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In Augsburg laufen die Uhren ja bekanntlich etwas langsamer, was heißt etwas, sie laufen sehr viel langsamer, zumindest politisch gesehen. Hier nimmt man sich manchmal so viel Zeit im Stadtrat, dass es den Bürgern meist irgendwann zu viel wird. So auch im Fall der Stadtbücherei, 20 Jahre wurde ein Neubau gefordert, 20 Jahre wurde es immer enger und enger im alten Gebäude an der Gutenberstraße.

Dann 2004 platze den Bürgern der Kragen innerhalb von 5 Monaten wurden 14.000 Unterschriften für einen Neubau der Bücherei gesammelt und schon ging alles ganz schnell – bereits 2005 wird ein Neubau am Ernst-Reuter-Platz beschlossen.

Und für fünf Euro ins Phrasenschwein heißt es nun: Was lange währt, wird endlich gut! Heute eröffnete die Neue Stadtbücherei ihre Glaspforten für den Publikumsverkehr und es ist wirklich ein beeindruckender Bau geworden!

Die Eröffnung der Neuen Stadtbücherei ließen sich viele Augsburger nicht entgehen Neue Stadtbücherei im modernen Glanz DSC05944.JPG

Eine halbrunde Glasfassade und ein orangener Klotz daneben bieten viel Raum für Bücher, Büros und Veranstaltungsräume auf drei lichtdurchfluteten Etagen.

Und die waren heute zum Tag der offenen Tür gut gefüllt, aber wer kann es den Augsburgern verdenken, lang genug gewartet haben sie ja drauf.

Hochmodern ist sie geworden, die neue Stadtbücherei, mit vielen Computer-Arbeitsplätzen und einer sehr schnellen Ausleihe. Wer Bücher mit nach Hause nehmen möchte, der kann das komplett alleine und in Sekundenschnelle.

Einfach zu einem der Ausgabe-Schalter gehen, Büchereiausweis einscannen und den Bücherstapel auf den dafür vorgesehenen Platz legen, schon erscheinen alle Titel dem Bildschirm, einzeln muss man hier kein Buch mehr eingeben. Dann nur noch bestätigen und schon sind die Bücher ausgeliehen.

Rund um die Uhr kann man zumindest in den Vorraum der Bücherei. Einfach Buch an diese Stelle halten und schon ... ... gehts in den Vorraum, wo man an zwei Automaten die Bücher zurückgeben kann.

Auch die Rückgabe ist erstaunlich einfach gehalten, nämlich ganz unabhängig von den Öffnungszeiten. Mit dem Buch in der Hand kann man rund um die Uhr in den Vorraum der Bücherei. Dazu hält man die ausgeliehenen Bücher einfach an eine markierte Stelle vor der Tür, die sich dann automatisch öffnet. Im Vorraum stehen dann zwei Automaten bereit, wo man die Bücher zurückgeben kann – vollautomatisch.

Wem das allerdings alles zu technisch ist und wer nicht auf einen Plausch mit der Bibliothekarin verzichten möchte, der kann natürlich weiterhin die althergebrachte Schalter-Methode  zum Bücherausleihen und -zurückgeben nutzen.

Doch das war noch nicht alles, auch die Preisstruktur wurde erneuert. 13 Euro bzw. ermäßigte 6,50 Euro kostet die Jahresmitgliedschaft und damit ist bereits alles abgedeckt, was an Kosten entstehen kann. Ausleihe für Bücher, DVDs, Computerspiele, Musik-CDs oder täglich eine Stunde Internet an den Arbeitsplätzen, es entstehen keine weiteren Kosten.

Nicht mehr ganz neu, aber auch im Preis mit inbegriffen ist die eAusleihe, in der eBooks, ePaper, Filme und Musik über das Internet ausgeliehen werden können, das werde ich demnächst dann wohl auch mal ausprobieren.

