Kommentar


Condolence
Creative Commons License by Hamed Saber

Es erwacht gerade eine neue politische Generation zum Leben. Eine Generation, die vor allem im Internet zuhause ist. Die sich der Möglichkeiten der digitalen Welt bewusst ist, die versteht, dass etwas falsch läuft in ihrem Land, mir ihrer Regierung.

Die Mitglieder dieser neuen Generation, dieser Netz-Generation, sind zahlreich, doch die politische Führung im Lande ist nicht bereit sich mit den Problemen und Wünschen dieser meist jungen Menschen auseinanderzusetzen – sie werden trotz ihrer Zahl nicht mal ernst genommen.

Im Gegenteil, sie werden diffamiert, ausgegrenzt und kriminalisiert, nur weil sie Versuchen für ihre Freiheit zu kämpfen. Weil sie nicht bereit sind, sich weiteren Repressalien zu unterwerfen. Weil sie befürchten, dass alles noch schlimmer kommen kann.

Um das zu verhindern, nutzen sie das Internet, das sie als Teil ihrer Lebenswelt schon längst verinnerlicht haben. Sie verbreiten Informationen, wollen der Welt und ihren Mitmenschen zeigen, welche Gefahr droht. Das Regime hingegen tut alles, die Netzinfrastruktur zu bändigen, zensiert, sperrt und kriminalisiert alles und jeden, der nicht hineinpasst ins Idealbild der heilen Welt.

Dass ich hier nicht über den Iran schreibe sondern über Deutschland sollte eigentlich klar sein, denn im Iran ist die Lage ganz anders.

Das Internet wird in diesem Fall nicht als Hort des Bösen gesehen, als rechtsfreier Raum oder gar als Raubkopiererparadies. Nein, hier sind sich die Medien einig, das Internet ist der demokratische Leuchtturm des Irans, dass sich gegen den eigenen Staat, mit all seinen Rechten stellt.

Auch wenn es längst nicht alle Iraner sind, die sich im Netz äußern, sondern eben nur die digital Natives, spricht man doch immer von der iranischen Bevölkerung, die sich organisiert gegen das Unrechtsregime. Und auch wenn die vielen Internetaktivisten gegen das iranische Recht verstoßen, wen schert es denn? Es geht ja schließlich um die Freiheit!

Aus diesem hehren Motiv heraus klaubt bzw. raubt die freiste der freien Pressen, namentlich die Westliche, sämtliche Inhalte aus dem Netz, die nur im entferntesten nach Iran aussehen. Videos, Bilder, Texte, all das wird kostenlos genommen, macht ja jeder oder?

Das Internet ist das wohl wichtigste Instrument der Demokratisierung der Welt so scheint es.

Allerdings sind wir hier in Deutschland und nicht im Iran. Wir zensieren lieber unser Internet gleich freiwillig und ohne Not, weil es ja sonst ein rechtsfreier Raum wäre, indem die Presse ihre teuren Videos, Bilder und Texte nicht schützen könnte. Aber es geht ja auch um Kinderpornografie und nicht, um ein in unseren Augen verbrecherisches Regime, mit einem Irren an der Spitze.

Menschen, die hier für ihre Rechte im Internet oder auf der Straße kämpfen, sind einfach Kriminelle oder Kinderschänder und haben alle keine Ahnung von Demokratie.

Es ist eine bittere Lehre, die man aus der Berichterstattung dieser Tage ziehen kann: Um Demokratie zu erreichen, scheint jedes Mittel recht zu sein, aber um sie zu verteidigen eben nicht.

Der Papst sei „entsetzt“ über die Kritik aus Deutschland. Wie kann man denn nur annehmen, dass hinter der Aufnahme des Holocaust-Leugners Richard Williamson eine antisemitische Überzeugung des Papstes stecken könnte?

