Zeitverschwendung


Wieder mal so ein einschneidendes Erlebnis, dass Hausbesitzern immer fremd bleiben wird: Beim schlaftrunkenen nächtlichen Toilettenbesuch hört man – neben dem eigenen Dahinplätschern – vom Bad der Nachbarwohnung das vertraute Klimpern des Toilettenpapierhalters.

Vereint nicht unbedingt im Geiste, aber zumindest physisch in der Tätigkeit des Wasserlassens sitzt man da und beginnt zu grübeln: Wie kann es sein, dass von 6 Milliarden Menschen auf der Welt ausgerechnet mein Nachbar genau zur selben unwahrscheinlichen nächtlichen Stunde auf das noch stillere Örtchen muss?

Unheimlich. Mal sehen, ob ich jetzt wieder ohne weiters einschlafen kann…

Um mal zu zeigen, dass ich nicht völlig untätig rumsitze und meinen Blog brachliegen lasse, hier mal ein Grund für meine derzeitige Blog-Abstinenz.

Diese Woche hieß/heißt es 5 Tage – 3 Referate. Morgen Vormittag steht ein Referat in “Neue Methoden der PR” an und nächste Woche ein Kooperationsprojekt der Uni mit DHL. Fulltime-Job Uni halt.

Im zweiten Referat diese Woche ging es um Podcasts, dazu haben zwei Kommilitonen und ich einen virtuellen Podcast zum Thema Begleitstudium an der Uni Augsburg entwickel und eine Pilotfolge gedreht – Thema: Kanal C, dass Studentenradio in Augsburg.

Trotz nicht ganz so gutem Equipment und fehlendem Mikrofon ist es doch ganz gut geworden. Ich bin zwar nicht zu sehen, aber Kamera und Schnitt gehen auf meine Kappe.

Wer jetzt Lust hat, beim Radio mitzumachen, der wende sich vertrauensvoll an Kanal C. Nächste Woche nach den Referaten sollte es hier im Blog dann auch wieder in normalen Bahnen laufen.

Oh man, erst verpenne ich total und wache erst um 10 Uhr auf, was eine Schande ist für einen fleißigen Mitarbeiter eines Großen IT-Unternehmens. Dann erinnere ich mich erst unter der voll aufgedrehten Dusche, dass heute die 3-tägigen Wartungsarbeiten an der Warmwasserversorgung beginnen. Nachdem ich mich von dem Kälteschock erholt habe, bin ich wenigstens hellwach.

Als ich mir dann gerade meine guten Morgen-Toasts schmiere, kommt die Krönung des Tages um die Ecke und springt mir in den Rücken: ein Hexenschuss! Nun lieg ich hier ächzend und stönend und bin froh, dass chinesische Betten so bretthart sind.

What a wonderful day!

Endlich kann ich meinen Namen auch in Großbuchstaben korrekt schreiben! Ab sofort gibt es ein großes ß! Einem wunderschönen GEIßLER steht damit nichts mehr im Wege. Wie lange litt meine Familie schon darunter mit Geisslers in einen Topf geworfen zu werden, dabei wollten wir nie etwas mit denen zu tun haben. Aber jetzt wird alles besser.

Nun müssen sich nur noch die Designer über das Aussehen und die Tastaturhersteller über die Position des großen ß Gedanken machen. Jetzt wird natürlich wieder darüber gemeckert, ob das denn überhaupt sinnvoll ist. Mir ist dass aber egal, ich schreib jetzt nur noch GEIßLER.

Jetzt müsste das ß nur noch im Ausland erkannt werden, hier gucken die Chinesen schon immer etwas doof, wenn ich mit meinem Namen ankomme. “Whats that for a letter?! Beeee or Rrrr?” Als Geißler hat man es schon nicht leicht, das könnt ihr euch gar nicht vorstellen.

Wer wohnt da eigentlich hinter dieser scheinbar nicht sehr dicken Mauer, die, obwohl sie die Außenmauer unseres Wohnhauses ist, kaum die akustischen Ergüsse aus der Nebenwohnung dämmen kann. Ohne größere Probleme kann man die Gespräche unserer Hausnachbarn mit anhören und sich langsam aber sicher ein Bild von ihnen machen, ohne sie je zu Gesicht zu bekommen. Schuld muss die alte Steinmauer sein, die den Schall nicht wirklich gut dämmt.

