Februar 2009


Die Chinesen, ich mag das Völkchen einfach. Da brennt eines der bemerkenswertesten neuen Gebäue Peking, der CCTV-Tower und was macht das Staatsfernsehn? Es zeigt keine Bilder vom Feuer, nicht dass sie keine hätten. Sie hatten sogar ganz schöne, gezeigt wurden sie allerdings nur kurz nach ausbrechen des Feuers.

In der folgenden Berichterstattung gabs dann keine Bilder mehr zu sehen, nicht weil es verboten worden wäre, weit gefehlt. Es kristallisierte sich nur nach und nach heraus, dass die eigenen Mitarbeiter des Staatsfernsehns wohl für das Feuer im neuen Hauptquartier des Senders, verantwortlich waren.

Nach neusten Erkenntnissen hatten wohl illegale Feuerwerkskörper den Brand verursacht, gezündet von einigen CCTV-Leuten. Die verbotenen Raketen hatten wohl so viel Bums, dass sie den neuen CCTV-Tower und ein daneben stehendes Hotel in Flammen aufgingen ließen.

Peinlich für CCTV, tragisch für einen Feuerwehrmann, der beim Brand ums Leben kam. Ob Selbstzensur da der richtige Weg ist, wage ich da mal zu bezweifeln.

Hier noch ein Bild des Gebäudes aus meiner Zeit in Peking:

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[via]

Hier mal ein augesprochen großes Lob an die Leute von Die Augsburger Zeitung, endlich konnte ich mir mal einen guten Überblick über die Ergebnisse des Ideenwettbewerbs Innenstadt Augsburg verschaffen. Lokale Nachrichten sind in der Zeitungsmonopolstadt Augsburg ziemlich schwer zu bekommen.

Da bei der Augsburger Allgemeine Online lieber über dicke Feuerwehrmänner oder unter Werbeterror leidende Rentner berichtet wird, ist die DAZ eine gute Alternative, wenn man sich für die wirklich wichtigen Nachrichten aus Augsburg interessiert.

Die DAZ bietet wie gesagt einen sehr guten Überblick über die Vorschläge zur Neugestaltung der Augsburg Innenstadt und damit unter anderem auch dem Umbau des Königsplatzes. Die drei erstplatzierten Vorschläge werden im Detail erklärt und übersichtlich bebildert. Sollten dann noch Unklarheiten bestehen können dort Fragen gestellt werden, die dann an die Entwurfsverfasser und an das Baureferat weitergeleitet werden. Die Antworten werden dann schön übersichtlich veröffentlicht.

Jetzt fragt man sich, warum schafft die Augsburger Allgemeine Online nichts vergleichbares auf die Beine zu stellen?! Da gibt’s immer nur ausführliche Berichte über Totschläge, Morde und Verkehrsunfälle, aber so wirklich interessantes aus dem Rathaus findet sich kaum – irgendwie seltsam.

Dank geht an Horst Thieme, der per Facebook für die DAZ die Werbetrommel rührte und mich so nach langer Abstinenz wieder auf die Seite brachte. Ab sofort hab ich aber einen RSS-Feed, da kann mir sowas nicht mehr passieren ;)

Eine beeindruckende Geschichte, die da auf der Berlinale ans Licht der großen Öffentlichkeit flimmert. Florian Gallenberger erzählt die Geschichte des deutschen NSDAP-Mitglieds John Rabe.

Als Chef der dortigen Siemens-Vertretung lebte er schon dreißig Jahre in China, als 1937 der 2. Japanisch-Chinesische Krieg mit brutaler Gewalt über die Stadt hereinbricht. Obwohl der Deutsche Mitglied bei der NSDAP ist und damit irgendwie ja Verbündeter der Japaner, rettet er während des blutigen Massakers von Nanjing über 200.000 Chinesen das Leben. Noch heute wird er von den Chinesen als “der deutsche lebende Buddha” verehrt.

Seltsamerweise war diese beeindruckende Geschichte in Deutschland lange Zeit völlig unbekannt, bis 1997 die umfangreichen Tagebücher von John Rabe veröffentlicht wurden und einen verstörenden Blick in die Vergangenheit ermöglichten. Einen Blick, der die japanischen Grausamkeiten an den Chinesen zeigt und die aufopfernden Versuche, unschuldige Leben zu retten.

Oscarpreisträger Gallenberger nimmt sich also dieser Geschichte an und besetzt John Rabe mit dem großartigen Schauspieler Ulrich Tukur, auch die restliche Cast kann sich sehen lassen. Die ersten Bilder im Trailer lassen in mir allerdings ein wenig Zweifel aufkommen, welche die TAZ dann auch recht gut zusammenfasst: “Oskar Schindler in China im Pearl Harbour Style.

