August 2007


Auch wenn die Temperaturen derzeit nicht wirklich dafür sprechen, so ist es tatsächlich noch Sommer. Schließlich sind in einigen Bundesländern noch SOMMERferien, auf meinem Blog herrscht noch Sommerpause und ab und an sitzt der geneigte Augsburger noch im Biergarten und genießt ein Helles.

Wie gesagt, auch wenn die Temperaturen derzeit alles andere als sommerlich sind, so hoffe ich doch, dass es noch den ein oder anderen heißen Spätsommertag geben wird. Was diese Hoffnung allerdings wirklich untergräbt sind einige Supermarktketten, die es doch tatsächlich schon heute – IM AUGUST – wagten, Lenbkuchen ins Sortiment aufzunehmen! Sollen die Plätzchen und Weihnachtsnaschereien jetzt schon am Strand verdrückt werden oder was?

Letztes Jahr haben sie wenigstens bis zum 1. September gewartet, das Zeug ins Sortiment zu nehmen.

Das Internet ist vielleicht ein anonymer Ort, was aber nicht heißt, dass sich keiner um uns sorgt. Die Lena Sophie z. B. hat mir heute eine wirklich interessante Mail geschickt:

Betreff: Schutz vor Aids mit Kondomflatrate

Aids breitet sich immer weiter aus. Es wird ein weltweites Problem.
Daher wird der Schutz vor Aids immer wichtiger.
Aus diesem Grund bekommt man an vielen Stellen Kondome für lau.
Oftmals ist es aber gerade jungen Menschen peinlich diese Stellen zu nutzen.

Wir haben eine Lösung:

http://www.***

Anmelden, Bestätigungslink klicken und Kondom erhalten.
Einfach, unkompliziert und sicher

http://http://www.***

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Sie erhalten diese Email, weil sie sich auf einem unserer Portale angemeldet haben.
Sollten sie unsere Neuigkeiten nicht mehr bekommen wollen, können sie sich hier austragen:

http://www.***

Das ist doch mal ein Service! Ich hatte mich zwar nie auf einem Portal angemeldet, aber war natürlich froh, dass ich dieses tolle Angebot trotzdem bekommen habe. Ich bin natürlich gleich auf die angegebene Webseite gesurft. Schließlich war es mir bisher immer peinlich mir Kondome zu besorgen, sei es für lau oder gegen Bezahlung.

Auf der Webseite animierten mich Bilder von ansprechenden jungen Damen dazu, mein Vorhaben auch wirklich umzusetzen. Nicht nur dass, zusätzlich zu den Kondomen konnte ich tatsächlich noch eine hochwertige Bierzapfanlage gewinnen! Was braucht der Mann mehr? Bier und Kondome! Die Frauen kommen da doch quasi von alleine zugelaufen!

Stutzig wurde ich ein wenig, als ich las, dass ich für 12 Monate Kondomversorgung 96 Euro zahlen sollte. Hieß es nicht in der Mail Kondome für lau? Und was heißt hier Kondomflatrate, wenn ich dann für diese 8 Euro im Monat nur 12 Kondome bekomme? Beim Edeka sind sie auch nicht viel teurer, bieten die etwa auch eine Flatrate an?

Aber egal, schließlich bekam ich als Neuanmelder ein kostenloses Kondom zur Verfügung – nicht zu vergessen das Gewinnspiel mit der Zapfanlage. Es ist echt erstaunlich, wie human manche Unternehmen doch noch sind. Zusätzlich boten sie nämlich noch 14 Tage Rückgaberecht an. Falls also eine von den Weibern schwanger werden sollte, würde ich die Teile einfach wieder zurückschicken. Ich lass’ mich ja nicht verarschen.

Am Ende kommen die Touristen(BRD 2007)
Regie:
Robert Thalheim
Drehbuch:
Robert Thalheim
Darsteller: Alexander Fehling, Ryszard Ronczewski, Barbara Wysocka
Länge: 85 Minuten< ?php votio_ballot_box(); ?>
Ab 16. August im Kino.

