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Mein Gott was hab ich geflucht, was hab ich gezetert beim nervenaufreibenden Halbfinalspiel Deutschland gegen die Türkei.

Das lag aber nicht nur an der teilweise desolaten Leistung der Nationalmannschaft, sonder auch an der kolossalen Liveübertragung im chinesischen Fernsehen. Musste ich das chinesische Äquivalent zu Beckmann, Netzer und Delling schon in der Halbzeit über mich ergehen lassen, strahlten sie mich plötzlich nach 55 Minuten Spielzeit wieder an. Dem Chinesen war das Spiel anscheinend zu langweilig, also wurde die Analyse einfach mal vorgezogen. Lachend wurde also das Foul an Lahm in der 52 Minute analysiert.

Als dann nach quälenden 5 Minuten wieder ins Spiel geschaltet wurde, war glücklicherweise nichts weiter passiert. Aber entweder stand die Leitung nach Europa heute nicht oder CCTV hatte einfach nicht die Rechte am kompletten Spiel. Ich durfte also nach 75 gespielten Minuten wieder das lustige Laber-Trio in der billigen Kulisse betrachten.

Wie kann man denn die Schlussphase eines Halbfinalspiels einfach nicht zeigen?! Da kann man doch die ersten 60 Minuten auch gleich weglassen! Ich war jedenfalls bedient und zappte wild durch die Fernsehkanäle.

Bei Tick, Trick und Track auf CCTV wurde dann das 2:1 durch Klose als -man höre und staune – Texteinblendung präsentiert. Was die drei Labertaschen nicht weiter zu stören schien. Sie erzählten über Platini und ihren letzten Friseurbesuch nehme ich an. Ich wurde wieder hektisch.

Nach einer weiteren Zapp-Orgie lief plötzlich das Spiel wieder, dummerweise stand es 2:2 und ich hatte keine Ahnung, was schon wieder passiert war. Gerade wollte ich wieder loszetern, als Lahm plötzlich losmarschierte und das 3:2 schoss. Und weil alle Chinesen Hellseher sind, endete damit auch die Übertragung und ich erlitt einen Nervenzusammenbruch!

Den Schlusspfiff verfolgte ich dann letztlich im Internet-Liveticker. Was für ein nervenaufreibendes Spiel, so was möchte ich im Finale nicht noch mal sehen von der Nationalmannschaft nicht und schon gar nicht von diesem blöden CCTV!

Jetzt aber erstmal: FIIIIIIINAAAAAAALLLLEEEEEEE OOOHOOOOOOO!!!! Feiert mal für mich mit, ich hab nur noch ein paar Stunden zu schlafen!

Heidernei, war desch a Daag im Schwabenländle! Schließlich is der VaueefBäää Meischter g’worda! Ich war dabei, mitten im Getümmel auf dem Stuttgarter Schlossplatz. Es war laut, es war warum, es stank und es war dreckig, aber schön war’s irgendwie trotzdem.

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Wenn die Tage kürze werden und die Temperaturen in den Keller sacken, wird es bekanntlich immer unangenehmer, den gepflegten Fußballkick zu frönen. Da der aber zum sonntäglichen Ritual geworden ist und zusätzlich ein gewisser, bei Männern häufig anzutreffender, zwanghafter Spielzwang besteht haben wir uns eine kleine feine Sporthalle gesucht.

Wir verbringen die Nachmittage am Sonntag also von nun an in der Halle 4 der Reischlesche Wirtschaftsschule. Doofer Name, aber gut bespielbar. Und nicht nur das, es bringt auch all die verdrängten Erinnerungen an den Schulsport zurück.

All die quälenden Stunden, die ich mit Zirkeltraining, Hochsprung oder am Reck verbringen musste. Damals wollten wir doch lieber jede Stunde Hallenhockey spielen oder Fußball oder Volleyball. Aber nein, es musste Konditionstraining sein. Seilspringen! Bankhüpfen! Bockspringen! Stangenklettern! Purzelbäume! Wie ein nasser Sack am Reck hängen! Auf den schrecklichen Barren Kopfstand machen! Hab ich noch was vergessen? Bestimmt.
Es ist nicht so, dass ich nichts davon gekonnt habe. Eigentlich war ich immer gut in Sport, aber Hallensport war nicht mein Ding. Ich war mehr der Leichtathlet. Sprinten, Laufen, Springen!

