Und wieder verschwindet ein Stück liebgewonnener Altertümlichkeit aus Augsburg, wie ich heute wieder leidvoll erfahren musste, doch beginnen wir am Anfang: Heute sollte es ja nach München gehen, Vorbesprechung unseres VHB-Seminars. Das bevorzugte Beförderungsmittel ist in diesem Falle natürlich die Bahn, mit dem Bayernticket ist das ja schön günstig.

Für unseren Kurztrip in die Landeshauptstadt müssen wir natürlich zum Augsburger Hauptbahnhof und der ist wirklich typisch für Augsburg. Die Bahnhofshalle wurde 1843 und 1846 errichtet und ist somit eines der ältesten noch genutzten Bahnhofsgebäude in einer deutschen Großstadt. Ein wirklich imposanter Bau, der zurecht unter Denkmalschutz steht.

Was dann aber hinter der Haupthalle beginnt, ist nicht wirklich zeigenswert. Die Bahnsteige bestehen aus ziemlich heruntergekommener Betonarchitektur, die mich immer wieder veranlasst schnell in den Zug einzusteigen und wegzufahren.

Gut das ist der Sinn eines Bahnhofs könnte einer jetzt einwenden – und er hätte sogar recht. Manchmal hab ich aber einfach das Gefühl auf einem Pampa-Bahnhof zu stehen und nicht auf einer Verkehrsdrehscheibe, die täglich 40.000 Passagiere abfertigt. Ins Bild passt dann natürlich, dass der Bahnhof bis jetzt noch nicht einmal behindertengerecht ausgebaut wurde.

Es gab aber auch etwas, was ich immer sehr gemocht habe, meine geliebten altmodischen Anzeigentafeln. Doch das ist alles vorbei! Die Bahn, dieses seelenlose Monstrum streicht nicht nur viele meiner Zugverbindungen nach Berlin, sie nimmt mir auch meine Tafeln!

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Nie wieder das beruhigende Drrrrrrrrrrr-Klack-Klack der Anzeigen, in dem Moment, in dem sie auf die neuen Fahrziele und Verspätungen umschalteten. Nein, es sind jetzt neue, hochmoderne LCD-Anzeigen. Still und leise verrichten sie ihren Dienst, verhaken sich nicht mit ihren kleinen Schildchen und wirken gerade im Augsburger Bahnhof völlig fehl am Platze.

Für mich hat unser Hauptbahnhof nun leider ein wenig von seinem Charme verloren. Das nicht alle den alten Anzeigen hinterhertrauern, kann man bei Pia nachlesen. Für mich, der Moderne bisher nicht unbedingt mit Augsburg verbunden hat, ist es aber schon ein harter Schlag. Da hätte die Bahn gleich den Glas-Stahl-Kolos von Lehrter-Bahnhof in Augsburg bauen können, der Effekt wäre bei mir derselbe gewesen.

Leb wohl Drrrrrr-Klack-Klack…

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