Januar 2007


Stressige Tage liegen hinter und vor mir. Ich komme kaum zum lesen meiner Stamm-Blogs, geschweigedenn dazu selber Beiträge zu schreiben. Trotzalledem hab ich mich entschlossen, meinen Blog mal so nebenbei auf Wordpress 2.1 zu aktuallisieren.

Bisher scheint alles zu funktionieren, es scheint auch kein Plugin zu streiken. Falls dennoch irgendetwas aus dem Rahmen fallen sollte,ist hier in den Comments der passende Ort.

Chris fragt sich zu Recht, ob bei der derzeitigen recht flockigen Berichterstattung zum Thema Schnee nicht wieder ein wenig übertrieben wird. Denn es ist ja nicht so, als hätte keiner gewusst, dass es schneien würde. Zumal Unfälle, das Absagen von Verkehrsflügen oder reißende Stromleitungen alle Jahre wieder stattfinden, wenn das weiße Teufelszeug vom Himmel rieselt. Um den Verkehr empfindlich zu stören reichen da normalerweise schon 2 bis 3 cm, jetzt sind es gute 10-15 cm.

Das hat weitreichende Folgen – die allerdings absehbar waren. Die Wetterberichte sind übereinstimmend von dieser Schneemenge ausgegangen. Ich machte mich auch eine halbe Stunde früher als sonst auf die Socken, um rechtzeitig zu meiner Vorlesung zu kommen. Schon an der Bushaltestelle wurde klar, dass dies eine gute Entscheidung gewesen war, Wartezeit: Über 10 Minuten auf jeden Bus! Da ich keine Lust hatte im Kalten zu warten, marschierte ich einfach zur nächsten Bushaltestelle und immer weiter, als ich bemerkte, dass die Wartezeit auf den Bus immer größer wurde.

Als ich dann gut erwärmt am Roten Tor ankam, war das Erstaunen noch größer: 15 Minuten warten auf die Linie 3! Nicht schlecht für eine Straßenbahn, die eigentlich im 5-Minuten-Takt fährt. Wenigstens die Linie 2 ratterte pünktlich wie immer vom Bahnsteig, also einfach die benutzt. Auf dem Weg zur Uni hab ich dann noch einer älteren Dame geholfen, die auf dem glatten Gehweg ausgerutscht war, und kam trotzdem noch pünktlich zur Vorlesung.

Also insgesamt tatsächlich etwas mehr Chaos als sonst, aber eigentlich recht normal für einen Wintertag.

Bügeleisen: “Tja da bist du wohl auf meine Fuggerei gekommen! Da sind zwei Hotels drauf, also bezahl’ du mal 6.000 Euro”
Zylinder: “Boa, für die Bruchbuden soll ich so viel bezahlen, ich dachte das kostet da immer noch einen Rheinischen Gulden pro Jahr!”

Tja, zwar hat der Zylinder damit recht und in der Fuggerei beträgt die Miete wirklich nur umgerechnete 88 Cent pro Jahr, aber so sieht es in der Realität aus, wir allerdings spielen hier Monopoly!

Jedenfalls könnte es bald so aussehen, wenn Hasbro im September eine Deutschland-Edition des Brettspiels herausbringt. Da es in Deutschland aber so viele tolle Städte gibt, können sich die Jungs und Mädels von Hasbro aber nicht so recht entscheiden, also Fragen sie das Volk, welche Stadt mit welchem Wahrzeichen denn auf das Brett soll. Augsburg steht mit Augustus-Brunnen, Rathaus, Fuggerei und Dom zur Wahl und tritt gegen 38 weitere deutsche Städte an.

Laut aktuellem Monopoly-Wahlstudio liegt Augsburg derzeit mit knapp 13% im Gesamtklassement der beliebtesten Städte auf Rang eins, in der Region Süd gar mit 42,5% weit vor allen anderen. München ist mit 7,9% weit abgeschlagen, was verständlich ist – wer mag schon München.

Gestern wurde es dann auch ganz offiziell, denn die Stadt Augsburg rief ihre Bürger und Augsburg-Fans an die virtuellen Wahlurnen. Eigentlich wurde es erst heute offiziell, denn heute gab’s darüber einen Beitrag auf Sistaweb, den ich einfach aufgegriffen habe, um den potenziellen Wählerkreis nochmals zu vergrößern. Also worauf wartet ihr noch? Auf zur Abstimmung!

Auto: “Als Erstes kaufe ich mir die ganzen Bahnhöfe und das Elektrizitäts- und Wasserwerk, die gehören ja in Augsburg eh zusammen!”

