02.
September
2006
„Kommst du mit auf’n Eiskanal?“, zirpt es aus der Hörmuschel meines Telefons. Am anderen Ende der Leitung fragt das meine dreijährige Nichte. Eine Frage, die mich irritierte. Zwar ist die kleine eine fanatische Steine-ins-Wasser-Werferin, aber als Fahrerin auf der olympischen Kanustrecke von 1972 und mich will sie mitnehmen?
Mein Bruder/ihr Vater klärt mich aber glücklicherweise auf und rückt meine irrigen Annahmen zurecht. Nein, die Kleine ist natürlich keine frühreife Olympiasportlerin, eher der deutschen Grammatik noch nicht ganz mächtig. Aber so geht’s ja fast jeden von uns.
Gemeint hat sie natürlich „zum“ Eiskanal, denn dort findet dieses Wochenende das Eiskanal-Festival 2006 statt. Noch bis zum morgigen Sonntag gibt’s interessante Veranstaltungen rund um den Paddelsport – oder wie man das nennt.
Das Highlight der Veranstaltung fand aber heute schon statt: das Pappboot-Rennen! Da wollten wir natürlich hin. Im Vorfeld begutachteten wir die Vorbereitungen der einzelnen Boots-Teams. Hochkonzentriert wurde dort mit Unmengen von Klebeband und natürlich Pappe hantiert, um die absurdesten Wassergefährte zusammenzukleben.
Gut zwei Stunden hatten die Teams, um ihre Boote zu bauen und liebevoll zu verziehren, dann kam die Stunde der Wahrheit. Ziel für jedes Boot war natürlich bis ans Ende des Kanals zu kommen ohne das Boot und/oder Fahrer auseinander brachen. Um Letzteres zu verhindern, standen genug Leute von der Wasserwacht, ich nenne sie gern auch Wasserwächter, am Kanalrand.
Was da an den unzähligen Zuschauern letztlich vorbeipaddelte sorgte für viele Lacher, lobenden Applaus und aufmunternde Zurufe.
Meine Nichte war jedenfalls 10 Minuten begeistert, danach wurde es ihr zu langweilig und sie riss Gras von den Tribünen. Ich nutzte die Zeit, um noch ein paar Fotos zu machen, die ich euch natürlich nicht vorenthalten will.
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Nach drei Stunden Eiskanal bei sehr angenehmen Temperaturen hatten wir dann alle genug und zogen zufrieden von dannen. Außer meiner Nichte vielleicht, die hatte eigentlich noch vor ein paar Stunden Gras zu rupfen.

Eine Reaktion auf “Auf’m Eiskanal”
Pingback vom 29. Dezember 2009 um 12:27
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