Alle Beiträge mit dem Tag: 111 Tage Peking


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Ist das schon wieder ein Jahr her? Wie die Zeit verfliegt! Heute vor einem Jahr brach ich auf nach Peking, um für Atos Origin vier Monate aus dem Reich der Mitte zu berichten.

Vor einem Jahr um diese Zeit war ich schon auf dem Weg zum Flughafen München. Ein bisschen aufgeregt zwar, aber ziemlich neugierig auf die kommenden Wochen. Und jetzt, ein Jahr später kann ich sagen, dass ich die Zeit in Peking dann doch ab und an vermisse.

Trotz all dem Chaos, den vielen Menschen und der Luftverschmutzung hab ich Land und Leute schätzen gelernt. Auch wenn man sich gern mal über die “etwas” andere Mentalität der Chinesen aufregt, irgendwie hab ich mich doch wohlgefühlt.

Tja und nun sitze ich hier, arbeite fleißig an meinen Abschluss und frage mich, wie es jetzt wohl aussieht in Peking: Ob es meine Wohnung noch gibt oder sie schon zusammengestürzt ist? Wie das Olympische Grün wohl aussieht? Sind die neuen U-Bahnen immer noch so sauber? Was wohl all die Kollegen jetzt machen?

Ich werde wohl noch ein bisschen in Erinnerungen schwelgen und dann weiter an den kommenden Referaten arbeiten …

Über eine Woche hab ich dann jetzt doch gebraucht, um mich wieder einigermaßen an Deutschland zu gewöhnen. Vor allem die Zeitumstellung hat mich noch lange beschäftigt, es ist einfach unschön, wenn man morgens um 4 oder 5 Uhr aufwacht, nur weil der Körper meint, es wäre Zeit aufzustehen. Heute hat er aber endlich eingesehen, dass länger schlafen entspannender ist – Punkt 9 Uhr bin ich aufgewacht!

Der Rest der Eingewöhnung lief bisher ganz gut, auch wenn es ab und an noch zu leichten Irritationen kommt. Warum muss ich z. B. mein Obst im Supermarkt selbst einpacken und wiegen und warum muss ich mein Auto selbst betanken?! Man wird schon verwöhnt in China.

Überhaupt gestaltet sich das Autofahren hier etwas enervierender. Man spürt manchmal schon die Aggressivität beim Fahren und das, obwohl die Straßen hier doch leer sind. Außer man trifft hier in Augsburg auf eine der vielen, vielen Baustellen. Da wird’s dann etwas voller und der Durchschnitts-Augsburger scheitert am Reisverschlusssystem, was dazu führt, dass alle noch aggressiver werden. Auch wenn es in China viel chaotischer auf den Straßen zugeht, gefällt mir dass dann dort doch besser.

Was mich wirklich erstaunt hat, war das Gefühl der Leere und das wortwörtlich. Mir kamen so ziemlich alle Straßen verwaist vor. Selbst wenn eigentlich schon einiges los war. Nach vier Monaten mit Menschenmassen um einen herum wirkt Deutschland menschenleer wie Namibia. Allerdings lässt dieses Gefühl so langsam nach.

Schließlich hat es auch Vorteile, wenn man in Deutschland ist. Was da sofort auffällt, die öffentlichen Toiletten riechen plötzlich nach Raumdüften und nicht nach Exkrementen. Ich kann den Himmel tatsächlich wieder sehen und die Luft kann ich sogar atmen.

Es wird wohl noch eine Weile dauern, bis ich mich wieder komplett eingewöhnt habe. Ich hätte nicht gedacht, dass vier Monate in der Fremde solche Auswirkungen haben können. So werde ich die nächsten Tage noch hoch konzentriert an der Ampel stehen müssen, damit ich nicht einfach anfange loszulaufen.

So, ich mach mich vom Acker hier. Es war eine sehr interessante Zeit, mit sehr interessanten Menschen und tollen Erlebnissen – aber das war ja zu erwarten ;) Trotzdem freu ich mich auf zu Hause, auch wenn bis dahin noch ein stinklanweiliger Flug auf mich wartet.

Adé Peking! Wir sehen uns in Augsburg.

Stellt schon mal das Bier kalt und blast die Luftballons auf, ich bin in einer Woche wieder in Augsburg und erwarte mit Transparenten begrüßt zu werden.

Noch liegt aber ein bisschen Arbeit vor mir, zwei Tage Olympische Spiele und die hoffentlich auch schöne Abschlussfeier erleben und danach 5 Tage entspannt beobachten, was noch so passiert.

Also keine Zeit zu verlieren.

Heidernei, wie die Zeit vergeht. Ich bin jetzt tatsächlich fast drei Monate hier in Peking und heute ist es noch genau ein Monat bis ich den Flieger heimwärts besteige.

Erst mal stehen aber ab nächste Woche natürlich die Olympischen Spiele an. Das heißt dann, zwei Wochen durcharbeiten, tolle Berichte schreiben, Videos drehen und versuchen so viel wie möglich von den Spielen zu sehen. Mal sehen ob ich das alles schaffe.

Also aufi gehts, der letzte Monat wartet!

(Das war ein kleiner Motivationsbeitrag für mich ;-) )

…mit großer Wirkung. Da hat wohl jemand gepennt. Normalerweise läuft auf diesem riesigen Bildschirm nahe dem Birds Nest irgendwelche Werbung.

