…es ist Tag der Arbeit und keiner arbeitet. Schon ein wenig widersinnig muss ich sagen, aber man soll ja nicht auf Namen rumreiten. Besser ist da doch der ursprüngliche Name “Kampftag der Arbeiterbewegung”, der an den Haymarket Aufstand von 1886 erinnern soll.

Auch gut, das gute alte sozialistische Kauderwelsch: „Internationaler Kampf- und Feiertag der Werktätigen für Frieden und Sozialismus“, dass muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Dem steht allerdings der nordrhein-westfälische Name für den 1. Mai in nichts nach. Hier heißt er Verfassungsgemäß nämlich „Tag des Bekenntnisses zu Freiheit und Frieden, sozialer Gerechtigkeit, Völkerversöhnung und Menschenwürde”.

Schon seltsam, wie wenig die Zeiten sich ändern. Vor 120 Jahren gingen die Leute an diesem Tag auf die Straße, um nicht für einen Hungerlohn 6 Tage die Woche arbeiten zu müssen. Inzwischen sind wir wieder dort angekommen. Viele Menschen arbeiten weit über 40 Stunden in der Woche und verdienen kaum genug zum Leben – trotz Menschenrechtsdeklaration.

Zeit für den Arbeiterkampf? Zwar geht es den Menschen weniger schlecht als damals, heute gibt es ein eng gestricktes soziales Netz, doch menschenwürdig ist dieses Leben auch nicht wirklich. Das sollte man sich mal durch den Kopf gehen lasse, gerade am 1. Mai. Und wer das große Steineschmeißen verpasst hat, dem sei hier Abhilfe geboten.

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