KippenBasiert auf Foto von Elliot unter CC

Es war einmal vor nicht allzu langer Zeit, als ein vom Körperkult abgefallener Sünder erkannte, dass Rauchen eine ziemlich widerliche Sache ist, eigentlich nur Geld kostet und wenig Nutzen hat. Also entschloss er sich dieser unnötigen, umweltzerstörenden, unsozialen und unerotischen Entweihung seines Körpers abzuschwören, um wieder alle Eissorten am Geschmack erkennen zu können. Idee und Ausführung hatte er geklaut und es machte ihn nichts aus, es zählt nur der Erfolg. Er musste obsiegen, gegen Rauch, Qualm und gelbe Finger. Dies ist seine Geschichte, die Geschichte des bußfertigen Sünders.
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Wer hätte gedacht das Augsburger tatsächlich spontan sein können? Ich hab sie bisher immer nur von der sehr durchgeplanten und eher unspontanen Art erleben dürfen. Heute allerdings gab’s eine kleine Ausnahme. Es war sowieso die Nacht der Ausnahmen.

Ausnahmsweise schickte ich mich heute Abend ganz spontan an, um den Poetry Slam zu besuchen – obwohl ich geschworen hatte nie wieder einen Augsburger Slam zu besuchen. Einer meiner Freunde wollte jedoch ebenso spontan beim Slam auftreten und für so’n Mist bin ich natürlich immer zu haben.

Vorm Slam beim Vor-Slam

Kurz nach halb 9 vor der Kresslesmühle, dem Veranstaltungsort des Augsburgerer Slams, eingetroffen, erhalten wir die Hiobsbotschaft: Die Hütte ist voll! Bis oben hin! Kein Platz mehr und das auch gerade dann, wenn ICH hin möchte! Nicht nur das, es hatten sich auch mehr als 20 Autoren auf der Liste eingetragen. Erschwerende kam hinzu: 2 „Gaststars“waren schon gesetzt, d.h., es können nur noch 6 Slammer gelost werden.
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Aufspringende Balkontüren, vorbeischießende, sehr tief hängende Wolken, ein ständiges Pfeifen des Windes und als dann noch eine Mail vom Uni-Pressesprecher eintrudelt, die nahelegt heute mal nicht in die Uni zu kommen, beschleicht mich dann doch so langsam das Gefühl, dass hier was nicht stimmt.

Die deutschen Medien laufen Sturm, für sie steht der Schuldige natürlich fest: Kyrill. Gut, diesmal haben sie sogar recht, Kyrill hält ganz Deutschland in Atem. Mich natürlich auch, denn dieses doofe Sturmtief fesselt mich heute zur Heimarbeit. Raus gehen soll man ja nicht, aber wenigstens kann ich mir im Live-Ticker alles wichtige zum neusten Medienstar anzeigen lassen.

Wäre diese geballte Kraft des Windes nicht so beängstigend, könnte man die tolle Aussicht hier eigentlich genießen. Wann hat man in Augsburg bei geschlossener Wolkendecke denn schon die Möglichkeit die Alpen zu sehen?

Okay, jetzt wird’s mir dann wirklich zu unheimlich. Mein Balkontisch versucht gerade trotz 5 Kilo-Stein oben drauf wegzufliegen. Ich werde ihn mal besser sichern, sonst fliegt mir der schöne Stein noch weg.

Prestige (USA/UK 2006)
Regie:
Christopher Nolan
Drehbuch:
Christopher Priest
Darsteller: Hugh Jackman, Christian Bale, Michael Caine
Länge: 128 Minuten< ?php votio_ballot_box(); ?>

Schauen sie genau hin! Die Werbezeile des neuen Films von Christopher Nolan solltet ihr schnell wieder vergessen, den sonst könnte es passieren, dass ihr den überraschenden Schluss von Prestige bereits am Anfang des Films erratet.

Im viktorianischen England des ausgehenden 19. Jahrhunderts sucht das Volk Zerstreuung vom Fabrikarbeiteralltag und findet es in den unzähligen Varieté-Shows, besonders bei den Zaubervorstellungen. Die beiden besten Magier dieser Zeit stehen sich als erbitterte Feinde gegenüber: Alfred Bordon (Christian Bale) ein erfinderischer Bastler, der auf der Suche nach dem größten Zaubertrick aller Zeiten den „Transportierten Mann“ kreiert und Robert Angier (Hugh Jackman), als Erfinder weniger begabt, aber auf der Bühne dem zurückhaltenden Borden völlig überlegen.

Beide verbindet ein tragisches Ereignis: Als sie noch gemeinsam auf der Bühne standen, verursachte Bordon den Tod von Angiers Ehefrau. Seit dem versuchen sich die beiden Magier gegenseitig auszuspielen, werden dabei zwar immer erfolgreicher aber auch skrupelloser. Doch Angier will schon lange nicht mehr den Tod seiner Frau rächen, er will Bordons Meisterstück: den “Transportierten Mann”. Dass er dabei sprichwörtlich über Leichen geht, wird dem Zuschauer erst nach und nach klar.

