Alltagsfragen


Eltern, das steht fest, Eltern nerven manchmal. Nicht nur die Eigenen, auch Andere, völlig Fremde, die meinen, ein Kind gebe ihnen das Recht ihre Umwelt zu malträtieren – schließlich sind sie und ihre Kinder was Besonderes in einer Bevölkerung, die so langsam überaltert.

So motzen sie fröhlich über die kleinste Unannehmlichkeit, was sich manchmal zu einem hysterischen Geifern steigern kann – oder eben zu Leserbriefen an die Lokalpresse. So berichtet heute die Augsburger Allgemeine in einem erstaunlich großen Beitrag über zwei „geschädigte“ Mütter, die in dem von mir sehr geschätzten Kaffeehaus Thalia ein wenig angeeckt waren.

Die eine Mutter beklagt sich darüber, dass sie ihren Kinderwagen nicht in das doch recht eng bestuhlte Kaffeehaus nehmen durfte. Die eigentlich nachvollziehbaren Gründe, dass durchaus eine Gefahr bestehe, dass das Kind mit heißen Speisen oder Getränken zu überschütten werden könne bzw. so ein Wagen sehr viel Platz wegnehme, ließ die Mutter nicht gelten. Gerade Letzteres nicht, denn schließlich seien sie ja “die einzige Familie mit Kinderwagen im Café gewesen.” Was mir als Argument allerdings nicht einleuchten will. Es könnte ja rein theoretisch auch sein, dass alle anderen Eltern überhaupt kein Problem damit haben, ihren Kinderwagen im Foyer abzustellen?

Das war aber noch nicht der Gipfel der „Kinderunfreundlichkeit“ des Kaffeehauses. Laut Augsburger Allgemeine wurde auch noch eine Mutter des Hauses verwiesen. Die wollte nicht einsehen, dass es irgendwie ziemlich blöd rüberkommt, wenn man sein Kind mitten im Speisesaal die Windel wechselt.

Und gerade so etwas kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Wie kommen Eltern darauf, dass man seinem Kind die vollgeschissene Windel denn sofort an Ort und Stelle wechseln muss?! Da wird an der Fleischtheke schnell mal eine neue Pampers ans Kind gebracht oder einfach mitten auf dem Gehweg, wodurch alle Passanten einen großen Umweg in Kauf nehmen müssen – alles selbst schon erlebt.

Ich würde niemals auf die Idee kommen meine Mitmenschen mit so etwas zu belästigen. Natürlich waren wir alle mal klein, natürlich haben wir uns auch von oben bis unten vollgepullert, aber ich muss doch niemanden zumuten zuzusehen, wie ich die Sauerei wegmache. Wo ist also das Problem sich ein stilles und vor allem hygienisches Örtchen zu suchen, um das Kind zu wickeln? Ein paar Minuten kann das Kinde eine volle Windel schon ertragen.

Die Frage ist meiner Meinung nach also nicht, ob das Kaffeehaus kinderunfreundlich ist, das ist es nicht, ich war oft genug mit Mina da und sie hat sich prächtig unterhalten gefühlt. Die Frage ist, was Eltern ihrer Umwelt eigentlich zumuten möchten.

Wenn sich Menschen entschließen Kinder zu bekommen, dann entschließen sich nicht automatisch alle Menschen in ihrem Umfeld dazu. Ich kann niemanden zwingen, das Geschrei und die dreckigen Windeln zu ertragen – aber genau das meinen einige Eltern meist aus eigener Bequemlichkeit verlangen zu können. Da wird dann halt die Windel direkt dort gewechselt, wo man gerade so schön bequem sitzt oder das Kind soll im Wagen fest angeschnallt sitzen bleiben, damit man in Ruhe seinen Kaffee trinken kann. Wenn der Wagen nicht da wäre, müsste man das Kind ja auf den Schoß nehmen – welch unangenehmer Gedanke!

Natürlich hat man es als Eltern von Kleinkindern manchmal nicht leicht, wenn z.B. kein ordentlicher Wickelraum zur Verfügung steht oder mal wieder der Bus so voll ist, dass ich mit meinen Kinderwagen nicht hineinpasse. Aber wir reden ja hier auch von einem Kaffeehaus, das man besucht, um sich mal zu entspannen und abzuschalten – und natürlich haben Mütter und Väter auch ein Recht auf Entspannung, aber doch nicht auf Kosten der anderen. Es würde doch auch keiner auf die Idee kommen sein Baby mit ins Kino, in die Oper oder die Disco zu nehmen und dort dann auf der Tanzfläche die Windel zu wechseln.

