04.
Juni
2008
Schon seltsam, einen Monat bin ich hier und schon fange ich an zu knausern – obwohl hier eigentlich vieles billiger ist.
Es fängt schon damit an, dass ich versuche Taxifahrten zu vermeiden, weil ja eine Fahrt quer durch die Stadt ja dann doch durchaus mal 3 Euro kosten könnte. Der ÖPNV ist schließlich viel billiger, maximal 20 Cent gebe ich da für eine Fahrt aus. Das dauert dann zwar manchmal länger und sitzen kann man so gut wie nie und manchmal riecht es “gewöhnungsbedürftig”, aber es ist einfach die billigste Methode.
Im Supermarkt rege ich mich darüber auf, dass ein Wasser statt 0,8 Yuan 1 Yuan kostet. Also 2 Cent mehr. DVDs für 3 Euro sind in Deutschland ein absolutes Schnäppchen, hier schon Wucher – maximal 1 Euro gibts für eine DVD. Gut, für Serien-Boxen gibts natürlich etwas mehr.
Wenn ich mehr als 10 Euro für Essen ausgebe, will ich danach auch wirklich vollgefressen sein und zwar mit mindestens 3 verschiedenen Fleischsorten! Dieses ganze Gespare guckt man sich einfach zu schnell von den Chinesen ab. Die nutzen z. B. viel lieber die unklimatisierten Busse, weil die 10 Cent billiger sind. Es wird geknausert wo es nur geht.
Auf eine Sache konnte ich dann heute beim Einkaufen allerdings nicht verzichten. Als mich aus dem Regal ganz frech eine Packung Bohnenkaffee anguckte, musste ich zugreifen. Bisher hab ich in meinen Supermärkten immer nur diesen auf dauer ziemlich nervigen Instant-Kaffee gefunden. Die 250 Gramm für lockere 2,50 Euro wanderten dann also in meinen Korb. Ich ging sogar das Risiko ein und kaufte mir den Kaffee ohne Filtertüten (ich glaub so was gibts hier gar nicht). Glücklicherweise hat meine winzige Kaffeemaschine hier einen Permanentfilter. Und so kann ich jetzt ganz entspannt die Füße hochlegen und meinen schönen schwarzen und heißen Kaffee genießen.