Ausgerechnet Oświęcim! In diesem polnischen Kaff soll Sven (Alexander Fehling) die nächsten 12 Monate seines Lebens verbringen – als Zivildienstleistender. Das wäre an sich völlig unspektakulär, wären in der Nähe des kleinen Kaffs nicht über eine Millionen Menschen ermordet worden. Zur Zeit deutscher Besatzung im Zweiten Weltkrieg wurde die polnische Stadt Auschwitz genannt.

Das KZ ist für Sven unausweichlich, nicht nur, da er in der Begegnungsstätte für Jugendliche arbeitet. Er muss sich auch um den alten KZ-Überlebenden Stanislaw Krzeminski (Ryszard Ronczewski) kümmern, der mit einem deutschen Pfleger überhaupt nicht einverstanden ist. Trotzdem kommt es für ihn zum Kulturbruch. Als er bei der jungen Polin Anja (Barbara Wysocka)zur Untermiete einzieht, lernt er, dass es in Oświęcim auch ein Leben nach Auschwitz gibt. Dass dieses Mahnmal der Geschichte auch einen Platz im Hier und Heute hat. Eine zarte Liebe beginnt zwischen Sven und Anja zu knospen, als sie die Realität wieder einholt. Sven muss sich entscheiden, wie sein Leben weiterverlaufen soll.
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Augsburg bewegt sich. Überall wird gebaut, auf- und abgerissen, zugeschmiert und neu gemacht. Es entstehen neue Umgehungsstraßen, das Kopfsteinpflaster am Rathausplatz wird erneuert und die Arbeiten für die neuen Straßenbahnlinien kommen so langsam in die Gänge überall rattert und knattert es. Schwerpunkt ist der öffentliche Personennahverkehr. Sehr löblich das Ganze, Augsburg ist eh eine sehr grüne Stadt.

Neben den funktionierenden ÖPNV bin ich tagtäglich am liebsten mit dem Rad unterwegs. Alle wichtigen Ziele sind von meiner Wohnung in maximal 15 Minuten zu erreichen, schneller ist der Bus oder die Tram auch nicht. Leider ist Fahrrad fahren in Augsburg nicht so komfortabel, wie das Tram fahren. Der heimische Drahtesel-Besitzer kann da nur neidisch nach Fahrradmetropolen wie Münster oder Kiel schielen.

Augsburgs Fahrradwege, wenn denn vorhanden, sind stellenweise in desolatem Zustand, was mir immer wieder durch mein schmerzendes Gesäß in Erinnerung gerufen wird. Es gibt viel zu wenig Fahrradstellplätze, wie jeder beipflichten wird, der mal an einem der Bahnhöfe sein Rad abstellen wollte. Und wo wir schon bei zu wenig Platz sind, auch auf den Straßen ist häufig zu wenig Platz für die Radfahrer. Ich hab immer etwas Bedenken, wenn ich den Milchberg runter schieße, denn dank Straßenbahnschienen hat der Radler nicht mal einen halben Meter für die Talfahrt. Diese schmale Schneise ist dann auch noch mit Schlaglöchern übersät – jedes Mal ein Abenteuer dort zu radeln.

Eigentlich ist es immer abenteuerlich, durch Augsburg zu radeln. Allein heute wurde mir sicherlich an die 10 Mal die Vorfahrt genommen, meine Fahrbahn durch abbiegende oder parkende Autos versperrt oder einfach nur gefährlich dicht vorbeigefahren.
Aber nicht nur die Autofahrer bestechen durch ihre Ignoranz, auch die Radfahrer hier fallen immer wieder mit haarsträubenden Aktionen auf. Zwei schnatternde Rad fahrende Damen nahmen mir bei Tempo 30 die Vorfahrt. Dank Vollbremsung konnte ich Schlimmeres verhindern, was die zwei „Augschburgerinnen“ überhaupt nicht wahrnahmen. Genauso wenig wie ein Großteil der Radler die neuen Fahrradspuren auf der Haunstetter Straße zwischen Rote-Torwall-Straße und Inverness-Allee zu ignorieren scheint. Da investiert die Stadt viel Geld für uns Radfahrer und wie wird’s gedankt? Mit stoischer Ignoranz – typisch. Ich radle jedenfalls grundsätzlich allein auf der Spur, der Rest nutzt die inzwischen offiziell ausgewiesenen Gehwege. Die Stadt muss jetzt noch mehr Geld investieren, um die Radfahrer auf den Radweg zu bringen.