So hat man, sollte man sich ruhig verhalten, die Möglichkeit von früh bis spät am Leben unserer Nachbarn teilzunehmen. Und das beginnt sehr früh: Gegen sieben, am Wochenende gegen acht Uhr, beginnt der Streit um die Badezimmer-Rechte. Gar nicht so leicht bei einer vierköpfigen Familie, die zwei Töchter sind alles andere als bereit, ihre Recht dem sozialen Frieden willen etwas zu beschränken. So wird eben zu früher Stunde losgekeift, gestritten und nach Maaaamaaa geschrien.

Die hat allerdings selbst genug sorgen, nicht nur, dass sie zwei pubertierende Töchter hat, sie muss auch noch einen ignoranten Mann versorgen, der zu faul für Hausarbeit und Einkäufe ist. Wortfaul ist er übrigens auch, bei Streitereien verfällt er sehr oft auf ein sehr kindisches Nachäffen seiner Frau und sollte er selbst daran die Lust verlieren auf ein gelangweiltes “Bla-Bla-Bla”.

Sind die Kinder aus dem Haus wird es für den interessierten Hörer schwer zu erkennen, wer denn noch zu Hause geblieben ist. Das einzige Geräusch was vernehmbar ist, ist die dudelnde arabische Musik, die sich in einer Endlosschleife zu wiederholen scheint. Diese wird erst am Nachmittag von unsäglicher Chartmusik abgelöst – die Töchter sind wieder da. Nun dudelt die nächste Zeit peinlicher HipHop oder schnulziger Pop aus den Lautsprechern gegen unsere WG-Wand.

Am Abend wird es dann tatsächlich friedlich nebenan. Ruhe kehrt ein und, wenn überhaupt, hört man nur leise murmelnde Stimmen. Wird es draußen dunkel, besinnt sich die Familie also auf ihre Werte und sitzt brav beisammen, spielt vielleicht ein Brettspiel oder erzählen sich die Erlebnisse des Tages. Vielleicht sitzen sie allerdings auch alle getrennt in ihren Zimmern und gucken Fernsehen.

Nur am Wochenende, da wird abends öfter mal über die Stränge geschlagen. An den freien Tagen gibt es häufig Feiern und erweiterte Familientreffen. Bis spät in die Nacht hört man sie dann palavern, lachen und häufig auch streiten. Die beiden Töchter machen sich dann – ganz die Mama – einen Spaß daraus ihren Vater zu ärgern. Der ist dann aber meist schon so betrunken, dass er kaum einen vernünftigen Satz artikulieren kann.

Obwohl die Feiern häufig bis 2 oder 3 Uhr ziehen, stehen sie am nächsten Tag pünktlich um 7 Uhr wieder alle vorm Bad und brüllen sich gegenseitig an und der Vater gibt ein gelangweiltes “Bla bla bla” von sich.

So ist sie halt, die Familie von nebenan.

Beim allsonntäglichen Versuch meinen Schreibtisch einigermaßen auf Vordermann zu bringen und die Stapel Papier von einer Hälfte auf die andere zu schieben, fiel mir seit langem mal wieder meine vollgekritzelte Schreibunterlage auf. Vollgeschmiert mit Notizen, Telefonnummern, Rechnungen und natürlich jeder Menge Bildern, Formen und seltsamen Linien – Gekritzel halt.

Immer wenn ich gelangweilt bin aber auch wenn ich mich konzentriere und ich einen Stift in der Hand halte, fange ich an zu kritzeln. Häufig zu beobachten ist das während Seminaren oder Vorlesungen, wo es nicht lange dauert, bis ich das ausgeteilte Handout mit lustigen kleinen Blumen, Kringeln, Rakten, Gesichtern und anderen tollen Kullern und Kreisen vollgeschmiert habe.

Die neuerliche Erinnerung in Form meiner Schreibunterlage ließ mich dann doch mal recherchieren, ob damit nicht vielleicht doch ein psychisches Defizit manifestiert wird. Schließlich muten meine vollständig bekritzelten Blätter schon etwas seltsam an.

Gleich vorweg: Kritzeln scheint ganz normal. Allein beim Telefonieren sollen 65% der Deutschen zum Stift greifen und munter vor sich hinkritzeln. Was diese kleinen Zeichnungen interessant macht, ist der Umstand ihrer Entstehung. Teilbewusst und ohne besondere Absicht entscheidet sich der Kritzler für bestimmte Motive. Für Georg Franzen sind die “gestaltenden Kräfte, die sich in den Kritzeleien aus dem Unbewussten manifestieren, [...] im Grunde dieselben, die auch in unseren Träumen am Werk sind.” Und das sollte die Kritzelein doch interpretierbar machen – jedenfalls für die, die auch an Traumdeutung glauben.

