Tag der Deutschen Einheit nochmals eine süddeutsche Traditionsveranstaltung: die Dult.

In Augsburg wird dieser Jahrmarkt definitiv seit 1276 abgehalten. Stadthistoriker gehen aber davon aus, dass es die beiden Augsburger Dulten schon seit knapp 1000 Jahren begangen werden. Allerdings waren sie zuerst noch reine Kirchenfeste, denn nichts anderes bedeutet das Wörtchen „Dult“. Die Osterdult im Frühjahr und die Michaeli-Dult im Herbst ist also eine alte Augsburger Tradition, der Touristen und Einheimische gerne nachgehen. Seit 1885 findet die Dult zwischen Jackober Tor und Vogeltor statt, wo ich mich gestern bei bestem Wetter hinbegab.
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Okay, ich geb’s zu, der Titel ist ein ganz billiger Bauernfänger. Aber was tut man nicht alles für die Quote. Aber trotzdem entspricht er der Wahrheit. Ich hab’s selbst gesehen, gestern auf dem Oktoberfest.

Oktoberfest

Eigentlich gab’s ja nichts zu meckern: Das Wetter war zwar bewölkt aber warm, der Zug nach München war angenehm leer und pünktlich. Doch irgendwie kam bei mir gestern keine echte Wiesenstimmung auf, anscheinend bin ich einfach kein Oktoberfest-Typ. Die Theresienwiese und die Menschenmassen darauf waren einfach zu voll.
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