18.
Juni
2006
Manchmal frag ich mich, wie die Artikel bei Spiegel Online eigentlich ausgesucht werden. Heute haben sie wieder einmal einen richtigen Kracher geschrieben. „Steh auf, wenn du Musikfreund bist“ heißt das gute Stück und ist eigentlich aus der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
Diese „Gastbeiträge“ aus der FAS oder FAZ sind bei Spiegel Online keine Seltenheit, dass die Artikel schlecht sind, aber leider auch nicht. Insbesondere würde ich dem Interessierten da den schon etwas älteren Artikel über die Serie 24 ans Herz legen. Ich glaube an Jack Bauer, so der Titel, erklärt 24 kurzerhand zur Ersatzreligion. Für jeden der auf wirklich schräges intellektuelles Bla-Bla steht, sollte sich diesen Artikel mal ansehen. Der kostet allerdings inzwischen 1,50 Euro, also nur für wirkliche Liebhaber interessant.
Ganz kostenlos ist der neuste Artikel „Steh auf, wenn du Musikfreund bist“ über die Fußballhymne von Herbert Grönemeyer und die ganzen anderen Songs, die derzeit so rumschwirren.
Die gewagte These: Grönemeyers Song kommt nicht an, weil er zu wenig mit Fußball zu tun hat! Zu verkopft, wie der Autor sagt. Die Hälfte der Zeit wird zwar Ole Ole Ole gesungen, aber O.K., das könnte ja auch zum Stierkampf passen. Gut der Autor hat natürlich Recht, dass sich Herbis Hymne anhört, als würde jemand mitten im Lied, den Radiosender verstellen. Mit Fußball hat er aber meiner Meinung nach schon was zu tun.
Als wäre diese Erkenntnis nicht genug, haut er gleich die nächsten Kracher raus. „54, 74, 90, 2006“ ist für den FAZ-Autor auf keinen Fall eine Alternative zur WM-Hymne. Das Lied von den Sportfreunden Stiller ist ihm augenscheinlich zu kompliziert. Auf den Fan-Festen wo ich mich bisher rumtrieb, konnten jedoch selbst die besoffensten Fahnenschwinger das Lied mitgrölen. Gut die FAZ kommt aus Hessen und ich war auf Fan-Festen in Bayern. Hier gehen ja die Uhren ja immer etwas anders könnte man nun einwenden..
Aber wenn der Autor erklärt Oliver Pochers Song „Schwarz und Weiß“ sei die wahre WM-Hymne, dann versteh ich gar nichts mehr. Da hört sich der Gesang dann manchmal an, wie ein Franz Beckenbauer Werbesong, aber ist ja auch egal. Dass ich „Schwarz und Weiß“ bisher noch nicht einmal in voller Länge gehört habe, ist ein weiterer Beweis, dass ich entweder in der tiefsten Provinz lebe, die FAZ-Autoren einfach auf andere Fan-Feste gehen oder ich zu wenig Fernsehn gucke.
Was bleibt, ist für mich allerdings die Frage, warum Spiegel Online, gerade diesen wirklich doofen Artikel bei sich auf der Seite auch noch veröffentlicht? Aber über Geschmack lässt sich glücklicherweise nicht streiten. Vielleicht gibt’s ja Menschen da draußen, die dem Artikel zustimmen können.

19. November 2006 um 15:19
Grüß Gott,
ich dachte, in einem Augschburger Log mit Hinweis
“Hymne” eine “Augschburger Stadthymne” finden würde. Pech g’habt.
Und ausserdem elektrisierte mich bei der Log-Beschreibung “Augsburg im tiefsten Bayern”. Tja,
politisch gesehen ist es ja so, aber im Herzen sind wir im tiefsten Schwaben. Eigentlich im ethnologischen Niemandsland, weil die Bayern und nicht als solche und die Württemberger nicht als Schwaben betrachten.
Sei es wie es sei: unsere Band “Hoi’ga:da – Rock & Pop auf Schwäbisch” singt Schwäbisch, wie ihr der Schnabel gewachsen ist.
Und am 18.1.07 gibt’s im Kulturhaus Abraxas zu unserem Jubiläumsauftritt “Oi’ Joahr Hoi’ga:da” auch eine “Augschburg Hymne”.
Scheana’ Gruaß und nix für unguat
19. November 2006 um 17:16
Hervorragend! Ich kam mir schon ganz schäbig vor, weil ich doch einige Suchmaschinenanfragen bezüglich Augsburger Hymnen hatte. Leider hatte ich nie etwas dazu geschrieben, Google spuckt mich nur immer wieder in dem Zusammenhang aus
Aber jetzt kann ich ja auf euch verweisen.
Was die Augsburg-Bayern-Schwaben-Problematik anbelangt, ist es immer sehr schwer den “ausländischen” Lesern zu erklären – jedenfalls in der Kürze meiner Blog-Beschreibung. Also hab ichs gleich gelassen, aber weise regelmäßig auf die Besonderheiten der Augschburger hin.
Vielen Dank für deinen Link
26. Februar 2007 um 16:34
Lieber Provinzblogger,
erst jetzt entdeckte ich deinen Kommentar zum Thema “Augschburg Hymne”. Zu deiner ethnologischen
Erbauung – oder einfach aus Spaß – sende ich dir
gerne eine Exemplar unserer “Augschburg Hymne”,
wenngleich ohne Melodie.
Andere MP3-Demos einiger unserer “Rock & Pop auf Schwäbisch”-Titel gibt’s unter
http://www.sonimages.de/hoi-demos.htm
26. Februar 2007 um 17:37
Lieber spät als nie, sag ich da
Gern würde ich in die Augschburg Hymne reinhören, vor allem weil ich immer noch viele Suchanfragen zum Thema Augsburger Hymne bekomme