Juni 2009


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Creative Commons License by thopre

So ein Fahrradschloss ist schon etwas sehr Feines, hält es doch hinterlistige Langfinger davon ab, des Radlers treuen Drahtesel zu stibitzen.

Ein dickes, robustes Schloss zeigt schon von weiten: “Hier ist nichts zu holen Gringo!” Genau so eins hatte ich bisher auch im Einsatz, um mein kleines Radl zu beschützen.

Dumm nur, wenn sich der Beschützer gegen einen wendet. Genau das tat mein Schloss nämlich heute – es ging einfach nicht mehr auf! Genauer wäre wohl: Es GEHT nicht mehr auf. Bis jetzt habe ich nämlich nicht geschafft es zu öffnen.

So hängt er da nun, der silberne Schlauch und legt das zarte Gestell meines geliebten Rades fest in Ketten.

Ärgerlicherweise weiß ich nicht mal, warum das teure Schloss sich nicht mehr öffnen möchte. Von hier auf jetzt verweigert es sich mir und meinem Bedürfnis Rad zu fahren. Der Schlüssel lässt sich nicht mehr richtig reinstecken und drehen schon gar nicht.

Jetzt hilft wohl nur noch eine Eisensäge oder – die Männer-Methode – ein Winkelschleifer.

Dumm ist allerdings, dass ich dann noch ein neues Schloss brauche, diesmal aber eins, das mich am Ende nicht verrät …

In Augsburg laufen die Uhren ja bekanntlich etwas langsamer, was heißt etwas, sie laufen sehr viel langsamer, zumindest politisch gesehen. Hier nimmt man sich manchmal so viel Zeit im Stadtrat, dass es den Bürgern meist irgendwann zu viel wird. So auch im Fall der Stadtbücherei, 20 Jahre wurde ein Neubau gefordert, 20 Jahre wurde es immer enger und enger im alten Gebäude an der Gutenberstraße.

Dann 2004 platze den Bürgern der Kragen innerhalb von 5 Monaten wurden 14.000 Unterschriften für einen Neubau der Bücherei gesammelt und schon ging alles ganz schnell – bereits 2005 wird ein Neubau am Ernst-Reuter-Platz beschlossen.

Und für fünf Euro ins Phrasenschwein heißt es nun: Was lange währt, wird endlich gut! Heute eröffnete die Neue Stadtbücherei ihre Glaspforten für den Publikumsverkehr und es ist wirklich ein beeindruckender Bau geworden!

Die Eröffnung der Neuen Stadtbücherei ließen sich viele Augsburger nicht entgehen Neue Stadtbücherei im modernen Glanz DSC05944.JPG

Eine halbrunde Glasfassade und ein orangener Klotz daneben bieten viel Raum für Bücher, Büros und Veranstaltungsräume auf drei lichtdurchfluteten Etagen.

Und die waren heute zum Tag der offenen Tür gut gefüllt, aber wer kann es den Augsburgern verdenken, lang genug gewartet haben sie ja drauf.

Hochmodern ist sie geworden, die neue Stadtbücherei, mit vielen Computer-Arbeitsplätzen und einer sehr schnellen Ausleihe. Wer Bücher mit nach Hause nehmen möchte, der kann das komplett alleine und in Sekundenschnelle.

Einfach zu einem der Ausgabe-Schalter gehen, Büchereiausweis einscannen und den Bücherstapel auf den dafür vorgesehenen Platz legen, schon erscheinen alle Titel dem Bildschirm, einzeln muss man hier kein Buch mehr eingeben. Dann nur noch bestätigen und schon sind die Bücher ausgeliehen.

Rund um die Uhr kann man zumindest in den Vorraum der Bücherei. Einfach Buch an diese Stelle halten und schon ... ... gehts in den Vorraum, wo man an zwei Automaten die Bücher zurückgeben kann.

Auch die Rückgabe ist erstaunlich einfach gehalten, nämlich ganz unabhängig von den Öffnungszeiten. Mit dem Buch in der Hand kann man rund um die Uhr in den Vorraum der Bücherei. Dazu hält man die ausgeliehenen Bücher einfach an eine markierte Stelle vor der Tür, die sich dann automatisch öffnet. Im Vorraum stehen dann zwei Automaten bereit, wo man die Bücher zurückgeben kann – vollautomatisch.

Wem das allerdings alles zu technisch ist und wer nicht auf einen Plausch mit der Bibliothekarin verzichten möchte, der kann natürlich weiterhin die althergebrachte Schalter-Methode  zum Bücherausleihen und -zurückgeben nutzen.

