Provinz


Der seltsamste Dialog, den ich zum Thema Bildungsstreik gehört habe:

S1: Du, morgen ist ja Streik, da wollte ich dann schon hin irgendwie.

S2: Ja, stimmt. Aber Mist, haben wir da nicht Seminar.

S1: Ja, leider, hab ich mir auch schon gedacht. Dann können wir das wohl vergessen mit dem Streik.

S2: Mh, schade. Wäre gerne hingegangen…

Jetzt versteh ich auch, warum bei Augsburger Demos immer so wenig los ist…

Bildungsstreik Bayern, Demos: 17. Juni 2009

Der heutige Spaziergang mit Tochter und Anhang ließ mich trotz des schönen Wetters mit einem Rätsel zurück.

Im alten Stadtgraben am Roten Tor gibt es nicht nur den entspannenden Kräutergarten und sonnige Wiesen, auf denen sich heute halb nackte Augsburger herumwälzten, sondern auch Mülltonnen.

Im Speziellen meine ich allerdings nur eine bestimmte Mülltonne, eine an der ich heute das hier entdeckte:
Geschichte für die Mülltonne?
Eine Geschichte, genauer gesagt ein winziger Teil einer Geschichte, fein säuberlich auf eine Mülltonne geklebt. Was soll das denn sein?

Meine Neugierde ist geweckt. Hochkant steht geschrieben: “dreamcity – Stadtmärchen – Eine Initiative der Hochschule Augsburg”. Geholfen hat mir diese Information allerdings nicht, denn Google spuckt bei diesen Suchparametern nichts von Belang aus. Auch die FH, die mit Hochschule Augsburg wohl gemeint sein wird, bietet keine Infos dazu im Internet an – und jetzt bin ich frustriert.

Warum klebt jemand eine Geschichte auf eine Mülltonne, schreibt zusätzlich noch etwas von einer Initiative drauf und veröffentlicht dann gar nichts dazu im Internet?! Soll das etwa eine komplette Offline-Aktion sein – das wäre ja verschenktes Potenzial!

Wenn mich also mal jemand aufklären könnte, wäre ich sehr dankbar – kann doch nicht sein, dass ich nach einem so entspannenden Spaziergang mit einem ungelösten Rätsel leben muss!

Da will man an diesem Sonnigen Pfingstmontag mal ganz entspannt im Biergarten sitzen und sich tief in die bayerische Tradition des Maß-Krug-Stemmens vertiefen und was muss man mit bedauern feststellen?! Selbst hier zwischen weißem Kies und grünen Baumkronen halten Hightech-Geräte Einzug.

Im Parkhäusl-Biergarten im Siebentischwald, nahe am Augsburger Zoo gibt es neuerdings (vielleicht auch schon länger) für jeden, der Speisen bestellt einen Pager. Der brummt los, sobald das Essen fertig ist und abgeholt werden kann. Dann marschiert der Kunde los und holt sich sein Essen ab, ohne Wartezeiten natürlich. So sparen sich die Gäste langes rumstehen vor der Essensausgabe und die Betreiber brauchen weniger Bedienungen.

Hightech Biergarten

Ist mir fast schon zu viel Technik für einen der gemütlichsten Biergarten Augsburgs, trotzdem aber noch verzeihlich, das Bier ist schließlich süffig und darauf kommt’s letztlich an.

Heute wurde ich eisig geweckt. Meine Morgendusche war irgendwie sehr viel kälter als sonst und das, obwohl da eigentlich warmes Wasser aus dem Wasserhahn kommen sollte – kam aber nicht. Irgendwie ungewöhnlich, aber vielleicht duschte ja gerade jemand über oder unter mir und zapfte das ganze kostbare Warmwasser ab?

Da die Wasserleitungen bei uns nur durch eine, in den 70er Jahren sicherlich total schicke, Holzverkleidung kaschiert werden, hätte ich eine Wasserentnahme in einer anderen Wohnung allerdings gehört – tat ich aber nicht. Die Ursache musste also woanders liegen.

Da das Wasser am Morgen noch eine Spur von Wärme zeigte und diese im Laufe des bisherigen Tages einer klirrenden Kälte wich, gehe ich inzwischen aber davon aus, dass die Warmwasserkessel oder gar die ganze Zentralheizung ausgefallen ist.

Ich tat also das, was ich in solchen Fällen immer tue: Ich rief die Störstelle unserer Hausverwaltung an, schließlich habe ich keine Lust auf kaltes Wasser über die Feiertage. Was ich dann allerdings erstaunlich fand, war die Tatsache, dass sich mal wieder kein anderer aus unserem Haus bei denen gemeldet hatte. Und das war nicht das erste Mal, vor ein paar Monaten war das Schloss der Hauseingangstür kaputt gewesen, keiner kam mehr ins Haus – und keiner fühlte sich verantwortlich mal bei der Hausverwaltung anzurufen, um das Problem zu lösen.

