Januar 2009


Wie vor Kurzem angekündigt, besuchte ich heute den Gastvortrag von Dr. Jan Schmidt an der Uni Augsburg. Thema des Vortrages: “Persönliche Öffentlichkeiten im Web 2.0. Merkmale und Konsequenzen des onlinegestützten Identitäts-, Beziehungs- und Informationsmanagements” Mir war es leider etwas zu sehr aus der Sicht von Social Networks betrachtet, interessant war es trotzdem.

Vor allem ein neuer Ansatz zur Systematisierung vom Web2.0 in publizistische und kommunikatorische Netzwerke. Weblogs wären demnach publizistisch und damit mehr an die Massenmedien angelehnt, Social Networks hingegen seien mehr für die Kommunikation gedacht.

Ein in meinen Augen ein interessanter Ansatz, der vielleicht ein wenig Struktur in das unstrukturierte Web2.0 bringen könnte. So ganz überzeugt bin ich leider trotzdem nicht, da beide Netzwerke eigentlich grundsätzlich ähnliche Funktionen bieten, nur in unterschiedlichem Rahmen.

Der Weblog dient in meinen Augen grundsätzlich immer noch der Selbstdarstellung – und auch wenn ein wichtiger Punkt im Blog das Publizieren von Beiträgen ist, zielen die Beiträge immer darauf, Kommentare zu erzeugen. Der Dialog mit anderen steht also auch hier im Mittelpunkt, Kommunikation durch Blogbeiträge also. Weiterhin entstehen in vielen Blogs, auch in meinem, viele Beiträge im Hinblick auf meine Stammleser, mein soziales Blognetz sozusagen.

Weblogs und Soziale Netzwerke haben hier also ganz klar Gemeinsamkeiten: Man stellt sich dar, Unterschiede gibt es nur in der Art und Weise, wie das geschieht. Die publizistischen Beiträge sind in Facebook oder StudiVZ wesentlich kleiner: Ein Foto hier, ein Video da garniert mit einem Gästebucheintrag.

Der wirklich entscheidende Unterschied zwischen Blog und Freundenetzwerk liegt in meinen Augen in der Zugänglichkeit. Bei Weblogs ziehe ich zusätzlich zu meinem bereits bestehenden sozialen Netzwerk, dass ich erreichen möchte, noch eine anonyme Masse hinzu – grundsätzlich um mein soziales Netzwerk auf diese Weise zu erweitern. Im Freundenetzwerk hat es sich inzwischen eingebürgert, Profile und andere Inhalte nur seinen Freunden zu öffnen.

Mein Nutzungsverhalten der Web2.0-Tools ist Schmidts Gedanken also genau entgegengesetzt, ich kommuniziere mehr über Blogs, vielleicht auch Microblogs, als über Freundenetzwerke, die für mich mehr zu einer Repräsentationsplattform verkommen sind, auf der ich mich selbst publiziere :)

Interessant war’s allemal.

Ich hoffe der HSV gewinnt heute, damit Jan Schmidt Augsburg in guter Erinnerung behält…

Ja, zum Erwachsen werden gehört meiner Meinung nach auch die gute alte und von Grund auf primitive Jagd. Kein Wunder, dass ich ziemlich stolz war, als Mina ihre erste Ente erlegt hat.

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Alle Web2.0-Interessierten im Raum Augsburg sollten sich den nächsten Freitag (30.01.) dick im Kalender anstreichen. Ab 13.15 Uhr hält der Guido Knopp der Blogforschung Dr. Jan Schmidt einen Gastvortrag im Raum 2118 der Uni Augsburg ab.

Thema: “Persönliche Öffentlichkeiten im Web 2.0. Merkmale und Konsequenzen des onlinegestützten Identitäts-, Beziehungs- und Informationsmanagements”. Ich hab zwar schon einiges zum Thema gelesen – auch von Jan Schmidt höchstselbst – aber es wird sicherlich trotzdem interessant.

