11.
Dezember
2009
“Man sollte seinen Autofahrern nicht zu viel zumuten”, diese Erkenntnis dürfte sich beim Ordnungsamt hier in Augsburg wohl auch endlich gekommen sein. Verkehrsschilder und Fahrbahnmarkierungen reichen heute einfach nicht mehr, man muss die Leute schon mit der Nase draufstoßen.
Doch der Reihe nach: Seitdem die Prinzstraße mit der Linie 6 Straßenbahnschienen aufweisen kann, ist das Chaos hier deutlich gestiegen. Ich hatte ja schon von verwirrten Autofahrern geschrieben. Das Problem: An der Kreuzung zur Theodor-Wiedemann-Straße macht die Fahrbahn einen Knick, weil die Straßenbahnen kurz danach ein eigenes Gleisbett bekommen und neben der Straße fahren.
Dieser Knick scheint aber trotz diverser Schilder und Sperrfläche auf der Fahrbahn nicht für alle Autofahrer nachvollziehbar zu sein. Immer wieder fuhren Unachtsame einfach über die Sperrfläche gerade aus, nur um dann zu sehen, dass die Straße nach wenigen Metern im Gleisbett endet.
Bisher ging das immer gut, abgesehen von wilden Bremsmanövern und Dauerhupen. Doch die Tage werden immer kürzer und der Regen sorgt für eine wunderbar glitschige Straße. Das Ergebnis aus diesen ungünstigen Wetterbedingungen konnte ich letzten Montag erstmalig bestaunen. Ein Geschäftsmann rutschte mit seiner Limousine ein ordentliches Stück aufs Gleisbett. Polizei und vor allem ein Abschlepper mit Kran verschafften hier Abhilfe. Allerdings blieb verkehrstechnisch alles beim Alten.
Kein Wunder also, dass gestern das nächste Auto mit Warnblinker auf den Gleisen stand. Diesmal war neben Polizei und Abschlepper aber auch ein aufgeregt auf- und ablaufender Mann von den Stadtwerken vor Ort. Scheinbar hatte sich rumgesprochen, dass ständiger Autobefall schädlich für Gleise sein könne.
Und was müssen meine von Alter inzwischen fast blind gewordenen Augen heute erblicken? Es wurde tatsächlich was getan. Zwei nicht zu übersehende Absperrungen zeigen den unachtsamen Autoraser heute also, wo sie definitiv nicht langfahren dürfen.
Das löst das Problem jetzt irgendwie nicht gerade elegant, weil spätestens, wenn Busse bzw. Straßenbahnen fahren, dürfte das gleiche Problem wieder entstehen – dann aber mit deutlich größeren Schaden für die Stadtwerke. Aber bis dahin geht noch ein gutes Jahr ins Land, genug Zeit also für die cleveren Jungs vom Straßenverkehrsamt sich eine tolle Lösung einfallen zu lassen. Wobei ich mir das jetzt gerade nicht so ganz vorstellen kann, Augsburger Autofahrer sind schon eine spezielle Spezies

11. Dezember 2009 um 17:51
Also an der belgischen Küste, irgendwo Höhe Raversijde, da gab es mal eine Schranke, die sich nur für die Tram geöffnet hat. Die war zwar nicht dazu gedacht, Autos vom Befahren des Gleisbetts abzuhalten (weil die Straße da sowieso schon nebendran vorbeiläuft), sondern für irgendwas anderes. Aber die Schaffner konnten diese Schranke per Fernbedienung öffnen, sie ist dann in Fahrtrichtung nach innen weggeschwenkt (und nicht, wie man es von Schranken kennt, nach oben in Richtung Senkrechte). Vielleicht wäre das ja für diese Stelle die Lösung in Augsburg… aber das wäre vielleicht auch zu elegant
Ach nein, wird wahrscheinlich zu teuer werden…
12. Dezember 2009 um 10:01
Die Idee ist nicht schlecht, nur für Augsburg ist das zu einfach
…..
….
)))
außerdem, fahren da dann auch noch die Busse lang und bei den Takt, was die dann haben, ist sie immer offen
Sollte wie in England sein mit den Poller, der in der Erde versenkt werden kann, kennt bestimmt jeder…..dann raffen sie das schneller
12. Dezember 2009 um 11:38
Na die Schranke kommt dann direkt vorm Gleisbett, dann passt das doch auch. Wäre wahrscheinlich die beste Lösung. Ich sehe da allerdings schwarz.
13. Dezember 2009 um 12:38
Gaffer!