Ein Monat China neigt sich dem Ende und immer wieder gibts Dinge, die ein ungläubiges Kofpschütteln verursachen. Ein paar Beispiele:

Auto mit Vollausstattung
Das Auto ist ein Statussymbol in China, wie überall auf der Welt. Auch wenn ich inzwischen zu der Überzeugung gekommen bin, dass hier einfach keine Sau Auto fahren kann, will jeder Chinese zumindest ein ordentliches Auto vorweisen können. Es gibt jedoch einige chinesische Vorlieben, die ein Europäer nicht so ganz nachvollziehen kann.
Autos verkaufen sich in China nur mit Lederausstattung, ohne bleibt das Auto wie Blei beim Autohändler liegen. Statt ihre tollen Ledersitze nun auch voller Stolz zu präsentieren, kauft jeder, wirklich JEDER Chinese potthässliche Schonbezüge mit Hündchen, Bienen oder Hasen in Plüschoptik.
Auch die Klimaanlage ist ein Must-Have, benutzt wird sie trotzdem nicht. Egal ob Frühling, Sommer, Herbst oder Winter, es wird mit offenen Fenster gefahren. Noch schärfer sind allerdings die spärlichen Cabrio-Besitzer, die fahren grundsätzlich mit geschlossenen Verdeck – egal wie schön das Wetter draußen ist.

Wie man sich bettet…
Beim Schlafen sind Chinesen alles andere als anspruchsvoll, sie brauchen nur eine Fläche auf die sie 60% des Körpers legen können und schon fallen sie in tiefsten Schlaf.Egal ob um sie herum noch Menschen laufen, das Licht an ist oder ob es am Steuer eines Taxis während einer Rotphase ist.

Ich hab schon zwei Bauarbeiter beim Innenausbau eines Ladens auf den Boden schlafen sehen. Richtigerweise lag einer auf einer Rigipsplatte, die wohl etwas weicher war. Ein paar Meter weiter lag dann einer unter einer Fußgängerbrücke mitten im Weg, dass man aufpassen musste, nicht ausversehen über ihn zu stolpern.
So ganz unverständlich ist das allerdings nicht, denn die Betten in China sind unglaublich hart. Bretthart trifft es wohl ganz gut. Egal wie dick die Matratze ausehen mag, sie wird definitv hart sein. Allerdings schläft es sich mit der Zeit trotzdem recht gut auf den Brettern.

Nur mit Anzug
Downtown-Street, eine kleine Amüsiermeile in Suzhou kurz vor 8 Uhr – beste Essenszeit also. Uns zieht es zum Japaner, als mir eine kleine Chinesin entgegenkommt. Ich muss zwei mal hingucken, bevor ich realisiere, dass die Dame einen Schlafanzug und Puschel-Schlappen an hat. Die Expats mit denen ich hier unterwegs bin meinen lapidar: “Da gewöhnt man sich dran, ist doch ganz normal hier.”
Es ist einfach so, wenn ein Chinese im Bett liegt und während des Einschlafens eine zündende Idee hat oder ihm einfällt, dass er noch was besorgen muss, dann springt er aus dem Bett, zieht seine Pantoffeln an und macht sich auf den Weg. Warum erst anziehen, ein Schlafanzug ist ja auch ein Anzug, also irgendwie jedenfalls…

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