Juni 2007


Ich weiß nicht, was erschreckender ist: Der Text oder die Tatsache, dass da schon Nummern abgerissen wurden…

… wenn man nach dem Grillen beim nach Hause radeln endlich mal ein paar Glühwürmchen zu sehen bekommt. Selbst mein Luft verlierendes Vorderrad war da kurzzeitig vergessen.

Endlich mal wieder ein schöner Sommerabend mit guten Freuden, einer Molle in der Hand und jede Menge dicker Mücken, Fliegen und Brummkäfer – ach ich mag den Sommer. Schade nur, dass ich schon wieder ins Bett muss, aber morgen gehts wieder zur Arbeit.

War ja eigentlich klar, wenn ich mir mal einen Vormittag vom Praktikum frei nehme, um meine BA-Arbeit mal offiziell in die Wege zu leiten, klappt das natürlich nicht auf normalem Wege. Wie ich mich erst durch Bastie erinnerte, war ja heute der große Streiktag an der Universität.

Ab 8 Uhr sollte es nach Angaben des Aktionsbündnisses losgehen, also brach ich etwas früher zur Uni auf. Dort angekommen stand ich aber buchstäblich vor verschlossenen Türen. In einer Nacht- und Nebelaktion hatten die Aktivisten mit Stühlen und Vorhängeschlössern viele Eingänge verrammelt.

Ich muss gestehen, war ich bisher doch Sympathisant der Aktionen, war ich heute durchaus etwas angepisst. Schließlich kann ich mir nicht jeden Tag frei nehmen. Aber irgendwie ging’s an manchen Stellen in die Uni und tatsächlich waren auch die ganzen Verwaltungsfachangestellten vor Ort anzutreffen.

Am Ende war die Mission erfüllt, meine BA-Arbeit angemeldet und ich im nächsten Zug nach München. Jetzt interessiert mich eigentlich nur noch, wie viele Studierende am Nachmittag auf den Rathausplatz demonstriert haben.

Ein kleines, leichtes Rätsel:

Ein neuer Tag beginnt recht früh, was für mich als Student recht ungewohnt ist. Aber dieses fremde Gefühl vergeht recht rasch, bin ich doch topmotiviert für mein aktuelles Praktikum in München. Das bedurfte natürlich eine Reorganisation meines Tagesablaufes. Mit 8 Stunden täglicher Arbeit muss man sich auch erstmal anfreunden, wenn man vorher seinen Tag recht locker selbst einteilen konnte. Veränderungen sind allerdings immer auch schöne Herausforderungen.

Ich fahre also ab sofort jeden Morgen in die Landeshauptstadt in die Redaktion eines jungen Magazins – bzw. eines Magazins für Junge und Junggebliebene. Die Mitarbeiter sind modern, modisch und irgendwie anders, als das, was ich bisher so zu sehen bekommen habe. Es macht Spaß mit so einem originellen Team zusammenzuarbeiten, obwohl noch alles fremd und unbekannt ist.

Da sitze ich nun also 2 Monate in der Online-Redaktion und hoffe viel mitzunehmen. Sicherlich bin ich noch unkundig im Umgang mit der Online-Community, aber das, was ich bisher erlebt habe, war wirklich toll. Das Praktikum wird mich in der Hinsicht also sicherlich verändern – was aber letztlich ja auch das Ziel eines Praktikums ist.

Was natürlich jetzt etwas zu kurz kommt, ist mein Blog – der liegt ungenutzt da und wird dummerweise derzeit wieder sehr stark durch Spam in Anspruch genommen. Aber keine Sorge ich werde schon ab und an noch zum Schreiben kommen.

Und wer nun wissen will, wo ich denn mein Praktikum mache, der schaue sich einfach die Fett geschriebenen Wörter an. Das alles sind Synonyme für das griechische Fremdwort, welches auch der Titel des Blattes ist, für das ich derzeit Arbeite. Schwer ist es nicht, aber es ist auch Freitag, da soll man nicht mehr so viel denken.

Der Wind rauscht durch die Blätter, ein paar Sonnenstrahlen brechen auf den noch feuchten Waldboden durch. Der Baum, auf dem ich stehe, wiegt sich sanft hin und her und ich überlege noch, ob ich lieber warten soll. Ich besinne mich jedoch, fasse mir ein Herz, mache den letzten Schritt und falle den Baum hinab.