Schmökern vor Ort, Dank ausgiebiger Sitzgelegenheiten im Retrolook. Das Innen-Design der Neuen Stadbücherei erinnert mich wegen der Ecken und Kanten irgendwie ans Olympiastadion in Peking 3 Etagen Kultur

Ich muss sagen, es hat mir sehr gut gefallen in der Neuen Stadtbücherei. Das wird wohl auch an den vielen freundlichen Mitarbeitern gelegen haben, die versucht haben, es allen Besuchern recht zu machen. Den jungen “Wilden”, die durch die Gänge schossen, wie auch den älteren Semestern, die noch ein paar Berührungsängste mit den neuen Räumlichkeiten und technischen Neuerungen hatten.

Sehr schön, dass wir hier in Augsburg mit der Neuen Stadtbücherei einen neuen auch architektonisch attraktiven kulturellen Anziehungspunkt haben, der nicht nur zum Schmökern einlädt.

Wer jetzt einen Grund sucht, die Neue Stadtbücherei zu besuchen, der kann sich freuen. In der gesamten Eröffnungswoche wird dermaßen viel geboten, dass sicherlich für jeden etwas dabei sein sollte. Hier gibt‘s das Programm zur Aktionswoche vom 22.-27. Juni.

Ich muss auf jeden Fall noch mal hin – Bücher zurückgeben. Ich hab nämlich einen schönen Graphic Novel von Neil Gaimans Niemalsland gefunden, den musste ich einfach ausleihen.

Heute war hier in Peking der Tag der großen Eröffnungen und ich war so ziemlich überall dabei, schließlich will man noch seinen Enkelkindern von den aufregenden Tagen vor den Olympischen Spielen berichten.

Die erste Eröffnung fand im Untergrund statt. Heute wurden nämlich endlich die neuen U-Bahnlinien der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Besser gesagt die Linie 10. Die Olympia-Linie 8 ist natürlich noch zu, schließlich ist das Olympische Grün auch noch geschlossen.

Bei der Transferstation Huixinxijie Nankou drängelten sich schon rund 100 Chinesen vor dem Aufstieg zur Linie 10, als ich kurz vor 14 Uhr dort eintraf. Es wurde viel fotografiert und überall stand Sicherheitspersonal herum, um die aufgeregten Chinesen in Schach zu halten.

Kurz nach 14 Uhr trat dann ein schlaksiger Chinese vor die Meute und verkündete in feinsten Chinesisch (also unverständlich für mich), dass nun der erste Schwung von Menschen zur neuen Station dürfe. Schon wurde gedrängelt und gerangelt und irgendwie stand ich dann auch oben am funkelnagelneuen Bahngleis. Nicht nur das, es fuhr auch gleich eine komplett leere U-Bahn ein – so etwas hab ich ja noch nie erlebt in Peking! Ich konnte sitzen! In einer U-Bahn! Ein tolles Gefühl muss ich sagen.

Bei der Station Beitucheng ging es dann schon wieder raus, die Transferstation zur Linie 8 wollte ich mir schließlich ansehen, wie alle anderen in der U-Bahn. Also standen wir kurzum alle auf dem Bahnsteig und guckten uns staunend um. Viel gab es nicht zu sehen, es ist halt eine U-Bahnstation – trotzdem wurde von den Chinesen alles fotografiert, jedes Detail der noch ganz sauberen Station.

Ich fuhr die sehr lange Rolltreppe nach oben, um mir mal die Umgebung anzusehen, wurde aber am Eingang von einem chinesischen Fernsehteam abgefangen. Wie mir denn die neue U-Bahn-Linie gefiele, wurde ich gefragt. Sehr gut, sehr schnell und sehr sauber, besser als die dreckige Linie zwei erklärte ich. Damit es nicht ganz so unhöflich wirkte, erklärte ich dann aber noch, dass ich aus Berlin im Grunde nur mochige U-Bahnen gewohnt wäre und Peking da Lichtjahre voraus wäre. Damit war die junge Reporterin dann glaube auch zufrieden.

