Manchmal ist das Leben wie ein schlechtes Drehbuch, das einer ziemlich durchschaubaren Dramaturgie zu folgen scheint. Eigentlich eine extrem starke Parallele zu Horrorfilmen – und genau darum geht’s.
Exposition und Komplikation
Gestern stolpere ich, rein zufällig natürlich, über eine Liste der 50 besten Independent-Filme. In dieser Liste fiel mir vor allem die große Anzahl der Horrorfilme auf, die ja traditionsgemäß mit ziemlich niedrigem Budget umgesetzt werden. Drei meiner Alltime-Favoriten aus dem Horrorgenre sind sogar vertreten. The Evil Dead (Platz 23), Bad Taste (Platz 11) und Romero’s kongenialer Night of the Living Dead (Platz 6).
Vor allem Night of the Living Dead hat mich schwer beeindruckt. Der Urvater der Zombiefilme erschien schon 1968 und hat durch sein Schwarz-Weiß-Bild eine einzigartige Atmosphäre. Eine für einen Horrorfilm erstaunlich subtile Gesellschaftskritik gibt’s gratis dazu.
Die Erwähnung des Films erinnerte mich daran, dass vor einigen Monaten eine schicke DVD-Fassung im Steel-Book auf den Markt gekommen ist. Auf die drei DVDs verteilt sich die Originalfassung, eine nachträglich colorierte Fassung und Massenhaft Bonus-Material. Ein Prima Weihnachtsgeschenk für alle Cineasten (zwinker, zwinker)
Peripetie und Retardation
Der heutige Tag brachte dann den Fortgang der Horrorfilm-Thematik. Ein Freund schickte mir einen wunderbar schrägen Film ganz in der Tradition des amerikanischen Aufklärungsfilms der 50er Jahre. In What to do in a Zombie Attack wird dem gottesfürchtigen US-Bürger mit herrlichen Seitenhieben auf die damalige Zeit erklärt, wie er sich denn am Besten bei einem Zombieangriff zu verhalten hat. In drei Episoden werden natürlich auch alle Zombieklischees abgegrast. Das erinnert in der Schwarz-Weiß-Optik stark an Night of the Living Dead, aber auch an die unzähligen neueren Zombie-Filme.
Katastrophe
Völlig unabhängig vom früher geschehen schickt mir ein anderer Freund einen weiteren Link, der sich wiederum rein zufällig in die bisherige Thematik einfügt. Dieser neue Link führt zu The Best Horror Movie Deaths zusammengestellt von Maximonline. Diese Zusammenstellung ist nicht nur den Namen nach wesentlich drastischer als die bisherigen Links. Menschen mit schwachem Magen und sensiblem Gemüt sollten sich diese 10 Videos definitiv nicht ansehen. Hobbyheimwerker sollten aber einen Blick riskieren, wenn sie weitere Nutzungsmöglichkeiten für Bohrmaschine oder Rasenmäher erfahren wollen. Wieder mit dabei ist übrigens The Evil Dead, den ich an dieser Stelle als perfekten Einsteiger-Splatterfilm empfehlen möchte.
Stoff für Teil 2?
Betrachten wir die erstaunliche Häufung von Horror-Content bei meinen Internetstreifzügen an den letzten beiden Tagen, könnte man durchaus von Zufall sprechen. Aber wie heißt es so schön: Zufall ist die Standarderklärung von Idioten und Leugnern. Sprechen wir also lieber von einer indirekten Aufforderung von einer unbekannten Macht, endlich mal wieder einen Horror/Splatter-Film-Abend zu veranstalten. Das würde auch besser in das Drehbuch passen, das mein Leben derzeit schreibt. Eine unbekannte Macht ist doch immer ein guter Grund für ein Sequel.