Alle Beiträge mit dem Tag: Essen


Übung macht den Meister, sagt man ja so schön. Ich hoffe das dieses Sprichwort stimmt, nach überzeugendem Auftakt gestaltet sich das Essen im Moment nämlich etwas schwierig.
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PS: Ob mir Mina das später mal übel nimmt, dass ich solche Fotos von ihr veröffentlicht habe?

Die letzten Tage vor meiner Abreise aus Peking ergründe ich doch tatsächlich noch einige der großen Mysterien der chinesischen Kultur. Warum zum Beispiel in Restaurants häufig extrem laute Musik oder Fernsehsendungen laufen.

Ich war heute wohl einer der Ersten, der sich in den Frühstücksraum des Hotels begeben hatte, jedenfalls wurde für mich extra der Toaster angeschmissen und Musik aufgedreht – nur nicht so laut wie sonst.

So dudelte also ein wenig westliche Popmusik aus den Lautsprechern, als der erste chinesische Gast eintraf. Ich schmierte schon meinen ersten Toast, als der Herr sich am Tisch neben mich setzte und seinen voll beladenen Teller abstellte.

Dann legte er los, lautstark schlürfte er die Suppe in sich hinein, ab und an blubberte es etwas, weil er ja auch Luft holen musste. Nachdem er sich zwischenzeitlich noch mal etwas Suppe geholt hatte, begann er seine kleinen Hefeklößchen lautstark schmatzend zu verzehren.

Als die Klößchen und die Suppe verzehrt waren, machte er sich an den Salat auf dem Teller, dazu hielt er den Teller einfach vor seinen Mund und schob den Salat mit den Stäbchen in Selbigen – laut schmatzend natürlich.

Als dann nach und nach noch drei weiter Chinesen eintrafen, wurde plötzlich in Dolby Surround geschmatzt, gehustet und Rotz hochgezogen. Ich muss gestehen, ich hab mich inzwischen dran gewöhnt, das ist nun mal so in China, aber in diesem Moment begriff ich die sonst so lautstarke Beschallung in den Fresstempeln Chinas. Wir sind hier schließlich nicht im Schweinestall am Futtertrog, sondern in einem Land mit jahrtausende alter Tradition.

Was hab ich gestern nur gegessen. Irgendwie gehts mir heut gar nicht gut…

Heute beim Einkaufen erstmalig entdeckt: Tiefkühlpizza! Hab ich mir gleich mal gekauft, schließlich hab ich ja eine voll funktionsfähige Küche in meinem Appartement!

Dass die Pizza nur einen Durchmesser von 15 cm hat, ist ja erstmal zweitrangig, schließlich will ich meinen Magen langsam an China gewöhnen und esse möglichst konservative Sachen – nach europäischen Maßstäben natürlich. Wenn ich dann ab und an noch mal was europäisches Esse, bleibt mein Magen locker und ist nicht immer so verkrampft.

Die kleine Pizza wird übrigens im Ofen gemacht, weil viele Chinesen, wenn überhaupt, eher eine Mikrowelle als einen Backofen zu Hause haben. Ich gehe strikt nach Anleitung vor. Zwei Bilder zeigen, dass ich die Pizza aufmachen und noch in der Tüte in die Mikrowelle stecken soll – ob das gut geht?!

Von dem anderen Kauderwelsch verstehe ich gar nichts, außer zwei Zahlenangaben 700 und 2. Da es selbst in China keine Mikrowellen mit 2 Watt gibt, in der man die Pizza 700 Minuten erhitzen könnte, stelle ich die Mikrowelle auf 2 Minuten ein. Nachdem die verstrichen sind, entschließe ich nach fachmännischer Analyse kurzerhand, dass die Pizza noch 1 Minute vertragen könnte, der Käse war schließlich noch nicht mal richtig zerlaufen.

Als ich mir dann die Pizza ausgepackt und auf dem Teller liegend vor mir sah, entschloss ich, dass dieses matschige Etwas, dann doch noch 1 Minute länger in der Welle bleiben könnte, aber diesmal ohne Tüte.

Was soll ich sagen, danach sah sie doch schon fast wie eine richtige Pizza aus. Der Käse war zwar inzwischen Unter die Pizza gelaufen, aber Hauptsache er war noch im Kontakt mit der Pizza. Und ob ihr es glaubt oder nicht, das Ding hat wirklich nach Pizza geschmeckt! Das nächste mal gehe ich dann aber doch lieber wieder zu einem Italienisches Restaurant, hier gibts eins gleich um die Ecke in der Fressmeile.

