Januar 2007


Auf der Suche nach harten Fakten greifen Nachrichten und Magazine gern auf Umfragen zurück, das suggeriert dem Leser tatsächlich sachliche und fundierte Informationen zu erhalten. Gibt es irgendwelche strittigen Themen, dann wird eine Umfrage in der Bevölkerung gestartet und das Ergebnis stellt dann den Stein der Weisen dar – die Lösung des Problems. Deswegen gibt’s inzwischen fast in jeder Nachrichtensendung kleine Umfragen mit bunten Grafiken.

Kein Wunder also, dass unsere geliebten Volksvertreter gerne auf solche Zahlenspiele zurückgreifen, um ihre teils recht seltsamen Vorstellungen der Welt umzusetzen. So freut sich unser Ede Stoiber sicherlich wie ein kleiner Bayernkönig, dass sich laut einer Allensbach-Umfrage (pdf) satte 65% der Bevölkerung für ein Verbot von Gewaltdarstellungen im Fernsehen und in Videospielen aussprechen. Was genau das alles umfassen soll, darüber schweigt das Institut, jedenfalls steht nichts im Kurzbericht. Könnte also sein, dass ein Großteil der Bevölkerung für ein Verbot von Boxkampf-Übertragungen, Tatort oder den Nachrichten gestimmt hat. Ganze 48% also fast jeder zweite Deutsche findet übrigens, dass Amok-Läufe keine Aktionen von wirren Einzelgängern sind, sondern, dass die Jugendlichen einfach von sich aus schon gewaltbereit sind – erfreulich, wie viel Vertrauen in die Jugend gesteckt wird.
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Ja so langsam mache ich mir Gedanken über die Geschenke für das diesjährige Weihnachtsfest. Das Steve Jobs mir dabei zu Hilfe kommt hätte ich ja nicht erwartet. Der präsentierte gerade der staunenden Menge auf der MacWorld San Francisco 2007 Keynote das iPhone – ein Handy von Apple.

Apple wäre nicht Apple, wenn das Teil nicht mindestens 100 innovative Neuerungen enthalten würde. Laut Mr. Jobs sind für das iPhone sogar lockere 200 Patente angemeldet worden. Also wird einfach mal verkündet: “Apple reinvents the Phone” und in diesem Zuge werden auch gleich die Tasten wegrationalisiert. Das iPhone ist ein riesen Touchpad, was noch nicht so neu ist, das hatte ja schließlich schon das P900 von Sony Ericsson. Doch gesteuert wird das iPhone nur mit den Fingern nicht mit einem Stick. Das Pad erkennt auch, ob es sich um eine versehentliche Eingabe handelt und ob das Handy waagrecht oder senkrecht gehalten wird.

Online gehen und surfen kann man natürlich auch, denn WiFi ist gleich mit drin. Durch die Zusammenarbeit mit Google und Yahoo gibt’s GoogleEarth und Yahoo-Mail auch gleich auf dem Phone. Nebenbei steckt gleich ein iPod mit drin, also lassen sich Musik und Videos ohne Probleme abspielen. Ach so, telefonieren kann man mit dem Teil natürlich auch noch!

In der 4GB-Version kostet lockere 499$ und die 8GB-Version 599$. Beide werden hoffentlich im 4. Quartal in Deutschland erscheinen, wie der Vertrieb laufen wird, ist noch unklar. Ein teures tolles Weihnachtsgeschenk wäre es allemal. Mein diesjähriger Wichtelpartner weiß also bescheid :)

Babel (USA/Mexiko 2006)
Regie:
Alejandro González Iñárritu
Drehbuch:
Guillermo Arriaga
Darsteller: Brad Pitt, Cate Blanchett, Gael García Bernal
Länge: 142 Minuten< ?php votio_ballot_box(); ?>

Wieder ein Unfall. Nach Amores Perros und 21 Gramms ist auch in Alejandro González Iñárritus neusten Film ein Unfall das Bindeglied zwischen verschiedenen Episoden mit sich unbekannten Protagonisten. Babel ist aber größer als seine beiden Vorgänger, denn diesmal spielen die einzelnen Episoden nicht nur in einer Stadt sondern gleich auf drei Kontinenten.