Doch das war noch nicht alles, auch die Preisstruktur wurde erneuert. 13 Euro bzw. ermäßigte 6,50 Euro kostet die Jahresmitgliedschaft und damit ist bereits alles abgedeckt, was an Kosten entstehen kann. Ausleihe für Bücher, DVDs, Computerspiele, Musik-CDs oder täglich eine Stunde Internet an den Arbeitsplätzen, es entstehen keine weiteren Kosten.

Nicht mehr ganz neu, aber auch im Preis mit inbegriffen ist die eAusleihe, in der eBooks, ePaper, Filme und Musik über das Internet ausgeliehen werden können, das werde ich demnächst dann wohl auch mal ausprobieren.

Schmökern vor Ort, Dank ausgiebiger Sitzgelegenheiten im Retrolook. Das Innen-Design der Neuen Stadbücherei erinnert mich wegen der Ecken und Kanten irgendwie ans Olympiastadion in Peking 3 Etagen Kultur

Ich muss sagen, es hat mir sehr gut gefallen in der Neuen Stadtbücherei. Das wird wohl auch an den vielen freundlichen Mitarbeitern gelegen haben, die versucht haben, es allen Besuchern recht zu machen. Den jungen “Wilden”, die durch die Gänge schossen, wie auch den älteren Semestern, die noch ein paar Berührungsängste mit den neuen Räumlichkeiten und technischen Neuerungen hatten.

Sehr schön, dass wir hier in Augsburg mit der Neuen Stadtbücherei einen neuen auch architektonisch attraktiven kulturellen Anziehungspunkt haben, der nicht nur zum Schmökern einlädt.

Wer jetzt einen Grund sucht, die Neue Stadtbücherei zu besuchen, der kann sich freuen. In der gesamten Eröffnungswoche wird dermaßen viel geboten, dass sicherlich für jeden etwas dabei sein sollte. Hier gibt‘s das Programm zur Aktionswoche vom 22.-27. Juni.

Ich muss auf jeden Fall noch mal hin – Bücher zurückgeben. Ich hab nämlich einen schönen Graphic Novel von Neil Gaimans Niemalsland gefunden, den musste ich einfach ausleihen.

Falls es jemand noch nicht mitbekommen haben sollte, ab 1. Juli gibt es in Augsburg eine Umweltzone, die die gesamte Innenstadt umfasst.
Hochoffiziell: Ab 1. Juli gehts nicht mehr ohne Feinstaubplakette in die Innenstadt von Augsburg.
Damit das auch ja keiner vergisst, wurden die letzten Tage überall an den Einfallstraßen in die Umweltzone nicht zu übersehende Hinweisschilder aufgestellt. Damit man sich ja nicht ohne Feinstaubplakette ins innere der Zone traut.

Sollte es tatsächlich noch jemanden geben, der keine solche Plakette besitzt, der kann sie beim Bürgeramt online bestellen – ganz schön modern für Augsburg.

Weitere Infos gibts online auf der Webseite der Stadt Augsburg.

Condolence
Creative Commons License by Hamed Saber

Es erwacht gerade eine neue politische Generation zum Leben. Eine Generation, die vor allem im Internet zuhause ist. Die sich der Möglichkeiten der digitalen Welt bewusst ist, die versteht, dass etwas falsch läuft in ihrem Land, mir ihrer Regierung.

Die Mitglieder dieser neuen Generation, dieser Netz-Generation, sind zahlreich, doch die politische Führung im Lande ist nicht bereit sich mit den Problemen und Wünschen dieser meist jungen Menschen auseinanderzusetzen – sie werden trotz ihrer Zahl nicht mal ernst genommen.

Im Gegenteil, sie werden diffamiert, ausgegrenzt und kriminalisiert, nur weil sie Versuchen für ihre Freiheit zu kämpfen. Weil sie nicht bereit sind, sich weiteren Repressalien zu unterwerfen. Weil sie befürchten, dass alles noch schlimmer kommen kann.

Um das zu verhindern, nutzen sie das Internet, das sie als Teil ihrer Lebenswelt schon längst verinnerlicht haben. Sie verbreiten Informationen, wollen der Welt und ihren Mitmenschen zeigen, welche Gefahr droht. Das Regime hingegen tut alles, die Netzinfrastruktur zu bändigen, zensiert, sperrt und kriminalisiert alles und jeden, der nicht hineinpasst ins Idealbild der heilen Welt.

