Alle Jahre wieder und diesmal doch etwas anders, ich wünsche allen ein schönes, ruhiges und entspannendes Weihnachstfest.
Dezember 2008
24.
Dezember
2008
14.
Dezember
2008
Da würde selbst Hawking vor Neid erblassen: Die Bahn hat es doch tatsächlich geschafft, sie hat die Zeit vom Raum gelöst! Wie sonst ist es sonst zu erklären, dass man nach dem neuen Bahn-Fahrplan von Augsburg nach Berlin (595 km) 22 Minuten länger braucht als von Augsburg nach Hamburg (743 km)?
Mit der schnellsten Verbindung zwischen Fuggerstadt und Fischkutterstadt braucht man 5:22 Stunden, wohingegen der schnellste Zug in die Hauptstadt 5:41 Stunden benötigt. Man muss nicht erwähnen, dass die schnellste Verbindung nach Berlin auch nicht mit dem ICE geschafft wird, sondern mit einem alten IC-Zug.
Der einzige ICE, der direkt von Augsburg nach Berlin zuckelt, fährt nämlich über Frankfurt am Main in Rekordverdächtigen 7 Stunden!
Faszinierend, was die Bahn in diesen Tagen so schafft!
13.
Dezember
2008
Augsburg, mein Augsburg, Stadt der Grünflächen, Semmeltasten und Fugger. Stadt, die häufig schläft und so gar nicht Großstädtisch daherkommt. Wo die größten Innovationen immer erst jahrelang ausdiskutiert werden müssen, bevor sie dann völlig veraltet endlich an den Start gehen. In dieser meiner Stadt findet heute tatsächlich mal was total Modernes, Kreatives und irgendwie Schräges statt: ein Freeze-Flashmob.
Dafür treffen sich wildfremde Menschen an einem bestimmten Ort und bleiben einfach für ein paar Minuten stehen, als wären sie eingefroren eben. So etwas sieht, wenn genügend Leute mitmachen, einfach fantastisch aus, man sehe sich dazu einfach mal ein Beispiel aus New York an.
Ihr fragt euch jetzt, warum ihr euch denn zum Affen machen sollt? Der Flashmob hat natürlich einen Zweck, er soll für einen Kinowerbespot für das neue Augsburger Jugendfestival Modular verwendet werden. Wer sich also dazu berufen fühlt endlich mal auf die große Leinwand zu kommen oder einfach nur mal bei einem Flashmob mitgemacht zu haben, der sollte sich HEUTE um 19 Uhr zum Pavian-Biergarten (Am Schwibbogenplatz 1, Nahe der Citygalerie) begeben und einfach mitmachen!
[via]
08.
Dezember
2008
Der Spiegel und das Web2.0, das wird wohl nie eine echte Liebesbeziehung. Zwar gehört SPON zu den meist verlinkten Webseiten der Blogosphäre, auf der anderen Seite hat man allerdings meist nur Häme und Spott für die Laienjournalisten übrig. Noch schlimmer ist es allerdings, wenn sich Politiker in die 2.0 Spähren des Netzes vorwagen.
Da ist der Vorstoß des hessischen SPD-Spitzenkandidaten in die Weiten des Web2.0 natürlich wiedermal ein gefundenes Fressen. TSG –wie er inzwischen neckisch genannt wird- ist ja bekanntlich der Kandidat ohne Chance, das wird jedenfalls immer wieder betont, dennoch hält es ihn nicht davon ab, mal ein paar innovative Ideen auszuprobieren und wilderten im Obama’schen Web2.0-Wahlkampf.
Spiegel-Online empört sich dabei hauptsächlich an dem YouTube-Video-Versuch von Schäfer-Gümbel. Am Anfang des Videos entschuldigt er sich brav in die Kamera und widmet sich dann den Sinn und zweck der ganzen Mission: Er macht Wahlkampf und zwar Interaktiven d. h., er wirft ein paar Themen in den Raum und bittet die Zuseher darum, ihn Fragen und Anregungen zu schicken.
SPON ist das allerdings zu langweilig, sie wollten wohl eher Schäfer-Gümbels Gang nach Canossa sehen – ein indirektes „also wir investigative Journalisten hätten da nachgehakt“ schwingt beim Spiegelbeitrag dann halt immer mit. Was bei Obama noch Begeisterung auslöste und als große Innovation geadelt wurde, ist beim Schäfer-Gümbel halt wieder total doof. Deutsche Politiker sollen schließlich mit den Zeitungen reden.
Vielleicht fürchtet der Spiegel um seine Deutungshoheit politischer Inhalte oder vielleicht sind die Journalisten einfach zu eitel, um sich dem Thema mal auf ernsthaftere Weise anzunähern. Auf jeden politischen Innovationsversuch im Internet wird sofort mit der verbalen Keule eingeschlagen, bis es am Ende wieder heißt: „Richtige“ Berichterstattung gibt es nur hier.
Dabei muss meiner Meinung nach jeder Versuch, Politik wieder näher an den Menschen zu bringen, gelobt werden. Ob das bei TSG so klappt, kann ich mir im Moment weniger vorstellen. Die Aktionen wirken tatsächlich wie mit der heißen Nadel gestrickt.