Trotzdem hört sich die Geschichte zu interessant an, als dass ich sie links liegen lassen könnte. Allein schon für Tukur würde ich mir den Film schon ansehen, aber ich denke dass ich mir zuerst mal das von Erwin Wickert herausgegebene Tagebuch von John Rabe zu Gemüte führen werde. Bis der Film am 2. April ins Kino kommt, sollte das ja zu schaffen sein.

Da die Vorlesungszeit zu Ende gegangen ist, hatten wir drei (Freundin, Töchterchen und ich) keine Sekunde gezögert, um allesamt einfach mal krank zu werden.

Gott sei Dank keine Grippe, aber immerhin ein böser Husten, mit Halsschmerzen und anschließenden Schnupfen. Ärgerlich, wenn man husten muss und gleichzeitig Kopfschmerzen hat – als würde der Schädel explodieren.

Aber man steckt einiges zurück, wenn man sieht, wie anstrengend so eine Erkältung für ein kleines Kind ist – schließlich ist es Minas erste Erkältung. Wenn sie niesen muss, verzieht sie ihr Gesicht schon eine halbe Minute vorher, ein schlechtes Nies-Timing könnte man dazu sagen.

So richtig genervt ist sie aber vom Husten, denn mit dem hat sie stark zu kämpfen. Husten, würgen und dann den ganzen Schleim angewidert runterschlucken, so sieht ihr Tagesablauf aus.

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Aber wir leben ja glücklicherweise in glorreicheren Zeiten und es gibt allerlei Schnickschnack, um solcher Probleme Herr zu werden. Der Kinderarzt verschrieb uns einfach mal ein elektrisches Inhalationsgerät, dass ein Haufen Krach macht und heiße Luft produziert (die Steilvorlage lasse ich mal ungenutzt liegen). Gefüllt mit einer Kochsalzlösung und ein paar Tropfen Medizin, soll sie Minchen helfen den ganzen Schleim abzuhusten.

So sitzen wir seit ein paar Tagen, drei Mal am Tag alle drei vor dem brummenden Kasten und Mina inhaliert ganz brav ihre Kochsalzlösung. Ab und an meckert sie, aber größtenteils atmet sie brav und versucht das Mundstück des Inhalators zu essen.

Schöne neue Welt kann man da nur sagen. Mina geht’s Tag für Tag besser, hätte ich beim ersten Blick auf diesen brummenden grünen Babyinhalator nicht gedacht.

Lang hat‘s gedauert, aber endlich hab ich den berühmtesten Augsburger Parkplatzwächter im Dienst erleben können. Der vor ein paar Jahren deutschlandweit Bekanntheit erlangte, als er seinem Büroparkplatz an der Friedbergerstraße per Kamera überwachen ließ und horrende Gebühren für das Falschparken berechnete. Inzwischen hat er ein lukratives Geschäftsmodell daraus entwickelt und bietet Parkraumüberwachung in ganz Deutschland an.

Und genau diesen berühmten Parkraum-Profi hab ich heute bei der Arbeit sehen können, direkt vor der City-Galerie auf dem kleinen Parkplatz des Ärztehaus Oberbürgermeister-Dreifuß-Straße, einem ziemlich deutlich ausgewiesenen Privatparkplatz.

Das Vorgehen ist dabei relativ simpel. Kommt ein böser Falschparker angefahren und verschwindet in der City-Galerie, wird schnell eine mobile Parkkralle unter ein Rad geschoben und der Spitzbube damit am Flüchten gehindert. Kommt der Fahrer wieder, wird er zur Rede gestellt und seine Personalien aufgenommen. Ob gleich an Ort und Stelle abkassiert wurde, konnte ich leider nicht beobachten, bin ja kein Gaffer…

Dass der Parkplatz überwacht wird, scheint sich allerdings noch nicht rumgesprochen zu haben, denn innerhalb von zehn Minuten wurden gleich zwei Fahrzeuge mit einer der rosa Parkkrallen versehen.

Dabei kann ich die Parkplatzüberwachung ganz gut nachvollziehen, schließlich sind das reservierte Parkplätze für die Kunden des Ärztehauses und ständig Parken dort kreuz und quer irgendwelche Leute, die zu faul sind in extra in das Parkhaus zu fahren oder einfach die 60 läppischen Cent für das City-Galerie-Parkhaus nicht bezahlen wollen.

Man kann ja von den Methoden vom selbst ernannten Parkplatzüberwachungsprofi in Hochzoll halten, was man mag, aber dieses ständige “Wildparken” geht mir inzwischen auch echt auf die Nerven.

Obwohl wir gute 10 Minuten Fußweg von der City-Galerie entfernt wohnen, Parken sehr häufig knauserige Kunden auf unseren schon sehr begrenzten Parkplätzen vorm Haus – und das nur, weil sie die paar Cent Parkgebühren nicht zahlen wollen.

Manchmal muss es halt erst richtig in der Brieftasche wehtun, bevor man endlich lernt, ordentlich zu parken.

Der Papst sei „entsetzt“ über die Kritik aus Deutschland. Wie kann man denn nur annehmen, dass hinter der Aufnahme des Holocaust-Leugners Richard Williamson eine antisemitische Überzeugung des Papstes stecken könnte?

