Früh schnell noch einen Radiobeitrag geschrieben und vertont, einige kleinere Beiträge vorbereitet und dann aufgemacht zum Digital Headquarter der Olympischen Spiele getigert.
Da erst mal 20 Minuten gewartet, bis ich endlich rein durfte. In der 11. Etage gewartet, gewartet, gewartet und letztlich dann umsonst gewartet. Um 16 Uhr fing es dann plötzlich so stark an zu regnen, dass ich es vorzog, noch ein bisschen im DHQ zu sitzen und ein paar Notizen für weitere Beiträge zu kritzeln.
Als der Regen etwas nachgelassen hat, laufe ich erstmals auf dem Olympischen Grün herum. Zeit hab ich keine, ich muss nämlich meine “halbe” Akkreditierung aktivieren lassen. Die Volunteers auf dem Grün sind zwar zahl- aber nicht hilfreich. Ich laufe also eine halbe Stunde umher, bis mir endlich eine junge Chinesin sagen kann, dass ich die Akkreditierung nur im BOCOG Olympic Building oder im Beijing Hotel aktivieren kann. Letzteres liegt verkehrstechnisch näher an meinem Hotel, also wähle ich das.
Ich hatte dazu geplant mit dem Bus zur U-Bahn zu fahren, was leider schief ging. Ich stand im Eingangsbereich, weil der Bus schon bis oben hin voll war. Als dann ein Volunteer bei der nächsten Station meinte ich solle doch nach hinten rücken, damit die 20 anderen Chinesen, die sich noch in den Bus quetschen wollten, auch noch platz hätten, bin ich dann mehr als entnervt ausgestiegen.
Den Rest des Weges bin ich halt durch den wieder einsetzenden Regen gewatschelt. Dabei bemerkte ich, dass mein Schirm sich wohl langsam auflöste. Zur U-Bahn ging’s dann aber noch unbeschadet.
In meinem Wahn hatte ich natürlich gedacht, ich könnte einfach in der Wangfujing raushüpfen, durch eine Einkaufspassage an die Oberfläche laufen und dann einfach die Straße überqueren und zum Beijing Hotel marschieren. In China funktionieren solche einfachen Pläne einfach nicht. Die Straße ist gesperrt und ich muss durch den strömensten aller Regen am Zaun entlanglaufen und über die zum Fluss mutierte Fahrbahn schwimmen. Wenigstens kann dort meine Akkreditierung aktiviert.
Meine Schuhe sind bei dieser Aktion sahen danach allerdings aus wie Spongebob und machten beim Gehen auch ähnliche Geräusche. Spontan entschloss ich mich also neue Schuhe zu kaufen und tatsächlich fand ich auch die billigsten Adidas-Schuhe, die ich je Peking gesehen habe. Für 30 Euro hatte ich die dann auch gleich in der Tasche, vor allem weil die berühmten “vergleichebaren Produkte anderer Hersteller” genauso teuer waren – da greif ich doch lieber zu guter deutscher Ware aus chinesischer Produktion.
Das Schuhglück konnte mich aber nur kurz erheitern, weil sich auf dem Heimweg mein Regenschirm komplett auflöste und ich ihn letztlich nur noch wegwerfen konnte (im Zorn auf die Straße). Jetzt um 10 Uhr nachts, bin ich dann endlich zu Hause und kann endlich die nassen Füße hochlegen. Solche grandiosen Tage heißen gemeinhin dann also Geburstag.