So langsam endet der Monat in China und so langsam muss der Magen sich wieder umgewöhnen an das fettige und einfallslose deutsche Essen. Gut, dass es in Suzhou für alles eine Lösung gibt:

Ich hatte mir das dann doch etwas spektakulärer vorgestellt, das Einkaufen hier. Aber abgesehen von den Preisen und der etwas anderen Speisenauswahl, ist der Ausflug in einen Supermarkt dann doch recht “normal” ausgefallen.

Rolltreppen, Einkaufswagen und Einkaufskörbe, ich weiß ja nicht was ich erwartet hatte, aber irgendwie war das dann doch sehr profan und weniger exotisch als sonst. Das liegt vielleicht daran, dass der Supermarkt zu einer großen europäischen Supermarktkette gehörte.

Wie gesagt, die Warenauswahl ist etwas anders, da gibt es dann anstatt Spaghetti eben asiatische Nudeln und Soßen. Obwohl es ersteres natürlich auch gibt, die italienische Variante kostet dann aber auch gleich das 4- oder 5-fache des normalen Preises. In der Kühlabteilung gibt es leckeres asiatisches Gemüse frisch abgepackt. Verpacken ist übrigens sehr beliebt in China, selbst die Eier können einzeln eingeschweißt gekauft werden.

Statt einer Wurst- und Fischtheke gibt es – und da wird’s dann endlich exotisch – einen “Live-Metzger” und jede Menge Aquarien mit lebenden Krebsen, Fischen, Kröten usw. Wechselnd je nach Jahreszeit und Saison. Daneben stehen auch frisch tiefgekühlte Spezialitäten wie Fischköpfe, Muscheln und anderes Getier. Sieht teilweise schon lecker aus muss ich sagen. Gewöhnungsbedürftig ist allerdings dabei zuzusehen, wie ein Schwein Fachgerecht zerlegt wird, die Chinesen genießen solcherlei Show allerdings und gucken Scharenweise zu. Die setzten sich auch gerne vor die Fernsehgeräte in der Elektroabteilung und gucken erstmal entspannt fern.

Seltsames geschieht an der Kasse, dort stehen die Chinesen dann tatsächlich schön brav in einer Reihe und warten bis sie dran sind. Wirklich erstaunlich, wenn man weiß, wie es manchmal vor Taxi- oder Busständen zugeht. Die Schlangen sind allerdings auch sehr kurz gehalten, da es, zumindest in dem Laden den ich besucht habe, bestimmt an die 50 oder 60 Kassen gab. Trotzdem dauerte es etwas länger in der Schlange, weil die Kassiererin auch gleichzeitig die Waren in kleine Plastiktüten einpackte. Bei Aldi könnten sie in dem Tempo wirklich nicht anfangen.

Die Plastiktüten sind übrigens wirklich toll, sehen aus wie Obsttüten und haben auch etwa die Größe, sind aber unglaublich stabil. Ich trug mit so einer kleinen Tüte mindesten 3 oder 4 Kilo durch die Gegend. Warum haben wir in Deutschland nur solche Fitzeltüten, die bei drei Bananen gleich kaputt gehen?

Die Ladenöffnungszeiten sind ähnlich wie in Deutschland, also zumindest wie in den fortschrittlichen Bundesländern, von 8-22 Uhr. Kleinere Krämer haben allerdings auch 24 Stunden auf. Kleinere Krämer heißt in diesem Fall auch klein: Die Läden sind meist nicht größer als 15qm, aber das nötigste findet man dort immer. Lebensmitteleinkäufe sind in China also nicht wirklich problematisch, außer man braucht jeden Tag Wurst, die gibt’s nämlich so gut wie gar nicht. Aber für leckeren Ersatz sorgen die Chinesen schon. Also auf zum Einkaufen!

Es wurde ja vor meiner Chinareise sehr viel über das Essen gesprochen. Dabei wurden sämtliche Vorurteile angeführt die es gibt, von: “In China essen sie Hunde” bis “In China essen die einfach alles”. Ich kann nun sagen, eigentlich stimmt alles, was man sich so ausmalt – nur es schmeckt alles wirklich wunderbar. Einzig die Essgewohnheiten sind etwas gewöhnungsbedürftig.

Gleich nach der Ankunft in Shanghai wurden wir in ein sehr gutes Restaurant geschleift, indem laut einem Foto im Aufzug auch George Bush Senior mehrmals mit Frau gespeist haben soll. Eine geschlagene Stunde warteten wir auf einen Tisch, was die Exklusivität nochmals unterstrich. Als wir dann an unseren großen Tisch geführt wurden, erwartete uns allerdings der erste Kulturschock unserer Reise. Völlig zugemüllt war der Tisch, überall lagen Schalen von irgendwelchen seltsamen Tieren, Schneckengehäuse und andere Essensreste auf der Tischdecke verstreut. Noch Hunger? Irgendwie nicht.