Dass ich hier nicht über den Iran schreibe sondern über Deutschland sollte eigentlich klar sein, denn im Iran ist die Lage ganz anders.

Das Internet wird in diesem Fall nicht als Hort des Bösen gesehen, als rechtsfreier Raum oder gar als Raubkopiererparadies. Nein, hier sind sich die Medien einig, das Internet ist der demokratische Leuchtturm des Irans, dass sich gegen den eigenen Staat, mit all seinen Rechten stellt.

Auch wenn es längst nicht alle Iraner sind, die sich im Netz äußern, sondern eben nur die digital Natives, spricht man doch immer von der iranischen Bevölkerung, die sich organisiert gegen das Unrechtsregime. Und auch wenn die vielen Internetaktivisten gegen das iranische Recht verstoßen, wen schert es denn? Es geht ja schließlich um die Freiheit!

Aus diesem hehren Motiv heraus klaubt bzw. raubt die freiste der freien Pressen, namentlich die Westliche, sämtliche Inhalte aus dem Netz, die nur im entferntesten nach Iran aussehen. Videos, Bilder, Texte, all das wird kostenlos genommen, macht ja jeder oder?

Das Internet ist das wohl wichtigste Instrument der Demokratisierung der Welt so scheint es.

Allerdings sind wir hier in Deutschland und nicht im Iran. Wir zensieren lieber unser Internet gleich freiwillig und ohne Not, weil es ja sonst ein rechtsfreier Raum wäre, indem die Presse ihre teuren Videos, Bilder und Texte nicht schützen könnte. Aber es geht ja auch um Kinderpornografie und nicht, um ein in unseren Augen verbrecherisches Regime, mit einem Irren an der Spitze.

Menschen, die hier für ihre Rechte im Internet oder auf der Straße kämpfen, sind einfach Kriminelle oder Kinderschänder und haben alle keine Ahnung von Demokratie.

Es ist eine bittere Lehre, die man aus der Berichterstattung dieser Tage ziehen kann: Um Demokratie zu erreichen, scheint jedes Mittel recht zu sein, aber um sie zu verteidigen eben nicht.

Haben sich doch ein paar gefunden, die hier in Augsburg gegen die schlechten Bildungsbedingungen in Deutschland demonstriert haben.

Da spaziert man gerade mit dem Kind durch die Gegend und plötzlich fährt ein Polizist auf einem Motorrad vor, lässt es gleich mal elegant Absaufen und sperrt die Straße ab. Nur eine Minute später walzt auch schon der Demonstrationszug mit sagen wir mal (schlecht geschätzte) 500 Bildungsstreikenden zu Klängen von Rio Reiser vorbei.

Da kommt er, der Bildungsstreik... Lautstark für die Bildung Die Staatsmacht ist auch dabei... Für Beschallung sorgte der hier Also ich kann ganz schlecht schätzen wie viele das sind... So schnell wie sie aufgetaucht sind, verschwanden sie auch wieder

Dass sich irgendwann tatsächlich 1500 Leute versammelt hatten, wie die Augsburger Allgemeine schreibt, konnte ich zu dem Zeitpunkt dann aber nicht bestätigen.

Wenns tatsächlich so viele waren, dann ist das ein echt großer Erfolg für unser kleines Dorf hier…

UPDATE: Die Augsburger Zeitung ist mal wieder wesentlich realistischer als die Augsburger Allgemeine und spricht von 500-600 Demonstrierenden. Trotzdem viel für Augsburg :)

Der seltsamste Dialog, den ich zum Thema Bildungsstreik gehört habe:

S1: Du, morgen ist ja Streik, da wollte ich dann schon hin irgendwie.

S2: Ja, stimmt. Aber Mist, haben wir da nicht Seminar.

S1: Ja, leider, hab ich mir auch schon gedacht. Dann können wir das wohl vergessen mit dem Streik.

S2: Mh, schade. Wäre gerne hingegangen…

Jetzt versteh ich auch, warum bei Augsburger Demos immer so wenig los ist…

Bildungsstreik Bayern, Demos: 17. Juni 2009

Der heutige Spaziergang mit Tochter und Anhang ließ mich trotz des schönen Wetters mit einem Rätsel zurück.

Im alten Stadtgraben am Roten Tor gibt es nicht nur den entspannenden Kräutergarten und sonnige Wiesen, auf denen sich heute halb nackte Augsburger herumwälzten, sondern auch Mülltonnen.

