20.
Oktober
2007
Tag 5: Lhasa-Shanghai
Wir waren gespannt, als wir am Morgen den Weg zum Hotelrestaurant begangen. Sollte es heute klappen mit unserem Toastfrühstück? Die letzten Tage waren eine herbe Enttäuschung gewesen und so wurde uns versprochen, dass wir heute endlich Toast bekommen würden.
Natürlich wusste davon keiner etwas im Restaurant. Meine Freundin verlor die Nerven, hatte sie doch, im Gegensatz zu mir seit 4 Tagen kein Frühstück mehr zu sich genommen. Sie machte den Hotelangestellten unmissverständlich klar, was sie vom chinesischen Frühstück hielt und die Angestellten verstanden, obwohl sie kein Wort Englisch sprachen.
Nachdem geklärt war, das uns tatsächlich versprochen worden war, wir bekämen Toast, machte sich ein Angestellter auf den Weg, um im Laden um die Ecke etwas derartiges zu besorgen. Das erklärte uns jedenfalls ein chinesischer Gast, der zufällig herumstand und uns das Geplapper der Angestellten übersetzte. So trank ich meinen Kaffee mit Yak-Milch (hab ich schon erwähnt, dass es inzwischen gar nicht mehr so schlecht schmeckte?) und wartete sehr gespannt darauf was kommen würde.
5 Minuten später tauchten ein kleiner Chinese auf und brachte uns „French Bread“, abgepackt in kleinen Tütchen. Ich wette allerdings, dass noch kein Franzose so etwas gegessen hat. Kein Toast also, aber wenigstens was in der Richtung. Wir bekamen sogar Marmelade und die Bedienung grinste über beide Backen. Alle beobachteten uns, wie wir aßen. Meine Freundin war wenigstens etwas besänftigt, so richtig allerdings nicht – schließlich war das kein Toast.
Wir besorgen noch ein bisschen zu trinken und schauten ein letztes Mal bei den kleinen Läden vorbei. Es wurde langsam Zeit zum Aufbruch. Auf gepackten Koffern saßen wir in der Hotellobby und warteten auf den Fahrer und den Guide. Eine kleine tibetische Putzfrau wischte an uns vorbei, ging zum Wasserspender und brachte uns lächelnd zwei Gläser Wasser.
Genauso hatte ich die Tibeter in den fünf Tagen kennen gelernt, freundliche, lächelnde Menschen, die sich tatsächlich darüber freuen, wenn du sie grüßt. Selbst beim feilschen sind sie hell auf begeistert, wenn du hart bleibst.
Und Tibet ist ein Land der Vielfalt. Es gibt nicht nur Mount Everst und Lhasa, es gibt Wälder, Seen, Wüsten, Steppen, Schnee und Flüsse. Fünf Tage sind einfach nicht genug, um alles zu sehen, alles aufzunehmen.
Ich werde wohl wiederkommen müssen, denke ich, als ich in das Flugzeug nach Shanghai steige und ein letztes Mal auf die braunen Berge blicke.
Eine halbe Stunde später überfliegen wir den Basum Co mit der kleinen Insel, ein Zeichen finde ich, ich komme definitiv wieder…
Das ist das Ende des Reiseberichts der 5 Tage in Tibet. Er war lang, wer war anstrengend, aber er ist vollendet. Ich hoffe ihr habt euch dabei nicht zu viel gelangweilt, ab jetzt gibt’s wieder kürze Beiträge.

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