Unterstützt wurde das Gefühl noch durch die Art und Weise, wie der Tisch abgeräumt wurde. Das Geschirr landete in einem Plastikbehälter, der Müll wurde einfach samt Tischdecke zusammengerafft und in einen Sack gesteckt. Der Tisch wurde dann notdürftig geputzt, was bedeutet, dass einfach etwas Wasser über den Tisch gekippt wird. Dann kommt nur noch eine neue Tischdecke rauf, die gläserne Drehplatte in die Mitte und das Gedeck bereitgestellt. Ready to go!

Dank bebilderter Karte geht das bestellen recht schnell von statten. Einfach zwei verschiedene Speisen pro Person bestellt und das schlemmen kann beginnen. Wobei das ein ungefährer Richtwert ist und mit Speisen keine westlichen Speisen gemeint sind. Man bestellt in China immer nur einzelne Portionen bestimmter Lebewesen oder von bestimmten Gemüse. Am Ende hat man mehrere Portionrn auf der Drehscheibe stehen und frisst sich quer durch alle Teller. Mal von den Nudeln, mal von dem Gemüse, mal von den Fleisch oder den höllisch scharfen Bohnen, dann noch die Muscheln, Schnecken und die sonstigen Kriechtiere. Was sich teilweise eklig anhört schmeckt teilweise einfach nur göttlich. Die leckeren Soßen und viel Knoblauch machen es möglich. Wenn etwas wirklich mal nicht schmecken sollte, dann isst man es einfach nicht, es steht ja noch genug anderes auf der Platte.

Als besonders lecker hat sich bisher die Pekingente entpuppt, die direkt am Tisch auseinander genommen wurde. Gegessen wird die Ente in einer Art Dürüm-Döner-Teig in dem das Fleisch eingewickelt wird. Ein Schritt für Schritt Tutorial findet ihr bei den Fotos. Wirklich lecker.

Was mir bisher völlig unbekannt war, stand heute in Suzhou auf der Speisekarte. Wir haben das Ding einfach mal explodierten Fisch getauft. Irgendwie schaffen es die Köche einen Mandarinfisch zu entgreten und völlig umzukrempeln. Das sieht völlig irre aus und schmeckt wie ein Gott in Fischgestalt. Das beste was ich bisher hier essen durfte.

Übrigens sieht unser Tisch nach vollzogener Mahlzeit regelmäßig so vollgesaut aus, wie der anfangs erwähnte Tisch. Insofern kann ich den Chinesen da nichts vorwerfen, es ist einfach verdammt schwer ein dickes Stück Fleisch oder eine Schnecke mit Stäbchen auf den eigenen Teller zu verfrachten. Kleckern, Krümeln und fallen lassen gehört einfach zum Essen in China dazu, da sollte man sich keine Gedanken machen. Essen sieht hier nur am Anfang etwas abstoßend aus, ist aber einfach nur lecker.

Die Devise für Essen in China heißt also: Augen zu und durch! Sonst verpasst man wirklich absolut köstliche Leckerbissen. Was ich auf jeden Fall noch kosten möchte ist ein dicker Ochsenfrosch und lebende Schrimps. Jedenfalls wurde mir geraten das mal zu probieren.

Allen, die jetzt an Übelkeit leiden und nie mehr von China hören wollen, sei noch gesagt, dass es auch “normales” Essen in China gibt. Von Spaghetti Bolognese bis Weißwurst mit Sauerkraut kann man einfach alles zu Essen bestellen, worauf man Lust hat. Insofern stimmt das Klischee also: In China essen die einfach alles.

Ich möchte ja niemanden etwas unterstellen, aber manchmal kommt es mir vor, als könnten Frauen in jeder Situation essen. Wie kommt es sonst, dass ich während jedem Seminar mindestens ein Mädel sehe, die sich grad eine Banane oder Mandarine schält, einen Joghurt aufmacht und diesen dann genüsslich löffelt?
Zu dieser Jahreszeit sind selbstgebackene Plätzchen übrigens sehr beliebt in den Seminaren.
Die Thermoskanne ist ja noch verständlich:

  • 1. der Kaffee in der Uni schmeckt beschissen und
  • 2. ist er für Koffeinjunkies auf Dauer zu teuer.

Doch diese Picknickmentalität mancher Frauen (es sind zu 98 Prozent Frauen!) erstaunt doch immer wieder. Mich würde es nicht wundern, wenn ich demnächst in ein Seminar komme und dann einen schön gedeckten Kaffeetisch mit Adventskranz, Plätzchen und Stollen vorfinde.
Also ich finde es ja nun wirklich nicht schlimm, wenn in den Seminarräumen gegessen wird, aber Frauen sind in diesem Fall einfach Schweine. Das Zeug bleibt häufig liegen und wer mag schon Joghurtbecher mit einer angegammelt braunen Bananenschale darin?

Bananenschale