01.
Mai
2007
…es ist Tag der Arbeit und keiner arbeitet. Schon ein wenig widersinnig muss ich sagen, aber man soll ja nicht auf Namen rumreiten. Besser ist da doch der ursprüngliche Name “Kampftag der Arbeiterbewegung”, der an den Haymarket Aufstand von 1886 erinnern soll.
Auch gut, das gute alte sozialistische Kauderwelsch: „Internationaler Kampf- und Feiertag der Werktätigen für Frieden und Sozialismus“, dass muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Dem steht allerdings der nordrhein-westfälische Name für den 1. Mai in nichts nach. Hier heißt er Verfassungsgemäß nämlich „Tag des Bekenntnisses zu Freiheit und Frieden, sozialer Gerechtigkeit, Völkerversöhnung und Menschenwürde”.
Schon seltsam, wie wenig die Zeiten sich ändern. Vor 120 Jahren gingen die Leute an diesem Tag auf die Straße, um nicht für einen Hungerlohn 6 Tage die Woche arbeiten zu müssen. Inzwischen sind wir wieder dort angekommen. Viele Menschen arbeiten weit über 40 Stunden in der Woche und verdienen kaum genug zum Leben – trotz Menschenrechtsdeklaration.
Zeit für den Arbeiterkampf? Zwar geht es den Menschen weniger schlecht als damals, heute gibt es ein eng gestricktes soziales Netz, doch menschenwürdig ist dieses Leben auch nicht wirklich. Das sollte man sich mal durch den Kopf gehen lasse, gerade am 1. Mai. Und wer das große Steineschmeißen verpasst hat, dem sei hier Abhilfe geboten.

3. Mai 2007 um 20:05
Beim Kampftag der Arbeiterklasse, sollte man lieber mit der Gewerkschaft für ein besseres Leben demonstrieren, als in seinen Blog zu schreiben. Vor allem du in Bayern hast doch das Glück, das du dir keinen Sozialdemokraten anhören musst. Der DGB Landesverband Bayern hat nämlich alle Sozialdemokraten ausgeladen, die für die Rente mit 67 gestimmt haben. Und da alle Sozialdemokraten … sind und für die Rente mit 67 gestimmt haben, darf keiner reden.
PS: In Berlin gab es übrigens keine “Steineschmeißen” – es war eine friedliche “revolutionäre 1.Mai Demo”. Falls du wissen willst was da abgegangen ist, kannst ja zu mir auf den Blog gucken. Ich war nämlich da!
Schöne Grüße aus Berlin
Der Sozialist
4. Mai 2007 um 00:26
Nein ich bin nicht losgezogen, ich hab an dem Tag halt lieber mit Arbeit verbracht und nicht mit revolutionären Demos. Denn leider hab ich nicht mehr so viel Zeit, wie es sich für einen Studenten gehört, sorry. Außerdem bin ich nicht so drin in der Materie, um mich da hinzustellen und auf schönes Wetter zu hoffen. Bin halt definitv kein Linker oder Autonomer und halte den Sozialismus nicht für den heiligen Gral der Menschheit.
Das der DGB Sozialdemokraten ausläd ist so gesehen ja ihr gutes Recht, ist schließlich ein Gewerkschaftstag und da müssen ja nicht unbedingt irgendwelche Politiker rumstehen. Trotzdem behalt ich mir es einfach mal vor, deinen Kommentar zu schwärzen, es gibt genug Wirrköpfe da draußen, die sich sonst noch auf den Schlips getreten fühlen.
Genauso wie die Wirrköpfe, die sich am Abend des 1. Mais dann doch noch mit der Polizei ein Lagerfeuer aus Mülltonnen teilten. Ich hab ja nichts dagegen, wenn Leute friedlich demonstrieren, aber Mülltonnen anzünden ist nunmal echt scheiße, die Kosten nämlich ein Schweinegeld. Ist das dann auch revolutionärer Kampf oder einfach nur Halbstarkentum?