Na gut, ich falle nicht, ich rolle. Gesichert mit zwei dicken Seilen gleite ich mehr oder weniger geschmeidig ein Drahtseil hinab und erreiche unbeschadet den Boden. So geschehen heute auf Schloss Scherneck nahe Augsburg. Da eröffnete nämlich Robins Wood, eine Kletterwaldanlage.

In den Hang des Waldes wurden hierfür kreuz und quer Plattformen an Baumstämme befestigt und mit Drähten, Schnüren und Hölzern verbunden. Herausgekommen sind dabei 8 Parcours unterschiedlicher Schwierigkeit, die von zahlenden Gästen bestiegen werden können. Und zahlende Gäste kamen heute zur Eröffnung zu genüge. Überall hingen, rutschten, kletterten, balancierten und fielen Jung und Alt durch die Bäume.


Selbst ich als alter Höhenangsthase hatte meinen Spaß. Die einzelnen Etappen der Parcours sind manchmal so anstrengend, dass ich kaum Zeit hatte den weit unter mir liegenden Boden zu begutachten. Und es macht einfach a mords Gaudi an einem Flying Fox Richtung Waldboden zu sausen. Die Sicherheit wird in der Anlage Groß geschrieben, unzählige Helfer achten darauf, dass man sich auch immer brav doppelt mit seinen Karabinern absichert.

Die Preise sind günstig: 10-16 Euro für 2, 13-21 Euro für 3 Stunden Kletterspaß. Wobei die Veranstalter es mit den Zeiten nicht wirklich so genau nehmen. Es war ein spaßiger und anstrengender Tag kann ich sagen. Geöffnet hat der Kletterwald täglich von 10-19 Uhr, weitere Infos gibt’s auf der Webseite von Robin Wood.

Zodiac – Die Spur des Killers (USA 2007)
Regie:
David Fincher
Drehbuch:
James Vanderbilt, Robert Graysmith
Darsteller: Jake Gyllenhaal, Mark Ruffalo, Robert Downey Jr.
Länge: 158 Minuten< ?php votio_ballot_box(); ?>

This is the Zodiac speaking…

David Fincher ist nach 5-jähriger Pause wieder da und meldet sich gleich mit einem Paukenschlag zurück aus der Versenkung. Der Regisseur, der uns mit Klassikern wie Sieben, Fight Club und The Game versorgte, hatte sich mit Panic Room anscheinend in eine kreative Sackgasse begeben, die eine längere Pause rechtfertigte. Nun ist er wieder da und überrascht den staunenden Zuschauer mit Zodiac. Einem Film, der völlig anders ist, als viele ihn erwartet haben.

Die Story verspricht eigentlich einen weiteren Thriller in bester Sieben-Tradition. 1968 beginnt im Großraum San Francisco eine unheimliche Mordserie, die ganz Amerika in Angst und Schrecken versetzten und einen der berühmtesten Serienkiller der Geschichte hervorbringen sollte: den Zodiac-Killer. Der mysteriöse Mörder beginnt ein Katz- und Mausspiel mit der Presse und der Polizei, schickt Briefe und verschlüsselte Botschaften, verspottet sie darin und sorgt mit dieser öffentlich zu Schau getragenen Kaltschnäuzigkeit dafür, dass er schnell zum Jack the Ripper der USA aufsteigt. Ein unheimliches Phantom, das bis heute nicht enttarnt worden ist.

Es ist wieder das Spiel mit der Angst und den Abgründen der menschlichen Gesellschaft, die Fincher zum Thema seines Filmes macht, doch diesmal ist irgendwie alles anders. Wenige verspielte visuelle Effekte und unmöglichen Kamerafahrten, wie man sie von ihm gewohnt ist – der Stil ist ruhig, fast schon beängstigend realistisch. Auch die Perspektive, aus der er sich dem Zodiac-Fall nähert, ist anders als erwartet. Fincher drehte hier keinen Film über einen Killer, er drehte einen Film über Menschen, die diesen Killer jagen – nur, um daran zu zerbrechen.
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