Für die zweite Eröffnung, die ich heute noch mitnehmen wollte, kam die Linie 10 gerade recht, fuhr sie mich doch direkt nach Sanlitun. Dort in der alten Bar-Meile entsteht gerade eine große Einkaufsstraße und mittendrin hatte heute der erste Apple-Store in Peking aufgemacht – und halb Peking wollte mal reinschauen.

So kam es mir jedenfalls vor, ich bekam bevor ich überhaupt in die Nähe des Ladens durfte ein nummeriertes Armband überreicht und musste nun warten, bis die Nummer aufgerufen wurde, dann erst durfte ich mich anstellen. So wartete ich mit ungefähr 300 Leuten in einer großen Halle auf Einlass.

Nach einer flotten halben Stunde konnte ich dann auch endlich in den Laden und wurde dort erstmal von den Mitarbeitern mit Applaus begrüßt – es war heute wohl Pflicht alle mit Klatschen zu begrüßen. Ich fing dann gleich motiviert an mich an den Geräten austoben. Ein iPod Touch war gerade frei, also spielte ich ein bisschen mit dem Ding rum und muss sagen: Ein schönes Gerät. Würde ich sofort kaufen, wenn es nicht genauso teuer wäre wie in Deutschland. Trotzdem ein tolles kleines Surf-Videoguck-und-Musikhör-Gerät, finde ich sehr praktisch.

Ich frage mich allerdings, wie sich die ganzen Chinesen um mich herum diese wirklich teuren Geräte leisten wollen. Begeistert sind sie jedenfalls alle von Apple. Nur einer fehlte auf der Party, das iPhone. Das gibt es offiziell noch nicht in China, aber trotzdem wurde gekauft wie blöd. Jeder Dritte hatte eine iPod-Schachtel in der Hand – verrückt, verrückt.

Vor der zweiten Etage hatte man übrigens einen sehr schönen Blick auf die Wartehalle und den „Warteplatz“, den ich euch nicht vorenthalten möchte.

Zwei Eröffnungen an einem Tag und ich muss sagen, wir könnten uns eine Scheibe abschneiden. Wenn ich mich zurückerinnere, wie völlig bescheuert sich manche bei Media-Markt-Eröffnungen in Deutschland so aufgeführt haben, dann war das heute eine sehr gesittete und ordentliche Angelegenheit. Aber ich muss natürlich auch sagen, dass die Chinesen seit ein paar Monaten Anstell-Training bei Bus und U-Bahnstationen verordnet bekommen haben, das zeigt jetzt anscheinend Wirkung.

Der Tag, an dem die Welt stillstand! Besser: Der Tag, an dem ich stillstand – auf dem Parkplatz vorm neu eröffneten Ikea in Augsburg. Da ging nämlich für kurze Zeit gar nichts mehr, die läppischen 1000 Parkplätze des Möbelhauses waren scheinbar schon mehrfach belegt als ich eintraf. An jeder Kreuzung des Parkplatzes stand ein Security-Parkwächter-Einweiser (so nenn ich die einfach mal) und blockierte den Weg zu den Parkplätzen.

Als wir dann wirklich bis zum hintersten Ende des Parkplatzes geleitet worden und in eine wirklich schmale Parklücke gehuscht waren, stürzten wir zum Eingang. Wir hatten nämlich Hunger und Gutscheine mitgebracht – Hot-Dog-Gutscheine. Als Student muss man sehen, wo man bleibt und so nutzen wir die Möglichkeit eines kostenlosen Abendessens.

Nach nur drei Hotdogs war ich dann leider schon satt und hatte noch 3 weiter Gutscheine! Schweinerei! Lange ärgerte ich mich nicht darüber, schließlich gibt’s bei Ikea kostenlosen Kaffee, wenn man stolzer Besitzer einer FamilyCard ist – und ich gehöre nun mal zur Familie!
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