März 2007
Monats-Archiv
Nein, es war gestern nicht auszuhalten, die groß angekündigte Fight Night auf ProSieben – aber das war ja vorhersehbar.
Der Boxkampf zwischen Stefan Raab und Regina Halmich mutierte dann auch erwartungsgemäß zu einer 3-1/2-Stunden-Werbesendung. Unterbrochen nur von nervigen Moderatoren, die nervige B-Prominents interviewten und lauen Boxkämpfen, was letztlich für wenig Unterhaltung sorgte. Das konnte aber die knapp 20000 Zuschauer nicht davon abhalten, in die KölnArena zu strömen und sich das “Spektakel” anzuschauen.
Das der Hauptkampf erst 3 Stunden nach Sendebeginn anfing, ist ja typisch für Boxen. Typisch für ein Raab-Event allerdings war die aufgeblasene Show und die trotzdem bombigen Quoten. Denn eins muss man ihn lassen, so langweilig (mit Betonung auf lang) und dämlich seine Shows auch sind, es zappen viele wenigstens mal rein, auch wenn’s keiner zugeben will. Die, die Raab leiden können schauen es sowieso und die, die ihn nicht mögen, wollen sehen wie er vermöbelt wird.
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Vielleicht kann mir das mal jemand erklären. Der Satz meines Morgenkaffees verschließt sich hier einer Antwort.
Bereits gestern war in der einschlägigen Presse zu lesen, wie viel unsere Spitzenmanager denn im letzten Jahr so verdient haben. Das ist natürlich für alle, die keine Spitzenmanager sind viel zu viel, aber sei’s drum. Das Fragezeichen auf meiner Stirn kommt von einem Satz bei SpON. Dort wird erklärt, wie RWE-Chef Harry Roels seine Bezüge auf 12,2 Millionen steigern konnten:
Der massive Anstieg der Energiepreise spülte einen Rekordgewinn in die Kassen des Konzerns.
Ich hatte eigentlich gedacht, dass die Energiepreise deshalb so hoch sind, weil die Rohstoffpreise so gewaltig gestiegen sind. Ist etwa doch richtig, was Studien belegen? Verkaufen die Energieriesen ihren Strom wirklich überteuert? Wenn, wie im Falle RWE, über 3 Milliarden Euro Gewinn gemacht werden – trotz der viel zitierten Rohstofflage – dann könnte sich der Verdacht auch bei schlichten Gemütern aufdrängen. Es gibt anscheinend zwei verschiedene Energiepreise, die, die Energiekonzerne an die Rohstofflieferanten zahlen und die, die wir Kunden bezahlen. Aus irgendeinem Grund machen Energiekonzerne und Lieferanten exorbitante Gewinne, obwohl ich in jedem Zimmer Stromsparlampen habe.
Aber sicherlich hängt das ganze nicht damit zusammen, dass meine Stromrechnung immer nur steigt, sondern daran, dass die Spitzenmanager so gute Arbeit leisten und überall Einsparungen vornehmen. Man kann ja schon viel Geld sparen, wenn man auf Ökopapier für Geschäftsbriefe umsteigt.
Ich jedenfalls freue mich: RWE hat angekündigt, dass auch 2007 ein neues Rekordjahr wird, d.h. dann also, meine Stromrechnung steigt schon wieder oder aber die Werbebroschüren werden demnächst auch auf Ökopapier gedruckt. Ich bin mir da nicht ganz sicher.
Das sind ja ganz ungewohnte Töne, die eine Hamburger Werbeagentur Komjuniti zum Thema Second Life anschlägt. Im derzeitigen Medienhype um die 3D-Chat-Welt klingen da richtig kritische Töne an – jedenfalls auf dem ersten Blick.

- Über den Dächern der deutschen Altstadt
Die Agentur befragte, ganz Werbeagentur, die Second-Life-User zu ihrer Wahrnehmung und Zufriedenheit von Produktangeboten und Markeninhalten in SL. Das wenig überraschende Ergebnis: fast 2/3 der Nutzer sind enttäuscht über den Auftritt der Unternehmen. Knapp die Hälfte vermutet hinter den Angeboten nur ein kurzfristiges Engagement in der virtuellen Welt. Kurz gesagt, die Unternehmen sind etwas zu halbherzig auf den SL-Zug aufgesprungen, getreu den Motto: Der größte Hype wird einfach mitgemacht.