Dass es eigentlich gut funktioniert mit Kindern, auch mit Babys, erklärt das Kaffeehaus übrigens auf seiner eigenen Webseite (inklusive Bild). Und ich als Elternteil kann auch nur sagen, dass ich bisher keine Probleme im Kaffeehaus gehabt habe. Von der zitierten Kinderunfreundlichkeit kann also keine Rede sein. Mir scheint eher, das sich da mal wieder ein paar Gemüter zu sehr erhitzt haben und aus einer Mücke dadurch ganz schnell ein Elefant geworden ist – ein klärendes Gespräch hilft dabei übrigens meist mehr, als der Gang zur Lokalpresse…

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Ist das schon wieder ein Jahr her? Wie die Zeit verfliegt! Heute vor einem Jahr brach ich auf nach Peking, um für Atos Origin vier Monate aus dem Reich der Mitte zu berichten.

Vor einem Jahr um diese Zeit war ich schon auf dem Weg zum Flughafen München. Ein bisschen aufgeregt zwar, aber ziemlich neugierig auf die kommenden Wochen. Und jetzt, ein Jahr später kann ich sagen, dass ich die Zeit in Peking dann doch ab und an vermisse.

Trotz all dem Chaos, den vielen Menschen und der Luftverschmutzung hab ich Land und Leute schätzen gelernt. Auch wenn man sich gern mal über die “etwas” andere Mentalität der Chinesen aufregt, irgendwie hab ich mich doch wohlgefühlt.

Tja und nun sitze ich hier, arbeite fleißig an meinen Abschluss und frage mich, wie es jetzt wohl aussieht in Peking: Ob es meine Wohnung noch gibt oder sie schon zusammengestürzt ist? Wie das Olympische Grün wohl aussieht? Sind die neuen U-Bahnen immer noch so sauber? Was wohl all die Kollegen jetzt machen?

Ich werde wohl noch ein bisschen in Erinnerungen schwelgen und dann weiter an den kommenden Referaten arbeiten …

Watching tv
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Zum Weltfrauentag muss ich das jetzt mal nachfragen: Welches System benutzen Frauen eigentlich beim Zappen?

Mir fällt es bei den regelmäßigen Fernsehabenden mit meiner Freundin immer wieder auf, dass Männer und Frauen scheinbar andere Techniken beim Kanal-Zappen anwenden – wobei ich die Frauen-Technik definitiv nicht nachvollziehen kann.

Ich zappe noch auf die altertümliche Art: Kanal kurz ansehen, um zu sehen was läuft, dann weiterschalten. Das wiederhole ich, bis ich irgendwas Sinnvolles (oder grundlegend Sinnloses) gefunden habe.

Wenn meine Freundin die Fernbedienung in ihre Hände bekommen hat, dann wird es allerdings etwas hektischer. Sie schaltet einfach so schnell durch die Kanäle, dass ich nicht mal ansatzweise erraten kann, was da gerade läuft. Also entweder sie schafft es innerhalb von einer Zehntelsekunde das Programm zu erkennen oder ihr ist eigentlich egal, was gesendet wird. Beides wäre irgendwie unheimlich.

Dass dies kein Einzelfall ist, habe ich schon von verschiedenen anderen betroffenen Herren gehört. Frauen scheinen also entweder über faszinierende übersinnliche Fähigkeiten zu verfügen oder sie kennen einfach das TV-Programm auswendig – ich find’s jedenfalls seltsam.

Beim allsonntäglichen Versuch meinen Schreibtisch einigermaßen auf Vordermann zu bringen und die Stapel Papier von einer Hälfte auf die andere zu schieben, fiel mir seit langem mal wieder meine vollgekritzelte Schreibunterlage auf. Vollgeschmiert mit Notizen, Telefonnummern, Rechnungen und natürlich jeder Menge Bildern, Formen und seltsamen Linien – Gekritzel halt.

Immer wenn ich gelangweilt bin aber auch wenn ich mich konzentriere und ich einen Stift in der Hand halte, fange ich an zu kritzeln. Häufig zu beobachten ist das während Seminaren oder Vorlesungen, wo es nicht lange dauert, bis ich das ausgeteilte Handout mit lustigen kleinen Blumen, Kringeln, Rakten, Gesichtern und anderen tollen Kullern und Kreisen vollgeschmiert habe.

Die neuerliche Erinnerung in Form meiner Schreibunterlage ließ mich dann doch mal recherchieren, ob damit nicht vielleicht doch ein psychisches Defizit manifestiert wird. Schließlich muten meine vollständig bekritzelten Blätter schon etwas seltsam an.

