Januar 2008


Ich kann nur immer wieder staunen über die Chinesen. Sie schaffen es kaum auf gedruckten Stadtplänen alle Straßen einer Stadt zu verzeichnen. Selbst im Internet war es immer sehr schwer Stadtpläne zu finden, die auch aktuell und übersichtlich waren, denn Anbieter wie Google-Maps bieten keine Straßenkarte für chinesische Städte an. So war es im Vorfeld meines Beijing-Besuchs sehr schwer irgendwelche verlässlichen Daten und Karten zu finden.

Solche Probleme lösen sich logischerweise immer dann, wenn es gar keiner Lösung mehr bedarf. So fand ich heute dank Boris von Feinheit eine wunderbare Seite, auf der eine Vielzahl Chinesischer Städte ganz im Stile von Sim City dargestellt werden. Kleine Pixelhäuser und Straßen ergeben so ein wunderbar übersichtliches Bild. Herausragende und prägnante Gebäude wurden nämlich detailverliebt nachgezeichnet und sorgen dafür, dass man sich auch ohne der chinesischen Sprache mächtig zu sein, gut orientieren kann.

Beispiele gefällig?

Beijing: Ein markantes Gebäude in der Wangfujing, der bekannten Einkaufstraße

Shanghai: Ziemlich verwirrende Straßenführung auch in der Virtuellen version

Suzhou: Blick auf eine der Skylines von Suzhou

Wer also demnächst mal Beijing besuchen möchte, Olympia 2008 steht ja vor der Türe, der kann sich hier schon mal eine Übersicht verschaffen. Für die Suche nach Straßen – was man des Öfteren mal braucht – eignet sich edushi leider noch nicht, da die Oberfläche bisher nur auf Chinesisch verfügbar ist. Einzig Honkong ist bereits auf Englisch erkundbar. Trotzdem ist edushi eine schöne, verspielte Alternative zu Google Earth. Eine Liste der verfügbaren Städte gibt es hier, ich war so frei und hab sie durch den Google-Translator gejagt, damit ihr auch versteht worum es geht…

An manchen Tagen ist es nicht leicht einen Blog zu führen. Genau dann nämlich, wenn sich Leser über die Kommentare melden, die ganz offensichtlich nicht kapieren was ein Blog ist – nämlich eine Plattform zur Verbreitung von ganz subjektiven Ansichten.

Dann heißt es aber plötzlich zu meiner Kritik zum Killerskonzert:

“nur weil einem Journalist an diesem Tag irgendwas quer saß, muss man nicht gleich solch eine (unberechtigte) Kritik schreiben.”

Im Paradebeispiel Tempolimit, gehts sowieso immer hoch her. Da schreibt mir Martin heute:

“Vielleicht sollten sie sich erst mal mit dem Thema ausführlich auseinandersetzen, bevor sie schreiben.”

Ich beschäftige mich ja nun nicht erst seit gestern mit Weblogs und habe derzeit jede Menge Studien zum Thema gelesen und die Zahlen sagen alle, dass Weblogs in Deutschland zwar nicht so angesagt sind wie in anderen Ländern, aber das sie dennoch dem Großteil der Internetnutzer bekannt sind.

Ich weiß ja, dass ich meine Meinungen hier einem potentiellen Massenpublikum zur Verfügung stelle, aber gelesen wird es doch nur von ein paar wenigen. Soll ich jetzt anfangen vor jedem Beitrag einen Disclaimer zu schreiben, der ausdrücklich darauf hinweist, dass das hier ein Blog ist? Eigentlich sollte das doch klar sein bei einem Titel wie ProvinzBLOG.

Ich hab ja nichts gegen Meinungspluralismus, der darf ja ruhig in den Kommentaren herrschen – das freut mich ja durchaus. Wenn man mich dann aber darauf hinweist, dass ich doch besser recherchieren sollte oder meine journalistische Sorgfaltspflicht vernachlässige, dann nervt mich das wirklich. Ich propagiere hier nicht, dass meine Meinung die einzig wahre sei oder ich hier für die FAZ schreibe – das ist ein privater Blog mit persönlichen Geschichten und Meinungen.

Andere können ruhig behaupten Blogs sind die Zukunft des Journalismus, meine Meinung ist das nicht. Ich habe keine journalistischen Ansprüche an das Blog hier, ich bin kein Ersatz für eine Zeitung. Blogs sind in meinen Augen eher Ergänzung des alltäglichen Medienbetriebs, die kommentieren, kritisieren, richtig stellen und manchmal auch vervollständigen.

