Da sitz ich nun also – mitten in der Nacht – du liegst in meinen Armen und schläfst ruhig vor dich hin. Ab und an zuckst du zusammen und der Atem stockt dir. Du träumst wohl von den letzten Stunden, die du erlebt hast.

Ich kenne dich gerade mal einen Tag, aber trotzdem bist du schon mein Ein und Alles. Deine großen Augen, dein kleiner Mund, deine langen Wimpern, du bist mir schon so vertraut als würden wir uns ewig kennen. Gut, eigentlich kennen wir uns auch schon länger, du hast mich gehört und vielleicht ab und zu gespürt, in den letzten Monaten. Ich hab dich ab und zu auf winzigen Schwarz-Weiß-Bildchen gesehen.

Das erste Mal so richtig gesehen haben wir uns dann jedoch erst am 1. Oktober, als du das Licht der Welt erblickt hast – nach über 10 Stunden harter Arbeit. Na gut, ich stand nur daneben und deine Mama hat den Rest gemacht. Aber jetzt kann ich ja auch was tun, jetzt bist du ja da.

Nun sitze ich also hier mit dir, in der zweiten Nacht deines jungen Lebens, zusammen auf dem Sofa, du hältst meinen Finger mit deiner winzigen Hand und träumst. Ich werd auf dich aufpassen kleine Mina, ich freu mich schon darauf, dich aufwachsen zu sehen.

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