Gleich vorweg: Kritzeln scheint ganz normal. Allein beim Telefonieren sollen 65% der Deutschen zum Stift greifen und munter vor sich hinkritzeln. Was diese kleinen Zeichnungen interessant macht, ist der Umstand ihrer Entstehung. Teilbewusst und ohne besondere Absicht entscheidet sich der Kritzler für bestimmte Motive. Für Georg Franzen sind die “gestaltenden Kräfte, die sich in den Kritzeleien aus dem Unbewussten manifestieren, [...] im Grunde dieselben, die auch in unseren Träumen am Werk sind.” Und das sollte die Kritzelein doch interpretierbar machen – jedenfalls für die, die auch an Traumdeutung glauben.

Gekritzel
Foto von *sean

Jack Goodman hat sich mal versucht ein paar Deutungen zu präsentieren – ganz unverbindlich natürlich. So soll schon die Position und Richtung der Kritzelei Aussagen über die Eigenschaften des Menschen machen. Ein Bildchen unten rechts auf dem Papier soll mangelndes Selbstbewusstsein suggerieren. Da meine Kunstwerke aber sowieso über das ganze Blatt wachsen, spielt diese Deutungsmöglichkeit wohl keine Rolle – außer das soll für meinen einnehmenden Charakter sprechen :P

Leider helfen mir die weiteren Erklärungsversuche von Goodman auch nicht viel mehr. Meine verschlungenen Linien sollen zeigen ich sei pingelig. Häuschen und Kästchen sprechen mir die Eigenschaft “cooler Rechner” zu, bzw. logisches Denken. Meine Kringel und Kreise zeugen von verhaltener Leidenschaft oder unterdrückten Plänen, Zacken einer Säge allerdings von einen aggressiven Charakter.

Auch die weiteren möglichen Deutungen gehen irgendwie in sehr verschiedene Richtungen. Meine lustigen Gesichter sprechen mir Humor zu, der positiv denkt. Meine verschachtelten Kästchen wiederum von von Einsamkeit und Wunsch nach Zuneigung.

So richtig weiter hat mir meine Recherche als nicht geholfen, was nicht besonders verwunderlich ist, schließlich ist die “Kritzeldeuterei” ähnlich wie die Traumdeutung meist nur individuell und dialogisch mit Psychologen möglich. Aber wenigstens bin ich mit meinem Rumgekritzel nicht alleine und fühle mich jetzt nicht mehr wie meine vierjährige Nichte, wenn ich mich beim Schmieren ertappe. Außerdem meint Franzen: “Kritzeleien sind [...], ob gedeutet oder nicht, eine Möglichkeit sich zu entlasten und aufgestaute Spannungen abzuführen.”

Meine Pflanzen mit dicken Stängeln bedeuten übrigens, dass ich eine gute Hausfrau sein möchte, dass hat mich dann doch überrascht. Bleibt nur noch die Frage, was ich mit den Raketen ausdrücken möchte?

Da ist das Jahr gerade mal eine Woche alt – ein frohes Neues wünsche ich an dieser Stelle – und schon müssen wieder richtungsweisende Entscheidungen getroffen werden. Schließlich wurden mit dem 1. Januar neue Strompreise von den Augsburger Stadtwerken eingeführt. Der Preis für den Strom Basis-Tarif wurde nach oben korrigiert, allerdings gleichzeitig ein neuer Tarif eingeführt. Mit Primo soll sich der Kunde ein Jahr an die Stadtwerke binden, zahlt aber etwas mehr als 1 Cent weniger pro kWh gegenüber dem Basis-Tarif.

Da ich aber nun absolut kein Fan von Laufzeitverträgen bin, hab ich ein wenig recherchiert, welche Möglichkeiten zum Anbieterwechsel für Augsburg bestehen. Erste Anlaufstelle in Stromtarif-Fragen ist im Internet natürlich Verivox und deren Tarifrechner errechnet je nach Verbrauch einen Dreikampf von Yello, Stadtwerke und E wie einfach. Yello und E haben bieten dabei eine Laufzeit freien Vertrag mit monatlicher Kündigungsfrist. Nun stehen wir also vor der Frage: Wechseln oder nicht?

