April 2007
Monats-Archiv
Manchmal versteh ich diese bepelzten oder gefiederten Freunde nicht, die uns Mutter Natur an die Seite gestellt hat. Anstatt uns durch ihre Niedlichkeit zu erquicken, gehen sie einem lieber tierisch auf den Sack.
Warum nur setzten sich diese blöden arroganten Schnöselkatzen immer auf das frisch gewaschene Auto meiner Freundin?! Es stehen mehrere Hundert Autos in dem Parkhaus, die wenigstens schon dreckig sind. Aber nein, die blöden Fellkneule marschieren über die von mir mühevoll gesäuberte Motorhaube über die Scheibe hinauf aufs Dach, um am anderen Ende wieder hinunter zu plumpsen.
Jetzt könnte ja die Vermutung aufkommen, dass Katzen halt saubere Autos bevorzugen. Bestätigen kann ich das leider auch nicht, denn neben mir standen die Tage zwei saubere Golf. Die staubten höchstens durch Blütenstaub ein, aber Katzen wollten von den Autos gar nichts wissen. Die feierten lieber eine Party nach der anderen auf meim Autodach!
Wenn sie sich wenigstens die Füße abputzen würden, ich weiß gar nicht, wo die rumrennen, um bei dem knochentrockenen Boden Matschfüße zu bekommen.
Da Gewalt an Tieren hier wohl weniger angebracht ist, hab ich mir überlegt, ob ich rund ums Auto wenigstens Fußabtreter hinlege. Ich kann ja nicht alle zwei Tage das Auto waschen, weil ich vor lauter Katzenspuren nicht mehr durch die Scheibe sehe.
14:15 Uhr heißt es kurz mal die Klappe halten, stehen bleiben, nachzudenken und vor allem zu hören. Heute ist der Tag gegen Lärm. Obwohl ich noch nie davon gehört habe, jährt sich das Ereignis bereits zum 10. Mal.
Um den Tag auch irgendwie in die Medien zu hieven, ruft der Arbeitskreis Tag gegen Lärm der Deutschen Gesellschaft für Akustik e.V. dazu auf um Punkt 14:15 für genau 15 Sekunden. Über Sinn und Unsinn solcher Gedenksekunden kann man streiten, über den Anlass allerdings nicht.
So ist das Motto des Aktionstages auch “Lärm – die unterschätzte Gefahr”. Neben den 15 Sekunden Stille sind sinnvollerweise noch viele Aktionen im ganz Deutschland geplant, die darüber aufklären sollen, was denn Lärm überhaupt ist und warum der Mensch so empfindlich darauf reagiert.
Tatsächlich wird Lärm häufig unterschätzt. Anders als bei anderen Umwelteinflüssen kann man sich an Lärm nicht gewöhnen. Der Körper reagiert sehr stark auf Lärmbelastung, was Schlafstörungen und Bluthochdruck verursachen kann. Wenn man den Lärm auf der Straße irgendwann nicht mehr hören sollte, ist das übrigens keine Gewöhnung, sondern eher das erste Stadium der Schwerhörigkeit.
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Also ich weiß nicht, wie es euch geht, aber derzeit habe ich mit einer starken Spamwelle hier im Blog zu kämpfen.
Seit heute Morgen 8 Uhr hab ich bis jetzt 42 Kommentar-Spams zu verzeichnen. Vollgestopft sind die größtenteils mit irgendwelchen dämlichen Links, die auf noch dämlichere Seiten führen, um dämliche User dämliche Viren und Trojaner anzudrehen. Der Rest des Spams preist billige Potenzmittel, Medikamente, kostenlose mp3s und Brustvergrößerungen an.
Als verantwortungsbewusster Blog-Admin habe ich natürlich schon vor geraumer Zeit Akismet als Spamschutz eingerichtet. Der filtert mir völlig selbstlos den ganzen Mist aus dem Blog und sorgt dafür, dass keiner dieser Schmuddel-Links an die werte Leserschaft weitergegeben wird.
Seit der Installation von Akismet vor etwa einem halben Jahr wurden bereits 11309 Spams gefiltert. Derzeit ist es aber, wie schon erwähnt, sehr extrem. Innerhalb von zwei Tagen 700 Spamkommentare zu erhalten ist in diesen Tagen keine Seltenheit.
Bei dieser Masse an Müll kommt es logischerweise vor, dass der ein oder andere Spamkommentar doch durch den Filter rutscht und ich ihn manuell löschen darf. Eine Arbeit, die in den letzten Wochen sehr zu genommen hat und mich extrem nervt – so macht das keinen Spaß!
Laut Automattic, der Firma hinter Akismet, sind derzeit rund 95% der Blog-Kommentare aus Spam. Im April konnte ein massiver Anstieg der Spamaktivität verzeichnet werden.
