November 2006
Monats-Archiv
Erstaunlich, dass sich die ehemaligen Staatsbetriebe so sehr durch pure Kundenunfreundlichkeit auszeichnen dürfen, ohne dass sich daran in absehbarer Zeit etwas ändern wird. Die Bahn erhöht munter die Preise, die Telekom kennt das Wort Service gar nicht und die Post macht, was sie will.
Vor gut einer Stunde klingelt es an der Tür und durch die Sprechanlage meldet sich der Paketzusteller: “Paket für sie! Sehr hohe Nachnahme! Ich bin gleich bei Ihnen!” Aha, der bestellte Rechner ist also da. Da wird sich der Arbeitskollege meines Bruders ja freuen. Ich lege also das Geld griffbereit neben die Tür und warte auf den Boten…
Nach einer halben Stunde ist immer noch kein Paketbote da. Ein Blick in den Briefkasten bringt die ernüchternde Bestätigung meiner Befürchtungen. Der *’§”$”!*&/ hat einfach eine Abholkarte für den Postschalter eingeworfen! Jetzt kann ich allerfrühestens Morgen zu dieser blöden Poststelle laufen und mir das Paket abholen! Was soll das?!
Das soll ein weltweit führendes Logistikunternehmen sein?! Liebe Post ihr beliebt wohl zu scherzen?! Ich hoffe euch ist klar, dass mein nächstes Paket mit DPD oder UPS verschickt wird, ich will ja, dass es auch pünktlich ankommt.
Ich bin übrigens nicht der einzige der mit DHL unzufrieden ist. Wie ein Dienstleistungsunternehmen so einen schlechten Service anbieten kann, ist mir schleierhaft.
Eine lautstarke Beschwerde wird die Post von mir auch noch zu hören bekommen! So und jetzt komm ich zur spät zur Uni, weil ich hier ja brav auf mein Paket gewartet habe!! Danke Post!
Children of Men (USA 2006)
Regie: Alfonso Cuarón
Buch: P.D. James
Darsteller: Clive Owen, Julian Moore, Claire-Hope Ashitey, Michael Caine
Länge: 109 Minuten< ?php votio_ballot_box(); ?>
Dass Alfonso Cuarón derzeit wohl einer der vielversprechendsten Regisseure auf internationalem Parkett ist, hat er spätestens mit dem sagenhaften dritten Teil der Harry-Potter-Reihe bewiesen. Seine düstere Adaption des Kinderbuches gilt zurecht als bester Teil der bisher verfilmten Bücher. Dass er diese dunkle Stimmung noch weiter treiben kann, zeigt er in seinem neusten Werk Children of Men und rettet so ganz nebenbei mein Kinojahr 2006.
Die Menschheit ist 2027 am Ende. Seit 18 Jahren ist kein Kind mehr geboren worden und die Welt ist ins Chaos gestürzt – wozu weiterleben, wenn doch in ein paar Jahrzehnten sowieso kein einziger Mensch mehr übrig ist? Einzig und allein Großbritannien hält als letztes Bollwerk die Fahne der Zivilisation hoch: mit brutalen polizeistaatlichen Methoden. Illegale Flüchtlinge, die versuchen in dieses Paradies einzudringen, werden gnadenlos verfolgt und in Gettos verfrachtet.
Diese düstere Zukunftsvision der britischen Autorin P.D. James erleben wir an der Seite von Theo (Clive Owen). Ein einstiger Freiheits-Aktivist, der nach dem Tod seines Sohnes ein völlig desillusionierter Regierungsbeamter geworden ist und inzwischen nur noch durch das Leben schlurft. Seine einzige Freude im Leben ist sein Freund Jasper (brillant: Michael Caine), einen Gras pflanzenden, ständig furzenden Alt-Hippie.