Also liebe Leser bringt ruhig Argumente an, aber spart mit Kritik an meiner journalistischen Sorgfaltspflicht, die beachte ich nämlich gar nicht.

Das Harald Schmidt keine echte Lust mehr hat Late Night zu machen, hat er ja schon selbst des Öfteren verkündet. Dass er uns aber nun trotzdem noch mit seinem nicht sonderlich komischen Ziehsohn Oliver Pocher jeden Donnerstag heimsucht, scheint in diesem Lichte so überflüssig, wie langweilig.

So richtig mag der Funke nicht überspringen und Pocher ist einfach nicht witzig, auch wenn er die Mimik und Gestik von Schmidt kopiert. Um der sehr lahmen Show auf die Beine zu helfen, werden dann halt ab und an ein paar Tabus gebrochen und irgendwelche Nazi-Sprüche in den Ring geworfen.

Wie man es richtig macht, das sieht man, wenn man einen Blick in Richtung Alpen wirft. “Willkommen in Österreich” heißt die Late Night Show auf ORF1, die Schmidt & Pocher ohne Probleme in die Tasche steckt. Das liegt vor allem an dem Moderatoren-Duo Christoph Grissemann und Dirk Stermann, die schon den 90er Jahren zusammenarbeiten.

Eigentlich machen die beiden nicht viel anders als Schmidt und Pocher, auch hier gibts Nazi-Witze und Tabu-Brüche. Die Show wirkt insgesamt aber anarchischer, frecher und viel spontaner als die ARD-Sendung. Nun kommt diese tolle Show leider nur im ORF und der ist bekanntlich in Deutschland nicht so leicht zu empfangen. Für all jene, die trotzdem einen Blick in die beste deutschsprachige Late-Night-Show werfen wollen, sei das Portal zur Sendung empfohlen, auf der alle Folgen online in (fast) voller Länge zu bestaunen sind.

Und wer nicht genug bekommen kann, auf dem Berliner Radiosender radioeins gibt’s jeden Sonntag die inzwischen auch schon legendäre Show Royal mit Stermann und Grissemann als Moderatoren.

Bleibt Harald Schmidt noch einen schönen Ruhestand zu Wünschen und Pocher eine schöne Samstag-Abend-Show. Wie wärs mit Verstehen sie Spaß? Auf den frei werdenden Programmplatz gibt’s dann vielleicht Willkommen in Deutschland – mit Stermann und Grissemann natürlich…

Wer sehen will wie Crosspromotion funktioniert, der guckt sich einfach mal den jüngsten Eklat ums grenzdebile Junglecamp an. Schließlich kann mir keiner erzählen, dass ein Video, das VOR dem Einzug in das Camp gedreht wurde, jetzt jetzt erst urplötzlich auftaucht.

Nein natürlich ist das alles Zufall. Auch, dass gestern in der Sendung nicht groß auf das ausscheiden Tomekks eingegangen wurde und es nur sehr nebulös hieß: “Es habe Vorwürfe gegen ihn gegeben, und man wolle ihm die Gelegenheit bieten, sich persönlich dazu zu äußern.”

Aufklären durfte das ganze dann die Bildzeitung, die groß und breit vom skandalösen Hitlergruß Tomekks berichtete und das Video auch gleich online stellte. Was nicht nur exorbitante Klickraten erzeugt haben sollte, sondern bei RTL auch für den nächsten Quotenrekord beim C-Promi-Camp sorgen dürfte.

Das Bild und RTL hier mit einer richtig billigen Masche Quote machen ist eigentlich kaum von der Hand zu weisen, aber wie schon gesagt: Alles Zufall!

Blöd, dass gerade solche Geschichten immer ganz groß in der Blogosphäre aufgegriffen werden und selbst ich mich genötigt fühle über eine Sendung zu bloggen, dich ich noch nicht mal gesehen habe. Wir sind doch alles Medienhuren :)

Jetzt freue ich mich auf die erste Hitler-Debatte in diesem Jahr. Zweite-Reihe-Politiker vortreten!!

Es gab ja schon länger keinen Grund über die Telekom zu meckern. Aus unerfindlichen Gründen traten keinerlei Probleme mit DSL oder Telefonie auf, schon unheimlich.