Eine klare Abstrafung der Unternehmen in Second Life könnte man meinen, jedoch ist die Umfrage alles andere als repräsentativ. Gerade mal 200 Nutzer wurden befragt, weit entfernt also von wirklich aussagekräftigen Zahlen. So ist das Ergebnis tatsächlich eher als kleine Werbemaßnahme einer Werbeagentur zu sehen, denn Klicks sind den Damen und Herren sicher, wenn es um Second Life geht. Schließlich kommen die Studie auch noch zu dem Schluss, dass Werbung in SL wie Erlebnismarketing funktionieren muss, ganz anders also als Werbung bisher funktioniert hat – Komjuniti kann da sicherlich helfen, ihr Unternehmen richtig in SL darzustellen.
Dumm ist die Vorgehensweise nicht, denn SL ist und bleibt derzeit in aller Munde. Wobei ich mich frage, ob es eigentlich nur die Medienmacher interessiert oder ob es wirklich auch in breiten Bevölkerungskreisen so einen Anklang findet. Bei solchen Hypes kenn ich selbst zumindest eine Handvoll Leute die daran teilhaben, das ist bei SL überhaupt nicht der Fall. Ich kenne kaum einen der sich wirklich damit auseinandergesetzt hat.
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Jetzt mal ganz ehrlich, ich benutz die Dinger vor allem zum Reinigen der Ohren. Damit oute ich mich als Adrenalin-Junkie, ich weiß, denn eigentlich soll man auf keinen Fall Wattestäbchen ins Ohr stecken und damit im Gehörgang rumwühlen. Nicht nur das Trommelfell kann dadurch leicht verletzt werden, auch das Ohrenschmalz, dass man ja eigentlich rausholen will, kann sich dadurch zu einen Klumpen formen und vorübergehende Schwerhörigkeit verursachen.
Wahre Horrormeldungen sind das ja! Doch warum und wieso verwendet dann alle Welt Wattestäbchen als Ohrenreiniger? Wie kommt es zu solch einer Fehlentwicklung und wozu sollen die Dinger dann überhaupt verwendet werden?
Frauen fallen da definitiv 261 Anwendungen auf Anhieb ein, als Mann kommt mir nur die Idee, dass ich damit auch sehr gut elektronische Teile oder Drucker reinigen kann. Allerdings gab es 1923, als die Wattestäbchen erfunden wurden noch keine Drucker. Also werden die Frauen wieder Recht haben, mit ihren 532 Anwendungen.
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Schön Kaffee machen, nebenbei einen Blick in die Morgenzeitung werfen und ein paar Brötchen schmieren. Das könnte ein ganz normales Frühstück sein, aber nicht, wenn man gerade einen LKW fährt – so geht es trotzdem zu bei den LKW-Fahrern auf deutschen Autobahnen.
So gesehen bei irgendeiner Kabel1-Sendung, deren Namen ich vergessen habe. Was hier eigentlich erstaunt ist nicht die Tatsache, dass Brummi-Fahrer nebenbei mit ihrem Laptop rumspielen oder Kreuzworträtsel lösen, sondern, dass sie dafür tatsächlich nicht bestraft werden können.
Diese Information habe ich gleich noch bei einer von mir gesponsorten Quelle (mit Video) gegengeprüft und siehe da, es stimmt wirklich. Dort heißt es: “Zeitung lesen oder Karte lesen steht nicht explizit in der Straßenverkehrsordnung, also ist das, wenn keine Folge entsteht, nicht zu ahnden.”
Ist also ein Fahrer nicht angeschnallt, ist ein Bußgeld fällig. Spielt er jedoch während der Fahrt im W-Lan mit anderen Brummi-Fahrern Need for Speed, ist das nach §23 StVO in Ordnung. So lange keine merklichen Auffälligkeiten beim Fahren zu sehen sind.
Gut: Videospiele spielen wird wahrscheinlich selbst ein deutscher Richter, als Ablenkung sehen. Mir ist trotzdem etwas unwohl zu wissen, dass der Brummifahrer hinter mir möglicherweise gerade ein Sudoku löst, anstatt den Abstand einzuhalten.