Gekritzel
Foto von *sean

Jack Goodman hat sich mal versucht ein paar Deutungen zu präsentieren – ganz unverbindlich natürlich. So soll schon die Position und Richtung der Kritzelei Aussagen über die Eigenschaften des Menschen machen. Ein Bildchen unten rechts auf dem Papier soll mangelndes Selbstbewusstsein suggerieren. Da meine Kunstwerke aber sowieso über das ganze Blatt wachsen, spielt diese Deutungsmöglichkeit wohl keine Rolle – außer das soll für meinen einnehmenden Charakter sprechen :P

Leider helfen mir die weiteren Erklärungsversuche von Goodman auch nicht viel mehr. Meine verschlungenen Linien sollen zeigen ich sei pingelig. Häuschen und Kästchen sprechen mir die Eigenschaft “cooler Rechner” zu, bzw. logisches Denken. Meine Kringel und Kreise zeugen von verhaltener Leidenschaft oder unterdrückten Plänen, Zacken einer Säge allerdings von einen aggressiven Charakter.

Auch die weiteren möglichen Deutungen gehen irgendwie in sehr verschiedene Richtungen. Meine lustigen Gesichter sprechen mir Humor zu, der positiv denkt. Meine verschachtelten Kästchen wiederum von von Einsamkeit und Wunsch nach Zuneigung.

So richtig weiter hat mir meine Recherche als nicht geholfen, was nicht besonders verwunderlich ist, schließlich ist die “Kritzeldeuterei” ähnlich wie die Traumdeutung meist nur individuell und dialogisch mit Psychologen möglich. Aber wenigstens bin ich mit meinem Rumgekritzel nicht alleine und fühle mich jetzt nicht mehr wie meine vierjährige Nichte, wenn ich mich beim Schmieren ertappe. Außerdem meint Franzen: “Kritzeleien sind [...], ob gedeutet oder nicht, eine Möglichkeit sich zu entlasten und aufgestaute Spannungen abzuführen.”

Meine Pflanzen mit dicken Stängeln bedeuten übrigens, dass ich eine gute Hausfrau sein möchte, dass hat mich dann doch überrascht. Bleibt nur noch die Frage, was ich mit den Raketen ausdrücken möchte?

Und wieder ein neuer Schwanzvergleich für Leute die zu lang am Rechner hängen. Schneller-Schreiben.de bietet einen ganz witzigen Geschwindikeitstest für Maschinenschreiben. Ziel ist es möglichst viele Wörter innerhalb einer Minute richtig einzutippen.

Das obligatorische “Meiner ist soooo lang”:

81 Wörter

Das entspricht 443 Zeichen pro Minute, bei 2 falsch geschriebenen Wörtern. Dabei ist das natürlich kein wirklich aussagekräftiger Wert. Einerseits weil nur einzelne Wörter vorgegeben werden und keine Sätze. Andererseits kommen im Text keine Satzzeichen oder Zahlen vor, was mir entgegen kommt. Ich hab meinen 10-Finger-Kurs nämlich mittendrin abbrechen müssen und nicht alle Zahlen gelernt. Aber über 300 Anschläge dürfte ich trotzdem im regulärem Schreibbetrieb schaffen.

Dolle Sache solche Schwanzvergleiche ;)

via [musikroll]

Warum lerne ich eigentlich nie, schon während des Semesters Hausarbeiten zu schreiben? Jedes Mal sammelt sich gegen Ende der vorlesungsfreien Zeit ein Stapel Arbeit auf meinem Tisch und ich hab nicht die geringste Lust ihn zu bearbeiten. Dieses Semester kam noch hinzu, dass ich in der letzten Woche drei Referate halten musste und nebenbei eine Bewerbung für ein Praktikum zu basteln. Weiterhin muss ich noch ein Referat zum nächsten Montag fertig haben – ich sollte also so langsam anfangen – und eine Hausarbeit muss gar schon nächste Woche fertig sein.

Und da das alles noch nicht reicht, gebe ich mir noch die volle Ladung deutscher Bürokratie und Wühle mich durch Anträge, Fragebögen und Formularen, um studentische Hilfskraft an unserer KW-Professur zu werden. Es steht nämlich eine interessante Blogstudie ins Haus, an der ich fleißig mitcodieren und nebenbei meinen Semesterbeitrag finanzieren will.