Im Speziellen meine ich allerdings nur eine bestimmte Mülltonne, eine an der ich heute das hier entdeckte:
Geschichte für die Mülltonne?
Eine Geschichte, genauer gesagt ein winziger Teil einer Geschichte, fein säuberlich auf eine Mülltonne geklebt. Was soll das denn sein?

Meine Neugierde ist geweckt. Hochkant steht geschrieben: “dreamcity – Stadtmärchen – Eine Initiative der Hochschule Augsburg”. Geholfen hat mir diese Information allerdings nicht, denn Google spuckt bei diesen Suchparametern nichts von Belang aus. Auch die FH, die mit Hochschule Augsburg wohl gemeint sein wird, bietet keine Infos dazu im Internet an – und jetzt bin ich frustriert.

Warum klebt jemand eine Geschichte auf eine Mülltonne, schreibt zusätzlich noch etwas von einer Initiative drauf und veröffentlicht dann gar nichts dazu im Internet?! Soll das etwa eine komplette Offline-Aktion sein – das wäre ja verschenktes Potenzial!

Wenn mich also mal jemand aufklären könnte, wäre ich sehr dankbar – kann doch nicht sein, dass ich nach einem so entspannenden Spaziergang mit einem ungelösten Rätsel leben muss!

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Creative Commons License by Nick Humphries

Nein ich steht nicht auf Krustentiere, ich stelle mir nur gerade das Geräusch des Motors vor, das der Hummer H1 macht, wenn ich mit dem Teil eine Stunde durch den Dreck walze – hummmmm-hummmm-eeeeeer ….

Die Stunde habe ich nämlich gewonnen, beim pkw.de-Gewinnspiel, dass ich vor Kurzem hier im Blog beworben habe. Somit habe ich nicht nur ein ferngesteuertes Auto bekommen, sondern auch einen Gutschein zum Hummer-Fahren für ganze 189 Euro.

Endlich habe ich auch mal was gewonnen! Und das beste ist, ich darf noch zwei Mitfahrer einladen – Platz ist ja genug im  H1. Die Versteigerung der Plätze hat -JETZT- begonnen, wer mir glaubhaft erklären kann, warum ich ihn oder sie mitnehmen soll, der darf mitfahren :D

Aber letztlich hängt es auch ab, wo ich den Gutschein einlöse, da bin ich mir noch nicht sicher. Berlin oder Ingolstadt?

In letzter Zeit häufen sich die PR-Anfragen von kleineren Firmen, darin wird meist erbeten über verschiedenste Dinge zu schreiben. Billige Werbung für die einen, Aufwertung des Egos für die anderen.

Da ich allerdings nur über Sachen schreibe, die ich per Paket geschickt bekomme, hält sich Werbung bei mir hier glücklicherweise in Grenzen.

Eine ganz neue Masche, um an Verlinkungen zu kommen, durfte ich heute in meinem Mailpostfach bewundern. Da fragt mich eine Nadia Weltenberg ganz nett, ob ich denn ein kleines Interview geben könnte.

Sehr geehrter Herr Geißler,

ich betreibe den Blog internet-modell.de und möchte meinen Lesern öfters mal einen besonderen „Leckerbissen“ präsentieren – sprich: interessante Erfahrungsberichte und Interviews. Mir gefällt Ihr Blog inhaltlich sehr gut. Hätten Sie Lust, sich für ein kurzes schriftliches Interview zur Verfügung zu stellen? Die ganze Sache dürfte nicht länger als 10 Minuten in Anspruch nehmen. Für Sie wäre das eine günstige Gelegenheit, den ein oder anderen neuen Leser für Ihr Blog zu gewinnen ;-)

Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie mir die unten aufgeführten 5 Fragen kurz und knackig beantworten:

Frage 1
Stellen Sie Ihr Blog bitte kurz vor!

Frage 2
Wie haben Sie mit Ihrem Blog angefangen?

Frage 3
Welche technischen Hilfsmittel benutzen Sie?

Frage 4
Welche Themen interessieren Ihre Benutzer am meisten?

Frage 5
Welche Ziele haben Sie sich in Bezug auf Ihr Blog gesetzt und sind diese erreicht worden?

Bitte schicken Sie mir noch ein Bild von sich oder Ihrer Internetpräsenz/Blog/Firma mit!

Ich bedanke mich für Ihre Mühe! So bald wie möglich werde ich Ihnen die URL zu diesem Blog-Beitrag zukommen lassen und würde mich über eine Erwähnung des Artikels Ihrerseits sehr freuen!