Schlimm, was alles so hochkommt, wenn man sich in eine Schulsporthalle begibt. Und was ist meine erste Amtshandlung dort? Genau! Ich lauf gekonnt gegen eine Wand und brems’ mit einem Finger. Der ist jetzt etwas überdehnt, ist aber nur der rechte Ringfinger. Erstaunlicherweise ist ein umgeknickter Finger auch meine einzige Schulsportverletzung, an die ich mich erinnern kann.

Verdrängte Erinnerungen, mal sehen, was mir nächsten Sonntag wieder ins Gedächtnis kommt…

Es tut mir leid, dass ich gleich mit drastischen Worten starten muss, aber heute hat sich die Stadt Augsburg wieder mal ein dicken Bock geschossen. Was dazu führte, dass meine Freunde und ich mehr als eine Stunde vom Bahnhof nach Hause zum Schwaben Center brauchten. Etwas wofür ich mit dem Auto normalerweise 10 Minuten benötige.

Auf der Freilichtbühne gaben sie Jesus Christ Superstar, ein schönes Stück übrigens. Die Aufführung führte jedenfalls zu einer Sperrung der Eserwallstraße, die in dieser Zeit immer zum Parkplatz umfunktioniert wird.

Unter normalen Umständen ist das nun kein Problem, es gibt dafür ja extra Umleitungen. Der Weg ist etwas länger, aber das wäre gar nicht ins Gewicht gefallen, wenn, ja wenn Deutschland nicht gegen Argentinien sensationell im Elfmeterschießen gewonnen hätte.
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Ja, ich bin es ja auch schon Leid nur über Fußball zu schreiben, aber heute war nun mal wieder ein WM-Spiel der Deutschen. Logisch, dass man das Spiel gegen Polen auch guckt, diesmal auf dem Rathausplatz in Augsburg.

Voll war’s natürlich, ob es wirklich ganze 6000 Fans gewesen sind, wie der Veranstalter meint, weiß ich nicht. Gut gefüllt war der Platz vor der Leinwand am Rathaus aber trotzdem. Die obligatorischen Fahnen wurden natürlich zahlreich geschwenkt und die Gesichter waren schwarz-rot-gold angemalt.

Lange, sehr lange dauerte es dann leider bis die deutsche Elf die Fans erlösen konnte. Was als Erkenntnis aus diesem Spiel zurückbleibt, ist die grandiose Stimmung auf dem Rathausplatz und später auf der Maximilian-Straße, die verbesserte deutsche Abwehr und die Tatsache, dass Steffen Simon definitiv kein guter Kommentator ist. Wie der Mann die Polen stark und die Deutschen schwach geredet hat, war teilweise schon peinlich. Das wurde dann natürlich mit einigen hämischen Fangesängen gegen den ARD-Moderator belohnt, die ich hier mal nicht wiedergeben möchte :)

Maximilian-Straße
Nach dem Spiel auf der Max-Straße

Als das Spiel vorbei war, gab es einige Engpässe zu umfahren, war doch die ganze Innenstadt voll mit Menschen, Fahnen und Fangesängen. Tolle Atmosphäre hier in Augsburg und wieder stellt sich mir die Frage, was denn erst los ist, wenn Deutschland tatsächlich Weltmeister wird.

Das Frag ich mich dann aber nachher, jetzt geh ich erstmal ins Bett. Ich hoffe, die hupenden Autos lassen bald nach…

Was war das gestern für ein Tag! Unglaublich, wie groß die Begeisterung für die Fußball Weltmeisterschaft in diesem Lande ist. Nie hätt ich vor der Eröffnung geglaubt, dass tatsächlich so viele Menschen mobilisiert werden könnten.

Uns (einige Kommilitonen und ich) zog es bei strahlenden Sonnenschein nach München zum Fan Fest im Olympiapark. Die Annahme, dass in München einfach mehr los sei als in unseren kleinen Augsburg bestätigte sich schon während der Zugfahrt. In unseren Zugteil machten Deutsche und Mexikaner eine wirklich grandiose Stimmung. Da ließ es sich auch verschmerzen, dass wir die Fahrt stehen mussten.

Multikulti auch am Bahnhof, wo man hinschaute, Fans aus aller Herren Länder. Brasilien, Mexiko, Frankreich, Costa Rica, Köln :) und natürlich Deutschland. Da wurden dann die wenigen „normalen“ Menschen schon mal mit „Jaaa, du hast nen Anzuuug an! Jaaa, du hast nen Anzug an!“ verhöhnt. Die Stimmung war überall fröhlich und ausgelassen, die Welt ist ja schließlich zu Gast bei Freunden.