Ganz abgesehen davon, dass man eigentlich gar nicht behauptet, verhält sich der Vatikan in dieser schwierigen Situation ziemlich stümperhaft.

Dabei hätten sie einfach nach den vier Prinzipien der Social Media handeln müssen, um der Krise aus dem Weg zu gehen. Schließlich ist die Kirche nichts anderes als ein gewaltiges soziales Netzwerk.
Vier einfache Punkte, die nicht zur Krise geführt hätten:

  1. Dialog: Der Papst hätte sofort nach bekannt werden den Dialog mit den Gläubigen suchen müssen, anstatt bräsig in seinem Palast zu grübeln. Ein jüngerer Joseph Ratzinger hätte diesen Dialog wohl unverzüglich gesucht, als Benedikt XVI. leider nicht. Anstatt jetzt also auf die Reaktionen im Ausland zu reagieren, macht man genau das Falsche. Kritik wird abgelehnt, im Gegenteil, man sei im Vatikan „entsetzt“ über die Reaktionen. Das eigentliche Problem, ob antisemitische Bischöfe tragbar sind für die Kirche, wird nicht diskutiert.
  2. Authentizität: Dieser Punkt sollte eigentlich kein Problem sein, denn einem Mann wie Benedikt glaubt man seine Bereitschaft zum Dialog und seine Ablehnung von Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus. Nur, wenn man sie nicht vehement vertritt, wird die Botschaft auch nicht gehört.
  3. Transparenz: Was sind die Gründe für die Wiederaufnahme Wiliamsons? Was bewegte den Papst dazu, wenn er im Vorfeld überzeugt davon war, dass man diese Geistlichen wieder in den Schoß der Kirche aufnehmen sollte, dann kann er diese Gründe doch anführen? Im Moment ist niemanden klar, was eigentlich hinter der Wiederaufnahme steht.
  4. Geschwindigkeit: Wie kann es sein, dass der Papst so extrem viel Zeit verstreichen lässt, bevor er klar Stellung bezieht. Die päpstliche Lethargie verschlimmerte die Situation nur noch. Ein sofortiges Machtwort des Papstes hätte für Ruhe sorgen können. Die fehlenden Informationen aus dem Vatikan wurden durch die begeisterte Presse mit Spekulationen gefüllt – ein PR-Super-GAU.

Jetzt also zu beginnen, kritische Stimmen einfach als „bösartig“ und „nicht redlich“ zu diffamieren, wie es Bundestagspräsident Lammert getan hat, zerstört das Vertrauen der Gläubigen noch viel mehr. Es entsteht mal wieder das Bild der verkrusteten und über aller Kritik erhabenen Kirche, kein Wunder also das konservative Kräfte im Land diesen Kurs der Kirche gerne mitmachen.

Der Vatikan ist also trotz eigenem YouTube-Channel irgendwie so gar nicht 2.0 und gerade das, kann er sich heutzutage eigentlich nicht mehr leisten.

“Kann Obama die Welt retten?”, also noch blöder kann ein Artikel nicht betitelt werden, Bild-Online tut es natürlich trotzdem.

Wie wäre es denn mit “Ist Obama der Messias?” oder “Kann Obama nicht auch Bundeskanzler werden?” – Ok, es geht scheinbar noch blöder, aber bei aller Begeisterung um den neuen Präsidenten, der in wenigen Stunden (endlich) sein Amt antritt: Ne Nummer kleiner hätte auch gereicht liebe Bild. Aber allgemein versucht die Presse ja schon seit geraumer Zeit die Obamania auch in Deutschland zu wecken.

Man sollte bei all der Euphorie vielleicht auch anmerken, dass Obama zwar ein neuer Präsident ist, die Amerikaner dennoch dieselben geblieben sind. Klar geworden ist mir das mal wieder, als ich vor Kurzem bei einer Vorberichterstattung zur großen Inauguration, eine – sagen wir – sehr “ökologisch” eingestellte Frau im Interview hörte. Sie erklärte, sie sei für den Frieden auf der Welt und freue sich, dass die Welt jetzt endlich wieder friedlicher sein würde unter der Führung der USA natürlich.

