„Roneeeeeyyy“, ein Ruf der wach macht. Es braucht schon einen Moment, bis ich weiß, wo ich mich gerade befinde. Die Nacht war lang, der Schlaf ziemlich kurz. Was auffällt, ist die Hitze im Zelt, die Morgensonne kennt keine Gnade. Es wird Zeit aus der Sauna zu kommen. Während wir uns aus dem Vier-Mann-Zelt quälen, gibt es weitere „Rooooneeeyyy“-Rufe. Neben uns campen zwei Engländer, die haben es sich um 9 Uhr morgens schon gemütlich gemacht, mit Bier und anderen alkoholischen Getränken. Vielleicht etwas zu gemütlich. Der eine beginnt ohne Vorwarnung sein essen von Gestern auf sein Zelt zu verteilen. Er übergibt sich erstmal in mehreren Zügen. Willkommen auf dem Hurricane!

Drei meiner Kommilitonen und ich wagten in diesem Jahr das Abenteuer Hurricane, eines der größten Musikfestivals Deutschlands. Zum Glück hatten wir uns schon früh Karten sichern lassen, denn das Festival war schon 2 Monate vorher komplett ausverkauft. Dass hieß 50.000 Wahnsinnige verteilt auf zwei Zeltplätze und wir mittendrin.

Donnerstag
Als wir am Donnerstag in Scheeßel eintraffen, war das Erste was wir bemerkten, das auffallend gute Wetter. Denn, wie uns unser erfahrener Hurricane-Veteran Stephan erklärte, sei das Wetter auf den Festival meist ein typisch norddeutscher Mix: Windig, mal ab und an ein Schauer und alles andere als so warm, wie sich uns das Wetter am Donnerstag präsentierte.

Das Zweite was uns auffiel, hängt eng mit dem Wetter zusammen. Das warme Luft sorgte für eine extreme Dunstglocke über dem Campingplatz. Feiner Staub vom sandigen Boden legte sich innerhalb kürzester Zeit auf Zelte, Pavillons und Menschen. Der Staub sollte uns das gesamte Festival über begleiten.

Erstaunlich an diesem Donnerstagabend war auch die Masse an Menschen, die sich bereits am Tag vorm Festivalstart um und auf dem Gelände tummelten. Wie da am Freitag noch mehr Menschenmassen draufpassen sollten, war mir ein Rätsel.

Mit vereinten Kräften machten wir uns daran, unser Zelt aufzubauen, das Gepäck darin zu verstauen und die auf dem Zelt entstandene Staubschicht zu bewundern. Dann ging es schon weiter zur Ahnensitz von Stephan unseren eingeborenen Führer, der hier in Scheeßel aufgewachsen ist. Seine Eltern hatten sich bereit erklärt Nahrungsmittel (flüssig und fest) einzukaufen und für uns zu lagern. Die holten wir uns ab und genossen endlich das erste Bier des Abends.

Zurück auf dem Gelände genossen wir noch ein zwei kühle Bier, werkelten noch ein bisschen am Zelt und zogen schließlich zum Diskozelt weiter. Hier sollte uns ein Vorgeschmack auf das Festival gegeben werden. Was heißen soll: Coole Musik, massenhaft Leute, eine riesen Party und blaue Flecken an den Füßen. Die Wendung „massenhaft Leute“ könnte auch als zu voll interpretiert werden. Ein Gefühl, das sich das Festivalwochenende ab und an einstellen sollte.

Freitag
Der Freitag begann ziemlich warm, eigentlich wie alle Tage. Die Sonne knallte bereits um 9 Uhr morgens unglaublich warm auf unser Zelt – weiterschlafen unmöglich. Also nutzten wir die Einladung von Stephans Eltern zum Frühstück bei ihnen natürlich gern. Frisch geduscht und satt, betätigten wir uns noch ein wenig am Ball und Frisbee, um dann frisch und munter auf das Festival zu stürmen.

Nach hinten gedrückt in nur 4 Minuten: Arctic Monkeys

Am frühen Nachmittag streunten wir über das Gelände mit den drei Bühnen und sahen uns einige Bands, wie Ben Harper & the Innocent Criminals, Seeed und Elbow im Vorübergehen an. Das erste Highlight für mich kam aber erst mit den Arctic Monkeys. Erstaunlicherweise standen wir hier zu beginn ziemlich weit vorn. Irgendwie schienen Viele die Zeit bei Seed vegessen zu haben. Kaum setzten die Monkeys zum ersten Song an drängen aber von allen Seiten Menschen an die Bühne. Nach zwei weitern Songs, die ich aufgrund des Gedränges kaum mitbekam, stand ich erstaunliche 100 Meter weiter hinten. Während des Auftritts schafften wir es dann aber wieder etwas näher vor die Bühne. Obwohl die Arctic Monkeys wirklich gute Musik machen und sie derzeit zu meinen bevorzugten Bands gehören, fand ich den Auftritt ehrlich gesagt ziemlich langweilig. Viel Emotion war nicht auf der Bühne zu sehen.

Manu Chao hatte an diesem Abend noch einen wirklich guten und vielgerühmten Aufritt, aber da ich den absolut überhaupt nicht gern höre, gab ich mir nur noch Maximo Park. Die rockten ordentlich die Hütte und wirbelten viel Staub auf. Im wahrsten Sinne des Wortes, bei dem ganzen Sand und Staub, viel das Atmen in der Menge schwer. Weiter mit Samstag>>

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