“Kann Obama die Welt retten?”, also noch blöder kann ein Artikel nicht betitelt werden, Bild-Online tut es natürlich trotzdem.

Wie wäre es denn mit “Ist Obama der Messias?” oder “Kann Obama nicht auch Bundeskanzler werden?” – Ok, es geht scheinbar noch blöder, aber bei aller Begeisterung um den neuen Präsidenten, der in wenigen Stunden (endlich) sein Amt antritt: Ne Nummer kleiner hätte auch gereicht liebe Bild. Aber allgemein versucht die Presse ja schon seit geraumer Zeit die Obamania auch in Deutschland zu wecken.

Man sollte bei all der Euphorie vielleicht auch anmerken, dass Obama zwar ein neuer Präsident ist, die Amerikaner dennoch dieselben geblieben sind. Klar geworden ist mir das mal wieder, als ich vor Kurzem bei einer Vorberichterstattung zur großen Inauguration, eine – sagen wir – sehr “ökologisch” eingestellte Frau im Interview hörte. Sie erklärte, sie sei für den Frieden auf der Welt und freue sich, dass die Welt jetzt endlich wieder friedlicher sein würde unter der Führung der USA natürlich.

Das Fazit: Der Ton wird sich ändern, aber der Song wird der gleiche bleiben, nämlich der große Hit der letzten Jahrzehnte: “We lead and you follow.” Ich sehe nicht, warum sich das bei Obama groß ändern sollte, das gehört schließlich zum Selbstverständnis der Amerikaner – God’s own Country halt.

Die Frage ist für Obama also nicht, ob er die Welt retten kann, für ihn und seine Wähler ist wichtig, ob er die USA retten kann. Was wir letztlich davon haben werden, kann man noch nicht abschätzen.

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