Alle Beiträge mit dem Tag: Fasching


Fürs Leben in Bayern muss man schon gewappnet sein und starke Nackenmuskeln haben, schließlich gibt es nirgendwo sonst in Deutschland so viele Gründe zum Kopfschütteln.

Wenn hochtrabend davon gesprochen wird, dass religiöse Gefühle “schwerwiegend verletzt” worden sind, dann wird man ja in Zeiten, in denen Mohammedkarikaturen gern mal zu Flaggenverbrennen und Mediengeschwurbel führen, schnell hellhörig. Diesmal stammen sie aber nicht von einem Imam sondern von einem Würdenträger der größten christlichen Sekte. Es hat nun keiner auf ein Kreuz uriniert oder eine Kirche angezündet, was verständlicherweise für Gläubige sehr verletzten wäre – weit gefehlt.

Die Wahrheit ist viel skurriler: Der erzkonservative Prälat Wilhelm Imkamp, seines Zeichens Direktor des bekannten bayerisch-schwäbischen Marienwallfahrtsortes Maria Vesperbild fand, als er die Zeitung am Morgen aufschlug, eine kleine Werbebroschüre des örtlichen Supermarktes “schwerwiegend verletzend”. Darin waren nämlich Faschingskostüme in Form von Nonnen- und Mönchskostümen zu sehen.

“Verächtlichmachung!”, schimpft der Domspatz da natürlich und forderte Vergeltung. Und da wir hier in Bayern und nicht in einer Demokratie leben, wurden die Kostüme schnellstens aus dem Sortiment genommen und der Domspatz pfeift: “Ich bin mehr als zufrieden.”

Na dann wollen wir mal hoffen, dass morgen nicht die Piraten, Afroträger, Teufelchen, Clowns und Cowboys nicht bei Penny auf der Matte stehen und sich tief verletzt fühlen – wäre irgendwie ein langweiliger Karneval/Fasching…

Weiter witzige News rund um die lustigste Religion der Welt gibt es bei Basti & Silke.

Ich fühl mich im Moment ein bisschen wie Paul Sheldon in Stephen Kings Misery. Anders als er bin ich aber glücklicherweise nicht von einer Psychopatin ans Bett gefesselt jedoch an meine Wohnung und draußen herrscht das närrische Treiben. Meine Einstellung zu dem Ganzen Helau und Alaaf hab ich ja schon mal kundgetan. Aber das jetzt auch noch meine produktive Schaffensperiode gestört wird, ist sehr unschön.

Ich hab noch eine sehr tolle Seminararbeit über meinen alten Freund Nietzsche vor mir und der Hort der Weisheit, die Uni-Bibiliothek macht heute, wie viele andere Einrichtungen und Geschäfte zur Mittagszeit den Laden nicht. Was nun tun mit Friedrich?

Die Narren haben mich an die Wohnung gefesselt, stehen lachend und Bonbons schmeißend vor der Tür und warten nur auf einen Fehler von mir! Aber bald ist die größte Freilichtkneipe Deutschlands wieder dicht und die besoffenen 13-jährigen werden mit ihrer Kotze zusammengefegt.

Ein Gutes hat der Faschingsdienstag natürlich, nicht für mich aber für die Arbeitnehmer, die haben nur einen halben Arbeitstag. Nutzt ihn weise liebe Arbeitnehmer! Ich leide im Stillen.
Naja vielleicht bin ich auch nur sauer, dass die Bibliothek zu hat…

Super! Tief unter mir im Schwabencenter wurden gestern Karnevaldekoration aufgehängt. Mit voller Wucht kommt mir der Karneval also wieder ins Bewusstsein oder besser der Fasching, wir sind ja in Bayern. Das Leben kennt keine Gnade.
Da fällt mir meine kleine Büttenrede, die ich genau vor einem Jahr schon einmal veröffentlicht habe. Das Ganze bitte in Kölner Mundart vortragen, zwischen den einzelnen Strophen ein dreifaches „TATAAAA“ denken.

Man hatts nisch leischt in diese Tage,
der Karneval, die alte Plage,
tritt mit bumms in unser Leben,
als wär er niemals weg jewesen.

Man sprischt in Reihmen Büttenreden
als hätts Jehirne nie gegeben.
Die dümmsten Witz, wer’n ausjegraben,
die Bonbons schmeißen se von’ne Wajen.

Doch am Ende siecht dat Jute,
verliert doch bitte nicht den Mute,
der Aschermittwoch kommt bestimmt,
ich sachs euch, dat Jute jewinnt!

Was vor einem Jahr galt, gilt heute natürlich auch noch.