Den ersten Dämpfer gab es dann am Eingang des Fan Parks. Die Menschenmassen drängten sich an den Eingängen und wir brauchten eine geschlagene Dreiviertelstunde um endlich reinzukommen. Kurz danach war der Park auch voll. 30.000 Menschen drängten sich auf den doch relativ engen Raum vor die Videoleinwand. Die vielen Fans, die es nicht mehr in den Park geschafft hatten, mussten sich woanders umsehen, noch war ja eine Stunde Zeit bis zum Anpfiff.

Gedränge am Eingang
Menschenmassen vorm Eingang zum Fan Park

Das Hauptproblem im Fanpark war aber meines Erachtens nicht, die Masse der Menschen. Die machten sich es recht schnell gemütlich. Das Hauptproblem war die Videoleinwand, die für den Großteil der Leute einfach zu niedrig aufgestellt. Eine Feststellung, die wir während der ersten beiden Tore durch Lahm und Klose machten. Wir hatten Glück, das die ersten Minuten häufig über die linke Seite gespielt wurde, denn wir sahen ja nur den oberen Teil der Leinwand. Die Stimmung war bis dahin trotzdem gut und die müden Beine wahren fürs erste versgessen.

Nach dem ersten Tor von Klose zog es uns dann nach weiter hinten, wo wir zwar einen guten Blick auf die Leinwand hatten, aber die Stimmung deutlich weniger euphorisch war, als weiter vorne. Wir wurden jedenfalls für unsere Torjubel bei Tor drei und vier etwas böse angeguckt. weiter>>

Unsere Jungs schwitzen ja derzeit im Trainingslager auf Sardinien, um uns ab dem 9. Juni mit weltmeisterlichem Fußball zu beglücken. Weltmeisterlich geht es auch im Internet zu, wenn es darum geht, auf die Fußball-WM einzustimmen.

Eine Seite die ich ganz besonders empfehlen möchte ist PODolski & Co – Ein Podcast zu Gast bei freunden. Ein Loudblog der besonderen Art. Dort werden bis zum 9. Juni die 12 WM-Städte per Podcast auf unterschiedlichste Weise vorgestellt. Mal lustig, mal ernst oder begeistert, aber immer mit Herzen dabei. Den ersten Teil mit kuriosen Infos rund um die WM gibt’s seit gestern für alle Fußballverrückten und die, die es werden wollen. Demnächst wird dann Berlin als erste Stadt vorgestellt.

Entstanden ist der Blog übrigens im Rahmen des Projektes “Podcasting im Bildungskontext” bei der Professur für Medienpädagogik der Uni Augsburg (bloß ein bisschen Eigenwerbung für meinen Studiengang). So kann Grundlagenforschung also auch aussehen.

Nebenbei, ich bin im Stadion dabei – im weltgrößten Online-Stadion. Sicherlich dem ein oder andern schon bekannt, wer’s aber noch nicht kennt: Hier kann sich jeder einen kleinen Avatar erstellen und sich mit anderen Fans in ein virtuelles Stadion stellen. Beim Klick auf die Fan-Avatare gibt’s dann kurze Infos und die Möglichkeit der Kontaktaufnahme. Für alle die noch keine Karte abgekommen haben also eine witzige Variante mit anderen Fans zu feiern. Zu finden bin ich hier im Block L, falls sich jemand neben über oder unter mich stellen möchte.

Nach so viel Fußballberichterstattung geh ich jetzt erstmal Fußball spielen :)

Bald geht’s los mit der WM und langsam wird die Fußballdominanz in den Medien zur Qual. 3 Stunden berichtete heute die ARD von einem “Testspiel” der Deutschen Nationalmannschaft gegen Luckenwalde. 3 Stunden Werbeveranstaltung im öffentlich rechtlichen Fernsehen, dass ich so was als Gebührenzahler noch erleben darf.

Dann gab’s im ZDF noch eine Fußballdoku, in der Johannes “Kauft-Aktien” Kerner den dämlichsten Satz zum Thema Fußball gebracht hat, den ich in letzter Zeit gehört hab:

“Fußball, dass ist die einzige Religion in der es keine Atheisten gibt.”