Auch wenn es sich bisher nicht so liest, ich fahre gern Rad in Augsburg. Vielleicht liegt das allerdings daran, dass ich stark befahrene Straßen meide und zur Uni sowieso durch die Siebentisch-Anlage fahre. Die neuen Radwege und die weiteren Planungen der Stadt, die auch ein Fahrradparkhaus am Bahnhof enthalten, lassen auch eine durchaus positive Entwicklung erkennen. Um wirklich eine fahrradfreundliche Stadt zu werden, bleibt noch viel zu tun – auch bei der Verkehrserziehung der Bürger. Trotzdem: Augsburg bewegt sich.

Welch traurige Geschichte ist es doch, sich abhängig von etwas zu machen, dass unzuverlässig, hässlich und völlig kaputt ist. Nein, ich meine keine Frau, wo denkt ihr hin, ich schreibe hier von Windows XP.

Dieses Miststück von Software hat ja die dumme Angewohnheit zu den unsinnigsten Zeiten den Arsch hoch zu machen – so auch vor ein paar Stunden. Gerade wollte ich den Rechner runterfahren und plötzlich ploppt ein Fenster auf, dass mir verkündet, es seien wichtige Systemdateien verschwunden und ich solle doch bitte die XP-CD einlegen, um dieses kleine Problem schnell zu lösen. Aber wie gesagt, ich war gerade dabei meinen Rechner runterzufahren und das tut mein Rechner unbarmherzig. Egal ob da ein Fenster aufgeploppt ist oder nicht, er fährt unweigerlich runter.

Nur hoch dann halt nicht mehr. Geht ja nicht. So ganz ohne wichtige Systemdateien.

Die Reparaturkonsole von XP ist, harmlos ausgedrückt, ein Witz. Eine “Reparatur-Installation” scheiterte bisher daran, dass mein CD-Rom-Laufwerk nicht mehr erkannt wird. Das ist beileibe nicht meine erste Reparatur von Windows, aber so störrisch hat sich das Stück Software noch nie angestellt.

Jetzt läuft wohl alles auf eine neuinstallation von Windows hinaus. Ich muss jetzt nur noch die paar wichtigen Daten auf der Windows-Partition sichern. Leider brauche ich dazu eine Wechselplatte, die ich nicht hab. Muss ich dann wohl meinen Bruder konsultieren. Jetzt natürlich nicht, ist ja mitten in der Nacht.

Ich hatte mir das Wochenende dann doch etwas anders vorgestellt…

Welch großer Tag ist angebrochen, ein Tag mit einer gloreichen Vergangenheit. Wer erinnert sich nicht gern an den 10. August 955, als Otto der Große die Ungarn vor den Toren Augsburgs endlich schlagen konnte.
Am selben Tag des Jahres 1519 beginnt Magellan mit seiner ersten Weltumsegelung. Ein paar Jahrhunderte später endet am 10. August 1792 die Monarchie in Frankreich mit der Festnahme von Ludwig XVI – ein toller Tag für die Franzosen.
Am 10. August 1893 läuft der erste Versuchsmotor Rudolf Diesels in der Maschinenfabrik Augsburg aus eigener Kraft und so wie ich die Augsburger kenne, haben sies nicht mal gemerkt.

Natürlich wurden an diesem heutigen Tage auch viele Menschen geboren, das sollte hier nicht verschwiegen werden. Da wäre Erich II Herzog von Braunschweig-Lüneburg, der 1528 das Licht der Welt erblickte. Wer kennt ihn nicht. Bekannter ist da wohl Henri Nestlé, Gründer des gleichnamigen Unternehmens, der 1814 geboren wurde. Nicht zu vergessen ist Alfred Döblin, der grandiose Schriftsteller erblickte 1878 das Licht der Welt.