Noch erschreckender, ist der O-Ton eines Fahrers, der einen Laptop im Führerhaus stehen hat:
“Ja, wir müssen auch viel Schreibkram machen, das ist bald mehr als Fahren, also von dem her schon, ja. Und das macht man auch schon während der Fahrt. Ja, man nimmt das nicht so wahr. Der Polizist hat zwar recht gehabt, aber das ist der Wohnbereich, wenn man die ganze Woche unterwegs, dann ist immer so die Grenze dazwischen.”
Da schwindet das schon erschütterte Vertrauen doch gleich noch weiter. Vielleicht sollten unserer Experten erstmal solche Themen anpacken, bevor sie sich ans Tempolimit oder Rauchverbot im Auto machen.
Drei Versuche hat es gebraucht, um endlich zu einem Live-Gig der Killers zu kommen. Diesmal konnten wir endlich auch drei Karten ergattern. Die hatten wir uns schon vor drei Monaten gesichert. Was lange währt wird endlich gut? Bei dem Killers-Konzert am letzten Samstag kann man das nur mit Abstrichen behaupten.
Gründe dafür gibt es genug, einer davon: Unglaubliche drei Mal wurde das Konzert nämlich verlegt. Von der Columbia-Halle, in den Hangar 2 des Flughafens Tempelhof und letztlich dann in die gewaltige Arena in Treptow. Und da liegt der Hund begraben.
Zwar pilgerten wahre Menschenkarawanen von der S-Bahnstation Treptower Park in Richtung Arena, die riesige Halle konnten sie allerdings nicht füllen – etwas oversized die Location. Es gab demnach eine massive Menschenanhäufung in vor der Bühne, der Rest des Publikums stand in lockeren Gruppen im Weit der Halle. Lange mussten die allerdings nicht warten, die Vorband schmetterte erstaunlicherweise schon während des Einlasses vor sich hin und viertel vor 10 ging die große Show los – und die Killers sorgten wirklich dafür.
Auf einer gewaltigen halb-transparenten Leinwand stimmten Impressionen einer mexikanisch-amerikanisch anmutenden Wüstenlandschaft ein auf die musikalische Reise nach Sam‘s Town. Mit einem lauten Knall fiel dann auch die Leinwand und ein Haufen Glitter schoss aus den Kanonen am Bühnenrand: Glamorous Indie Rock ’n Roll eben, frei nach ihrem eigenen Song.
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Als zwischenzeitlicher Vollzeitinvalide (ich laboriere immer noch wegen meinem Rücken herum) schießen mir ständig irgendwelche dümmlichen Fragen durch den Kopf, auf die nur schwerlich eine Antwort zu finden ist. Stellenweise rutschen diese sogar ins Philosophische ab.
So fragte ich mich heute, wieso ich in den letzten Tagen immer davon Träume auf einen Wecker zu sehen und aufgrund der Uhrzeit immer beschließe aufzustehen. Aus irgendeinen Grund stehe ich dann wirklich auf. Leider ist es dann aber nicht 6 Uhr wie im Traum sondern 3 oder 4 Uhr. Würde ich es nicht besser wissen, würde ich doch glatt behaupten mein Unterbewusstsein will mich verarschen. Vielleicht stellt sich mein Körper auf die herannahende Sommerzeit ein, wer weiß.
Die zweite Frage, die mich beschäftigt hat Hausmüll zum Thema. Warum ist der Mülleimer denn eigentlich schon wieder voll, obwohl ich den erst gestern geleert habe. Produziere ich denn wirklich so viel Müll an einen Tag?! Ich dachte immer ich bin dank Pfadfinder und Mülltrennungswahn in den 90ern geschult genug wenig Müll zu produzieren. Andererseits ist vielleicht nur der Mülleimer viel zu klein und es sollte ein größerer angeschafft werden. Dann allerdings würde es enger in der Küche werden und die Frage ob ich zu viel Müll produziere beantwortet das dann auch nicht.