Ganz abgesehen davon, dass man eigentlich gar nicht behauptet, verhält sich der Vatikan in dieser schwierigen Situation ziemlich stümperhaft.

Dabei hätten sie einfach nach den vier Prinzipien der Social Media handeln müssen, um der Krise aus dem Weg zu gehen. Schließlich ist die Kirche nichts anderes als ein gewaltiges soziales Netzwerk.
Vier einfache Punkte, die nicht zur Krise geführt hätten:

  1. Dialog: Der Papst hätte sofort nach bekannt werden den Dialog mit den Gläubigen suchen müssen, anstatt bräsig in seinem Palast zu grübeln. Ein jüngerer Joseph Ratzinger hätte diesen Dialog wohl unverzüglich gesucht, als Benedikt XVI. leider nicht. Anstatt jetzt also auf die Reaktionen im Ausland zu reagieren, macht man genau das Falsche. Kritik wird abgelehnt, im Gegenteil, man sei im Vatikan „entsetzt“ über die Reaktionen. Das eigentliche Problem, ob antisemitische Bischöfe tragbar sind für die Kirche, wird nicht diskutiert.
  2. Authentizität: Dieser Punkt sollte eigentlich kein Problem sein, denn einem Mann wie Benedikt glaubt man seine Bereitschaft zum Dialog und seine Ablehnung von Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus. Nur, wenn man sie nicht vehement vertritt, wird die Botschaft auch nicht gehört.
  3. Transparenz: Was sind die Gründe für die Wiederaufnahme Wiliamsons? Was bewegte den Papst dazu, wenn er im Vorfeld überzeugt davon war, dass man diese Geistlichen wieder in den Schoß der Kirche aufnehmen sollte, dann kann er diese Gründe doch anführen? Im Moment ist niemanden klar, was eigentlich hinter der Wiederaufnahme steht.
  4. Geschwindigkeit: Wie kann es sein, dass der Papst so extrem viel Zeit verstreichen lässt, bevor er klar Stellung bezieht. Die päpstliche Lethargie verschlimmerte die Situation nur noch. Ein sofortiges Machtwort des Papstes hätte für Ruhe sorgen können. Die fehlenden Informationen aus dem Vatikan wurden durch die begeisterte Presse mit Spekulationen gefüllt – ein PR-Super-GAU.

Jetzt also zu beginnen, kritische Stimmen einfach als „bösartig“ und „nicht redlich“ zu diffamieren, wie es Bundestagspräsident Lammert getan hat, zerstört das Vertrauen der Gläubigen noch viel mehr. Es entsteht mal wieder das Bild der verkrusteten und über aller Kritik erhabenen Kirche, kein Wunder also das konservative Kräfte im Land diesen Kurs der Kirche gerne mitmachen.

Der Vatikan ist also trotz eigenem YouTube-Channel irgendwie so gar nicht 2.0 und gerade das, kann er sich heutzutage eigentlich nicht mehr leisten.

Nur, um es nochmal erwähnt zu haben: Morgen, den 3. Februar streikt der Öffentliche Personen Nahverkehr in Augsburg, Bus und Trams werden also morgen nicht fahren. Falls der ein oder andere Student das noch nicht mitbekommen haben sollte, seht euch rechtzeitig nach einer alternativen Beförderungsmöglichkeit um :)

Es ist kalt, es ist ungemütlich und trotzdem zieht es viele Augsburger natürlich auch an eisigen Sonntagen raus in die Natur.

Auch wir hatten uns auf einen Spaziergang begeben, frische Luft soll ja ab und an ganz gut sein. Heute ging’s zum Stempflesee im Siebentischwald gelegen. Ganzjähriger Tummelplatz für Enten und Rentner.

Hier konnten wir eine im Winter oft zu beobachtende Unsitte live erleben: Entenfüttern. Trotz erklärender Hinweistafeln, warum das Füttern von Wildvögeln am Stempflesee verboten sei, kamen etwa alle 10 Minuten Spaziergänger mit der typischen Plastiktüte voller Brotreste.

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Und alle 10 Minuten taten die versammelten Enten natürlich so, als hätten sie seit 4 Monaten nichts mehr gegessen. Dabei sollte es sich inzwischen auch bei Bildlesern rumgesprochen haben, dass Entenfüttern extrem schädlich für die Tiere und das Gewässer ist. Das hält aber viele Familien und Rentner nicht davon ab, die “armen, armen verhungerten Tiere” zu füttern.

Natürlich ist das Füttern gut gemeint, aber eben einfach nur schädlich und auch unnütz. Auch wenn es kalt ist, finden die Enten genug essen. Also: Altes Brot gehört in den Müll, aber nicht in den See oder Entenbrot ist Ententod. Aber was rede ich, die Hinweisschilder am Stempflesee interessieren ja auch keinen :)

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