Theos tristes Leben ändert sich schlagartig, als er von einer Rebellengruppe, angeführt von Theos Ex-Frau Julian (Julianne Moore), verschleppt wird. Er soll dabei helfen die junge Frau Kee zur Küste zu bringen. Dass dies alles andere als ein einfacher Auftrag zu sein scheint, wird Theo sehr schnell klar, denn Kee ist schwanger…
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Ich muss gestehen, ich führe derzeit ein Doppelleben. Tagsüber bin ich der hart arbeitende gewissenhafte Student. Doch nachts bin ich etwas anderes, etwas Übermenschliches. Dann kann ich fliegen, mich von einem Ort zum nächsten teleportieren und in Sekundenschnelle mein Aussehen verändern. Ja ich bin ein Superheld, aber nur in meinem zweiten Leben – in Second Life.
Second Life, das ist eine virtuelle Welt und in Grundzügen eigentlich das, was es schon unzählige Male vorher gegeben hat: ein 3D-Chat-Programm. Doch Linden Lab, die Entwicklerfirma hinter Second Life, macht einiges anders als ihre Vorgänger. Sie stellt nur die Plattform bereit, die Inhalte der Welt füllen die User. Web 2.0 trifft 3D-Grafik beschreibt wohl am Besten, wie Second Life funktioniert. Hunderttausende von Nutzern verzeichnet das Spiel bereits und täglich werden es mehr. Sie alle verändern die Welt mit ihren Häusern, Fahrzeugen, Spielen und Landschaften und viele verbringen tagtäglich mehrere Stunden in ihrer Welt.
Nachdem ich nun schon einiges über Second Life gehört und auch Martin es ganz beiläufig erwähnt hatte, entschloss ich mich das Experiment zu wagen und dieses Spiel zu testen. Wie soll ich mir denn eine Meinung bilden, wenn ich es nicht ausprobiere?
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Manchmal ist das Leben wie ein schlechtes Drehbuch, das einer ziemlich durchschaubaren Dramaturgie zu folgen scheint. Eigentlich eine extrem starke Parallele zu Horrorfilmen – und genau darum geht’s.
Exposition und Komplikation
Gestern stolpere ich, rein zufällig natürlich, über eine Liste der 50 besten Independent-Filme. In dieser Liste fiel mir vor allem die große Anzahl der Horrorfilme auf, die ja traditionsgemäß mit ziemlich niedrigem Budget umgesetzt werden. Drei meiner Alltime-Favoriten aus dem Horrorgenre sind sogar vertreten. The Evil Dead (Platz 23), Bad Taste (Platz 11) und Romero’s kongenialer Night of the Living Dead (Platz 6).
Vor allem Night of the Living Dead hat mich schwer beeindruckt. Der Urvater der Zombiefilme erschien schon 1968 und hat durch sein Schwarz-Weiß-Bild eine einzigartige Atmosphäre. Eine für einen Horrorfilm erstaunlich subtile Gesellschaftskritik gibt’s gratis dazu.
Die Erwähnung des Films erinnerte mich daran, dass vor einigen Monaten eine schicke DVD-Fassung im Steel-Book auf den Markt gekommen ist. Auf die drei DVDs verteilt sich die Originalfassung, eine nachträglich colorierte Fassung und Massenhaft Bonus-Material. Ein Prima Weihnachtsgeschenk für alle Cineasten (zwinker, zwinker)
Peripetie und Retardation
Der heutige Tag brachte dann den Fortgang der Horrorfilm-Thematik. Ein Freund schickte mir einen wunderbar schrägen Film ganz in der Tradition des amerikanischen Aufklärungsfilms der 50er Jahre. In What to do in a Zombie Attack wird dem gottesfürchtigen US-Bürger mit herrlichen Seitenhieben auf die damalige Zeit erklärt, wie er sich denn am Besten bei einem Zombieangriff zu verhalten hat. In drei Episoden werden natürlich auch alle Zombieklischees abgegrast. Das erinnert in der Schwarz-Weiß-Optik stark an Night of the Living Dead, aber auch an die unzähligen neueren Zombie-Filme.