Wie sieht’s bei euch aus, ist die Spamwelle auch schon bei euch angerollt?
PS: In den paar Minuten, in denen ich diesen Beitrag geschrieben habe, filterte Akismet mir übrigens erfolgreich drei weitere Spammkommentare heraus.
Und nicht vergessen: In nur 8 Monaten ist Weihnachten, sollte man im Hinterkopf behalten!
… war das heute. Angenehme 26°C im Schatten, etwas belastende 33°C in der Sonne und keine Wolke am Himmel. Herrliches Wetter für einen kleinen Ausflug also. Daraufhin mal die 3-jährige Nichte gefragt, was sie denn heute vor hat. Die Standardantwort “Spielplatz” wird bei solch schönem Wetter einfach mal als “zum Spielplatz am Baggersee” uminterpretiert.
Auch am Friedberger Baggersee schien es tatsächlich Sommer zu sein. Alle paar Meter lagen kaum bekleidete junge Damen und muskelbepackte, Surferketten behängte Herren der Schöpfung.
Auch auf den Volleyballfeldern und Liegewiesen wurde schon ordentlich geposed.
Mit einem großen Eis wurde das etwas nervige Schaulaufen aber dann doch erträglich – ja, es ist irgendwie schon Sommer. Na gut, noch ist es nicht wirklich Sommer. So proppenvoll der Strand auch schon war, im Wasser herrschte menschliche Ebbe. Denn obwohl es viele probierten, die ersten Schritte im eiskalten Nass genügten schon, das Vorhaben Schwimmen auf einen anderen Tag zu verschieben. Das Wasser wird bekanntermaßen nicht so heiß, wie die Outfits der Mädels.
Irgendwie wie Sommer, ein bisschen fehlt aber noch.
20:10 Uhr in Kommentar | Kommentare deaktiviert
Die Iren sind ja schon ein lustiges Völkchen: trinkfest, raubeinig, maulfaul und irgendwie liebenswert. Man stelle sich vor 15 sehr irische Schriftsteller treffen sich in einem dunklen etwas schmuddeligen Pub und bestellen ein Guinness nach den anderen. Plötzlich, aus einer Bierlaune heraus entschließen sie sich, jetzt schon nicht mehr ganz so maulfaul, eine Geschichte zu schreiben.
Da 15 Iren – obwohl natürlich feinsinnige Schriftsteller -schnell in Rage geraten, einigt man sich darauf, dass jeder Anwesende ein Kapitel schreiben darf, mehr nicht. Keiner pfuscht beim anderen ins Handwerk. In umgedrehter Reihenfolge der Trinkfestigkeit wird entschieden, wer welches Kapitel schreibt. Da Roddy Doyle nach zwei Guinness schon unter den Tisch zu rutschen droht, hat er die ehrenvolle Aufgabe das erste Kapitel zu schreiben.
Genau so, hoffe ich, ist das Buch „Yeats ist tot!“ entstanden, denn es ist so voll übersprudelnden Einfällen und skurrilen Figuren, dass die 15 Autoren entweder stockbetrunken waren oder aber die Iren in Wirklichkeit das lustigste Volk der Erde sind.
Doyle beginnt – ganz stilecht für eine Kriminalgeschichte – mit einem Mord, jedenfalls glauben das die beiden Schläger, die vor dem soeben verschiedenen Thomas Reynolds stehen. Ein Herzanfall meint der eine, der andere glaubt eher, dass die Todesursache das Einschussloch in der Brust des Mannes ist. Doch tot ist tot und die beiden haben ein Problem, eigentlich sollten sie nämlich etwas von Reynolds eintreiben. Etwas was ihre Auftraggeber gerne hätten, nun allerdings nicht bekommen können. Tot ist eben tot.
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Ich muss jetzt mal was loswerden: Knut ist echt nichts Besonderes! Das ist ein Eisbär, ein kleiner niedlicher zwar, aber besonders ist das ja nun wirklich nicht. Es gibt viel tollere Tiere, die viel außergewöhnlicher sind.
Meine Freundin z.B. hat seit ein paar Jahren ein Kaninchen, genauer ein Löwenköpfchen. Sicher bin ich mir allerdings nicht, also ob das ein Löwenköpfchen ist. Der Kerl ist riesig und tatsächlich mehr ein Löwe, als ein Kaninchen.
Ich nenne ihn immer Murmel, weil er ziemlich rundlich aussehen kann, allerdings hat er viele Namen. Nette, umschmeichelnde (”Flocke”) gibt es, die von seiner Besitzerin genutzt werden und natürlich auch böse, die seine dunkle Seite unterstreichen sollen. Die, die Angst vor ihn haben (und davon gibt es viele), nennen ihn daher auch schon mal “Monster”.
