April 2008


Manchmal wird man an den unmöglichsten Zeitpunkten daran erinnert, das Augsburg dann doch irgendwie in der tiefsten bayerischen Provinz liegt. Dieser Aushang in einem gutbürgerlichen Wohnhaus in der Innenstadt war gestern jedenfalls sehr erheiternd.

Boing, das sitzt aber! Die Süddeutsche Zeitung hat heute mal zum Rundumschlag gegen den gegenwärtigen Stand der Augsburger Mobilitätsdrehscheibe ausgeholt.

Schuld trägt aus Sicht des Autors eindeutig die CSU, “die sich aus wahltaktischen Gründen dazu hatte hinreißen lassen, [...] einen Bürgerentscheid gegen den Umbau des Augsburger Königsplatzes massiv zu unterstützen.”

Auch die Beteuerungen der Augsburger CSU und Erwin Hubers , die Finanzierung des Bahnhofsumbaus sei sicher auch ohne Kö-Umbau, wird als breit angelegte Wählertäuschung gegeißelt.

“Wie man hört, sollen die für den Nahverkehr zuständigen Beamten im Münchner Verkehrsministerium nach Hubers Äußerungen jedes Mal die Hände überm Kopf zusammengeschlagen haben.”

Von Anfang an war also klar, dass mit Scheitern des Kö-Umbaus, auch die Finanzierung des Bahnhofsumbaus scheitern würde.

Solche breit angelegten Betrügereien sollten eigentlich durch die “vierte Gewalt” im Staat aufgedeckt werden. Die Augsburger Presse hüllte sich vor der Wahl allerdings in Schweigen. Nur in einigen Foren und Blogs überhaupt verbreitet worden, wie es um die Finanzierung des Bahnhofs steht.

In einer Stadt mit einer wachen Lokalredaktion hätte Gribl im Kommunalwahlkampf dieses Täuschungsmanöver wohl nicht durchhalten können. Doch in Augsburg hatte der CSU-Kandidat diesbezüglich nichts zu befürchten – er wurde sogar zum Oberbürgermeister gewählt.

Jetzt, wo alles vorbei ist, mahnt die Staatsregierung plötzlich zur Eile beim Aus- und Umbau. Das kann für den Autor nur eins bedeuten: Die Pläne für den Königsplatzumbau werden trotz Bürgerentscheid kaum anders aussehen als ursprünglich geplant.

Am liebsten würde ich manchem Augsburger diesen Artikel um die Ohren hauen. Ob des Umfangs der Süddeutschen Zeitung, würde das dann wohl als versuchter Mord gelten.

Für den ganzen Artikel empfehle ich den immer wieder lesenswerten Blog zum Bürgerbegehren Mobilitätsdrehscheibe.

Da hat mir Simon gerade mit einem kleinen Kommentar eine Möglichkeit eröffnet, auf die Suche nach meiner verlorenen Zeit zu gehen, erinnerte ich mich doch dank ihn an eine kurze Episode aus meiner Grundschulzeit. Es geht hier zwar auch um Gekritzel und irgendwie ist es auch eine Antwort auf Simons Kommentar, aber der wurde jetzt so lang, dass ich ihn lieber als Beitrag veröffentliche.

Ich kann mich daran erinnern, es muss in der zweiten Klasse gewesen sein, Ende der 80er Anfang der 90er, gewesen sein, da wurde plötzlich Star Wars ganz große Mode. Aus unserer Klasse hatte bis dahin allerdings nur ein einziger Junge Georg Lucas’ Sternensaga gesehen, wir anderen waren dafür noch zu klein. Andererseits hatten wir bis dahin auch gar keine Chance es zu sehen, im damals sehr eingeschränkten Fernsehbouquet.

So blieben uns nur die Erzählungen von Michi, so hieß der Junge. Er hatte aus irgendwelchen Gründen nicht nur einen Videorekorder(!) sondern auch noch alle drei Star Wars-Teile auf Tape. Damit wurde der eigentlich recht sonderbare Bub eine Zeitlang ein Star unter uns Jungen in der Klasse.

Er erzählte uns von Luke Skywalker, Han Solo und Darth Vader, von martialischen Raumschlachten mit seltsamen Raumschiffen, die geformt waren wie Xe und Hs. Auch der Todesstern und die Sternenzerstörer wurden nicht ausgelassen.