Katastrophe
Völlig unabhängig vom früher geschehen schickt mir ein anderer Freund einen weiteren Link, der sich wiederum rein zufällig in die bisherige Thematik einfügt. Dieser neue Link führt zu The Best Horror Movie Deaths zusammengestellt von Maximonline. Diese Zusammenstellung ist nicht nur den Namen nach wesentlich drastischer als die bisherigen Links. Menschen mit schwachem Magen und sensiblem Gemüt sollten sich diese 10 Videos definitiv nicht ansehen. Hobbyheimwerker sollten aber einen Blick riskieren, wenn sie weitere Nutzungsmöglichkeiten für Bohrmaschine oder Rasenmäher erfahren wollen. Wieder mit dabei ist übrigens The Evil Dead, den ich an dieser Stelle als perfekten Einsteiger-Splatterfilm empfehlen möchte.
Stoff für Teil 2?
Betrachten wir die erstaunliche Häufung von Horror-Content bei meinen Internetstreifzügen an den letzten beiden Tagen, könnte man durchaus von Zufall sprechen. Aber wie heißt es so schön: Zufall ist die Standarderklärung von Idioten und Leugnern. Sprechen wir also lieber von einer indirekten Aufforderung von einer unbekannten Macht, endlich mal wieder einen Horror/Splatter-Film-Abend zu veranstalten. Das würde auch besser in das Drehbuch passen, das mein Leben derzeit schreibt. Eine unbekannte Macht ist doch immer ein guter Grund für ein Sequel.
Wenn die Tage kürze werden und die Temperaturen in den Keller sacken, wird es bekanntlich immer unangenehmer, den gepflegten Fußballkick zu frönen. Da der aber zum sonntäglichen Ritual geworden ist und zusätzlich ein gewisser, bei Männern häufig anzutreffender, zwanghafter Spielzwang besteht haben wir uns eine kleine feine Sporthalle gesucht.
Wir verbringen die Nachmittage am Sonntag also von nun an in der Halle 4 der Reischlesche Wirtschaftsschule. Doofer Name, aber gut bespielbar. Und nicht nur das, es bringt auch all die verdrängten Erinnerungen an den Schulsport zurück.

- So souverän am Reck war ich nie (Foto by Mogli on Flickr)
All die quälenden Stunden, die ich mit Zirkeltraining, Hochsprung oder am Reck verbringen musste. Damals wollten wir doch lieber jede Stunde Hallenhockey spielen oder Fußball oder Volleyball. Aber nein, es musste Konditionstraining sein. Seilspringen! Bankhüpfen! Bockspringen! Stangenklettern! Purzelbäume! Wie ein nasser Sack am Reck hängen! Auf den schrecklichen Barren Kopfstand machen! Hab ich noch was vergessen? Bestimmt.
Es ist nicht so, dass ich nichts davon gekonnt habe. Eigentlich war ich immer gut in Sport, aber Hallensport war nicht mein Ding. Ich war mehr der Leichtathlet. Sprinten, Laufen, Springen!
Schlimm, was alles so hochkommt, wenn man sich in eine Schulsporthalle begibt. Und was ist meine erste Amtshandlung dort? Genau! Ich lauf gekonnt gegen eine Wand und brems’ mit einem Finger. Der ist jetzt etwas überdehnt, ist aber nur der rechte Ringfinger. Erstaunlicherweise ist ein umgeknickter Finger auch meine einzige Schulsportverletzung, an die ich mich erinnern kann.
Verdrängte Erinnerungen, mal sehen, was mir nächsten Sonntag wieder ins Gedächtnis kommt…
Ja gibt’s denn dass, da ist der kleine Racker schon ein Jahr alt geworden! Und wie groß er geworden ist! Hätt’ ich ja damals nie gedacht. Nein wie die Zeit vergeht! Ein Jahr ist er alt, der Provinzblog! Zeit für eine kleine Geburtstagsparty. Setzt euch doch, nehmt euch ein Stück Kuchen! Darf es etwas Kaffee sein oder lieber Tee? Lehnt euch zurück und lasst uns in alten Zeiten schwelgen.
Damals war’s, in einer stürmisch-kalten Herbstnacht, als unter immensen Anstrengungen der Provinzblog geboren wurde. Bis in die frühen Morgenstunden saß ich und konnte einfach nicht aufhören, diesen Blog fertig zu designen. “Neu! Mit Baum!” hieß es dann am Abend des 2. November 2005.
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