Mit freundlichen Grüßen,
Nadia Weltenberg

Da ich ja nicht einfach irgendwem Interviews gebe, begab ich mich natürlich erst einmal auf die genannte Webseite. Viel ist da nicht los, bemerkenswert ist allerdings, dass im Impressum statt einer Nadia Weltenberg eine Penka Ivanova Dimitrova aus Bulgarien vermerkt ist – na wenn da mal nicht gleich die Alarmglocken angehen. Und wäre die Verwirrung nicht schon groß genug, wird als Autor im Blog noch ein Ralf Kettler erwähnt, sehr dubios das ganze.

Eine kleine Recherche bringt dann zutage, was mir sowieso schon dämmerte. Bezeichnenderweise gibt’s die ausführliche Antwort im IT-Psycho-Blog vom Namensvetter Sebastian Geisler. Der wurde vor Kurzem nämlich mit derselben Mail belästigt und hat sich mal umgesehen. Kurz gesagt geht es bei dieser ganzen Aktion vor allem um eins: um Backlinks.
Wer ein Interview gegeben hat, der wird darüber berichten und einen Link zur obigen Internetadresse setzen. Je mehr Links nun auf eine Internetadresse verweisen, desto wertvoller wird sie. Denn Backlinks sind von immenser Bedeutung für Suchmaschinen, sind sie doch die Währung, die zeigen, wie wichtig eine Internetseite ist.

Frau Weltenberg a.k.a Dimitrova a.k.a Ursula Schmidt-Stafford hat also jede Menge Internetadressen gekauft und möchte diese im Wert steigern. Eine Liste von diesen Domains findet ihr ebenfalls im IT-Psycho-Blog. Dort wird auch erklärt, was eine Verlinkung für Einfluss auf den eigenen Suchmaschinenrang haben kann. Also auf keinen Fall ein Interview geben!
Was mich jetzt noch stört, ist, dass ich scheinbar in irgendeiner Spam-Datenbank gelandet bin, da Sebastian Geislers IT-Blog und ich innerhalb weniger Tage angeschrieben worden sind, gehe ich mal von einer alphabetischen Vorgehensweise aus. Irgendwie blöd.

Noch seltsamer ist aber, dass der andere Sebastian genau Zitat-Zeichen im Blog benutzt wie ich… unheimlich.

Die großen deutschen Verlage treffen sich mit viel Tamtam in Hamburg zum 3. Internationalen Mediendialog und zeigen letztlich wieder mal, dass sie nichts verstanden haben. Denn statt endlich mal Strategien zu entwickeln, Geld im Internet zu verdienen, schwadronieren sie lieber über geistigen Diebstahl im Internet. Überall, so der Tenor der Medientage wird raubkopiert.

Die Presse reiht sich also in die illustre Schar, in der schon Musik-, Film- und Softwareindustrie munter debattieren und fordern. Alle behaupten Raubkopien wären schuld, dass immer weniger Geld verdient wird, statt zuzugeben, dass sie einfach unfähig sind, neue Finanzierungsideen für das Internet zu entwickeln.

Anders als bei den anderen Rechteinhabern ist die Presse allerdings selbst kein unbeschriebenes Blättchen. Sind die Verlage doch selbst dem Copy&Paste-Wahn verfallen, den sie groß und breit kritisieren. Es ist alles andere als ein Geheimnis, dass die Presse schon seit jeher voneinander abschreibt und dank billiger Agenturmeldungen sowieso überall das gleiche steht.

Am schwersten wiegt aber, dass die Presse nicht nur von sich selbst abschreibt, sonder auch hemmungslos das Internet nach Inhalten abgrast. Da werden gerne Fotos von Webseiten, Blogs oder aus sozialen Netzwerken geklaut, wann immer mal Opfer eines Verbrechens bebildert werden müssen.

Eine Unsitte, der gerade beim Springerverlag immer Häufiger gefrönt wird. Trotzdem dampfplaudert Vorstandsvorsitzender der Axel Springer AG Mathias Döpfner vor sich hin und meint ganz frech: “Unser Ziel muss es sein, die Hauptstraßen des Internets frei von Piraten zu halten.” Da soll dann wohl mehr Platz für raubkopierende Presseverlage sein oder wie?

Kriminelle beschweren sich, dass sie beklaut werden – was für eine seltsame Welt. Wenn das der Weg aus der Zeitungskrise sein soll, dann sag ich schon jetzt mal gute Nacht!

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