Das wird die muslimischen, christlichen oder auch jüdischen Atheisten aber stören oder?

Trotz des medialen WM-Wahns war mir bis vor kurzem nicht klar, wie das mit den WM-Song funktioniert. Da wurden ja immer mehr Songs veröffentlicht und ich verlor die Übersicht.

Welches Schweinderl hätten sie denn gern? “Love Generation”, “Zeit, dass sich was dreht”, “Celebrate The Day” oder doch “Time of Our Lives”? Was ist denn nun die der offizielle WM-Song? Aus aktuellem Anlass hab ich mal ein wenig recherchiert, denn mir war’s bisher nämlich nicht klar.

Es gibt natürlich nur einen offiziellen WM-Song, der heißt “Time of Our Lives” und wird von der Gruppe Il Divo und Toni Braxton geträllert. Herbert Grönemeyers stammelt und gröhlt mit “Celebrate The Day” bzw. “Zeit, dass sich was dreht” hingegen die offizielle Hymne(!) der Weltmeisterschaft. Zu sehen und zu hören ist die Hymne auf Herbis Webseite. Nicht zu vergessen „Love Generation“ von Bob Sinclar, dass ist dann der offizielle Song vom hosenlosen Maskottchen Goleo.

Song, Hymne, Mastkottchen-Song, alles klar. Schön, dass ich das noch verstanden hab vor dem Eröffnungsspiel.

Nachdem der AEV die letzte Saison so gar nicht gut gespielt hat, gibts endlich mal wieder eine sportliche Erfolgsgeschichte aus Augsburg zu vermelden: der FC Augsburg ist jetzt definitiv und 100%-ig in die zweite Liga aufgestiegen.

Nach der Niederlage vom Aufstiegskonkurrent Hoffenheim reichte den Jungs vom FCA in Trier ein 1:1, um nach 23 Jahren wieder zweitklassig zu spielen. 5 Spieltage vor Saisonende liegt der Augsburger Traditionsclub damit 17 Punkte vor den Nichtaufstiegsplätzen.

Gefeiert wird im Übrigen nicht nur bei mir, auch im Blog[Cha] wird dem FCA gehuldigt. Da gibts auch ein paar Fotos aus Trier.

Schauen wir mal: nächste Saison der Aufstieg in die 1. Bundesliga; dann die Saison darauf Meister und dann Champions-League-Sieger 2009. Die Planung ist zwar recht optimistisch, aber schaffbar denk ich.

So, jetzt müssen wir nur noch Weltmeister werden, dann war’s ein gutes Jahr.

Der Frühling ist endlich da, es ist warm und sonnig, die Kinder spielen in der Sonne, die Röcke werden wieder kürzer und das Sommersemester geht wieder los. Also wird es Zeit ein sonntägliches Ritual wiederzubeleben – das Fußballspielen am Roten Tor.

Eine stets gut gelaunte Truppe Studenten aus meist 12, mehr- oder minderbegabten Fußballern, trifft sich hier, um den gepflegten Rasensport zu frönen. Bei gutem, wie bei schlechtem Wetter, was wir heute auch wieder alle erleben durften. Mitten im Spiel gab’s nen kleinen Wolkenbruch. Der Ball rollte danach nicht mehr so gut, vielleicht lag’s ja an den vielen Pfützen.

Der Spielfreude und –kultur konnte dies natürlich schaden, gut gelaunt spielte wir uns durch den Matsch und spritzen uns Schlamm ins Gesicht. Leider war es mir, wie so oft, nicht vergönnt ein Tor zu schießen. Aber ich hab denk ich ganz gut gespielt, was mir meine Muskeln grade deutlich sagen. Das Endergebnis weiß ich leider nicht, aber das ist auch nicht so wichtig. Der Spaß zählt und den gab’s heut.

Nächsten Sonntag geht’s wieder zum Roten-Tor-Bolzplatz. Mal sehen, wie lange das noch möglich ist. Heut wollten uns schon ein paar kleine Halbstarke vom Platz verscheuen, weil wir deutlich über dem Alter von 6-18 Jahren liegen, die das Bolzplatzschild vorschreiben. Schön, wenn sich Kinder schon wie deutsche Rentner verhalten.

Jetzt fehlt nur noch ein schöner Biergartenbesuch, dann ist das Sommerwochenende wieder komplett. Ja, es lässt sich gut leben in der Provinz muss ich ich doch immer wieder sagen.

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