Allein um den Wettbewerb zu stärken, sollte eigentlich ein Wechsel erfolgen, wobei ich derzeit stark zu E wie einfach tendiere. Da wir allerdings tatsächlich einen sehr hohen Verbrauch haben, wird mit steigender kWh der Yello-Tarif immer günstiger. Da sind noch einige Überlegungen zu machen. Leser, die schon Erfahrungen mit dem Anbieterwechsel gemacht haben, dürfen hier gerne einen Kommentar ablassen. Ich bin für jede Hilfe dankbar:)

Welch großer Tag ist angebrochen, ein Tag mit einer gloreichen Vergangenheit. Wer erinnert sich nicht gern an den 10. August 955, als Otto der Große die Ungarn vor den Toren Augsburgs endlich schlagen konnte.
Am selben Tag des Jahres 1519 beginnt Magellan mit seiner ersten Weltumsegelung. Ein paar Jahrhunderte später endet am 10. August 1792 die Monarchie in Frankreich mit der Festnahme von Ludwig XVI – ein toller Tag für die Franzosen.
Am 10. August 1893 läuft der erste Versuchsmotor Rudolf Diesels in der Maschinenfabrik Augsburg aus eigener Kraft und so wie ich die Augsburger kenne, haben sies nicht mal gemerkt.

Natürlich wurden an diesem heutigen Tage auch viele Menschen geboren, das sollte hier nicht verschwiegen werden. Da wäre Erich II Herzog von Braunschweig-Lüneburg, der 1528 das Licht der Welt erblickte. Wer kennt ihn nicht. Bekannter ist da wohl Henri Nestlé, Gründer des gleichnamigen Unternehmens, der 1814 geboren wurde. Nicht zu vergessen ist Alfred Döblin, der grandiose Schriftsteller erblickte 1878 das Licht der Welt.

Aber das wichtigste Ereignis an diesem Tage – und darum gehts mir hier eigentlich – ist und bleibt wohl für alle Zeiten der Geburtstag von meinem Zwillingsburder und mir! Nun huldigt uns also!

Irgendwie seltsam das aus dem Munde eines weit über 80-Jährigen zu hören. Er sitzt mir gegenüber im Zug und fabuliert, wie es alte Männer einfach können, über das Leben – vor allem seins. Wir – zwei Freunde und ich – hören gespannt zu.

Er erzählt von seinen ersten amourösen Erfahrungen als junger Mann, von seinen Neffen und immer wieder verkündet er, Frauen seien gefährlich. „Nehmt euch in acht! Sie legen Fallstricke aus!“, warnt er uns immer wieder.

Irgendwann fällt der besagte Satz. Jung sein, will er in diesen Zeiten nicht mehr. Seltsam diese „Früher- war- alles-besser“- Mentalität. Sicherlich leben wir in stürmischen Zeiten, viele haben kein Ziel, keine Vorstellung, was später sein wird. Arbeitsplätze werden trotz Aufschwung immer unsicherer, kaum einer kann wirklich darauf bauen, ein Leben lang beim selben Betrieb zu arbeiten.

Aber war es damals denn besser? Mein Großvater hat in meinem Alter Dinge gesehen und erlebt, die ich mir gar nicht vorstellen kann. Krieg, Tot und Schmerz haben tiefe Narben hinterlassen. Wie kann dieser alte Mann vor mir nur behaupten, er würde nie mit uns tauschen wollen?

Irgendwie sieht man die Antwort auf die Frage in seinem Gesicht. Es ist die tiefe Zufriedenheit mit seinem Leben. Er berichtet stolz über seine Erinnerungen, was er erreicht und gesehen hat von der Welt. Er hat nicht nur Gutes im Leben erfahren, aber er hat daraus gelernt. Hat es genutzt, um das Beste aus seiner Zeit zu machen.

Sicherlich ist der Mann, der mir gegenüber sitzt ein ergrauter Macho. Er habe die Frauen durchschaut, meint er immer wieder. Das stört nicht weiter, er sicherlich nicht der Erste, der das behauptet.

Was mir am Ende dennoch imponiert, ist dieser klare, nicht verklärende Blick, mit dem er sein Leben Revue passieren lässt. Diese innere Zufriedenheit, obwohl er dem schrecklichsten Krieg des letzten Jahrhunderts miterlebt hat. Halte dich nicht am Vergangenen auf, lerne daraus, aber blicke dabei in die Zukunft.

Irgendwie hoffe ich in 60 Jahren dann auch im Zug zu sitzen, wenn es die denn noch geben sollte, und ein paar Jugendlichen zu erzählen, was in meinem Leben so passiert ist – mit demselben klaren Blick zurück. Dann sage ich vielleicht auch den Satz, der mich derzeit noch verwirrt: Ich bin froh, heute nicht mehr jung zu sein.