Die Geschichte so zusammenzufassen, dass nicht zu viel verraten wird und dennoch genug zu erzählen, um Interesse zu wecken, ist äußerst schwer. Wer Nolan kennt, ist allerdings daran gewöhnt, bereits mit Memento schuf er einen schwer zu beschreibenden Film, der auf ungewöhnliche Weise auf einen äußerst abwegigen Schluss (oder besser Anfang) hinsteuerte. Nun halte ich es wie ein Zauberer und verrate nichts über die falschen Hinweise und Illusionen, die Nolan anwendet, um den Zuschauer zu verwirren.
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Allein mit meinen Fahrrad radel ich gemütlich durch die nächtlichen Straßen der ruhenden Stadt. Es ist kalt – endlich mal um die 0 Grad. Ich genieße die eisige Luft auf meinem Gesicht.

Als ich gerade den Schwung einer Bahnunterführung nutzen möchte, nach vorne gebeugt und voll konzentriert, rumpel ich plötzlich über irgendetwas rüber. Es knackt einiges, meine Fahrradkette scheppert und über meine Lippen fähr ein leißer Fluch: Was zum Teufel war das denn?! Nach einer Vollbremsung inspiziere ich zuallererst mein Fahrrad, was glücklicherweise keine Verletzungserscheinungen aufweißt, genauso wie ich selbst. Doch welche arme Kreatur hab ich mit meiner Amokfahrt aus dem Leben gerissen?!
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Was für eine perfide Geschäftspraktik! Gerade geht mir auf, wie Tupperware wirklich ihr Geld macht: durch ganz hinterhältige psychologische Tricks!

Den meisten wird ja bekannt sein, das Tupper nur über Tupperpartys ihre Lebenshilfen aus Plastik an die Frau (manchmal auch an den Mann) bringt. Die Gründe leuchten ein: In eine vertrauter Umgebung mit Freundinnen um und Kaffee und Kuchen vor sich entsteht eine wohlige Atmosphäre. Nebenbei werden einem Geschenke gemacht und die neusten sensationellen Produkte aus der Tupperwelt vorgestellt. Warum das so gut funktioniert und warum da wirklich viel gekauft wird, ist werbepsychologisch ja bestens erklärt. Übrigens auch hier in einer Referats-Doku meiner Kommilitonen. Darauf will ich auch gar nicht weiter rumreiten.

In den letzten Tagen ist mir allerdings aufgefallen, warum es immer wieder neue, gut besuchte Tupperpartys gibt. In fast jedem Gespräch mit meiner werten Frau Mutter kam das Gespräch auf die nächste Tupperparty bei ihrer Freundin M. und die damit verbundenen psychologischen und sozialen Spannungen im Freundeskreis. Denn aus unerfindlichen Gründen wollten mehrere Freundinnen meiner Mutter nicht zu der Tupperparty kommen und das, Zitat meiner Mutter, „obwohl M. bei jeder Tupperparty der anderen dabei war!” Die daraus für sie logische Konsequenz: “Also ich ruf die jetzt erstmal nicht mehr an, solange die nicht auf die Party kommen!“

Dieses Gespräch führte ich mehrmals die letzte Woche, obwohl ich zu keiner Zeit Interesse dafür erkennen ließ! Da brechen wegen Lappalien ganze Freundschaften auseinander, so was kenne ich sonst nur von Risiko-Spielen. Und das nur, weil jemand mal nicht zur Tupperparty kommt. Allein um Freundschaften zu erhalten, sollten die Partys also immer gut besucht sein. Aus diesem Grund werde ich wohl nie eine Tupperparty veranstalten, sonst stecke ich ja in dieser verdammten Reziprozitätsfalle.

Sehr befremdlich war es gestern in der Universität zu Augsburg. Etwas unentspannt, verursacht durch zu wenig Schlaf, wandelte ich durch die erhabenen Hallen der Uni, der Magen grummelte laut nach Mensa. Mein müder Körper trieb schlafwandlerisch durch die wie üblich herumstehenden Studierenden Richtung Haupteingang. Davor drängeln sich ungeheure Massen von Menschen, die mich aus meiner Lethargie rissen: Was ging hier vor?!

Die Antwort auf diese berechtigte Frage erschloss sich mir, als ich kurz darauf die Flügeltüren nach draußen aufwarf. Eine stinkende Wand aus Körperausdünstungen und vor allem Zigarettenqualm schlug mir entgegen und warf mich fast um. Wie willenlose Zombies standen sie da und zogen an ihren Glimmstängeln und versperrten den fleißigeren Studierenden den Weg ins rauchfreie Gebäude – und wenn ich versperrten schreibe, dann mein ich auch versperrten. An die fünfzig Nikotin-Junkies drängelten sich vor den kleinen Aschenbechern. Warum weiß ich nicht, denn der Haufen von Zigarettenstümmeln an der Treppe sprach eine andere Sprache. An ein Vorbeikommen an dieser Wand aus schwachem Menschenfleisch war jedenfalls kaum zu denken.
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