Tausende rote Lichter spiegeln sich in der regennassen Straße. Es wirkt wie ein gewaltiger Trauermarsch. Anstelle von Kerzen leuchten aber die Bremslichter der Autofahrer in der Dämmerung. Ein Mensch ist gestorben, nur ein paar Meter weiter. Ein Motorradfahrer. Unachtsam fuhr ein PKW von der Busspur zurück auf die Straße, nahm dem Motorradfahrer somit die Vorfahrt und dieser musste ausweichen – auf die Gegenfahrbahn. Dort, im Gegenverkehr gab es dann keine Ausweichmöglichkeiten mehr führ ihn. Er starb noch an der Unfallstelle. Die Friedberger-Straße, auf der sich alles abspielte, wurde komplett gesperrt und jetzt staut sich der Berufsverkehr ins Unermessliche.

Unheimliche Bilder in der Dämmerung, mit all den Lichtern. Ich versuche mir vorzustellen, wie es den Angehörigen geht und kann es nicht, nicht mal ansatzweise. Wer kann das schon, wer will das schon.

Ein seltsamer Morgen. Ich kann nicht mehr aus dem Fenster sehen. Die aufgehende Sonne mit ihrem Versprechen auf einen neuen Tag wirkt wie Hohn, wenn davor das Blaulicht der Polizei und der Notärzte blitzt. Im Westen ziehen aber schon die Regenwolken auf, auch das Wetter trauert.

Mein Mitgefühl gilt den Angehörigen.

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