Storytechnisch wurde von Michi eigentlich kaum etwas verraten. Der Typ war schon in seinem zarten Alter unglaublich Waffenverliebt, also schilderte er uns vorrangig die Raumkämpfe – zum besseren Verständnis auch mit Zeichnungen. Da wurden dann Manöver erklärt und die Durchschlagskraft des Todessterns demonstriert.

Zum Ende war das Blatt über und über mit kleinen Xe und Hs vollgekritzelt, ein dicker Klops demonstrierte den Todesstern und die Sternenzerstörer waren Dreiecke. Dazwischen gab es dann jede menge bunte Laserschüsse. Jeder der nicht wusste, was dort auf dem Blatt war, hätte uns für verrückt erklärt. Selbst wir begriffen ja nur teilweise, was uns der “Star Wars-Michl” da schilderte.

Da es aber relativ einfach war ein par Xs und Hs auf ein Blatt Papier zu malen und die dann Kämpfen zu lassen, wurde es in der Klasse ganz große Mode solche Zeichnungen anzufertigen. Teilweise wurde zu zweit an solchen Zeichnungen gesessen. So konnte man sich dann während des Zeichnens schon duellieren. Meistens gewann natürlich dann Michi, weil er irgendein bestimmtes Filmmanöver aus dem Film nachflog oder eine Spezial-Waffe kannte. So führte er plötzlich Darth Vaders Super-Sternenzerstörer aus Episode 5 ein und die Schlacht ging für mich natürlich verloren. Wir mussten ihn da glauben, schließlich kannte er sich aus.

Vielleicht war es diese kindliche Auseinandersetzung, die Star Wars für mich zu etwas ganz besonderen werden ließ. Ich hatte schon unzählige Raumschlachten durchlebt, mit dem Todesstern diverse Planeten zerstört und mit einem besonders dicken X den Todesstern selbst in die Luft gejagt, bevor ich das erste mal John Williams berühmte Fanfare hörte und den Rolltext in die Unendlichkeit erblickte. Kaum ein Film hatte als Kind auf mich solch eine Wirkung wie Star Wars und das obwohl ich ihn gar nicht gesehen hatte.

“Star Wars-Michl” genoss seinen Ruhm für ein paar Wochen und erlitt dann das Schicksal eines jeden One-Hit-Wonders, er verschwand wieder von der Bildfläche. Da er unser Nachbar war, spielten wir natürlich weiterhin mit ihm. Meistens trafen wir mit ihm zusammen, wenn mal wieder eine große Schlacht im Sandkasten geschlagen wurde. Dann reihten wir unsere Spielzeugsoldaten auf und eroberten die Burg des Gegners. Sehr erfolgreich war natürlich wieder der Michi, der kannte sich halt aus mit Waffen.

Ich weiß gar nicht was aus ihm geworden ist, dem “Star Wars-Michl” entweder ist er inzwischen der Kopf einer Verbrecherorganisation oder er ist Rüstungsingenieur geworden – wer weiß das schon. Für mich bleibt er immer der Junge der mir Star Wars schenkte.

Wer wohnt da eigentlich hinter dieser scheinbar nicht sehr dicken Mauer, die, obwohl sie die Außenmauer unseres Wohnhauses ist, kaum die akustischen Ergüsse aus der Nebenwohnung dämmen kann. Ohne größere Probleme kann man die Gespräche unserer Hausnachbarn mit anhören und sich langsam aber sicher ein Bild von ihnen machen, ohne sie je zu Gesicht zu bekommen. Schuld muss die alte Steinmauer sein, die den Schall nicht wirklich gut dämmt.

So hat man, sollte man sich ruhig verhalten, die Möglichkeit von früh bis spät am Leben unserer Nachbarn teilzunehmen. Und das beginnt sehr früh: Gegen sieben, am Wochenende gegen acht Uhr, beginnt der Streit um die Badezimmer-Rechte. Gar nicht so leicht bei einer vierköpfigen Familie, die zwei Töchter sind alles andere als bereit, ihre Recht dem sozialen Frieden willen etwas zu beschränken. So wird eben zu früher Stunde losgekeift, gestritten und nach Maaaamaaa geschrien.

Die hat allerdings selbst genug sorgen, nicht nur, dass sie zwei pubertierende Töchter hat, sie muss auch noch einen ignoranten Mann versorgen, der zu faul für Hausarbeit und Einkäufe ist. Wortfaul ist er übrigens auch, bei Streitereien verfällt er sehr oft auf ein sehr kindisches Nachäffen seiner Frau und sollte er selbst daran die Lust verlieren auf ein gelangweiltes “Bla-Bla-Bla”.