Ich bin jedenfalls da, vielleicht sieht man sich ja ;)

Wieder mal so ein einschneidendes Erlebnis, dass Hausbesitzern immer fremd bleiben wird: Beim schlaftrunkenen nächtlichen Toilettenbesuch hört man – neben dem eigenen Dahinplätschern – vom Bad der Nachbarwohnung das vertraute Klimpern des Toilettenpapierhalters.

Vereint nicht unbedingt im Geiste, aber zumindest physisch in der Tätigkeit des Wasserlassens sitzt man da und beginnt zu grübeln: Wie kann es sein, dass von 6 Milliarden Menschen auf der Welt ausgerechnet mein Nachbar genau zur selben unwahrscheinlichen nächtlichen Stunde auf das noch stillere Örtchen muss?

Unheimlich. Mal sehen, ob ich jetzt wieder ohne weiters einschlafen kann…

Eigentlich nicht überraschend, aber dennoch schön es mal schwarz auf weiß zu sehen: Der Provinzblog ist besser als Bild-Online – jedenfalls, wenn es nach Seittest.de geht.

Dieses herrlich sinnlose Online-Analyse-Tool benotet in vier Kategorien Inhalt, SPAM, Reputation und Usability von Webseiten. Wie genau die einzelnen Kategorien z.B. das sprachliche Niveau berechnet wird, bleibt aber ein großes Geheimnis. Das Zeugnis von Provinzblog kann aber dennoch überzeugen:

Blogzeugnis Provinzblog
Inhalt sehr gut
SPAM gut
Reputation befriedigend
Usability gut
Endnote gut (1,8)

Schön das Provinzblog vor allem inhaltlich überzeugen kann. Die BILD-Zeitung hat übrigens als Endnote nur eine 2,4 bekommen.

Sicherlich ein total sinnloser Webseitentest, aber lustig ist er allemal.

[via]

“Kann Obama die Welt retten?”, also noch blöder kann ein Artikel nicht betitelt werden, Bild-Online tut es natürlich trotzdem.

Wie wäre es denn mit “Ist Obama der Messias?” oder “Kann Obama nicht auch Bundeskanzler werden?” – Ok, es geht scheinbar noch blöder, aber bei aller Begeisterung um den neuen Präsidenten, der in wenigen Stunden (endlich) sein Amt antritt: Ne Nummer kleiner hätte auch gereicht liebe Bild. Aber allgemein versucht die Presse ja schon seit geraumer Zeit die Obamania auch in Deutschland zu wecken.

Man sollte bei all der Euphorie vielleicht auch anmerken, dass Obama zwar ein neuer Präsident ist, die Amerikaner dennoch dieselben geblieben sind. Klar geworden ist mir das mal wieder, als ich vor Kurzem bei einer Vorberichterstattung zur großen Inauguration, eine – sagen wir – sehr “ökologisch” eingestellte Frau im Interview hörte. Sie erklärte, sie sei für den Frieden auf der Welt und freue sich, dass die Welt jetzt endlich wieder friedlicher sein würde unter der Führung der USA natürlich.

Das Fazit: Der Ton wird sich ändern, aber der Song wird der gleiche bleiben, nämlich der große Hit der letzten Jahrzehnte: “We lead and you follow.” Ich sehe nicht, warum sich das bei Obama groß ändern sollte, das gehört schließlich zum Selbstverständnis der Amerikaner – God’s own Country halt.

Die Frage ist für Obama also nicht, ob er die Welt retten kann, für ihn und seine Wähler ist wichtig, ob er die USA retten kann. Was wir letztlich davon haben werden, kann man noch nicht abschätzen.