Das Fazit: Der Ton wird sich ändern, aber der Song wird der gleiche bleiben, nämlich der große Hit der letzten Jahrzehnte: “We lead and you follow.” Ich sehe nicht, warum sich das bei Obama groß ändern sollte, das gehört schließlich zum Selbstverständnis der Amerikaner – God’s own Country halt.

Die Frage ist für Obama also nicht, ob er die Welt retten kann, für ihn und seine Wähler ist wichtig, ob er die USA retten kann. Was wir letztlich davon haben werden, kann man noch nicht abschätzen.

Sinneswandel bei Frank Mehdorn? Kritisierte er doch gerade “dass Minderheiten in einem Unternehmen sich auf Kosten der Gesamtbelegschaft bedienen”. Dumm nur dass er dabei nicht die exorbitant gestiegenen Managergehälter meinte, sondern den jüngsten Tarifabschluss mit der Lokführer-Gewerkschaft GDL.

Aber so hat er nicht nur Grund mit Stellenabbau zu drohen, sondern auch noch eine Fahrpreiserhöhung in Aussicht zu stellen. Der Mann hat ein Talent dafür andere für schlechte Nachrichten verantwortlich zu machen.

Den Rauchern stinkt es seit dem ersten Januar, denn seit Jahresanfang dürfen sie in den Großteil der Kneipen, Restaurants und Discos nicht mehr rauchen. Erstmalig merken sie, wie belastend rauchen eigentlich ist – das war ja bisher den Nichtrauchern vorbehalten. Schließlich hatten die Passivraucher bisher das Nachsehen, wenn nur eine Handvoll Raucher gegen eine Mehrzahl von Nichtrauchern stand.

Jetzt ist alles anders und in den Medien gibt es immer mal wieder Stimmen von empörten Rauchern, die nicht verstehen können, warum sie denn nicht die Luft für uns alle verpesten dürfen. Dabei ist es doch für alle von Vorteil, wenn man sich in Kneipen und Clubs mal sehen kann und die Augen mal nicht nach 5 Minuten das Tränen anfangen. Die Klamotten stinken nicht mehr nach modrigen Tabak und es ist tatsächlich die Kondition, die einem nach 10 Minuten auf der Tanzfläche den Atem raubt.

Dass die Wirte jetzt zu großen Raucherfreunden werden, ist aus kaufmännischer Sicht verständlich, aber letztlich waren sie selbst es, die das Gesetz mit verursacht haben. Schließlich hatte man seitens des Gesetzgebers lange auf eine freiwillige Umsetzung der Wirte für mehr Nichtraucherschutz gesetzt. Da es allerdings zu keinen nennenswerten Änderungen kam, sah sich der Gesetzgeber gezwungen zu handeln. Jetzt ist – typisch deutsch – mal wieder die Regierung schuld.

Das ganze Gezeter kann ich sowieso nicht nachvollziehen. Wenn sich ein Raucher aufregt, dass er jetzt in die Eiseskälte geschickt wird, dann soll er halt einfach nicht gehen oder sich eingestehen, dass er süchtig ist. Es zwingt sie doch keiner zu rauchen, mein Verständnis bekommen die nicht. Schließlich hatten Raucher ja auch selten Verständnis, wenn man sich von ihnen gestört fühlte.

Aber tapfer sind sie, die Raucher, was bei nächtlichen Spaziergängen durch die Innenstadt schnell ersichtlich wird. Bei Wind und Wetter trotzen sie den Elementen, um ihren Glimmstängeln zu frönen. Leerer sind die Kneipen nach meiner rein subjektiven Einschätzung nicht geworden, im Gegenteil, ich sehe plötzlich Menschen in meinen Stammkneipen, die ich vorher nie gesehen habe. Das liegt allerdings vielleicht auch daran, dass ich erstmalig ans Raumende blicken kann, ohne auf eine Nebelwand zu stoßen.

