07.
September
2008
Über eine Woche hab ich dann jetzt doch gebraucht, um mich wieder einigermaßen an Deutschland zu gewöhnen. Vor allem die Zeitumstellung hat mich noch lange beschäftigt, es ist einfach unschön, wenn man morgens um 4 oder 5 Uhr aufwacht, nur weil der Körper meint, es wäre Zeit aufzustehen. Heute hat er aber endlich eingesehen, dass länger schlafen entspannender ist – Punkt 9 Uhr bin ich aufgewacht!
Der Rest der Eingewöhnung lief bisher ganz gut, auch wenn es ab und an noch zu leichten Irritationen kommt. Warum muss ich z. B. mein Obst im Supermarkt selbst einpacken und wiegen und warum muss ich mein Auto selbst betanken?! Man wird schon verwöhnt in China.
Überhaupt gestaltet sich das Autofahren hier etwas enervierender. Man spürt manchmal schon die Aggressivität beim Fahren und das, obwohl die Straßen hier doch leer sind. Außer man trifft hier in Augsburg auf eine der vielen, vielen Baustellen. Da wird’s dann etwas voller und der Durchschnitts-Augsburger scheitert am Reisverschlusssystem, was dazu führt, dass alle noch aggressiver werden. Auch wenn es in China viel chaotischer auf den Straßen zugeht, gefällt mir dass dann dort doch besser.
Was mich wirklich erstaunt hat, war das Gefühl der Leere und das wortwörtlich. Mir kamen so ziemlich alle Straßen verwaist vor. Selbst wenn eigentlich schon einiges los war. Nach vier Monaten mit Menschenmassen um einen herum wirkt Deutschland menschenleer wie Namibia. Allerdings lässt dieses Gefühl so langsam nach.
Schließlich hat es auch Vorteile, wenn man in Deutschland ist. Was da sofort auffällt, die öffentlichen Toiletten riechen plötzlich nach Raumdüften und nicht nach Exkrementen. Ich kann den Himmel tatsächlich wieder sehen und die Luft kann ich sogar atmen.
Es wird wohl noch eine Weile dauern, bis ich mich wieder komplett eingewöhnt habe. Ich hätte nicht gedacht, dass vier Monate in der Fremde solche Auswirkungen haben können. So werde ich die nächsten Tage noch hoch konzentriert an der Ampel stehen müssen, damit ich nicht einfach anfange loszulaufen.

7. September 2008 um 14:27
Na, willkommen im Club. Mit dem Schlafen hatte ich bis auf den ersten Tag keine Probleme. Ich habe am Ankunftstag versucht, bis 22 Uhr wach zu bleiben, was auch geklappt hat. Ich bin zwar dann um 3 Uhr Nachts wach geworden, konnte dann aber weiterschlafen, und seitdem habe ich keine Probleme.
Autofahren ist tatsächlich eine kleine Gewöhnung gewesen, und am Zebrastreifen rechne ich immer noch damit, daß Autos einfach durchfahren. Aber sonst hast Du schon recht: auch die Straßen sind trotz Stau irgendwie leerer als in Peking… und die Aggressivität ist hier deutlich höher.