Oktober 2008
Monats-Archiv
Seit dem 7. Oktober dreht das ZDF in Augsburg und München einen Fernsehfilm mit dem Arbeitstitel “Illegal” und heute konnte ich erstmals auch ein Filmteam erspähen. Im Film geht es um eine illegale Einwanderin gespielt von Carolina Vera. Den ein odere anderen ist sie vielleicht als Staatsanwältin Emilia Alvarez im Stuttgarter Tatort bekannt.
Genau diese Dame erspähte ich in der Jakoberstraße beim Vorbeifahren – glaube ich zumindest. Im Augsburger Verkehr tut man ja gut daran zügig zu fahren, sonst wird man böse angehupt.
Ich konnte dank einer roten Ampel einen Blick auf das Drehteam werfen, das sich um einen Dönerladen ausgebreitet hatte, wohl nicht ganz unabsichtlich – schließlich ist die Hauptbeschäftigung eines Drehteams zu warten und dabei wird halt meist gegessen.
Obwohl ich weiß, wie es auf einem Set zugeht, ist es immer wieder erstaunlich, wie viele Menschen dort umherschwirren. Schade, dass ich euch kein Foto präsentieren kann, aber während der Fahrt eines Kraftfahrzeuges darf man ja sein Handy nicht benutzen. Gedreht wird noch bis Anfang November, es wird also sicherlich noch Gelegenheit geben, den Mainzer Hollywoodflair in der Fuggerstadt zu erleben.
Augsburg gleicht ja im Moment einer gewaltigen Baustelle, an der A8 wird schon seid geraumer Zeit gewerkelt, die Haunstetter Straße bekommt einen neuen Belag und was auf der Friedberger Straße gerade passiert, ist für mich nicht ganz nachvollziehbar. Das Ergebnis dieser diversen Baustellen ist jedoch immer gleich: Staus und Verkehrschaos so weit das Auge reicht.
Das liegt allerdings nicht nur an den Baustellen, sondern auch an den einheimischen Autofahrern. Gerade an der Friedberger Straße ist das immer wieder sehr schön zu erkennen. Die ist im Moment auf zwei Spuren verengt, erfordert also einiges an Einfädelarbeit für die Fahrer. Dumm nur, dass sehr viele Augsburger keinen blassen Schimmer von den kolossalen Errungenschaften der modernen Verkehrstheorie zu haben scheinen. Das Reisverschlussverfahren hat sich hier, so wie es aussieht, jedenfalls noch nicht rumgesprochen.
Sollte man in Augsburg den Fehler begehen eine sich verengende Fahrspur bis zum Schluss zu nutzen, wird man gnadenlos ausgehupt und nur mit sehr viel Wagemut ist es möglich, sich in die andere Fahrspur einzufädeln. Sehr befremdlich, da das Reisverschlussverfahren eigentlich gar nicht so neu ist und aus eigener Erfahrung in Berlin und auch auf Autobahnen inzwischen ganz gut funktioniert.
Aber vielleicht gibt es in Augsburg einfach zu selten Baustellen, der Zustand der Friedberger Straße mit ihren Spurrillen und Schlaglöchern spricht da jedenfalls Bände, die letzte Generalüberholung der Straße scheint sehr lange zurückzuliegen. Der Augschburger an sich scheint sich mit Baustellen also nicht so richtig auszukennen, das bestätigen auch meine Beobachtungen aus dem Fenster unserer neuen Wohnung.
Von dort habe ich einen tollen Blick auf die Bauarbeiten in der Prinzstraße. Mindestens drei Mal am Tag verirrt sich ein Auto auf die Baustelle – trotz einer Unmenge an Schildern und Absperrungen. Die Reaktionen sind dann immer gleich: Kopfschütteln bei den Bauarbeitern und verschämte, manchmal auch ungläubige Blicke bei den Autofahrern.
Meine Theorie, dass die Augsburger Baustellenneulinge sind, scheint also nicht ganz aus der Luft gegriffen. Ich werde das weiter untersuchen und dann im Baustellenreport 2008 veröffentlichen …
Es gibt nichts Besseres als ein Schläfchen nach getaner Arbeit und die ersten Tage in so einem Menschenleben sind schon echt ganz schön anstrengend. Dabei spreche ich nicht mal unbedingt von mir, denn vom Arbeitsaufwand hält sich Mina bisher ziemlich zurück. Solange wir die drei großen Grundbedürfnisse Essen, Schlafen und Windeln wechseln erfüllen, ist sie ganz umgänglich. Selbst das nächtliche Aufstehen ist eigentlich gar nicht so belastend.
Mina hat im Grunde viel mehr zu tun als wir, ständig gibt’s neue Sachen zu erkunden, wie die eigenen Hände, die man plötzlich erstaunt beobachtet. Dauernd gucken irgendwelche Wildfremden ins Bettchen und grinsen einen an und dann fällt auch noch die Nabelschnur ab. Kein Wunder, dass man da erst mal ein Nickerchen machen muss.
Und selbst dann arbeitet sie noch, schließlich müssen alle Gesichtsausdrücke, die man am Tage bei anderen beobachtet hat, im Schlaf nachgemacht werden. Für uns ein heiteres Vergnügen für Mina aber wieder harte Arbeit. Ist schon spannend, so ein kleines Ding. Hauptsache sie bekommt keinen Muskelkater im Gesicht.
Da sitz ich nun also – mitten in der Nacht – du liegst in meinen Armen und schläfst ruhig vor dich hin. Ab und an zuckst du zusammen und der Atem stockt dir. Du träumst wohl von den letzten Stunden, die du erlebt hast.
Ich kenne dich gerade mal einen Tag, aber trotzdem bist du schon mein Ein und Alles. Deine großen Augen, dein kleiner Mund, deine langen Wimpern, du bist mir schon so vertraut als würden wir uns ewig kennen. Gut, eigentlich kennen wir uns auch schon länger, du hast mich gehört und vielleicht ab und zu gespürt, in den letzten Monaten. Ich hab dich ab und zu auf winzigen Schwarz-Weiß-Bildchen gesehen.
Das erste Mal so richtig gesehen haben wir uns dann jedoch erst am 1. Oktober, als du das Licht der Welt erblickt hast – nach über 10 Stunden harter Arbeit. Na gut, ich stand nur daneben und deine Mama hat den Rest gemacht. Aber jetzt kann ich ja auch was tun, jetzt bist du ja da.
Nun sitze ich also hier mit dir, in der zweiten Nacht deines jungen Lebens, zusammen auf dem Sofa, du hältst meinen Finger mit deiner winzigen Hand und träumst. Ich werd auf dich aufpassen kleine Mina, ich freu mich schon darauf, dich aufwachsen zu sehen.