Februar 2009


Sind Kinder eigentlich so blöd oder stehen die einfach auf den Adrenalin-Kick oder warum rennen die gerade da draußen auf dem auftauenden See des Uni-Campus herum?

Nicht nur dass, sie stampfen auch extra auf und springen herum, um zu sehen, ob das Eis fest genug ist. Normale Menschen würden das in Ufernähe machen, die beiden Klopsköpfe springen aber genau in der Mitte des Sees auf und ab.

Also mich haben als Kind riesige Pfützen auf der Eisfläche eines Sees eigentlich immer am Betreten der Eisfläche gehindert.

Inzwischen haben die beiden Jungs es wohl auch kapiert und sind langsam wieder von der Eisfläche heruntergeschliddert. Ich glaube aber das lag eher an den Passanten, die gestikulierend am Wegesrand standen und den Kindern zu verstehen gaben, dass es irgendwie total bescheuert ist, aufs Eis zu gehen …

Eltern werden ist nicht schwer, Eltern sein dagegen sehr. Cleverer Spruch will man meinen, obwohl auch das Elternwerden durchaus schwer sein kann.

Dennoch ist das Elternsein etwas komplizierter. Vor allem Eltern, die ihr erstes Kind bekommen haben, sind extrem unsicher, was die “Instandhaltung” des Kindes angeht. Wir sind ja bekanntlicherweise mit einem extrem pflegeleichten Modell gesegnet und haben zwei kompetente Großmütter zur Hand, die sich auch vornehm zurückhalten.

Andere Eltern sind da weniger gesegnet und haben etwas kompliziertere Kinder oder nervende Schwiegereltern. Woher also wichtiges Faktenwissen zur Pflege und Handhabung von Babys finden? Bei Google?

Davon möchte ich an dieser Stelle mal aus ganzer Überzeugung abraten. Ich hab inzwischen schon einige Male nach den typischen Babyfragen gesucht, von wegen “Baby hustet, was tun?” oder “Darf man Muttermilch einfrieren?” und ganz ehrlich: Die Antworten waren bei einigen Suchanfragen wirklich erschreckend. Die Foren sind voll von Eltern, die ernsthaft erklären, man sollte Kinder nicht Impfen oder Tabletten geben, weil die Krankheiten nur von den Pharmakonzernen erfunden worden sind. Früher hätte man so was ja auch nicht gebraucht, so die Devise.

So viel hanebüchenes Halbwissen auf einem Haufen ist eigentlich immer erschreckend, aber wenn’s dann noch um die eigenen Babys geht, dann wird es fahrlässig. Ich kann also nur davon abraten, sich bei medizinischen Fragen an irgendwelche Eltern-Foren zu wenden – das verursacht nur Magenkrämpfe.

Dann lieber den Arzt fragen oder – wie eine Mutter heute in der Straßenbahn – einfach ein gutes Fachbuch lesen. Das sollte tatsächlich mehr bringen, als Google.

Hört sich komisch an, ist aber so.

Mich nervt es ja auch schon, ständig übers Wetter zu schreiben, aber mal ehrlich, “extrem” passt ja derzeit wohl am besten.

Erst der Haufen Schnee der vom Himmel fällt und heute friert auf dem kurzen Weg zur Straßenbahn meine Nase und mein Bart ein. Eis aufm Bart kannte ich ja nun schon vom Radfahren im Winter, aber dass mit der Nase ist echt mal unangenehm. Aber so lief die Nase wenigstens nicht.

Ach so: -13°C zeigte das Thermometer, als ich um kurz vor 8 aus dem Haus bin. Ich find’s ja ein bisschen übertrieben vom Wetter…

Na da soll mal jemand sagen, dass in Augsburg nichts für die Sicherheit getan wird. Direkt vor unserem Fenster wurden gestern Überwachungskameras installiert. Warum? Keine Ahnung, ich vermute mal, dass es für die neue Straßenbahnlinie 6 sein soll. Für was die Kamera Richtung Süden in die Wolframstraße sein soll, das kann ich allerdings nicht sagen.DSC05033.JPG

Statt der Kameras hätten sie einfach mal die neuen Ampeln einschalten können. Hier kommt inzwischen so viel (zu schnell fahrender) Verkehr durch, dass manche Fußgänger echte Probleme haben, über die Fahrbahn zu kommen.

Naja, wengistens sieht die Verkehrsüberwachung jetzt, wenn ein Fußgänger angefahren wird.

Ich hätt’s ja nicht geglaubt, aber es gab tatsächlich 20cm Neuschnee. Eigentlich ganz schön…

DSC05024.JPG

… wäre der Schnee nicht leicht angetaut. Eine ziemlich matschige Angelegenheit inzwischen. Das kann heut Abend eigentlich nur wahnsinnig glatt werden. Gut, dass ich schon zu Hause bin…

Na da bin ich ja mal gespannt, der Schneefall nimmt im Moment langsam aber sicher zu. Bis zu 30cm Neuschnee werden hier in Augsburg befürchtet. Hoffe es wird nicht so schlimm werden, muss in ein paar Stunden zur Uni und so wie ich die Augsburger kenne, wirds sicherlich wieder chaotisch werden, bei  zu viel Schnee.

unwetter.PNG

Weitere Informationen zur Wetterlage gibts auf unwetterzentrale.de

Heute beim Bundesvision Song Contest für Sven van Thom anrufen. Ist sicherlich nicht der beste Song, aber ein alter Spezi meiner Freundin ist in der Band von Sven.

So meine Schuldigkeit ist getan, Freundin ist glücklich und ich hab nu meine Ruhe.