Aus purer Langeweile und Überheblichkeit schießen zwei Hirtenjungen mitten in der marokkanischen Wüste auf einen Touristenbus – nur um zu testen, ob das Gewehr auch wirklich so weit schießt, wie der alte Verkäufer vorher gesagt hatte. Dass sie mit ihrem Schuss aus Versehen eine amerikanische Touristin (Cate Blanchett) angeschossen haben, erfahren die beiden erst durch ihren Vater. Da ist ihnen die Polizei aber bereits auf den Fersen.

Susan, die Angeschossene, kämpft derweil um ihr Überleben und ihr Mann Richard (Brad Pitt) versucht verzweifelt sie in ein Krankenhaus zu verfrachten. Das fehlt allerdings in der näheren Umgebung und so verfrachten sie die verletzte Frau erst einmal in ein nahe gelegenes Dorf. Dort angekommen hat der Ehemann aber nicht nur mit marokkanischer und amerikanischer Bürokratie zu kämpfen, sondern auch mit den übrigen Fahrgästen des Busses, die das ihnen unheimliche Dorf schnellstmöglich verlassen wollen. Doch ein Abtransport in ein Krankenhaus scheint in immer weitere Ferne zu rücken.

Das ist auch ein Problem für die Haushälterin Amelia (Adriana Barraza), die Richards und Susans Kinder in Amerika hütet. Wollte sie doch zur Hochzeit ihres Sohnes nach Mexiko fahren. Nach verzweifelten Versuchen die Kinder irgendwo unterzubekommen, nimmt sie die beiden kurzerhand mit zur Hochzeit. Die Heimfahrt zurück in die Staaten entwickelt sich aber durch Amilias ungestümen Neffen Santiago (Gael García Bernal) in eine Verfolgungsjagd mit der Polizei und endet damit, dass die Haushälterin und die Kinder allein in der Wüste stehen – ohne den geringsten Tropfen Wasser.

Das Gewehr, das diese Kette unglücklicher Umstände in Gang setzte, stammt von einem japanischen Unternehmer mit einer taubstummen Tochter. Chieko (Rinko Kikuchi) ist Gerade im Teenager-Alter: voller Wut auf ihre Umwelt, die sie nicht versteht und voller sexuellem Verlangen, dass sie zu immer extremeren Verhalten treibt.
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Tja, in einigen Bundesländern sind die Öffnungszeiten ja schon gefallen und der Kunde kann rund um die Uhr dem Konsum frönen. Bayern ist da etwas konservativer und Augsburg sowieso. Hier muss man sich als Zugezogener an einiges gewöhnen, aber das, was ich gerade an der Videotheken-Tür lesen musste, hat mich dann doch etwas aufgeregt.

Klick mich

Zwar hatte meine Videothek noch nicht lange am Sonntag geöffnet, aber an diesen Service hatte ich mich dann doch sehr schnell gewöhnt. Beim heutigen Fernsehprogramm ist und bleibt die Videothek die beste Alternative. Leider gibt’s das nun vorerst nicht mehr, ab sofort heißt es wieder Sonntagsruhe. Dass dann jetzt selbst die Automaten-Videotheken geschlossen bleiben müssen, ist dann aber nur Konsequent – schließlich sind sie die große Konkurrenz zu den klassischen Videotheken. Dürften sie Sonntags geöffnet haben, wäre dies eine klare Wettbewerbsverzerrung.

Trotzdem ist und bleibt das alles irgendwie sehr skurril, schließlich haben Kinos auch am Wochenende geöffnet und auch dort arbeiten Menschen am Sonntag. Aber der katholische Fundamentalistenhaufen hier läutet halt lieber den ganzen Sonntag irgendwelche Kirchenglocken – trotz Sonntagsruhe!

Manchmal bin ich froh, dass ich hier nur studiere!

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