Ich finde die neue Entwicklung jedenfalls gut, mehr gute Luft für alle. Und wenn selbst mein doch schon recht stark rauchender Bruder jetzt aufhören will zu rauchen, anstatt zu meckern, dann kann das alles doch gar nicht so tragisch sein.

Nach dem großen Erfolg unseres Gammelfleischs in diesem Jahr freuen wir uns, Ihnen ein weiteres innovatives Produkt aus Bayern vorzustellen: Gammeleier!

Nur hier im Süden gedeihen die schönsten Lebensmittelskandale, die immer wieder zu prominenten Sendezeiten, medial aufbereitet werden. Hatten wir uns bisher auf das Kerngeschäft Fleisch konzentriert, wollen wir mit Gammeleiern völlig neue Geschäftsfelder erschließen. Durch diese Erweiterung unserer Zielgruppe konnten wir erstmals namhafte Größen aus dem Back- und Konditorgewerbe, sowie bekannte Nudelhersteller gewinnen. Damit ist es uns möglich auch Kunden anzusprechen, die wir mit unserer bisherigen Produktausrichtung nicht erreichen konnten.

Die Einführung der Gammeleier ist Teil einer groß angelegten, neuen Strategie. Unter der neu geschaffenen Dachmarke Gammel wollen wir ab sofort Gammel-Produkte aller Art anbieten. So werden auch unsere klassischen Gammel-Produkte wie Gammel-Obst und Gammel-Gemüse unser neues Logo erhalten.

Doch nicht nur das! Mit kompetenten Partnern wollen wir in Zukunft auch Produkte aus dem Non-Food-Bereich anbieten. Gammel-Socken aus der Rum-Gammel-Kollektion sind bereits in der Produktion. Wir werden mit den Gammel-Särgen, Gammel-Computern und dem Gammel-Handy für großen Wirbel im Markt sorgen. So wie es unser Überraschungshit, die Gammeleier, derzeit bereits tun.

Gammelprodukte
Gammel – ein starkes Branding für ihr Produkt! Vertrauen sie dem Marktführer.

Huch, was ist denn das für ein hochgeistiges Blabla, das ich da gerade lesen musste? Henryk M. Broder, der Superjournalist des Spiegels schreibt über Mario Barth und beginnt seinen Text doch tatsächlich mit:

“Sowohl die Haager Landkriegsordnung von 1899 als auch die Genfer Konvention von 1949 verbieten es, Gefangene zu quälen und zu demütigen. Zivilisten sollen geschont, unnötige Opfer vermieden werden.”

Puh! Das kann ja nicht gut ausgehen für den armen Mario und auch nicht für einen Barth-sympathisierenden Leser, wie mir. Mit diesem Text beginnt sodann auch mein sozialer Abstieg ins Prekariat. Laut Broder sind die Fans des Berliner Comedians nämlich Vokuhila- und Goldkettchenträger und mindestens in einer Reihe mit De Randfichten und Big Brother-Fans zu stellen. Aber eigentlich sei Barth “ein Kollateralschaden der Demokratie”.

Hier geht es übrigens nicht um einen kommunistischen Neo-Nazi-Diktator-Kinderschänder oder noch Schlimmeres, hier geht es um einen eigentlich recht harmlosen Komiker. Der hatte mit teilweise feiner Beobachtungsgabe den Alltag von Pärchen seziert und in herrlich komische Geschichten verpackt. Dank seiner grundsympathischen Art kam das dann auch bei ziemlich vielen Leuten sehr gut an. Unter anderem auch bei mir.