Sind die Kinder aus dem Haus wird es für den interessierten Hörer schwer zu erkennen, wer denn noch zu Hause geblieben ist. Das einzige Geräusch was vernehmbar ist, ist die dudelnde arabische Musik, die sich in einer Endlosschleife zu wiederholen scheint. Diese wird erst am Nachmittag von unsäglicher Chartmusik abgelöst – die Töchter sind wieder da. Nun dudelt die nächste Zeit peinlicher HipHop oder schnulziger Pop aus den Lautsprechern gegen unsere WG-Wand.

Am Abend wird es dann tatsächlich friedlich nebenan. Ruhe kehrt ein und, wenn überhaupt, hört man nur leise murmelnde Stimmen. Wird es draußen dunkel, besinnt sich die Familie also auf ihre Werte und sitzt brav beisammen, spielt vielleicht ein Brettspiel oder erzählen sich die Erlebnisse des Tages. Vielleicht sitzen sie allerdings auch alle getrennt in ihren Zimmern und gucken Fernsehen.

Nur am Wochenende, da wird abends öfter mal über die Stränge geschlagen. An den freien Tagen gibt es häufig Feiern und erweiterte Familientreffen. Bis spät in die Nacht hört man sie dann palavern, lachen und häufig auch streiten. Die beiden Töchter machen sich dann – ganz die Mama – einen Spaß daraus ihren Vater zu ärgern. Der ist dann aber meist schon so betrunken, dass er kaum einen vernünftigen Satz artikulieren kann.

Obwohl die Feiern häufig bis 2 oder 3 Uhr ziehen, stehen sie am nächsten Tag pünktlich um 7 Uhr wieder alle vorm Bad und brüllen sich gegenseitig an und der Vater gibt ein gelangweiltes “Bla bla bla” von sich.

So ist sie halt, die Familie von nebenan.

Eigentlich war es ja abgemacht, dass meine Freundin und mein Bruder mich im Laufe meines Beijing-Aufenthalts besuchen kommen. Dank der etwas seltsamen neuen Bestimmungen für die Erteilung eines Visas für die VR China bin ich aber inzwischen nur verwirrt und weiß nicht so ganz wie das ganze nun Umgesetzt werden soll.

War es bis vor kurzen noch “relativ” einfach ein Visum zu bekommen (nach München fahren, Formular und Reisepass abgeben und zwei Tage wieder abholen), ist es nun irgendwie sehr verzwickt.
Werden z.B. Privatpersonen -also ich- besucht, werden ab sofort folgende Dokumente zusätzlich benötigt:

  • Kopie vom Original-Flugticket (auch E-Ticket möglich)
  • Einladung der in China polizeilich angemeldeten Person
  • Kopie der polizeilichen Anmeldung
  • Kopie des Passes / Ausweises des Einladenden
  • Bei Familienangehörigen Kopie des Familienbuches (gleicher Name reicht nicht)

Touristen kommen da noch relativ human weg, die brauchen nur eine Kopie der Flugtickets und eine Bestätigung des Hotels oder der chinesischen Touristikagentur einreichen.

Ich werd mich jetzt von solch dreister Behörden-Gängelei nicht verrückt machen lassen, aber es bedeutet schon wieder einen gehörigen Mehraufwand für einen einfachen Besuch meiner Lieben im Reich der Mitte.

Ich hoffe einfach mal das mein Visa nicht solche großen Probleme macht. Da verlasse ich mich allerdings auf die kompetenten Atos-Origin-Mitarbeiter.

Beim allsonntäglichen Versuch meinen Schreibtisch einigermaßen auf Vordermann zu bringen und die Stapel Papier von einer Hälfte auf die andere zu schieben, fiel mir seit langem mal wieder meine vollgekritzelte Schreibunterlage auf. Vollgeschmiert mit Notizen, Telefonnummern, Rechnungen und natürlich jeder Menge Bildern, Formen und seltsamen Linien – Gekritzel halt.

Immer wenn ich gelangweilt bin aber auch wenn ich mich konzentriere und ich einen Stift in der Hand halte, fange ich an zu kritzeln. Häufig zu beobachten ist das während Seminaren oder Vorlesungen, wo es nicht lange dauert, bis ich das ausgeteilte Handout mit lustigen kleinen Blumen, Kringeln, Rakten, Gesichtern und anderen tollen Kullern und Kreisen vollgeschmiert habe.

