Es gibt Dinge im Leben, die sind einfach logisch und egal, was man für Argumente ins Feld führt, es bleibt doch logisch und richtig. Eine solche Sache ist das schon oft geforderte Tempolimit auf deutschen Autobahnen.

Es gibt eigentlich keinen wirklichen Grund, dass wir ein solches noch nicht eingeführt haben, trotzdem werden bei den unzähligen Diskussionen immer wieder neue Argumente gegen eine Geschwindigkeitsbegrenzung.

In der aktuellen ADAC-Motorwelt stehen wieder einige solcher hanebüchenen Argumente. Das Dämlichste: Durch Tempolimits würden nicht nur „die individuelle Mobilität, die wirtschaftliche Entwicklung und der Wohlstand in Deutschland“ zum erliegen kommen, sondern auch „eine der wichtigsten Industrien in Deutschland: die Automobilindustrie.“

Entschuldigung, aber wenn die deutschen Autohersteller zu blöd sind konkurrenzfähige Autos zu bauen, die nicht 20 Liter Sprit auf 100 km verbrauchen, dann sind sie selber schuld. Wenn die japanischen Hersteller es schaffen die sparsame Hybrid-Technologie erfolgreich voranzubringen und selbst die französische Automobilindustrie brummt, trotz Tempolimit auf französischen Straßen, dann machen wir doch irgendetwas falsch. Außerdem fahren BMW und Mercedes doch auch in Ländern mit Tempolimits durch die Gegend, was also soll diese Argumentation?

Jedem Fahranfänger wird doch erklärt, dass bei steigender Geschwindigkeit das Risiko für Unfälle exponentiell steigt. Der Bremsweg wird länger und die Kontrolle über das Auto verlangt viel mehr Aufmerksamkeit. Es sollte jedem klar sein, dass man einem plötzlichen Hindernis mit 130 besser ausweichen kann, als mit 250 km/h. Warum also immer das Gedöns, dass unsere Autobahnen doch schon sicherer sind, als in anderen Ländern.

Aber was nützt das Lamentieren: Das Auto ist die Penisverlängerung schlechthin. Eine österreichische Studie (leider hab ich keine Deutsche gefunden) fand heraus, dass 90% der Befragten sich für hervorragende Fahrer halten und es für ausgeschlossen halten, jemals einen Unfall zu bauen. Die Zahlen für Deutschland werden wohl ähnlich ausfallen. An solch „grandiosen“ Fahrern perlt natürlich jedewede Sicherheitsbelehrung ab: Tempolimit? Kümmert euch lieber um die notorischen Linksfahrer, die mich ausbremsen!

Dummerweise sind diese Typen, dann auch die Lautesten, wenn es gilt sich über die hohen Benzinpreise zu beschweren. Dass zum Thema Umweltschutz tatsächlich noch Stimmen gibt, die meinen, ein Tempolimit bringe da nicht viel, grenzt schon an Arroganz. Wer langsamer fährt, verbraucht weniger Sprit, so die einfache Regel.

Ich hab rund 2000 km französische Autobahnen und Tempolimit 130 hinter mir und ich muss sagen, der Spritverbrauch ist sensationell. Man wird auch nicht in Versuchung geführt, mal auf das Gas zu treten. Die sporadischen Geschwindigkeitskontrollen und die drastischen Strafen sorgen schon dafür das man ordentlich fährt. Schnell genug kommt man auch voran.

Zurück in Deutschland stieg nicht nur die Geschwindigkeit, sondern auch der Spritverbrauch. Zu verlockend war die Möglichkeit „mal aufs Gas zu treten“. Ohne Zwang geht’s anscheinend nicht. Das hohe Risiko und der exorbitante Spritverbrauch werden da einfach beiseite geschoben. Nach ein paar Kilometern mit Tempo 200 ist ein plötzliches Tempolimit auf 120 extrem störend – als würde man auf der Autobahn 30 fahren.

Ein Tempolimit würde mich nicht wirklich stören. Viel schneller kommt man bei den vollen Autobahnen eh nicht mehr voran und meinen inneren Schweinehund würden regelmäßige Geschwindigkeitskontrollen schon in Zaum halten.

Wer dann schneller fahren will als erlaubt, kann ja in einen ICE einsteigen, die fahren ab und an auch 300…

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