Weil ich in dieser Woche schon bei Zeitungsempfehlungen bin, hier gleich noch eine: Der Freitag. Eine “neue” linke Wochenzeitung, die sich man höre und staune mehr durch Qualität, denn Quantität auszeichnen möchte. Irgendwie zu schön, um wahr zu sein.

Doch ein erster Blick auf die Webseite der Zeitung scheint genau diesen Eindruck zu vermitteln. Die Artikel, die ich mir zu Gemüte führte, zeichnen sich tatsächlich durch enorme Tiefe und Gründlichkeit aus. Hier gibts kaum kurze Meldungen zu unsinnigen Themen – ist zwar irgendwie klar, da es sich bei Der Freitag um ein Wochenblatt handelt, aber dennoch bemerkenswert.

Auch die Vielfalt der Themen ist beachtlich, vor allem die vergleichbar hohe Anzahl an Internet-Themen ist beachtlich. Als Beispiel in den Raum geworfen, der lesenswerte Beitrag zum Thema Internetwahlkampf in Deutschland von Jens Berger, dem hoffentlich vielen bekannten, weil immer lesenswerten Spiegelfechter.

Beim Blick auf die Webseite wird auch deutlich, dass Der Freitag ein sehr “Web-Zwo-Nulliges” Konzept besitzt. Die Leser werden an allen Ecken und Enden aufgefordert sich zu beteiligen, nicht nur in Form von Kommentaren, auch in Blogbeiträgen, die man dann auch an Artikel knüpfen kann. Eine sehr weiche Version eines professionell-partizipativem Beteiligungskonzeptes, da sehr gute Artikel auch den Weg in die Printausgabe des Freitages finden können.

Eine Zeitung also, die den eigenen Leser ernst nimmt – dass wäre tatsächlich zu schön, um wahr zu sein. Denn, wenn ich mal mein Nähkästchen aufmachen darf, Journalisten zeichnen sich sehr selten durch eine besonders enge Bindung zu ihren Lesern aus – Kritik an Artikeln, wird eher als Beleidigung, denn Verbesserungsvorschlag angesehen. Verleger von Der Freitag, Jakob Augstein, Sohn des legendären Spiegel-Gründers unterstreicht die Ernsthaftigkeit auch ganz offiziell in einem kleinen Video.

Sollte das Konzept wirklich aufgehen, dann wäre das ein sehr großer Schritt für den – ich hasse dieses Wort – Graswurzeljournalismus in Deutschland.

Ich habe mir jedenfalls mal ein Probe-Abo von Der Freitag bestellt, da gibts 3 Ausgaben kostenlos. Wenn sich der gute erste Eindruck bestätigen sollte, wirds vielleicht sogar ein richtiges Abo.

Das hört sich anachronistisch an? Irgendwie schon, aber ich bin bereit für Qualität auch zu bezahlen.

Da kommt ja noch was auf uns zu. Der Lehrermangel treibt seltsame Blüten, seit einigen Tagen begegnet mir in der Uni-Cafete immer wieder ein sehr spezieller Lehramtsstudent. Ich tippe auf Deutschlehrer, weil er besonders durch seine bedachte Wortwahl auffällt.

Ständig hört man, in Schulen gebräuchliche Redewendungen wie: “Die Prüfung geht mir am Arsch vorbei”, “Scheiß die Wand an” und so “die Kommilitonen sind da so beschissen”.

Den ersten Tag dachte ich noch, der Pädagoge ist einfach sauer, weil er eine Prüfung in den Sand gesetzt hat, aber als er in den nächsten Tagen immer wieder mit “Scheiße” und “Kacke” um sich warf – verbal natürlich – wurde mir langsam klar, der Typ muss ein Arsch sein. Wer sonst produziert so viel Scheiße?

Wenn das dann die hochgelobte bayerische Lehrerschaft sein soll, die Lehrer-Elite Deutschlands, na dann werd ich mein Kind doch lieber nach Berlin zur Schule schicken. Da lernt sie solche Ausdrücke wenigstens in verschiedenen Sprachen.

Da ich immer wieder Suchanfragen nach gebrauchten Fahrrädern in Augsburg bekomme und Blogsburg so schön drauf hingewiesen hat, hier ein kleine, allerdings kurzfristigen Tipp für alle die ein gebrauchten Drahtesel suchen in Augsburg suchen.

Das Leihamt der Stadt Augsburg versteigert in regelmäßigen Abständen nicht ausgelöste Pfänder sowie nicht abgeholte Fundsachen und Fahrräder. Nächste Termine sind:
Mittwoch, 11.02.
Donnerstag, 12.02.

  • Die Versteigerungen (außer Fundräderversteigerungen) werden im Pfarrsaal der Pfarrgemeinde St. Max, Franziskanergasse 4, 86152 Augsburg (Nähe Vincentinum) in der Zeit von 9.00 Uhr bis ca.12.00 Uhr und bei Bedarf von 13.00 Uhr bis ca. 15.00 Uhr durchgeführt.
  • Die Versteigerung von Fundrädern findet im Hof des alten Hauptkrankenhauses (Zugang Pulvergäßchen) jeweils ab 9.00 Uhr statt.
  • Pfänder, die an den Versteigerungstagen nicht abgesetzt werden konnten, sind am darauf folgenden Dienstag im Leihamt der Stadt Augsburg im Freiverkauf erhältlich.

Heut und morgen gibt’s also das ein oder andere Schnäppchen zu machen. Wem das alles zu kurzfristig ist, dem seien die weiteren Versteigerungstermine der Stadt Augsburg zu empfehlen. Die nächsten Termine 2009 sind dann Ende April.

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