25.
April
2007

14:15 Uhr heißt es kurz mal die Klappe halten, stehen bleiben, nachzudenken und vor allem zu hören. Heute ist der Tag gegen Lärm. Obwohl ich noch nie davon gehört habe, jährt sich das Ereignis bereits zum 10. Mal.
Um den Tag auch irgendwie in die Medien zu hieven, ruft der Arbeitskreis Tag gegen Lärm der Deutschen Gesellschaft für Akustik e.V. dazu auf um Punkt 14:15 für genau 15 Sekunden. Über Sinn und Unsinn solcher Gedenksekunden kann man streiten, über den Anlass allerdings nicht.
So ist das Motto des Aktionstages auch “Lärm – die unterschätzte Gefahr”. Neben den 15 Sekunden Stille sind sinnvollerweise noch viele Aktionen im ganz Deutschland geplant, die darüber aufklären sollen, was denn Lärm überhaupt ist und warum der Mensch so empfindlich darauf reagiert.
Tatsächlich wird Lärm häufig unterschätzt. Anders als bei anderen Umwelteinflüssen kann man sich an Lärm nicht gewöhnen. Der Körper reagiert sehr stark auf Lärmbelastung, was Schlafstörungen und Bluthochdruck verursachen kann. Wenn man den Lärm auf der Straße irgendwann nicht mehr hören sollte, ist das übrigens keine Gewöhnung, sondern eher das erste Stadium der Schwerhörigkeit.
Ich wohne direkt an einer der Hauptverkehrsstraßen in die Innenstadt von Augsburg und habe seit meinem Umzug hierher große Probleme Schlaf zu finden. Ich kann also durchaus verstehen, dass der Großteil der deutschen Bevölkerung den Verkehr als Hauptlärmquelle ansieht.
Dass das Thema nicht völlig totgeschwiegen wird, zeigt sich z.B. in Augsburg im Lärm- und Luftschadstoffinformationssystem (Abschlussbericht als pdf). Seit 2002 kann man sich hier über die Lärmpegel in der Stadt informieren. Auf der Lärmkarte für Augsburg kann sich der interessierte Bürger ein Bild über die Lärmbelastung machen. Um die 70dB verursacht z.B. der Verkehrslärm an meinem Wohnort. Das sagt mir zwar jetzt eigentlich gar nichts, ich höre ja das die Straße da draußen laut ist, allerdings brauchen Ämter und Ministerien ja alles schwarz auf weiß. So kann diese Datenbank vor allem Stadtplaner behilflich sein, die Lebensbedingungen, bzw. Lärmbedingungen in der Stadt zu verbessern.
Ich finde das Thema durchaus beachtenswert, nicht nur weil ich derzeit selbst unter den Lärm zu leiden habe. Also 14:15 Uhr mal in Ruhe über das Thema nachdenken und wer’s verpasst hat, denkt einfach jetzt darüber nach. Kleine Denkhilfen gibt’s in Form einer Broschüre (pdf) und -für alle die nicht gern lesen- eines Flyers(pdf).

27. April 2007 um 17:05
——————————————- Pst!