Was ist eigentlich inzwischen mit den Leuten los?! Das ist nämlich kein Einzelfall auf unser Haus beschränkt, mehrere aus meinem Bekanntenkreis verhalten sich genauso: Ist irgendwas defekt, wird drüber gemeckert, aber auf die Idee mal beim Wohnungseigentümer oder eben der Hausverwaltung anzurufen, dass die das Problem beseitigen, kommt keiner. Genau deswegen bezahlt man doch inzwischen horrende Nebenkosten an die Hausverwaltungen. Damit die alles am Laufen halten. Trotzdem scheuen sich so viele davor, ihre Rechte in Anspruch zunehmen. Nur nicht auffallen, nicht dass die Vermieter denken, man sei ein schlechter Mieter – dabei ist das hier ein klares Kunde-Dienstleister-Szenario

Es scheint eine deutsche Eigenart zu sein, dass man sich zwar über alles gerne und lautstark aufregt, aber letztlich auch nichts an der Situation ändert. Dieses “man-kann-ja-eh-nichts-ändern”-Gefühl scheint uns Deutsche schon fest im Griff zu haben – in allen Lebensbereichen, schon irgendwie erschreckend. Dabei ist es ein Leichtes, einfach mal aufzustehen und das Problem zu lösen.

Aber vielleicht fehlt bei uns einfach ein Rentner im Haus, der aufpasst, dass alles irgendwie läuft. Dafür sorgt, dass alle ihren Müll ordentlich trennen und die Kinder nicht auf dem Rasen Fußball spielen. Das ordnende Element einen bayerisch-schwäbischen Augsburger Rentners ist ein nicht zu unterschätzendes Stück Lebensqualität. Aber so was merkt man ja immer erst, wenn er nicht mehr da ist.

Ich für meinen Teil hoffe, dass ich bald wieder warmes Wasser habe, bis jetzt hat sich hier bedenklicherweise noch nichts getan.

Trotz des heute recht wechselhaften Wetters wurde heute trotzdem kräftig gearbeitet. Kaum war ich mal ein paar Stunden aus dem Haus, haben profesionelle Holzfäller einfach mal zwei 15-Meter hohe Bäume fachgerecht zerlegt und gestapelt.
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Schade um die schönen Bäume, jetzt habe ich allerdings ungehinderte Sicht auf den die Kammgarn-Spinnerei. Deren Schornstein wird übrigens gerade von Höhenangst-freien Arbeitern gesäubert, wahrscheinlich, weil das Textilmuseum so langsam Formen annimmt. Augsburg putzt sich also trotz des heutigen winterlichen Schneetreibens für den Frühling heraus.

Die Bäume mussten übrigens für ein wohl auch bald startendes Bauprojekt weichen, das einen Neubau von Wohnhäusern vorsieht – Balkon mit Blick auf den Kammgarn-Schornstein sozusagen. Aber so ist das, wenn man von einer Textilstadt zur Münchener Vorstadt wird.

Ich beobachte jetzt noch ein bisschen die Bauarbeiter am Schornstein…

Seit Jahren hab ich Probleme hier in Augsburg beim Bäcker ein paar schöne kleine Brötchen zu bekommen. Jedesmal wenn ich welche bestelle, kommt die typisch-augsburgerische Antwort: “Des heißt Semmel – Se-mmmmm-el.”

Kleinlaut und belehrt wie ein Schuljunge bestellt man dann halt ein paar Semmeln und als Entschuldigung eine Brezen.

Doch just am heutigen Tage bekam ich endlich die Bestätigung dafür, dass ich mit meinen Brötchen gar nicht so falsch gelegen haben kann. Beim Supermarkt um die Ecke kaufte ich ein 10er-Pack Semmeln und als ich den Kassenbon in der Hand hielt traute ich meinen Augen nicht, da stand schwarz auf weiß das hier:

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Was soll ich sagen?! Es heißt nicht nur Se-mmmm-eeel, sondern auch Brööööt-cheeeeen. Das nächste mal wedel ich einfach mit dem Kassenbon vor der Bäckerin herum, sollte sie mir das nicht glauben

Da kommt mal was kreatives aus Augsburg und keiner merkt es, jedenfalls ich nicht. Ein paar Studenten aus der schönen Fuggerstadt produzieren hier nämlich für das Videoportal myVideo.de ein ShortSitcom-Format.

In the flat geht’s um das Leben der vier Jungs Titus, Sam, David und Jonse, die sich zu einer etwas chaotischen WG zusammengetan haben. In bisher drei recht lustigen Folgen zeigen die vier sympathischen Jungs, wie schwer es ist, hier in Augsburg den WG-Alltag zu bestreiten. Das ein oder andere gezeigte kenne ich aus eigener Erfahrung ganz gut ;)

Ich finde es ganz nett gemacht und finde es gut, dass Augsburg auch mal mit witzig-kreativen Inhalten auf sich aufmerksam macht und nicht nur einen lustigen Bürgermeister mit Glatze zu bieten hat.