…es ist Tag der Arbeit und keiner arbeitet. Schon ein wenig widersinnig muss ich sagen, aber man soll ja nicht auf Namen rumreiten. Besser ist da doch der ursprüngliche Name “Kampftag der Arbeiterbewegung”, der an den Haymarket Aufstand von 1886 erinnern soll.

Auch gut, das gute alte sozialistische Kauderwelsch: „Internationaler Kampf- und Feiertag der Werktätigen für Frieden und Sozialismus“, dass muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Dem steht allerdings der nordrhein-westfälische Name für den 1. Mai in nichts nach. Hier heißt er Verfassungsgemäß nämlich „Tag des Bekenntnisses zu Freiheit und Frieden, sozialer Gerechtigkeit, Völkerversöhnung und Menschenwürde”.

Schon seltsam, wie wenig die Zeiten sich ändern. Vor 120 Jahren gingen die Leute an diesem Tag auf die Straße, um nicht für einen Hungerlohn 6 Tage die Woche arbeiten zu müssen. Inzwischen sind wir wieder dort angekommen. Viele Menschen arbeiten weit über 40 Stunden in der Woche und verdienen kaum genug zum Leben – trotz Menschenrechtsdeklaration.

Zeit für den Arbeiterkampf? Zwar geht es den Menschen weniger schlecht als damals, heute gibt es ein eng gestricktes soziales Netz, doch menschenwürdig ist dieses Leben auch nicht wirklich. Das sollte man sich mal durch den Kopf gehen lasse, gerade am 1. Mai. Und wer das große Steineschmeißen verpasst hat, dem sei hier Abhilfe geboten.

Manchmal versteh ich diese bepelzten oder gefiederten Freunde nicht, die uns Mutter Natur an die Seite gestellt hat. Anstatt uns durch ihre Niedlichkeit zu erquicken, gehen sie einem lieber tierisch auf den Sack.

Warum nur setzten sich diese blöden arroganten Schnöselkatzen immer auf das frisch gewaschene Auto meiner Freundin?! Es stehen mehrere Hundert Autos in dem Parkhaus, die wenigstens schon dreckig sind. Aber nein, die blöden Fellkneule marschieren über die von mir mühevoll gesäuberte Motorhaube über die Scheibe hinauf aufs Dach, um am anderen Ende wieder hinunter zu plumpsen.

Jetzt könnte ja die Vermutung aufkommen, dass Katzen halt saubere Autos bevorzugen. Bestätigen kann ich das leider auch nicht, denn neben mir standen die Tage zwei saubere Golf. Die staubten höchstens durch Blütenstaub ein, aber Katzen wollten von den Autos gar nichts wissen. Die feierten lieber eine Party nach der anderen auf meim Autodach!

Wenn sie sich wenigstens die Füße abputzen würden, ich weiß gar nicht, wo die rumrennen, um bei dem knochentrockenen Boden Matschfüße zu bekommen.

Da Gewalt an Tieren hier wohl weniger angebracht ist, hab ich mir überlegt, ob ich rund ums Auto wenigstens Fußabtreter hinlege. Ich kann ja nicht alle zwei Tage das Auto waschen, weil ich vor lauter Katzenspuren nicht mehr durch die Scheibe sehe.

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14:15 Uhr heißt es kurz mal die Klappe halten, stehen bleiben, nachzudenken und vor allem zu hören. Heute ist der Tag gegen Lärm. Obwohl ich noch nie davon gehört habe, jährt sich das Ereignis bereits zum 10. Mal.

Um den Tag auch irgendwie in die Medien zu hieven, ruft der Arbeitskreis Tag gegen Lärm der Deutschen Gesellschaft für Akustik e.V. dazu auf um Punkt 14:15 für genau 15 Sekunden. Über Sinn und Unsinn solcher Gedenksekunden kann man streiten, über den Anlass allerdings nicht.

So ist das Motto des Aktionstages auch “Lärm – die unterschätzte Gefahr”. Neben den 15 Sekunden Stille sind sinnvollerweise noch viele Aktionen im ganz Deutschland geplant, die darüber aufklären sollen, was denn Lärm überhaupt ist und warum der Mensch so empfindlich darauf reagiert.

Tatsächlich wird Lärm häufig unterschätzt. Anders als bei anderen Umwelteinflüssen kann man sich an Lärm nicht gewöhnen. Der Körper reagiert sehr stark auf Lärmbelastung, was Schlafstörungen und Bluthochdruck verursachen kann. Wenn man den Lärm auf der Straße irgendwann nicht mehr hören sollte, ist das übrigens keine Gewöhnung, sondern eher das erste Stadium der Schwerhörigkeit.

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