Die neuerliche Erinnerung in Form meiner Schreibunterlage ließ mich dann doch mal recherchieren, ob damit nicht vielleicht doch ein psychisches Defizit manifestiert wird. Schließlich muten meine vollständig bekritzelten Blätter schon etwas seltsam an.

Gleich vorweg: Kritzeln scheint ganz normal. Allein beim Telefonieren sollen 65% der Deutschen zum Stift greifen und munter vor sich hinkritzeln. Was diese kleinen Zeichnungen interessant macht, ist der Umstand ihrer Entstehung. Teilbewusst und ohne besondere Absicht entscheidet sich der Kritzler für bestimmte Motive. Für Georg Franzen sind die “gestaltenden Kräfte, die sich in den Kritzeleien aus dem Unbewussten manifestieren, [...] im Grunde dieselben, die auch in unseren Träumen am Werk sind.” Und das sollte die Kritzelein doch interpretierbar machen – jedenfalls für die, die auch an Traumdeutung glauben.

Gekritzel
Foto von *sean

Jack Goodman hat sich mal versucht ein paar Deutungen zu präsentieren – ganz unverbindlich natürlich. So soll schon die Position und Richtung der Kritzelei Aussagen über die Eigenschaften des Menschen machen. Ein Bildchen unten rechts auf dem Papier soll mangelndes Selbstbewusstsein suggerieren. Da meine Kunstwerke aber sowieso über das ganze Blatt wachsen, spielt diese Deutungsmöglichkeit wohl keine Rolle – außer das soll für meinen einnehmenden Charakter sprechen :P

Leider helfen mir die weiteren Erklärungsversuche von Goodman auch nicht viel mehr. Meine verschlungenen Linien sollen zeigen ich sei pingelig. Häuschen und Kästchen sprechen mir die Eigenschaft “cooler Rechner” zu, bzw. logisches Denken. Meine Kringel und Kreise zeugen von verhaltener Leidenschaft oder unterdrückten Plänen, Zacken einer Säge allerdings von einen aggressiven Charakter.

Auch die weiteren möglichen Deutungen gehen irgendwie in sehr verschiedene Richtungen. Meine lustigen Gesichter sprechen mir Humor zu, der positiv denkt. Meine verschachtelten Kästchen wiederum von von Einsamkeit und Wunsch nach Zuneigung.

So richtig weiter hat mir meine Recherche als nicht geholfen, was nicht besonders verwunderlich ist, schließlich ist die “Kritzeldeuterei” ähnlich wie die Traumdeutung meist nur individuell und dialogisch mit Psychologen möglich. Aber wenigstens bin ich mit meinem Rumgekritzel nicht alleine und fühle mich jetzt nicht mehr wie meine vierjährige Nichte, wenn ich mich beim Schmieren ertappe. Außerdem meint Franzen: “Kritzeleien sind [...], ob gedeutet oder nicht, eine Möglichkeit sich zu entlasten und aufgestaute Spannungen abzuführen.”

Meine Pflanzen mit dicken Stängeln bedeuten übrigens, dass ich eine gute Hausfrau sein möchte, dass hat mich dann doch überrascht. Bleibt nur noch die Frage, was ich mit den Raketen ausdrücken möchte?

Der Aufreger des Tages scheint ja heute das gefälschte Polylux-Interview zu sein. Das “Kommando Tito von Hardenberg” platzierte im Beitrag “Alltagsdroge Speed” einen falschen Interviewpartner, der von einer Diät mit der Droge palaverte.

Kurz nach Ende der Sendung wurde ein Bekennerbrief des Kommandos Tito von Hardenberg ganz im Stile der RAF veröffentlicht. Dabei wurde die krude Sprache der Revolutionäre satirisch aufgegriffen:

Kommando Tito von Hardenberg“ aus dem Umfeld der Hedonistischen Internationalen aufgesessen. Das Magazin strahlte heute einen Beitrag über die „Alltagsdroge Speed“ aus.