Doch gestern endlich die Erlösung, wir haben wieder eine Störung – WUN-DER-BAR. Gegen 18 Uhr trudelte eine SMS ein von meiner werten Mutter ein, dass wir doch nicht erreichbar wären. Eine Selbstdiagnose ergab: Tatsächlich – wir konnten nicht raustelefonieren! Zusätzlich meldet sich eine Stimme vom Band, wenn wir angerufen werden: “Der von ihnen gewünschte Teilnehmer ist zur Zeit nicht erreichbar.” Kein Tuten, kein wählen – nichts.

Beim Telefon meines Mitbewohners genau dasselbe. Doof nur, dass wir jetzt nicht mal die Störungsstelle anrufen können. Glücklicherweise oder besser seltsamerweise funktioniert der DSL-Anschluss einwandfrei, so können wir wenigstens eine bitterböse Beschwerdemail schreiben.

Jetzt bleibt nur noch zu hoffen, dass bei der Beseitigung der Störung nicht doch noch irgendwas schreckliches passiert. Daumen drücken!

Yellow Bentines, The Good, The Bad & The Queen oder Television Personalities – manchmal frag ich mich, wie die ganzen Bands überhaupt auf ihre Namen kommen. Ein kleines Spielchen, das derzeit durch die Blogwelt geht, wirft ein ganz neues Licht auf diese Frage. Denn mit Hilfe von nur drei Webseiten werden nicht nur Bandnamen gefunden, sondern auch gleich der Titel und das Cover der ersten CD generiert.

Hier die Regeln:

  1. First, get the name of your band: this will be the first article title on http://en.wikipedia.org/wiki/Special:Random
  2. Get the title of your album: the last four words of the very last quote: http://www.quotationspage.com/random.php3
  3. The third picture, no matter what it is, is your album cover: http://www.flickr.com/explore/interesting/7days

Klar das ich das auch gleich ausprobieren muss. Nachdem ich alle Seiten abgeklappert hatte, ergab sich bei mir folgendes Bild:

Biodata

  1. Biodata (Wikipedia)
  2. My God, you’re thin (Zitat)

  3. Ephemeral, pt.2 von preciouskhyatt (flickr)

Wer also gerade händeringend einen Bandnamen sucht, für 5 Euro könnt ihr ihn haben :)

Heute will ich mich mal mit einer kleinen Bitte an euch wenden, denn das Uni-Hörspiel Suni & Partner wurde für den Hörspiel Award Publikumspreis 2007 nominiert – und wir brauchen eure Stimmen!

Seit nunmehr sechs Folgen versorgt eine kleine Truppe von Studenten die Augsburger Kinder-Uni nämlich mit Detektivgeschichten passend zur Vorlesung und ganz im Stile von TKKG und den Drei Fragezeichen. Schon über 100.000 Downloads können wir inzwischen vorweisen und mit jeder Folge werden es mehr. Vor allem wegen der grandiosen 6. Folge, die ich in mühevoller Arbeit höchstselbst geschnitten habe, solltet ihr also für Suni & Partner beim Hörspiel Award in der Kategorie Beste Serie (Kinder/Jugendliche) für uns voten!

Gleich vorweg: die Hürde zum Voting ist relativ hoch, denn hier wird einiges an Daten von euch verlangt. Das ist leider notwendig, da solche Publikumspreise sonst völlig aus dem Ruder laufen. Wer damit keine Probleme hat und uns gerne unterstützen möchte, dem sei unser Dank gewiss.

Also, auf gehts zum Voten!

Sinneswandel bei Frank Mehdorn? Kritisierte er doch gerade “dass Minderheiten in einem Unternehmen sich auf Kosten der Gesamtbelegschaft bedienen”. Dumm nur dass er dabei nicht die exorbitant gestiegenen Managergehälter meinte, sondern den jüngsten Tarifabschluss mit der Lokführer-Gewerkschaft GDL.

Aber so hat er nicht nur Grund mit Stellenabbau zu drohen, sondern auch noch eine Fahrpreiserhöhung in Aussicht zu stellen. Der Mann hat ein Talent dafür andere für schlechte Nachrichten verantwortlich zu machen.

Den Rauchern stinkt es seit dem ersten Januar, denn seit Jahresanfang dürfen sie in den Großteil der Kneipen, Restaurants und Discos nicht mehr rauchen. Erstmalig merken sie, wie belastend rauchen eigentlich ist – das war ja bisher den Nichtrauchern vorbehalten. Schließlich hatten die Passivraucher bisher das Nachsehen, wenn nur eine Handvoll Raucher gegen eine Mehrzahl von Nichtrauchern stand.