Jetzt brauch ich plötzlich beglaubigte Kopien von allem möglichen Zeug, muss Büroschlüssel organisieren, meine BA-Arbeit scheint auch endlich kontrolliert zu sein und wartet auf Einsicht und irgendwo dazwischen schreib ich eben an meinen Hausarbeiten und dem ausstehenden Referat. Und warum der Stress? Weil ich mir während des bisherigen Semesters doch ab und an nur den Wanst gekrault habe. So langsam müsste ich meinen Vorsatz: “Dieses Semester schreib ich meine Hausarbeiten schon in der Vorlesungszeit” auch mal umsetzen.

Dieses Semester wird das allerdings nichts mehr – im nächsten wird hoffentlich alles besser…

Das Harald Schmidt keine echte Lust mehr hat Late Night zu machen, hat er ja schon selbst des Öfteren verkündet. Dass er uns aber nun trotzdem noch mit seinem nicht sonderlich komischen Ziehsohn Oliver Pocher jeden Donnerstag heimsucht, scheint in diesem Lichte so überflüssig, wie langweilig.

So richtig mag der Funke nicht überspringen und Pocher ist einfach nicht witzig, auch wenn er die Mimik und Gestik von Schmidt kopiert. Um der sehr lahmen Show auf die Beine zu helfen, werden dann halt ab und an ein paar Tabus gebrochen und irgendwelche Nazi-Sprüche in den Ring geworfen.

Wie man es richtig macht, das sieht man, wenn man einen Blick in Richtung Alpen wirft. “Willkommen in Österreich” heißt die Late Night Show auf ORF1, die Schmidt & Pocher ohne Probleme in die Tasche steckt. Das liegt vor allem an dem Moderatoren-Duo Christoph Grissemann und Dirk Stermann, die schon den 90er Jahren zusammenarbeiten.

Eigentlich machen die beiden nicht viel anders als Schmidt und Pocher, auch hier gibts Nazi-Witze und Tabu-Brüche. Die Show wirkt insgesamt aber anarchischer, frecher und viel spontaner als die ARD-Sendung. Nun kommt diese tolle Show leider nur im ORF und der ist bekanntlich in Deutschland nicht so leicht zu empfangen. Für all jene, die trotzdem einen Blick in die beste deutschsprachige Late-Night-Show werfen wollen, sei das Portal zur Sendung empfohlen, auf der alle Folgen online in (fast) voller Länge zu bestaunen sind.

Und wer nicht genug bekommen kann, auf dem Berliner Radiosender radioeins gibt’s jeden Sonntag die inzwischen auch schon legendäre Show Royal mit Stermann und Grissemann als Moderatoren.

Bleibt Harald Schmidt noch einen schönen Ruhestand zu Wünschen und Pocher eine schöne Samstag-Abend-Show. Wie wärs mit Verstehen sie Spaß? Auf den frei werdenden Programmplatz gibt’s dann vielleicht Willkommen in Deutschland – mit Stermann und Grissemann natürlich…

Es gab ja schon länger keinen Grund über die Telekom zu meckern. Aus unerfindlichen Gründen traten keinerlei Probleme mit DSL oder Telefonie auf, schon unheimlich.

Doch gestern endlich die Erlösung, wir haben wieder eine Störung – WUN-DER-BAR. Gegen 18 Uhr trudelte eine SMS ein von meiner werten Mutter ein, dass wir doch nicht erreichbar wären. Eine Selbstdiagnose ergab: Tatsächlich – wir konnten nicht raustelefonieren! Zusätzlich meldet sich eine Stimme vom Band, wenn wir angerufen werden: “Der von ihnen gewünschte Teilnehmer ist zur Zeit nicht erreichbar.” Kein Tuten, kein wählen – nichts.

Beim Telefon meines Mitbewohners genau dasselbe. Doof nur, dass wir jetzt nicht mal die Störungsstelle anrufen können. Glücklicherweise oder besser seltsamerweise funktioniert der DSL-Anschluss einwandfrei, so können wir wenigstens eine bitterböse Beschwerdemail schreiben.

Jetzt bleibt nur noch zu hoffen, dass bei der Beseitigung der Störung nicht doch noch irgendwas schreckliches passiert. Daumen drücken!

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