Natürlich lassen sie sich auch über die Gründe der Aktion aus:

„Wir haben die plumpe Internetrecherche von Polylux zum Anlass genommen, die Legende des Speed-Patienten „Tim“ zu erfinden und zum Drehtermin ein kleines Schauspiel vorzuführen. Erschreckend, wie einfach es ist, selbst gewählte Inhalte in Massenmedien zu platzieren und so gesellschaftliche Wirklichkeit werden zu lassen.“

Ein bisschen doof ist es dann natürlich gerade Polylux für solch eine Aktion zu wählen. Die ja schon lange in der Kritik stehen gesellschaftliche Randerscheinungen zu Zeitgeist aufzublasen – also scheinbar schon selbst und ohne Hilfe von Kommandos gesellschaftliche Wirklichkeit verfälschen. Wenn man bei einem Magazin das im Ersten um kurz vor Mitternacht läuft einer solch starken sozialen Wirkung mal zutraut.

Diese kleine Fehler schmälert allerdings nicht die Richtigkeit der nachfolgenden Aussagen:

Zentrale Bereiche des Journalismus werden an unterbezahlte Praktikanten ausgelagert, denen es aufgrund prekärer Arbeitsverhältnisse und des daraus resultierenden Drucks schwer möglich ist, ausreichend Zeit und Ressourcen in ihre Arbeit zu investieren.

Das deckt sich mit meinen Erfahrungen in einigen Medienbetrieben, in denen Recherche tatsächlich größtenteils auf den Schultern von Praktikanten lastet. Selbst gestandene Redakteure mit vielen Jahren Berufserfahrung beschränken sich häufig auf einer simplen Google- oder gar (Schande, Schande) Wikipedia-Recherche. Der Zeitdruck in vielen Redaktionen verleitet also nicht nur Praktikanten zu schlampiger Arbeit.

Wie schnell Medienberichte in die Medien kommen und da auch noch aufgebauscht werden ist zwar nicht erst mit dieser Aktion klar geworden aber vielleicht wird dadurch einer größeren Bevölkerungsschicht die Problematik bewusst und eine etwas höhere Sensibilität gegenüber Medienberichten erzeugt. So lange die Bildzeitung sich aber so gut verkauft und Magazine mit offensichtlich gekauften Beiträgen erscheinen, ist das wohl ein Wunschtraum.

Auch wenn’s in meinen Augen etwas geschmacklos ist, hier noch das zusätzlich erschienen “Bekennervideo”:

Ein paar Wochen des Schweigens liegen hinter mir, in denen ich mich hier und auch auf anderen Blogs recht rar gemacht habe. Ich hoffe mal das war die obligatorische Ruhe vor dem Sturm.

Schließlich sind die Arbeiten an der Blogstudie so langsam zu Ende und der Abgflug nach China steht am 8. Mai an. Alles ist getan, organisiert und teilweise noch in der Mache, aber ich kann mich jetzt endlich mal zurücklehnen und entspannen.

Und ein wenig angeben: Ich hab nämlich mal recherchiert, wo ich denn nun wohnen darf in der Chinesischen Hauptstadt: im Chateau Glory. Einem “neoklassischem” Hochhausambiente mit schönen Park und hohen europäischen Standards, wie es im Marketingdeutsch immer so schön heißt. Der Komplex liegt unweit der olympischen Spielstätten und damit zwar leider etwas außerhalb der Innenstadt, aber da stehen nun mal die Stadien.

Die Wohnungen sind wie immer voll möbliert und scheinen sehr gut ausgestattet, das suggeriert jedenfalls eine umfangreiche Liste auf der Webseite. Bosch, Grohe, Zanussi und Samsung sind nur einige Namen die da auftauchen, den größten Teil nimmt aber dann die chinesisch sehr breit auslegbare “famous brand” in Anspruch.

Inwieweit das alles auf mein “kleines” 80qm-Appartement zutrifft kann ich noch nicht sagen, auch nicht, ob ich die ganzen tollen Anlagen wie Fitness-Club, Schwimming Pool, Golfplatz oder den Zimmer-, Concierge- oder Butler-Service auch nutzen darf. Schlecht wäre es natürlich nicht aber wir werden sehen. Schließlich sollte man sich nicht von einer schön gemachten Website über chinesische Wohnungen blenden lassen.

Derzeit sieht das weitere Vorgehen so aus, das ich Anfang Mai mein Equipment bekomme, ich dann noch schnell sämtlich Software auf den Laptop installiere, meinen ersten Beitrag im Atos-Blog veröffentliche und kurze Zeit später in den Flieger nach Beijing sitze. That’s the plan.

Bis dahin geht ja noch ein wenig Zeit ins Land und vielleicht werde ich dann auch irgendwann mal aufgeregter, derzeit bin ich jedenfalls ziemlich entspannt und harre der Dinge, die da kommen werden.