Jetzt ist alles anders und in den Medien gibt es immer mal wieder Stimmen von empörten Rauchern, die nicht verstehen können, warum sie denn nicht die Luft für uns alle verpesten dürfen. Dabei ist es doch für alle von Vorteil, wenn man sich in Kneipen und Clubs mal sehen kann und die Augen mal nicht nach 5 Minuten das Tränen anfangen. Die Klamotten stinken nicht mehr nach modrigen Tabak und es ist tatsächlich die Kondition, die einem nach 10 Minuten auf der Tanzfläche den Atem raubt.

Dass die Wirte jetzt zu großen Raucherfreunden werden, ist aus kaufmännischer Sicht verständlich, aber letztlich waren sie selbst es, die das Gesetz mit verursacht haben. Schließlich hatte man seitens des Gesetzgebers lange auf eine freiwillige Umsetzung der Wirte für mehr Nichtraucherschutz gesetzt. Da es allerdings zu keinen nennenswerten Änderungen kam, sah sich der Gesetzgeber gezwungen zu handeln. Jetzt ist – typisch deutsch – mal wieder die Regierung schuld.

Das ganze Gezeter kann ich sowieso nicht nachvollziehen. Wenn sich ein Raucher aufregt, dass er jetzt in die Eiseskälte geschickt wird, dann soll er halt einfach nicht gehen oder sich eingestehen, dass er süchtig ist. Es zwingt sie doch keiner zu rauchen, mein Verständnis bekommen die nicht. Schließlich hatten Raucher ja auch selten Verständnis, wenn man sich von ihnen gestört fühlte.

Aber tapfer sind sie, die Raucher, was bei nächtlichen Spaziergängen durch die Innenstadt schnell ersichtlich wird. Bei Wind und Wetter trotzen sie den Elementen, um ihren Glimmstängeln zu frönen. Leerer sind die Kneipen nach meiner rein subjektiven Einschätzung nicht geworden, im Gegenteil, ich sehe plötzlich Menschen in meinen Stammkneipen, die ich vorher nie gesehen habe. Das liegt allerdings vielleicht auch daran, dass ich erstmalig ans Raumende blicken kann, ohne auf eine Nebelwand zu stoßen.

Ich finde die neue Entwicklung jedenfalls gut, mehr gute Luft für alle. Und wenn selbst mein doch schon recht stark rauchender Bruder jetzt aufhören will zu rauchen, anstatt zu meckern, dann kann das alles doch gar nicht so tragisch sein.

Fürs Leben in Bayern muss man schon gewappnet sein und starke Nackenmuskeln haben, schließlich gibt es nirgendwo sonst in Deutschland so viele Gründe zum Kopfschütteln.

Wenn hochtrabend davon gesprochen wird, dass religiöse Gefühle “schwerwiegend verletzt” worden sind, dann wird man ja in Zeiten, in denen Mohammedkarikaturen gern mal zu Flaggenverbrennen und Mediengeschwurbel führen, schnell hellhörig. Diesmal stammen sie aber nicht von einem Imam sondern von einem Würdenträger der größten christlichen Sekte. Es hat nun keiner auf ein Kreuz uriniert oder eine Kirche angezündet, was verständlicherweise für Gläubige sehr verletzten wäre – weit gefehlt.

Die Wahrheit ist viel skurriler: Der erzkonservative Prälat Wilhelm Imkamp, seines Zeichens Direktor des bekannten bayerisch-schwäbischen Marienwallfahrtsortes Maria Vesperbild fand, als er die Zeitung am Morgen aufschlug, eine kleine Werbebroschüre des örtlichen Supermarktes “schwerwiegend verletzend”. Darin waren nämlich Faschingskostüme in Form von Nonnen- und Mönchskostümen zu sehen.

“Verächtlichmachung!”, schimpft der Domspatz da natürlich und forderte Vergeltung. Und da wir hier in Bayern und nicht in einer Demokratie leben, wurden die Kostüme schnellstens aus dem Sortiment genommen und der Domspatz pfeift: “Ich bin mehr als zufrieden.”

Na dann wollen wir mal hoffen, dass morgen nicht die Piraten, Afroträger, Teufelchen, Clowns und Cowboys nicht bei Penny auf der Matte stehen und sich tief verletzt fühlen – wäre irgendwie ein langweiliger Karneval/Fasching…

Weiter witzige News rund um die lustigste Religion der Welt gibt es bei Basti & Silke.

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