“Genervt”, das trifft es wohl am ehesten, wenn man als Blogbetreiber ständig von neuen Abmahn-Panik-Beiträgen beschäftigen muss. Die Quintessenz dieser Berichterstattung ist immer: „Jede Unachtsamkeit im Blog kann zu Abmahnungen führen, die sich böse im Geldbeutel bemerkbar machen.“

Diese ständige Drohkulisse ist in meinen Augen ganz klar einer der Gründe, warum die Deutsche Blogosphäre im internationalen Vergleich darbend darniederliegt. Wer hat schon Lust, ständig seinen Rechtsanwalt zu bemühen, wenn es um seinen Hobby-Blog geht.

Schwerwiegend kommt hinzu, dass der Durchschnittsblogger nicht die geringste Ahnung hat, was er denn von den ganzen Panik-Meldungen zu halten hat. Die neuste Sau, die durch Klein-Bloggersdorf gejagt wird, ist ein Datenschutzproblem hinsichtlich Akismet, dem praktischen Anti-Spam-Plugin von Wordpress. Da damit User-Daten und Kommentare direkt an Wordpress geschickt werden, um sie mit der Spam-Datenbank zu vergleichen, findet hier quasi ein Austausch von User-Daten an Dritte statt, den man zumindest in seine Datenschutzbestimmungen erwähnen sollte.

Jetzt rufen die Einen: “Panik – Abmahnungsgefahr!” und die Anderen “No-Panic – alles halb so schlimm” – wem soll ich denn jetzt glauben? Ich bin Blogger, kein Jurist und habe auch nicht vor einer zu werden.

Verständlicherweise habe ich nicht wirklich Lust, mit solchen Dingen meine Zeit zu verbringen, trotzdem kommt man inzwischen um diese ganzen rechtlichen Kram nicht mehr herum – das kann einem das Bloggen schon vergrämen.

Ich hab mir inzwischen handliche Datenschutzbestimmungen eingebaut und mich dabei vom Law-Blog inspirieren lassen, ob ich damit abgesichert bin, kann ich nicht mal ansatzweise beantworten – ich würde es jedoch gern glauben.

Zusätzlich müsste ich ja nun auf jede neue rechtliche Unsicherheit mit einer Erweiterung meiner Datenschutzbestimmungen reagieren, was mich zu der Frage führt, warum eigentlich noch kein Medienrechtler auf die Idee gekommen ist, eine Art “Medienrecht”-Projekt a lá Creative-Commons zu erfinden?

Damit könnte man dann mit wenigen Klicks einen kompletten Datenschutztext/Disclaimer für Blogs generieren, der dann verlinkbar wäre. Änderungen der Gesetzeslage und Erweiterungen der Bestimmungen, würden dann automatisch eingefügt werden und ich als Blogger würde dann höchstens mit einer Mail belästigt, die mich auf Änderungen des Textes hinweisen würde.

Bleibt für mich die Frage: Ist das Thema so komplex, dass sich da keiner rantraut oder warum gibt es sowas noch nicht?!

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