Anders als andere Kaninchen ist Murmel nämlich kein Fluchttier. Im Gegenteil, er ist ein sehr offensiv und aggressiv agierendes Individuum. Betritt man unwissentlich sein Territorium stürzt er sich schon mal auf einen – mit einem bedrohlichen Knurren wohlgemerkt. Wer sich jetzt an einen Haus- und Hofhund erinnert fühlt, dem kann ich da nur beipflichten – der Hase ist mehr ein Hund, als ein harmloser Nager.
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Ich hoffe alle haben das Osterfest gut überstanden. Ich jedenfalls kann mich nicht beklagen und hab ein paar entspannte Tage im brandenburgischen Neuhof verbracht – wie letztes Jahr also. Denn ein Gutes hat es, die Feiertage auf dem flachen Land in der Walachei zu verbringen, der ganz große Feiertagstrubel geht wunderbar an einen vorüber: kein Fernsehn mit den “großen Osterkrachern”, kein Internet, kein Zoobesuch zu Knut, höchstens Radio mit ein paar “Osterhits”, aber selbst das blieb größtenteils aus.
Dass Ostern war, merkte man höchstens am gesteigerten Eierkonsum, ansonsten genoss ich ein wirklich sehr ruhiges Wochenende, an dem ich endlich mal wieder ein paar Bücher kaufen und lesen konnte – der Bücherstadt sei’s gedankt.
Aber nicht nur ich konnte den Ostertrubel dieses Jahr wenig abgewinnen, auch ein Metzger hier um die Ecke ging etwas anders an Ostern heran. Unter dem Slogan “Osterhase mal anders!” bot er leckere Salami aus Osterhasen an.

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Ich mag sarkastische Metzger
Hoffentlich habt ihr alle auch ein paar schöne freie Tage genießen können und seit jetzt fit für die Zeit bis zum nächsten Feiertag!
Stell dir vor, du stehst an einem S-Bahnhof und das Werbeplakat von schräg gegenüber ruft dich an, um dir brandheiße Infos zu neuen Schnäppchen zu übermitteln. Die Zukunft der Werbung? Nein, die Gegenwart!

- Bluetooth-Plakatwerbung vom ZDF: kaum Mehrwert
Den ersten erfolgreichen Versuch solcher Werbung gab‘s vor kurzem in Köln zu bestaunen. Mitte März gab es dort an verschiedenen Standorten Nelly-Furtado-Plakate mit integriertem Bluetooth-Sender. Der bot jedem Passanten mit eingeschalteten Bluetooth am Handy den Song „Say it Right“ kostenlos zum Download an.
Solche Bluetooth-Werbung wird inzwischen in mehreren Deutschen Großstädten angeboten, u.a. natürlich auch in Berlin. Leider gibt es hier keine Musik zum Download, sondern nur eine schnöde SMS, aber dabei sein ist alles. Beworben wird, mit einem wirklich schlechten Plakat, die ZDF-Sendung Giganten. Am 8. April wird Alexander von Humboldt Thema der Reihe sein.
Das erklärt dann wohl, warum auf dem Plakat eine schlechte Fotocollage von Humboldt zu sehen ist. Warum allerdings Humboldt lebt, wie auf dem Plakat prangert, wird nicht erklärt – vielleicht ja in der Sendung am 8. Das Plakat bietet aber neben der schlechten Photoshop-Arbeit auch den oben erwähnten Zusatznutzen an: Infos per Bluetooth aufs Handy. Da den Service ja viele nutzen sollen, geht man beim ZDF einfach mit der Holzhammermethode vor: Sex Sells. „Seine Meinung über Viagra hier aufs Handy laden“ wird hier RTL-like angepriesen.
Da mich schon immer interessiert hat, was das große Genie Humboldt zu Potenz steigernden Mitteln zu sagen hat, hab ich, trotz der plumpen Anmache, meine Bluetooth-Verbindung aktiviert. Nach einigen Bestätigungen landete dann auch schon Humboldts Expertenmeinung auf meinem Handy:
„Ich finde das Alter nicht arm an Freuden; Farben und Quellen dieser Freuden sind nur anders.“
Wow – der Spruch passt allerdings auch zu den 3. Zähnen und nicht nur zu Viagra. Schade um die schöne Idee, aber was will man erwarten von einem Provinzsender, wie dem ZDF mit ihren winzigen Etat – beruhigend zu wissen, dass meine Gebühren gut angelegt sind.
Wenn das nun also die Zukunft der Werbung sein soll und das Handy damit zugespammt wird, dann werde ich auch diese neue Form komplett Ignorieren und meine Aufmerksamkeit lieber dem nächsten Baum oder Vogel widmen – Humboldt hätte es genauso gemacht, wenn er noch Leben würde…