“Genervt”, das trifft es wohl am ehesten, wenn man als Blogbetreiber ständig von neuen Abmahn-Panik-Beiträgen beschäftigen muss. Die Quintessenz dieser Berichterstattung ist immer: „Jede Unachtsamkeit im Blog kann zu Abmahnungen führen, die sich böse im Geldbeutel bemerkbar machen.“

Diese ständige Drohkulisse ist in meinen Augen ganz klar einer der Gründe, warum die Deutsche Blogosphäre im internationalen Vergleich darbend darniederliegt. Wer hat schon Lust, ständig seinen Rechtsanwalt zu bemühen, wenn es um seinen Hobby-Blog geht.

Schwerwiegend kommt hinzu, dass der Durchschnittsblogger nicht die geringste Ahnung hat, was er denn von den ganzen Panik-Meldungen zu halten hat. Die neuste Sau, die durch Klein-Bloggersdorf gejagt wird, ist ein Datenschutzproblem hinsichtlich Akismet, dem praktischen Anti-Spam-Plugin von Wordpress. Da damit User-Daten und Kommentare direkt an Wordpress geschickt werden, um sie mit der Spam-Datenbank zu vergleichen, findet hier quasi ein Austausch von User-Daten an Dritte statt, den man zumindest in seine Datenschutzbestimmungen erwähnen sollte.

Jetzt rufen die Einen: “Panik – Abmahnungsgefahr!” und die Anderen “No-Panic – alles halb so schlimm” – wem soll ich denn jetzt glauben? Ich bin Blogger, kein Jurist und habe auch nicht vor einer zu werden.

Verständlicherweise habe ich nicht wirklich Lust, mit solchen Dingen meine Zeit zu verbringen, trotzdem kommt man inzwischen um diese ganzen rechtlichen Kram nicht mehr herum – das kann einem das Bloggen schon vergrämen.

Ich hab mir inzwischen handliche Datenschutzbestimmungen eingebaut und mich dabei vom Law-Blog inspirieren lassen, ob ich damit abgesichert bin, kann ich nicht mal ansatzweise beantworten – ich würde es jedoch gern glauben.

Zusätzlich müsste ich ja nun auf jede neue rechtliche Unsicherheit mit einer Erweiterung meiner Datenschutzbestimmungen reagieren, was mich zu der Frage führt, warum eigentlich noch kein Medienrechtler auf die Idee gekommen ist, eine Art “Medienrecht”-Projekt a lá Creative-Commons zu erfinden?

Damit könnte man dann mit wenigen Klicks einen kompletten Datenschutztext/Disclaimer für Blogs generieren, der dann verlinkbar wäre. Änderungen der Gesetzeslage und Erweiterungen der Bestimmungen, würden dann automatisch eingefügt werden und ich als Blogger würde dann höchstens mit einer Mail belästigt, die mich auf Änderungen des Textes hinweisen würde.

Bleibt für mich die Frage: Ist das Thema so komplex, dass sich da keiner rantraut oder warum gibt es sowas noch nicht?!

Um mal zu zeigen, dass ich nicht völlig untätig rumsitze und meinen Blog brachliegen lasse, hier mal ein Grund für meine derzeitige Blog-Abstinenz.

Diese Woche hieß/heißt es 5 Tage – 3 Referate. Morgen Vormittag steht ein Referat in “Neue Methoden der PR” an und nächste Woche ein Kooperationsprojekt der Uni mit DHL. Fulltime-Job Uni halt.

Im zweiten Referat diese Woche ging es um Podcasts, dazu haben zwei Kommilitonen und ich einen virtuellen Podcast zum Thema Begleitstudium an der Uni Augsburg entwickel und eine Pilotfolge gedreht – Thema: Kanal C, dass Studentenradio in Augsburg.

Trotz nicht ganz so gutem Equipment und fehlendem Mikrofon ist es doch ganz gut geworden. Ich bin zwar nicht zu sehen, aber Kamera und Schnitt gehen auf meine Kappe.

Wer jetzt Lust hat, beim Radio mitzumachen, der wende sich vertrauensvoll an Kanal C. Nächste Woche nach den Referaten sollte es hier im Blog dann auch wieder in normalen Bahnen laufen.