Die bisher drei regulären Folgen könnte ihr, neben ein paar witzigen Outtakes, auf myVideo gucken. Eine Folge könnt ihr gleich mit einem Klick auf “mehr” hier im Blog anschauen. Leider ist der myVideo-Player irgendwie total bescheuert – aber dafür können die Jungs von the flat ja nix.
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Ich hab mir was geleistet, ein neues Telefon, genauer gesagt ein G1 von HTC – das kleine schwarze Google-Handy. Sicherlich ein typisches Männerspielzeug, aber nebenbei auch ganz nützlich für die tägliche Arbeit. Vor allem, wenn man schnell auf Mails und andere Infos zurückgreifen muss, schließlich arbeite ich gerade an einem PR-Projekt für ein großes Logistikunternehmen – da möchte ich auf dem Laufenden sein.

Da sind die 350 Euro für das Gerät in meinen Augen ganz gut angelegt – zumal mein altes Handy schon aus dem letzten Loch pfiff. Wie gesagt, ich hab mir das Gerät gekauft, nicht subventioniert mit dicken T-Mobile-Vertrag. Mindestens 45 Euro müsste man dafür 24 Monate abdrücken, für mich als Wenigtelefonierer ein bisschen happig, vor allem da es günstigere Alternativen gibt.

Für Datenhungrige gibt es bei Simyo beispielsweise ein Gigabyte Datentransfer für 10 Euro pro Monat an. Um dann auf die 45 Euro von T-Mobile zu kommen, müsste ich schon ein paar Stunden telefonieren. Bei Base gibt’s dank einiger Rabatte für 20 Euro Telefon- und Internetflat.

All das, wusste ich, als ich mir das G1 im Elektronikfachmarkt um die Ecke gekauft habe, obwohl ich mich sehr ungern mit Telefontarifen auseinandersetze. Trotzdem fragte mich der “Fach”-Verkäufer mit ungläubigen Blick, ob ich das Handy tatsächlich ohne Vertrag kaufen wolle – schließlich fallen ja horrende Datentransfer-Kosten an.

Dass die T-Mobile-Tarife eine Unverschämtheit sind, konnte er nicht wirklich nachvollziehen und natürlich auch nicht, dass es günstigere Alternativen gibt. Schließlich gibt es nur bei den großen Zweien die supertolle D-Netz-Qualität.

Dass für 80% der deutschen Handy-Nutzer ein ganz simpler Blau/Simyo/Aldi-Talk-Prepaid-Tarif ausreichend sein sollte, hat sich leider noch nicht rumgesprochen. Aber die Kunden mit überteuerten Verträgen und meist total unnützen Freiminuten/-sms zu versorgen, bringt halt die fette Provision.

Am Ende bezahlen das aber die treuen Vertragskunden, die sich trotzdem immer wieder gern 24 Monate an die Anbieter binden. Solange die Kunden in Deutschland bereitwillig solche Preise zahlen, wird sich daran allerdings nichts ändern. Ich kenne immer noch genug Leute, die einen dieser Fantast-Tarife zahlen, nur um ein neues Handy zu bekommen.

Ich komme mit meinen G1 und E-Plus-Netz jedenfalls deutlich günstiger weg, obwohl ich das Telefon gekauft habe.

Sind Kinder eigentlich so blöd oder stehen die einfach auf den Adrenalin-Kick oder warum rennen die gerade da draußen auf dem auftauenden See des Uni-Campus herum?

Nicht nur dass, sie stampfen auch extra auf und springen herum, um zu sehen, ob das Eis fest genug ist. Normale Menschen würden das in Ufernähe machen, die beiden Klopsköpfe springen aber genau in der Mitte des Sees auf und ab.

Also mich haben als Kind riesige Pfützen auf der Eisfläche eines Sees eigentlich immer am Betreten der Eisfläche gehindert.

Inzwischen haben die beiden Jungs es wohl auch kapiert und sind langsam wieder von der Eisfläche heruntergeschliddert. Ich glaube aber das lag eher an den Passanten, die gestikulierend am Wegesrand standen und den Kindern zu verstehen gaben, dass es irgendwie total bescheuert ist, aufs Eis zu gehen …

Na da soll mal jemand sagen, dass in Augsburg nichts für die Sicherheit getan wird. Direkt vor unserem Fenster wurden gestern Überwachungskameras installiert. Warum? Keine Ahnung, ich vermute mal, dass es für die neue Straßenbahnlinie 6 sein soll. Für was die Kamera Richtung Süden in die Wolframstraße sein soll, das kann ich allerdings nicht sagen.DSC05033.JPG

Statt der Kameras hätten sie einfach mal die neuen Ampeln einschalten können. Hier kommt inzwischen so viel (zu schnell fahrender) Verkehr durch, dass manche Fußgänger echte Probleme haben, über die Fahrbahn zu kommen.

Naja, wengistens sieht die Verkehrsüberwachung jetzt, wenn ein Fußgänger angefahren wird.

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