So ist die Unterstützer-Webseite zwar von einer Agentur zusammengezimmert worden, die griffen aber gleich mal auf ein kostenloses Design von freeCSStemplates zurück. Selbst für ein so kurzfristiges Projekt sollte man doch als Werbeagentur immer was in der Schublade haben und etwas mehr bieten als eine simple „Unterschriften-Liste“. Warum überhaupt zwei Gümbel’sche Webseiten im Netz stehen ist sowieso unverständlich.
Im Moment wirkt Online-Wahlkampf in Deutschland, wenn er überhaupt durchgeführt wird, immer so als dürfe er nichts kosten und man mache es eigentlich nur, weil alle es irgendwie erwarten. Die Webschiene wird einfach nicht konsequent gefahren. Wenn der Kandidat schon in Facebook auftaucht, dann sollte er (oder zumindest die Agentur dahinter) regelmäßig Nachrichten posten, dass wenigstens der Eindruck erweckt wird, er würde sich mit den Leuten im Netzwerk auseinandersetzen. Obama hat’s ja eigentlich vorgemacht, aber irgendwie versteht das scheinbar keiner.
Eine richtige Strategie im Online-Wahlkampf in Deutschland ist also auch im Jahre 1 nach Obama nicht in Sicht. Schön dargestellt werden diese trüben Aussichten übrigens in dieser Studie vom netzpolitik-Macher. Aber ein Schäfer-Gümbel ist halt kein Obama und Hessen nicht die USA, trotzdem hoffe ich, dass es in Deutschland auch irgendwann mal losgeht, mit der Politik 2.0 – allein meiner Masterarbeit wegen wäre das schon echt toll.
05.
Dezember
2008
“Da hockt einer in der Mülltonne”, stellt meine Freundin trocken fest und hält ihren Blick unverändert aus dem Küchenfenster gerichtet. Und tatsächlich, da hängt ein älterer Mann in einer grauen schmuddeligen Jacke kopfüber in einer unserer Mülltonnen.
Er wühlt etwa eine Minute und plötzlich scheint er etwas gefunden zu haben, mit hohem Einsatz zieht er einen kleinen Fernseher aus der grauen Tonne. Zufrieden schleppt er das augenscheinlich kaputte Gerät zu seinem Fahrrad und fährt von dannen. Ein seltsames Bild, mitten in einem der reichsten Industrieländer der Welt.
Etwas unschlüssig bin ich allerdings, was ich davon halten soll. Müll aus fremden Mülltonnen zu holen, ist meines Wissens Diebstahl und da der Mann auch noch einige Mülltüten aufgerissen hat, ist es auch nicht wirklich hygienisch und kann Ratten anlocken.
Andererseits gehört ein Fernseher auch nicht in die graue Tonne und die Müllabfuhr ist bei sowas alles andere als zimperlich und das kann dann wiederum teuer werden. So gesehen hat der Mann uns also auch noch einen Gefallen getan.
Vielleicht sollte ich nächste Woche einen schönen Stollen in den Müll werfen, damit es auch ein schönes Fest für den grau melierten Müllwühler wird.
03.
Dezember
2008
Heute habe ich doch tatsächlich das erste Mal das Augsburger Fahrradparkhaus entdeckt, dabei gibt es das Ding schon seit gut einem Jahr. Genutzt wird es auch schon: “Wir sind fast voll” verkündet der Betreiber sogar stolz.

Am Fahrradchaos vorm Bahnhof hat sich freilich nichts geändert, denn wer rechnen kann, wird schnell erkennen, dass ein Parkhaus mit 380 Stellplätzen die über 1500 Fahrräder vorm Bahnhof kaum fassen kann. Zudem hat nicht jeder Lust für einen Fahrradstellplatz zu bezahlen (7€ im Monat/70€ im Jahr), sei er noch so schön bewacht und sicher.
Trotzdem will die Stadt im Frühjahr 2009 härter durchgreifen, maximal 600 Fahrradstellplätze werden vor dem Bahnhof noch bestehen bleiben. Wo die übrigen 700-800 Räder stehen sollen, ist dabei noch nicht ganz raus. Fahrradfahrer zieht euch warm an, die Zeiten werden härter!
Auch bei den Parkplätzen für Autos gibt es ja dank des neuen Augsburger Bürgermeisters wieder Bewegung und zwar ziemlich viel, so hofft OB Gribl, durch die neu eingeführte “Semmeltaste” an den Parkautomaten “die Belegung der Plätze zu erhöhen”.
Er vergisst allerdings dabei, dass die Augsburger Innenstadt bisher eigentlich nicht mit verwaisten Parkplätzen zu kämpfen hatte. In der nächsten Zeit werden also noch mehr Autos die Maximilianstraße auf- und abfahren, auf der Suche nach einer Parklücke.
Manchmal ärgert es mich dann halt doch, dass wir einen Bürgermeister haben, der mit dumpfen, Populismus an die Macht gekommen ist. Vor allem in den Momenten, in denen ich den Kinderwagen die Treppen zum Bahnsteig hinauf- und hinabschleppen muss. Die Fahrräder stören mich nun wirklich nicht Kurt, aber das dieser runtergekommene Bahnhof immer noch keine Aufzüge hat, das geht mir mächtig auf den Geist!