Nun kann man über Mario Barth auch anderer Meinung sein, auch ich kann nicht jeden Komiker leiden. Was einen gestandenen Journalisten aber treiben muss, so ein Geschwurbel vom Start zu lassen und so völlig an der Gesellschaft vorbeizuschreiben, kann ich mir nur schwer erklären. Ein bisschen seltsam mutet es dann allerdings doch an, dass er Barth als Proll-Komiker kritisiert und den Proll-König Dieter Bohlen kürzlich noch mit einer Lobeshymne ehrte.

Schuster bleib bei deinen Leisten möchte man da dem Henryk zurufen! Ich würde mich auch nicht anmaßen einen tiefschürfenden Beitrag über die deutsch-jüdischen Beziehungen zu schreiben. Aber wenn ich es versuchen würde, dann würde sicherlich nicht so ein völlig Inkompetentes: “Wenn das, was Mario Barth macht, Unterhaltung ist, müsste ein Trabbi das erfolgreichste Auto aller Zeiten sein” heraus.

Mein Gott, ich schaue mir tatsächlich auch die Tagesthemen an, zappe mal bei arte vorbei und lese tatsächlich ab und an echte Zeitungen! Aus Papier! So richtig retro halt. Ich hab auch schon Nietzsche gelesen, Goethe, sogar Sachen von Henryk M. Broder und trotzdem kann ich über Mario Barth lachen! Wenn das keine Unterhaltung ist, was bitte dann?!

Jeder der eine Freundin/Frau hat, die Tupper-Dosen im Schrank hat, Möbel wie Bücher durch die Gegend schleppt und sich ständig darüber beklagt, dass Man(n) nie zuhört, der kann einfach über Mario Barth lachen. So schwer ist das doch nicht zu verstehen – oder? Und selbst die Armen Klischee geschädigten Frauen können herzahft über ihn lachen, echt jetzt.

Ich zumindest weiß nun, dass Mario ein neues Programm hat, das ich mir gerne anhöre – auch ohne Goldkettchen – und dass ich Spiegel Online so langsam wirklich nicht mehr besuchen brauche. Von allen schlechten Artikeln die auf Spiegel Online so stehen, steht dieses peinliche Machwerk doch tatsächlich sogar in der Printausgabe. Oh man. Armes Deutschland.

Ich seh schon die Schlagzeile: Der Spiegel – ein Kollateralschaden der Demokratie! Autor Henryk M. Brodeur.

PS: Warum kann ich mich eigentlich nicht so kurz fassen wie z.B. Bodo Wünsch zum Thema?

Die Iren sind ja schon ein lustiges Völkchen: trinkfest, raubeinig, maulfaul und irgendwie liebenswert. Man stelle sich vor 15 sehr irische Schriftsteller treffen sich in einem dunklen etwas schmuddeligen Pub und bestellen ein Guinness nach den anderen. Plötzlich, aus einer Bierlaune heraus entschließen sie sich, jetzt schon nicht mehr ganz so maulfaul, eine Geschichte zu schreiben.

Da 15 Iren – obwohl natürlich feinsinnige Schriftsteller -schnell in Rage geraten, einigt man sich darauf, dass jeder Anwesende ein Kapitel schreiben darf, mehr nicht. Keiner pfuscht beim anderen ins Handwerk. In umgedrehter Reihenfolge der Trinkfestigkeit wird entschieden, wer welches Kapitel schreibt. Da Roddy Doyle nach zwei Guinness schon unter den Tisch zu rutschen droht, hat er die ehrenvolle Aufgabe das erste Kapitel zu schreiben.

Genau so, hoffe ich, ist das Buch „Yeats ist tot!“ entstanden, denn es ist so voll übersprudelnden Einfällen und skurrilen Figuren, dass die 15 Autoren entweder stockbetrunken waren oder aber die Iren in Wirklichkeit das lustigste Volk der Erde sind.