Ist schon komisch, was einem so durch den Kopf geht, wenn man unter Schmerzen seinen Tag verbringen muss. Vielleicht liegt es aber nur an den starken Tabletten…

Wie so ne Katze! Wenn man denkt da ist Feierabend, da hab ich immer noch so 5, 6 Leben in der Hinterhand! Unkonventionell war er schon immer, der Stromberg und jetzt ist er endlich wieder da – die berühmteste Zitatschleuder des deutschen Fernsehns!
Über ein Jahr ließ sich ProSieben Zeit, um die dritte Staffel der preisgekrönten Serie endlich auf die Mattscheibe zu bringen. Ein Jahr, in dem Stromberg irgendwie doch immer präsent war, der Werbung sei dank. Christoph Maria Herbst warb fleißig für einen Telekommunikationsanbieter in der Rolle des charismatischen Glatzenträgers Stromberg.
Genau diesen (etwas verfremdeten) Werbespot zeigt Stromberg in der ersten neuen Folge ganz stolz dem Fernsehteam, das seinen Büroalltag filmt. Denn die Werbung hat ihm seinen alten Job wieder beschafft, den er Ende der zweiten Staffel verloren hatte. Der Chef der Capitol-Versicherung hat nämlich erkannt, dass Stromberg durch seine Medienpräsenz eine Integrationsfigur auf dem heißumkämpften Markt der Versicherer darstellt. Für die bin ich das, was die Verona Feldbusch für den Rahmspinat war.
Kostenlose Publicity für die Capitol also und gleichzeitig ein wunderbares Verwirrspiel mit Fakten und Fiktion, das den Doku-Stil der Serie nochmals gekonnt unterstreicht. Trotzdem ist nicht alles Gold was glänzt. Die Folge 1 nach der langen Pause barg viel Licht, aber auch einiges an Schatten.
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Es gibt Dinge in meinen Leben, zu denen ich immer stehen werde, egal, welchen Eindruck ich bei manchen damit erwecken werde. Meine inzwischen schon über zwölf Jahre dauernde Verehrung von Herbert Grönemeyer ist so ein Ding. Von ihm hab ich die meisten Alben zu Hause, mit ihm bin ich groß geworden – er ist einfach ein Teil meiner Biografie. Auch diese Tage werde ich wieder seltsame Blicke und Kopfschütteln ertragen müssen: Das neue Album von Herbert Grönemeyer ist da und ich hab’s natürlich sofort gekauft.
Sein 12. Album heißt Zwölf, umfasst 12 Tracks und ist glücklicherweise eine typische Grönemeyer-Platte. Soll heißen: Ein breites Klangspektrum mit Texten die die große Welt (Ein Stück vom Himmel, Marlene, Flüsternde Zeit) bis zu kleinen persönlichen Texten (Du bist die, Zieh deinen Weg). Nach dem melancholischen Seelenstriptease Mensch wirkt dieses Platte aber wesentlich optimistischer und leichter.
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Es gibt Dinge im Leben, die sind einfach logisch und egal, was man für Argumente ins Feld führt, es bleibt doch logisch und richtig. Eine solche Sache ist das schon oft geforderte Tempolimit auf deutschen Autobahnen.
Es gibt eigentlich keinen wirklichen Grund, dass wir ein solches noch nicht eingeführt haben, trotzdem werden bei den unzähligen Diskussionen immer wieder neue Argumente gegen eine Geschwindigkeitsbegrenzung.
In der aktuellen ADAC-Motorwelt stehen wieder einige solcher hanebüchenen Argumente. Das Dämlichste: Durch Tempolimits würden nicht nur „die individuelle Mobilität, die wirtschaftliche Entwicklung und der Wohlstand in Deutschland“ zum erliegen kommen, sondern auch „eine der wichtigsten Industrien in Deutschland: die Automobilindustrie.“
Entschuldigung, aber wenn die deutschen Autohersteller zu blöd sind konkurrenzfähige Autos zu bauen, die nicht 20 Liter Sprit auf 100 km verbrauchen, dann sind sie selber schuld. Wenn die japanischen Hersteller es schaffen die sparsame Hybrid-Technologie erfolgreich voranzubringen und selbst die französische Automobilindustrie brummt, trotz Tempolimit auf französischen Straßen, dann machen wir doch irgendetwas falsch. Außerdem fahren BMW und Mercedes doch auch in Ländern mit Tempolimits durch die Gegend, was also soll diese Argumentation?
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