Das Bild wurde übrigens nicht abends gemacht, das ist einfach der berühmte Pekinger Smog, der sich hier immer noch schön regelmäßig über die Stadt legt.

Für alle die sich im Moment wundern, dass es auf der Seite von Atos Origin noch keine Beiträge von mir gibt, hier mal eine kleine Erklärung dazu.

Derzeit durchlaufen alle Inhalte die ich für den Atos-Blog erstelle noch eine etwas längere Phase der Begutachtung durch das IOC. Da dieses natürlich ein sehr wichtiger Kunden für Atos Origin ist, will das IOC natürlich wissen was da so drin steht, bevor es veröffentlicht wird. Also durchlaufen alle Beiträge und Videos eine Kontrolle, jedenfalls die ersten Wochen wird das wohl so sein – danach geht das dann schneller mit dem Veröffentlichen.

Und damit jetzt nicht alle Enttäuscht sind, hier noch ein sympathischer Gullideckel, der mir heute begegnete:

Kaum in Peking, schon werde ich interviewt. Der großartige und überregional wohl kaum bekannte Augsburger Radiosender RT.1 hat ein kurzes Telefon-Interview zum Stand der Dinge in China mit mir geführt.

Als professioneller Chinakorrespondent, der ich nun mal bin, stand ich natürlich Rede und Antwort – auch bei schwierigen Fragen. Gut es gab keine schwierigen Fragen, aber das tut ja an dieser Stelle nichts zur Sache.

Wer heute RT.1 hört, der kann womöglich irgendwann mal meine Stimme hören. Der Redakteur meinte abschließend noch: “Das Ding wird sicherlich gesplittet auf mehrere Blöcke, da müssen wir mal schauen, wie das mit einem Mitschnitt aussieht.” Also werde ich mein kolossales Interview wohl niemals zu hören bekommen. Aber wenigstens könnt ihr Augsburger mal die Ohren offen halten.

Na gut, langweilig ist mir nicht, ich hab ja auch noch so genug zu tun, aber derzeit kübelt es hier aus Eimern und nass werden will ich im Moment irgendwie nicht. Ich werd mir demnächst wohl einen Schirm kaufen müssen.

Aber so hab ich wenigstens Zeit mal mein Appartement kurz vorzustellen. Ich hatte ja schon erwähnt, dass es ziemlich nah an den olympischen Spielstätten liegt, aber dass ich quasi in einen komplett neuen Stadtteil ziehe, wusste ich nicht. Hier wird immer noch kräftig gebaut, auch an meinem Appartementkomplex. Dafür wird dann leider öfter mal der Strom abgestellt.

Trotzdem muss ich sagen, dass es sich hier ganz angenehm leben lässt. Obwohl mir das alles einen Tick zu luxuriös ist: Sicherheitsbeamte an den Eingängen zum Komplex, Zugang nur mit Sicherheitskarte, überall Kameras und dann noch die toll ausgestatteten Appartements.

Natürlich erkennt man, wenn man ganz genau hinsieht, dass hier und da mal wieder geschludert wurde. So ist die Dusche etwas undicht, richtig gut verfugte Fliesen sehen anders aus und Türen in der Küche sind eine glatte Fehlkonstruktion. Dennoch bin ich echt zufrieden mit der Wohnung, da es eine doch sehr ruhige Wohngegend ist und drum herum doch alles zu finden ist, was man so braucht: Einkaufsmöglichkeiten, Essmöglichkeiten und U-Bahnanbindung – was will man mehr?

Gut der Breitbandanschluss mutet wie immer etwas langsam an, aber das ist von der Tageszeit abhängig, daran gewöhnt man sich.

Ich fühle mich jedenfalls wirklich wohl.

Trotz Anlaufschwierigkeiten (der übliche Stau nach München) bin ich gut angekommen in Peking. Vom Rollfeld tuckerte das Flugzeug in stolzen 20 Minuten zum neuen, wirklich atemberaubenden Terminal 3. Da ging alles wahnsinnig schnell: Es gibt keine Health Declaration mehr, auf denen musste man früher immer seinen Wehwechen eintragen. Jetzt stehen da Thermo-Kameras die Temperatur der Reisenden erfassen und so schon auf den ersten Blick offenbaren, ob da heiße Passagiere im Anflug sind. Zollabfertigung gibt’s irgendwie auch nicht mehr, wahrscheinlich soll Papier gespart werden, nur die Einreisekarte gibt es noch und die ist auch recht einfach gestaltet inzwischen – so sieht also das prä-olympische China aus.

Leider lachte die Sonne nicht wirklich, das ist dann wohl die berühmte Pekinger Dunstglocke. Den berühmten Pekinger Stau durfte ich dagegen noch nicht kennenlernen, da hatte ich wohl eine günstige Zeit erwischt. Zudem liegt mein Appartement zwischen dem vierten und fünften Ring der Stadt, also etwas außerhalb. Schön sieht’s trotzdem aus hier. Fotos werden noch folgen, wenn ich einigermaßen auf dem Damm bin. Ich bin im Moment einfach nur Müde, da 28 Stunden wach.

Ich bin jedenfalls sicher gelandet!

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