Doyle beginnt – ganz stilecht für eine Kriminalgeschichte – mit einem Mord, jedenfalls glauben das die beiden Schläger, die vor dem soeben verschiedenen Thomas Reynolds stehen. Ein Herzanfall meint der eine, der andere glaubt eher, dass die Todesursache das Einschussloch in der Brust des Mannes ist. Doch tot ist tot und die beiden haben ein Problem, eigentlich sollten sie nämlich etwas von Reynolds eintreiben. Etwas was ihre Auftraggeber gerne hätten, nun allerdings nicht bekommen können. Tot ist eben tot.
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Nein, es war gestern nicht auszuhalten, die groß angekündigte Fight Night auf ProSieben – aber das war ja vorhersehbar.

Der Boxkampf zwischen Stefan Raab und Regina Halmich mutierte dann auch erwartungsgemäß zu einer 3-1/2-Stunden-Werbesendung. Unterbrochen nur von nervigen Moderatoren, die nervige B-Prominents interviewten und lauen Boxkämpfen, was letztlich für wenig Unterhaltung sorgte. Das konnte aber die knapp 20000 Zuschauer nicht davon abhalten, in die KölnArena zu strömen und sich das “Spektakel” anzuschauen.

Das der Hauptkampf erst 3 Stunden nach Sendebeginn anfing, ist ja typisch für Boxen. Typisch für ein Raab-Event allerdings war die aufgeblasene Show und die trotzdem bombigen Quoten. Denn eins muss man ihn lassen, so langweilig (mit Betonung auf lang) und dämlich seine Shows auch sind, es zappen viele wenigstens mal rein, auch wenn’s keiner zugeben will. Die, die Raab leiden können schauen es sowieso und die, die ihn nicht mögen, wollen sehen wie er vermöbelt wird.
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Vielleicht kann mir das mal jemand erklären. Der Satz meines Morgenkaffees verschließt sich hier einer Antwort.

Bereits gestern war in der einschlägigen Presse zu lesen, wie viel unsere Spitzenmanager denn im letzten Jahr so verdient haben. Das ist natürlich für alle, die keine Spitzenmanager sind viel zu viel, aber sei’s drum. Das Fragezeichen auf meiner Stirn kommt von einem Satz bei SpON. Dort wird erklärt, wie RWE-Chef Harry Roels seine Bezüge auf 12,2 Millionen steigern konnten:

Der massive Anstieg der Energiepreise spülte einen Rekordgewinn in die Kassen des Konzerns.

Ich hatte eigentlich gedacht, dass die Energiepreise deshalb so hoch sind, weil die Rohstoffpreise so gewaltig gestiegen sind. Ist etwa doch richtig, was Studien belegen? Verkaufen die Energieriesen ihren Strom wirklich überteuert? Wenn, wie im Falle RWE, über 3 Milliarden Euro Gewinn gemacht werden – trotz der viel zitierten Rohstofflage – dann könnte sich der Verdacht auch bei schlichten Gemütern aufdrängen. Es gibt anscheinend zwei verschiedene Energiepreise, die, die Energiekonzerne an die Rohstofflieferanten zahlen und die, die wir Kunden bezahlen. Aus irgendeinem Grund machen Energiekonzerne und Lieferanten exorbitante Gewinne, obwohl ich in jedem Zimmer Stromsparlampen habe.

Aber sicherlich hängt das ganze nicht damit zusammen, dass meine Stromrechnung immer nur steigt, sondern daran, dass die Spitzenmanager so gute Arbeit leisten und überall Einsparungen vornehmen. Man kann ja schon viel Geld sparen, wenn man auf Ökopapier für Geschäftsbriefe umsteigt.

Ich jedenfalls freue mich: RWE hat angekündigt, dass auch 2007 ein neues Rekordjahr wird, d.h. dann also, meine Stromrechnung steigt schon wieder oder aber die Werbebroschüren werden demnächst auch auf Ökopapier gedruckt. Ich bin mir da nicht ganz sicher.

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