Aber das wichtigste Ereignis an diesem Tage – und darum gehts mir hier eigentlich – ist und bleibt wohl für alle Zeiten der Geburtstag von meinem Zwillingsburder und mir! Nun huldigt uns also!

Dass heute das Hohe Friedensfest in Augsburg begangen wird, geisterte ja schon durch die üblichen Verdächtigen der Augsburger Blogs und verhalf Augsburg laut Chris auch schon zum Artikel des Tages der deutschen Wikipedia.

Seit 1650 gibt es diesen ausschließlich auf das Stadtgebiet Augsburg beschränkten Feiertag, an dem der Gleichstellung der Protestanten mit den Katholiken gedacht wird. Da inzwischen über 350 Jahre vergangen sind, sollte man doch eigentlich annehmen, dass dieser Feiertag auch beim letzten Augsburger im Kalender stehen sollte. Erstaunlicherweise gibt es dennoch genug Mitbürger, die völlig erstaunt vorm verschlossenen Schwaben Center standen und in den EDEKA wollten. Eine resolute ältere Dame rüttelte gar an der Schiebetür des Einkaufcenters, verwundert, warum diese sich nicht öffnete. Und manch glücklicher Arbeitnehmer war anscheinend auch sehr verwundert, dass er an seinem freien Tag nicht gemütlich shoppen gehen konnte. Hätten sie mal ein Blick auf die Augsburger Blogs oder ins AugsburgWiki geworfen, dann hätten sie sich den Weg sparen können.

Doch nicht nur die Augsburger können sich über diesen zusätzlichen Feiertag freuen, auch den Einzelhändlern der umliegenden Gemeinden dürfte ein Strahlen auf dem Gesicht liegen. Ganze Heerscharen von Augsburgern strömten in die unzähligen Läden und ließen ihr Feiertagsgeld gleich da. Ich nehme mich da gar nicht aus, aber so kam ich wenigstens an schöne Stühle für sagenhafte 60 statt der ausgewiesenen 364 Euro. Dass macht wenigstens für kurze Zeit vergessen, dass ich dank meines lädierten Knies heute kein Feiertagsfußball spielen konnte.

Mit dem heutigen Tag endet dann auch Pax 2007 und damit ein weiteres Jahr, in dem ich nicht eine der unzähligen Veranstaltung des Festprogramms besucht habe. Asche auf mein Haupt – nächstes Jahr geh ich bestimmt zu einer Veranstaltung, versprochen…

“Alles Gute zum Jubiläum!” schreibt mir meine Freundin vor etwas mehr als einer Woche. Jubiläum? Mein Gehirn beginnt zu arbeiten. Ich habe doch nicht schon wieder irgendein wichtiges Datum in unserer Beziehung vergessen? Nach ein paar Sekunden bin ich mir sicher, dass alle wichtigen Termine erst in ein paar Wochen dran sind – um was geht es hier also?

Nach verschüchterter Nachfrage die erleichternde Antwort: “Na heute ist es genau einen Monat her, dass du was in deinem Blog geschrieben hast!” Stimmt wohl. Wäre ein Blogeintrag wert, schießt mir durch den Kopf. Aber irgendwie hab ich keine Zeit Worte zu formulieren und sie aufs Blatt bzw. auf den Bildschirm zu werfen.

Themen hatte ich schließlich genug: Praktikum, der tägliche Pendlerwahnsinn, die gern gesehenen Bahnstreiks, die gewaltigen Unwetter, die mich immer dann überraschten, wenn ich keinen Regenschirm dabei hatte, die wirklich tolle Hochzeit eines guten Freundes oder einfach ein paar Musik- und Filmrezensionen. Alles schöne Themen. Wenn aber die Zeit fehlt, fehlt auch die Muße, fehlt die Lust zum Schreiben.

Das Praktikum ist nun zu Ende, schöne war es und gelernt hab ich auch was. Viel Zeit hab ich zwar immer noch nicht, aber ich zwinge mich ab sofort wieder zum Schreiben. Als Ausgleich und zur Entspannung macht schreiben wirklich Spaß.

Also: Bis die Tage, der Provinzblog ist wieder eröffnet…