07.
Juni
2008
Chinesen sind ja bekanntermaßen sehr abergläubisch. Wer für Handynummer mit Glückszahlen darin rund 4 Euro mehr ausgibt, der muss das wohl sein. Aberglaube will hier bestimmte Zusammenhänge erklären, die mit normalen, rationalen Methoden nicht erklärbar sind.
“Fuwas of Doom” ist die neuste Geschichte, die in China ihre Runden dreht und tatsächlich auch ernsthaft unter den Menschen diskutiert wird. Der Fluch der Freundlichen Fünf, könnte man diese haarsträubende Geschichte wohl am ehesten ins Deutsche übersetzten. Denn die fünf Olympia-Maskottchen werden mit den letzten 4 großen Katastrophen im Reich der Mitte in Verbindung gebracht.
Den Anfang machte NiNi, die grüne Schwalbe hat auf ihren Kopf einen stilisierten Flugdrachen, wie sie ihn China gern genutzt werden. Die heimliche Hauptstadt des Drachenbaus in China ist Weifang in der Shandong-Provinz. Genau dort ereignete sich am 28. April das schlimmste Zugunglück der letzten Jahrzehnte.
Als Zweites folgt die Tibet-Antilope YingYing und was dieses Frühjahr in Tibet passierte, sollte ja noch jeden in Erinnerung sein.
HuanHuan symbolisiert die Olympische Flamme und eine große Schande für die Chinesen war dann auch der völlig missglückte Fackellaufe, mit seinen massiven Protesten in den westlichen Ländern.
JingJing steht für die Katastrophe Nummer vier, die bisher Schlimmste. JingJing ist ein Panda und die berühmteste Pandaaufzucht der Welt ist das Wolong Panda Reservat. Das liegt rein zufällig nur ein paar Kilometer vom Epizentrum des verheerenden Erdbebens der vergangen Jahrzehnte.
Ein Maskottchen ist jetzt noch übrig und das soll für die schlimmste Katastrophe von allen stehen, da sind sich abergläubische Chinesen sicher. BeiBei ist ein stilisierter Fisch, der im Jangtse lebt, demnach gehen die “Experten” von einer gewaltigen Flut aus, die das Land heimsuchen wird. Ob es jetzt ein Fluss sein wird oder ein Tsunami, darüber wird noch gestritten. Es wird jedoch gewarnt sich in Küstenregionen aufzuhalten.
Und fürwahr, es könnte was dran sein an der Geschichte. Vielleicht kommt ja keine Flutwelle, aber die schlimmste Katastrophe, die drohend über Peking schwebt, ist die, dass im regenreichen Monat August die Olympischen Spiele ins Wasser fallen könnten.

Eine Reaktion auf “Die (un)freundlichen Fünf”
Pingback vom 30. Juli 2008 um 08:17
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